Habt ihr auch das Gefühl das Psychische Erkrankungen mittlerweile zum Trend werden?

16 Antworten

Nein.

Leute denken teilweise bloß weil man bei irgendwas ein wenig anders tickt ist es instant eine Zwangsstörung, aber abgesehen davon wird Leuten einfach bewusst dass unsere Gesellschaft im Gesamten ein Problem mit psychischen Krankheiten hat - was wenn man sich anschaut wie menschen- und behindertenfeindlich unser System ist absolut nicht verwunderlich ist.
Dem Ganzen werden auch nicht wenige Therapeut:innen etc. zustimmen.

Durch ein "Das ist doch ein Trend" zeigt man nicht nur der Person gegenüber die sich gerade dahingehend öffnet fehlende Empathie sondern sorgt auch aktiv dafür dass Leute sich selbst dahingehend nicht ernstnehmen.
Das war schon vor 20 Jahren nicht anders, auch da hat man sich anhören dürfen "Ach ne das sind doch keine Depressionen" - mittlerweile ist es durch diese verquere Ansicht gefühlt mehr geworden.

Ich denke das dahinter oft Leute stecken die sich in ihren eigenen Problematiken nicht gehört / gesehen fühlen und das dann auf andere Leute schieben - und dabei ignorieren dass diese zu einer sehr, sehr hohen Wahrscheinlichkeit selbst Probleme haben.

Von daher ist es immer gut sowas grundsätzlich ernst zu nehmen und im besten Fall empathisch, aber auch sachlich an die Sache zu gehen.

Um nochmal mich als Beispiel zu nehmen: MIr war mit 13, 14 Jahren klar dass ich eine PTBS habe und schwere Depressionen. Ernst genommen wurde ich nie und daher so spät diagnostiziert dass sich daraus Folgeerkrankungen ergaben.
Ich weiß dass das sehr, sehr vielen so geht.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Sozialpädagogischer Zug / Berufserfahrung

Ich habe selbst Probleme, bin mittlerweile auch beim Therapeuten und weiss wie es ist nicht ernst genommen zu werden.

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@ItsmeDamon

Okay. MIr ist nicht ganz klar was du damit aussagen willst, das geht ja schon aus deiner Frage hervor.

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Ja, diese Beobachtung habe ich auch gemacht. "Toxisch" und "narzisstisch" sind zu neuen Trendwörtern geworden. Viele (Jugendliche) schnappen einfach einen Begriff auf und identifizieren sich damit, ohne sich jemals gründlich damit auseinandergesetzt zu haben. Dies hat zur Folge, dass diejenigen, die wirklich psychisch krank sind, immer mehr belächelt werden und dass falsche Krankheitsbilder verbreitet werden. Für eine seriöse Diagnose muss man immer zum Psychologen/Psychiater.

Leider schon...so werden leider z.B. diagnostizierte Depressionen nicht mehr ernstgenommen. Ich als betroffene mit Anorexie habe damals meine Essstörung auch nicht mehr ernstgenommen, da es doch so viele haben, da kann es nicht so schlimm sein. Bei mir entstand so auch noch Leistungsdruck, weil ich dünner als alle anderen mit Anorexie sein wollte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Jaa in meinem Umfeld auch....

Ich denke mir immer wenn diese Leute im Mittelalter wären....wären wir immernoch im Mittelalter

Jap dass ist leider so, ich verstehe warum man eine Krankheit haben möchte

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Ein "Trend" werden sie wohl eher nicht. Dass sich mehr Leute betroffen fühlen ist jedoch klar der Fall. Es werden immer mehr Menschen und somit auch immer mehr Probleme. Corona kommt dazu noch erschwerend hinzu. Und deshalb gibt es immer mehr psychische Probleme. Ich sehe es selbst bei mir, obwohl ich noch nie beim Therapeuten, etc. war, würde aber persönlich auch niemanden der wirklich schwere Depressionen hat nicht ernst nehmen.

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