Gibt es sowas wie ungefährliche Sekten?

9 Antworten

Hi, Christen (Katholen, römisch + griech. orthodox) sind irgendwie ne Sekte der Juden. Evangelen (Lutheraner, Calvinisten) und Anglikaner sind ne Sekte der Katholen. Usw. Insofern sind alle irgendwie Sekten (secare: (ab)schneiden). Klar, daß eine neuere Sekte erstmal keine Staatsknete kriegt, sodann natürlich den etablierten Kirchen die Schäfchen wegtreibt. Da gibts natürlich Widerstand. Gruß osmond

Das ist nicht ganz richtig. Es gibt eine alte Bedeutung des Wortes Sekte, welche sich auf eine Abspaltung von einer großen Religion bezieht. Da jede heutige Religion aus einer vorerhigen entstanden ist (Christen und Islam aus dem Judentum, Juden aus verschiedenen alten religionen...) wäre diese Begriffsbezeichnung nutzlos. Eine Sekte ist nach heutigem Verständnis folgendes: Gruppen oder Organisationen, die psychologisch subtilen Techniken der Bewusstseinskontrolle einsetzen, um Menschen in ihre Abhängigkeit zu bringen, werden in der Umgangssprache als Sekten bezeichnet. Diese Bewusstseinskontrolle ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Gruppierungen, die Art und Weise ist sehr unterschiedlich. Sekten-Merkmale: Führerperson, Heilsversprechen, Abhängigkeit, Feindbilder, Abschottung, Gruppendruck

Die Sektenlehre gibt Antwort auf alle bedrängenden Fragen. Ein Nichtmitglied weiß wenig, ein Mitglied fast alles. Die lehrmäßige Klarheit gewährt emotionale Sicherheit.

Das Sektenmitglied gehört zu einer religiösen Elite, Sektenzugehörigkeit steigert das Selbstwertgefühl.

Die Sekte versucht, moderne Menschen in ein angeführtes Kollektiv zurückzuführen. Kritikfähigkeit wird systematisch verdrängt. Es wird kritiklose Identifikation verlangt. Die Angst der Mitglieder wird hemmungslos geschürt. Angstbesessene Leute verzichten gerne auf Kritik. Der Totalitarismus einer Sekte wird rituell gestaltet. Jede Sekte inszeniert Opfer, übt radikale Opferbereitschaft. Geopfert werden Geld, Beruf, bisherige Beziehungen, Anspruch auf Privatleben, Kritikbereitschaft, Individualismus, bisheriger Name, persönliche Kreativität.

0

Der Begriff "Sekte" ist eigentlich ganz wertneutral. Er bedeutet nur, daß sich eine spezielle Richtung von einer Hauptreligion abspaltet und fortan eine eigene Gruppe darstellt. Das geschieht z. B. aufgrund von eigenen Offenbarungen, eigenen Ideen und Vorstellungen, besonderen Lehren oder eigenen Schriften. Daß sich jemand abspaltet, heißt nicht gleich, daß die Gruppe schlecht ist.

Der Begriff "Sekte" wird meist aber in Zusammehang mit sogenannten "Psychosekten" oder besser "Psychokulten" gebraucht, z. B. wenn man die Mun-Sekte meint, Scientology oder eine andere ähnliche Organisation. Von denen sollte man natürlich grundsätzlich die Finger lassen. Leute wie die Mormonen oder die Zeugen Jehovas werden von den großen Kirchen der Christen selbstverständlich negativ betrachtet, nicht nur als Konkurrenz, sondern auch, weil Organisationen hinter ihnen stehen, die stark ausbeuterisch arbeiten. Die Angehörigen dieser Sekten sehen das natürlich anders. Gruß, q.

Sekten wären nicht Sekten, wenn sie harmlos wären.

Es geht ja darum, die Anhänger, ohne dass die es merken, zu verpflichten und auszunutzen. Diese müssen gewisse Inhalte glauben, und dürfen nicht frei denken., ohne dass sie ihre geistige Unfreiheit erkennen.

Das hat nicht unbedingt mit Religion zu tun.

Es gibt solche Formen auch in der Wissenschaft, in der Wirtschaft, an Privatschulen, in Studentenverbindungen oder Parteien.

Jemand behauptet, er wüsste "die Wahrheit" und die anderen folgen ihm vertrauensvoll blind, so gewinnt er an Macht und Lobby. Das ist immer gefährlich, ob die Inhalte nun stimmen oder nicht.

Meinungen, Ideologien, Leitbilder.... ohne selbst nachtzudenken zu übernehmen ist immer schlecht, weil man unfrei wird, ohne es zu merken. Das ist Gehirnwäsche. Und manche profitieren davon, weil sie an Macht und Einfluss gewinnen. Darum ist das für die Gesellschaft gefährlich, weil es ungerecht ist. Manche profitieren, weil sie ihre Beziehungen spielen lassen können, andere haben das nachsehen, und wissen nix davon, ......

"Sekten wären nicht Sekten, wenn sie harmlos wären." --> Der Satz ist völlig sinnfrei.

0
@wueselduesel

Sekten manipulieren Mitglieder der Gesellschaft zugunsten der Interessen der Anführer. Das ist aus soziologischer Sicht bedenklich, weil es zu künstlichen sozialen Ungerechtigkeiten führt. Darum sind Sekten nicht harmlos, auch wenn sie so scheinen. Sekten wären nicht Sekten, wenn sie harmlos wären. Man darf sie nicht unterschätzen.

0
@wueselduesel

(Damit habe ich gerechnet, weil ich mich offen geäußert habe, und geschrieben habe, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Da haben manche selten kognitives Verständnis für. - Trotzdem noch ein Frohes Weihnachtsfest!)

--> der Begriff "sinnfrei" ist nicht treffend

Jede verbale Äußerung macht irgendwo Sinn, für manche mehr, für andere weniger. Meinungen, die von manchen nicht geteilt oder nachvollzogen werden, haben Sinn, sind Denkanstöße. Keiner hat die Weisheit mit Löffeln gegessen, somit kann kein Mensch urteilen, was wahrhaftig richtig oder falsch, sinnvoll oder sinnlos/-frei ist. Aber Sekten machen das, und darum halte ich sie nicht für harmlos. Und das ist ihr Sinn, ihre Rolle in der Welt, Menschen zu manipulieren, so in Richtung Gehirnwäsche, sonst hießen sie in der Soziologie nicht Sekten, sondern (nur harmlose) Vereine. So tarnen sie sich manchmal auch als Verein.

Es braucht viele Sorten Mensch, ein Welt zu machen, auch manipulierende.

0

Was möchtest Du wissen?