Gesundheitsgarantie bei Hunden (Welpen)? hää?

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6 Antworten

Hab noch keinen "tatsächlich" renommierten Züchter der im VDH/FCI mit entsprechender Kontrolle Hunde züchtet kennen gelernt oder auch nur davon gehört, welcher es nötig hätte eine Garantie auf Gesundheit zu versprechen.

Gewisse Erkrankungen, welche noch auftreten können - wie zum Beispiel ein Nabelbruch beim Welpen, Haengende Aufenlider (Ektropium) oder eingerollte Augenlider (Entropium) sind sowieso in der Gewährleistungpflicht des Züchters und müssen noch auf dessen Kosten operativ korrigiert werden.

Entwurmte und geimpfte Welpen dürften keine Infektionserkrankungen entwickeln.

Für andere, beim Halter erworbene Infektionen kann niemand eine Garantie geben. Erbliche Erkrankungen haben oft einen mittleren bis späten klinischen Verlauf, was bedeutet, dass solche erst ab ca. dem 2 bis 3. ja oft sogar erst ab dem 5 Lebensjahr des Hundes zu erkennen sein werden.

Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie - das wird meist erst ab dem 1 Lebensjahr geröntgt und festgestellt. Auch die Patella ist ggf. In der Jugend des Hundes noch nicht vollständig gebildet und von daher wohl nicht schriftlich (!) eingeschlossen...

Eine solche Werbung mit Garantie auf Gesundheit ist wohl eher bei Züchtern welche keinerlei Kontrollen unterliegen ein Thema. Wer sollte diese dann bestätigen, ein renommierter Tierarzt??

Auch dieser wird kaum eine zuverlässige Kristallkugel haben...

Jede, renommierte Gesundheitsgarantie kann sich nur auf just den Moment einer tierärztlichen Untersuchung beziehen. Skeletale Erkrankungen, letal rezessive Erkrankungen wird auch bei dieser Untersuchung noch nicht bekannt...

Papier ist also geduldig... Einklagbar ist Vieles an Gewährleistung, dazu muss man die rechtlichen Hürden wissen und dann hängt es noch von der Finanzierbarkeit durch den Züchter ab ob....

Mehr sag ich dazu nicht.....Möglich, dass irgendwelche Garantien genau auf derartiges abzielen könnten??

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Seshikas 27.03.2013, 19:57

Klasse Antwort wie immer :-)

spartt mir das schreiben

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Hey,

in Deutschland werden Tiere im Gesetzt (leider) wie Sachen behandelt. Und demnach muss auch eine Garantie gegeben werden. Wenn du ein neues Auto kaufst und es ist vom Werk aus defekt, willst du ja auch zurückgeben können. Tierheim wäre dann quasi ein privater Autoverkäufer ("Gekauft wie gesehen"). Klingt extrem dämlich, ich weiß, aber gar nicht so weit hergeholt. Beim Kauf eines Tieres handelt es auch nur ein ganz normalen Kaufvertrag.

Es kann immer sein, dass bei einem Welpen Krankheiten erst später festgestellt werden bzw sichtbar sind oder einfach übersehen wurden. Und einen kranken Hund zu haben, kann schnell ein psychischen und finanzielles Problem werden. Darum ist der Züchter dazu verpflichtet, ihn zurückzunehmen, wenn so etwas auftritt. Wenn es im Vertrag steht oder er es zumindest gesagt hat, ist es juristisch auf jeden Fall bindend. Er hat die "Garantie" gegeben und muss diese auf jeden Fall einhalten.

Natürlich kann er nicht wissen, ob der Kleine wirklich gesund ist. Genau deswegen gibt er ja diese Garantie. Der Züchter will natürlich nicht, dass der Hund wieder zu ihm zurück muss. Würde er die Garantie nicht geben, würde ich ernsthaft an dem Züchter zweifeln und das Tier nicht holen, weil dann vom Schlimmsten auszugehen ist. Soll heißen, er würde dann vermutlich schon davon ausgehen (oder sogar wissen und verheimlichen), dass der Welpe krank ist.

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YarlungTsangpo 27.03.2013, 07:36

Der Züchter ist nicht verpflichtet Welpen zurückzunehmen, sondern er ist verpflichtet durch Kaufrecht die "Ware Hund" nachzubessern, sprich Tierarztkosten zu übernehmen - aber nur wenn Gesundheitsmängel in seine Verantwortung bei der Herstellung fallen.

Das muss aber der Käufer nachweisen, das wird oft schwierig bis nahezu unmöglich ist mit hohem Aufwand & Kosten verbunden...,

Das Recht ist auch bei einer eventuellen Garantie nicht anders, mögl. dass sich Züchter mit solch einer Garantie komplett aus Gewährleistung befreien...Bloß nix unterschreiben hinsichtlich eine solchen Gesundheitsgarantie im Kaufvertrag und sich jeglicher Gewährleistung berauben...

Besser Rechtsanwalt hinzuziehen bei solch einem Züchter vor Abschluss des Kaufvertrages. Etwas was ich bei jedem Hundekauf empfehlen würde - überlesen des vorgelegten Kaufvertrages durch einen Rechtsanwalt!!

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Chichibi 27.03.2013, 09:29
@YarlungTsangpo

Wenn aber direkt drinsteht, dass er ihn in so einem Fall auch zurücknimmt? Dann muss er das auch tun, oder?

Kommt insgesamt wahrscheinlich sehr auf die Formulierung an.

Mein Züchter (VDH) z.B. hat 9 Tage Garantie gegeben (bei Garantieanspruch wird der Vertag nichtig und der Züchter muss den Hund zurücknehmen und vollen Kaufpreis erstatten). Außerdem noch 12 Monate Gewährleistung. Und und und...

Den Kaufvertag bei einem Rechtsanwalt vorzulegen ist in keinem Fall schlecht!

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YarlungTsangpo 27.03.2013, 18:02
@Chichibi

Du weißt aber schon was mit kranken Nachwuchs passieren kann, den der Züchter "zurücknimmt"?

Vor allem wenn es sich um eine chronische und kostspielige Krankheit handeln sollte...?

Aus diesem Grund: Die Rückgabe des Welpen/ Ware Hund ist gerichtlich nicht durchsetzbar....

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Chichibi 28.03.2013, 03:57
@YarlungTsangpo

Ich MUSS ihn ja nicht zurückgeben. Wenn ich also Bedenken habe, muss ich von von dem "Rückgaberecht" keinen Gebrauch machen.

Wieso sollte es deswegen gerichtlich nicht durchsetzbar sein? Was der Züchter dann mit dem Tier macht, ist dafür juristisch doch völlig belanglos.

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Ich kenne keinen seriösen Züchter, der eine solche Garantie gibt.

Rein rechtlich ist das sicher möglich, da ein Hund ja leider immer noch eine Art Sache ist. Ich denke aber nicht, dass man auf Geld klagen kann - sollte Hundi krank werden - sondern auf Umtausch oder Rückgabe und ob man seinen Hund wirklich nach z. B. 6 Monaten zurück gibt, weil dieser krank ist ?!? Ich denke eher nicht.

Ich denke es ist eine Werbegeschichte. Denn die wirklich teuren heftigen Krankheiten wie z. B. ED, HD kommen erst nach der HD Untersuchung raus, die zwischen 12 und 15 Lebensmonaten gemacht wird. Und wer die Untersuchungen nicht macht, stellt oft erst mit 2-5 Jahren das Problem fest. HD und ED kann auch ein Hund bekommen, der gesunde Eltern hat. Das Risiko ist viel geringer, wenn er nicht erblich vorbelastet ist - aber eine Sicherheit ist es nicht. Meine Freundin ihr Schäfer hat ED und HD und beide Elterntiere nicht.

Krankheiten wie Nabelbruch etc. dafür muß der Züchter eh einstehen - auch ohne Garantiegabe.

Von dem her denke ich eher es ist eine Werbemasche. Ob das nun seriös ist - ist fraglich. Er will wohl einfach mehr Sicherheit vermitteln.

So eine Garantie macht eigentlich nur bei Möchte-gern-Züchtern Sinn - also bei Züchtern, die keine zugelassenen Züchter sind und somit keinerlei Gesundheitsunterlagen der Welpen und Elterntiere etc. vorweisen können.

Handelt es sich denn bei dem Züchter um einen zugelassenen Züchter? Haben die Welpen Papiere? Sind die Elterntiere Zuchtzugelassen?

Wenn das alles nicht der Fall ist - dann ist die Garantiegeschichte einfach eine Werbemasche so versucht dann ein Vermehrer seine Welpen zu verkaufen und auf Gesundheitszeugnisse zu verzichten.

LG

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ich bin generell ein "Vermehrungsgegner" und allen Züchtern gegenüber erstmal mistrauisch.

Es würde nicht schaden, ein wenig differenzierter an die Sache ranzugehen. Zwischen Züchtern (gezielte Zucht auf Gesundheit, Wesen, Standard, Gewinn nebensächlich) und Vermehrern (alles nicht so wichtig, Hauptsache süße Welpen. Und Geld.) besteht ein himmelweiter Unterschied.

Eine Garantie auf Gesundheit gibt es niemals. Der Züchter kann aber natürlich mit dem Käufer vertraglich festlegen, dass der Züchter bis zu 9 Monate nach dem Kauf für alle Kosten aufkommt, die durch spezifische Krankheiten entstehen. Bei Möpsen ist das meines Wissens nach sogar gängig, dass der Züchter beispielsweise für Gaumensegel-OPs aufkommt. Wie es da bei Chihuahuas genau aussieht, weiß ich nicht, aber möglich ist das grundsätzlich.

Und ja, wenn der Züchter nachweislich Vereinbarungen des Vertrages ignoriert, kann man damit auch vor Gericht gehen.

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taigafee 27.03.2013, 05:40

Bei Möpsen ist das meines Wissens nach sogar gängig, dass der Züchter beispielsweise für Gaumensegel-OPs aufkommt.

leider nein.

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YarlungTsangpo 27.03.2013, 07:41

Hab ich auch noch nicht gehört - dürfte aber inzwischen durchklagbar sein..... Tritt meist erst ab dem 3 Lebensjahr operabel in Erscheinung, ist dann aus der Gewährleistung, sollte innerhalb der Ges. Frist schriftlich angemahnt werden und ist nachweislich durch Standard - erblich...

Hierzu braucht es noch einen Halter der das gerichtlich als Präzedenzfall durchsetzt - was generell möglich sein müsste....

Dann wird "Brachzyphalzucht" richtig teuer !

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Salatgurke24 27.03.2013, 09:54

Als Vermehrer bezeichne ich natürlich nur diese "Hinterhofzüchter" . Seriöse Züchter mit jahrelanger Erfahrung die ehrlich noch Wert auf die Gesundheit des Hundes legen, und nicht nur schnell Geld scheffeln wollen, waren damit nicht angesprochen. Ich sagte nur, ich wäre immer erstmal mistrauisch, wem kann man heute schon glauben?? Erzählen kann man das blaue vom Himmel. Und es wäre nicht das erste mal, dass sich ein ach so seriöser Züchter mal wieder nur als Vermehrer entpuppt!! Es gibt natürlich Ausnahmen. Leider zu wenige! Daher hab ich für mich beschlossen so etwas gar nicht zu unterstützten, ob nun seriös oder nicht. Reinrassigkeit ist ein Etikett, auf das nur Menschen wert legen und so glauben alles kontrollieren zu können. Wieviel Rassenbedingte Krankheiten im Laufe der Jahre nur durch massive Überzüchtung und den so tollen Zuchtstandards dazugekommen sind will keiner hören. Ich sage nur Mops oder Englische Bulldogge da kann von gesundem Hund keine Rede mehr sein, sorry. Und jetzt kommt mir bitte niemand mit es gibt auch sportliche Möpse oder Bulldoggen -_- Ich kenne ein paar und keiner war auch nur annähnernd sportlich, ich sage dann immer, lass doch deine Bulldogge nur 15 min mit meinem Hund spielen, dann sehen wir, wie sportlich er ist ^^ (man beachte die Ratte im Profilbild) -> 2 Runden laufen und keuchen als stünde er kurz vorm Herzinfarkt liegt wohl nicht im Sinne eines gesunden Hundes, bei dem Laufen eigentlich so gar nicht in der Natur liegt ^^ Naja bei einigen nun nicht mehr, sie können gar nicht mehr, weil alles weggezüchtet wurde, damit der Mensch einen Hund bekommt, der möglichst gut in eine Großstadt passt, kompakt nicht zu aktiv, einmal oder zweimal um den Block gassi weil der Mensch (viele, ich will nicht alle in einen Topf werfen) die Zeit um mit einem Hund einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen einfach nicht haben, aber auf die"Ware" Hund, wie oben jemand so schön erwähnte, trotzdem nicht verzichten will!! Das kann nicht sein das man Hunden natürliches Verhalten/Aussehen so extrem wegzüchtet bzw anzüchtet wegen irgentwelchen Vorgaben?? Ich finde das irgentwie traurig wenn man darüber nachdenkt, und die wenigen Züchter und es sind wirklich wenige gute, werden wohl oder übel da mitreingezogen. Naja, auch wenn ich mich hier auskotze wird es daran nichts ändern. Es soll jeder so machen wie er will. Ích hab meine Fellnase ja schon, ohne Stammbaum und ohne Papiere kerngesunde 4 Jahre alt und mehr als perfekt <3 und eine traurige Seele weniger im Tierheim...

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Maro95 28.03.2013, 01:32
@Salatgurke24

@ taiga, dann hab ich mich wohl verhört.

Ob das einklagbar ist, kann ich nicht sagen, ich blick bei Gewährleistung, Kaufverträgen etc. auch nicht komplett durch.

@ Salatgurke:

Wieviel Rassenbedingte Krankheiten im Laufe der Jahre nur durch massive Überzüchtung und den so tollen Zuchtstandards dazugekommen sind will keiner hören.

Doch, mich würde das interessieren, welche Krankheiten es schon gab und welche erst in den letzten zwei Jahrhunderten "erfunden" wurden.

Ich sage nur Mops oder Englische Bulldogge da kann von gesundem Hund keine Rede mehr sein

Schade, dass du nur zwei Rassen nennst. Da bleiben ja immer noch 341 übrig, die ausgeblendet werden. Und von denen, möchte ich mal behaupten, sind die meisten in einem guten Zustand. Sennenhunde mit schwerer HD beispielsweise sind im SSV inzwischen nahezu inexistent. Als nächstes soll bei den Bernern die Lebenserwartung verbessert werden.

sie können gar nicht mehr, weil alles weggezüchtet wurde, damit der Mensch einen Hund bekommt, der möglichst gut in eine Großstadt passt

Dazu wurden Bulldoggen überhaupt nicht gezüchtet. Bulldoggen wurden für den Kampf gegen Bullen verwendet. Ausdauer spielte da eine untergeordnete Rolle, wichtiger waren Kraft, Mut und Behäbigkeit. Durch den breiten Kiefer konnte der Hund sich gut festbeißen. Die zurückgeschobene Nase, so paradox es aus heutiger Sicht klingt, sollte sicherstellen, dass der Hund auch beim Zubeißen weiterhin Luft bekam. Die Zeiten haben sich geändert, die Nase nicht, das ist das Problem.

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im kaufvertrag ist sicher festgelegt, welche krankheiten darunter fallen. ein unfall ist natürlich nicht abgesichert. ebenfalls nicht krankheiten, die offensichtlich aus schlechter haltung resultieren. auch infektionen, die monate nach kauf auftreten, sind wohl kaum dem züchter anzulasten.

auch ohne die garantie ist der käufer berechtigt, sich die tierarztkosten vom züchter zu holen, wenn der hund erblich bedingt krank wird, und das über die 9 monate hinaus. von daher ist diese garantie eigentlich unnötig, und wie gesagt, deine freundin sollte das kleingedruckte lesen!

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Da gibt's bestimmt Kleingedrucktes, das den Züchter vor Ansprüchen schützt

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