Erst mal: Niemand kann etwas für seine Vorlieben und man sucht die sich auch nicht aus. Sie haben auch nur bedingt etwas mit dem Geschlecht zu tun, jedes Geschlecht kann jede Vorliebe haben.
Laut Studien haben grob 50% der Menschen sexuelle Fantasien, in denen sie devot sind. Frauen etwas häufiger als Männer; und Männer sind etwas häufiger dominant als devot. Aber so extrem riesig sind die Unterschiede alle gar nicht, wirklich selten ist davon nichts.
Das hat auch nichts mit „unmännlich“ zu tun. Es entspricht eben nicht dem traditionellen Bild des dominanten Mannes – aber das zeigt doch umso mehr, wie destruktiv sollte starren Rollenbilder sind. Du kannst übrigens auch generell sehr „männlich“ sein, vor deiner Lady aber trotzdem auf die Knie gehen. Manche dominanten Frauen finden gerade diesen Kontrast sehr sexy.
Ob du deine Vorlieben ändern kannst? Nun, Menschen verändern sich ihr Leben lang, und auch die Sexualität kann sich verändern. Das passiert aber eher von selbst, oft durch Erfahrungen, die wir machen. Das kann kaum bewusst gesteuert werden.
Man kann höchstens die Sichtweisen auf einzelne Aspekte ändern und dadurch z.B. offener für neue Erfahrungen werden oder den Fokus auf etwas anderes richten. Man kann z.B. hinterfragen, wieso man etwas mag und überlegen, ob es etwas anderes gibt, dass dieses Bedürfnis stillt. Das krempelt dich und deine Vorlieben aber auch nicht total um.
Eine dominante Neigung kann man nicht erzwingen. Schon gar nicht, um anderen Menschen mehr zu gefallen. Du kannst höchstens mal für dich prüfen, ob dir die dominante Seite auch gefallen würde. Lass dein Kopfkino schweifen, schaue dir vielleicht erotisches Material (Bilder, Filme, Texte) dazu an. Nach einiger Zeit wirst du merken, ob es dich tatsächlich anspricht und deine Gedanken von selbst ein Szenario aufbauen – oder ob es sich eher erzwungen anfühlt und deine Fantasien in eine andere Richtung wandern wollen. Wenn es nichts für dich ist, ist das eben so. Das bist eben du und du bist ok, wie du bist.