Für was sind Lehrer eigentlich da, wenn die meisten Schüler in der Schule sich sowieso nicht trauen den Mund aufzumachen, wenn sie etwas nicht verstanden haben?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Was stimmt da in unserem Schulsystem eigentlich nicht ??

Dass die Schüler keine Fragen stellen. Meistens weil die Angst haben dann vor der ganzen Klasse dumm dazustehen, weil sie keine Ahnung haben und denken alle anderen HÄTTEN Ahnung.

Das hat aber nichts mit dem Schulsystem zu tun, das ist eine Sache der Feigheit der Schüler.

Das ist, nebenbei, nicht nur in der Schule so, sondern auch bei mir an der Hochschule. Wir sind im dualen Studium, haben ein eher verschultes System, wo die Dozenten auch wirklich da wären, um Fragen zu beantworten... aber gefragt wird trotzdem nicht, auch wenn der Dozent es 20 Mal in der Stunde anbietet.

Da kommen viele Faktoren zusammen. Man schämt sich vor den Klassenkameraden, glaubt, dass das in die mündliche Note einfließt ("Schüler wusste nicht, dass..."), hat Angst, vom Lehrer gedemütigt zu werden ("das weißt du nicht, das hatten wir schon letztes Jahr/ letzte Woche!"), vielleicht hat ein einzelner Lehrer auch schon mal herablassende Kommentare gemacht wie "warum erkläre ich dir das noch, morgen hast du es doch wieder vergessen".

Trotzdem sollte man Fragen stellen!

Aber: Es kann auch sein, dass der Lehrer möchte, dass man selbst recherchiert. Dies sollte einen NICHT vom Fragenstellen abhalten! Also man sollte dann recherchieren, aber rückmelden, wenn man nicht weiterkommt.

Oft sehen sich Lehrer heute eher als Lernvermittler, also sie bringen Schülern bei, sich selbst etwas zu erarbeiten, daher kann es sein, dass ein Lehrer nicht jede Sachfrage beantwortet, sondern zum Recherchieren auffordert. Aber wenn man irgendwo nicht weiterkommt, sollte man DAS auf jeden Fall immer im Unterricht thematisieren - sei es bei der Recherche oder den Hausaufgaben - weil vermutlich auch Mitschüler das gleiche Problem haben und der Lehrer das weiß, wo er noch mal ansetzen muss.

Man kann ruhig auch sagen, "ich habe mich das fast nicht getraut, zu fragen" oder "ich wollte das schon lange wissen, hatte aber Angst, das im Unterricht zu fragen", damit der Lehrer das weiß. Oft wissen das Lehrer wirklich nicht und denken, die Schüler sind nur faul. Wenn der Lehrer das weiß, kann er seinen Unterricht im besten Fall darauf einstellen und so unterrichten, dass die Schüler sich mehr zu fragen trauen.

Ich schätze, dass es manchen Schülern einfach peinlich ist, Fragen zu stellen und natürlich trägt auch der Lehrer dazu bei, ob die Schüler etwas verstehen oder nicht.( Es gibt Ausnahmen).

Aber das größte Problem ist meiner Meinung nach, dass das Schulsystem sehr auf Leistung angelegt ist. Den Schülern wird eingeredet, dass sie immer gute Noten schreiben müssen und das erschafft sogar wegen diesem und noch anderen Gründen, Depression. In China ist dieses Problem sehr deutlich zu sehen. Die Schüler dort müssen gute Noten schreiben, haben aber kaum Zeit für Freizeit oder Soziale Kontakte.

Das liegt an jedem Menschen individuell. Lehrer sind auch nur Menschen. Und die meisten treffen ihren Berufswunsch - Lehrer werden zu wollen - meiner Meinung nach viel zu früh; wie die meisten Menschen ganz generell! Da können wir noch gar nicht wirklich wissen, was auf uns zukommt. Viele werden auch nur deswegen Lehrer, um Prestige zu leben: Lehrer sind hoch angesehene Leute. Ergo sind viele auch hoffnungslos überfordert mit dem, was dann nachher tatsächlich auf sie zukommt. Und dann sind sie eben eher A-löcher als Menschen, die wirklich etwas vermitteln wollen. Ich kenne Ausnahmen, die wirklich bewundernswert sind und sich Mühe geben - private Nachhilfe geben, sich für die Schüler interessieren! Diese sind wohl eher rar gesät. Schade. Dass Lehrer als "Pädagogen" bezeichnet werden - darüber lache ich mich schlapp. Wenn es denn zum Lachen wäre ...

Was stimmt da in unserem Schulsystem eigentlich nicht ??

Dass Menschen dieses beleben.

Einerseits ein gewisser Anteil Schüler, die zu faul, zu desinteressiert oder zu feige sind, Lehrer zu fragen, anderseits einige Lehrer, denen ihr Dingsbums da am A.... vorbeigeht, die längst nur noch ihr Dasein bis zur Pensionierung fristen, längst resigniert haben.

Das ist das Problem, bei allem und jedem, das es menschelt, wo Menschen sind.

Letztlich stimtm da was nicht im System, sondern da stimmt was nicht mit Menschen.

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