Fragen zu Personenunfällen (S-Bahn, Stadtbahn, U-Bahn,)?

8 Antworten

Als Betriebsfremder hält man sich bei Personenunfällen zurück und verhält sich so, wie jeder andere Fahrgast auch.

Eine Streckensperrung kommt schnell, das dauert nur ein paar Minuten. Bis die Fahrgäste den Zug dann verlassen dürfen dauert es aber deutlich länger, über eine Stunde ist dabei nicht unüblich.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – ÖPNV-Nutzer und viel mit dem Thema beschäftigt

Ich fahre seit über 40 Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In all den Jahren ist es einmal passiert. Im Gegensatz zum Nachbarwaggon, durch den ein Aufschrei des Entsetzens ging, konnte ich zum Glück nichts sehen. Wir wurden dann vom Personal aus der U-Bahn geleitet, und wir durften uns nicht nach hinten umdrehen.

Um deine Fragen zu beantworten:

  1. Wie oben erwähnt: Warten, bis das Personal erscheint und euch aus dem Zug führt.
  2. Wenn du im Zug bist, kannst du nur wenig helfen, weil die Türen verschlossen sind.
  3. Das solltest du auf keinen Fall tun, um dich nicht selbst zu gefährden. Du könntest den Höhenunterschied vom Zug auf den Boden falsch einschätzen, auf die Stromschiene treten oder von einem entgegenkommenden Zug angefahren werden.
  4. Das kann einige Minuten dauern, bis allen klar ist, was da passierte, sodass du im Zug am besten aufgehoben bist. Eventuell müssen noch Züge zum nächsten Bahnhof gefahren werden, bevor der Streckenabschnitt gesperrt werden kann.
Woher ich das weiß:Hobby – seit 1979 überzeugter Nutzer und Infosammler

Guten Tag,

1. Grundsätzlich dürfen in solch einem Fall Fahrgäste den Zug erstmal nicht verlassen. Eine Evakuierung erfordert die Zustimmung des Notfallmanagers, dieser wird die Zustimmung aber eher dann geben, wenn Personal vor Ort ist. (d.h. Einsatzkräfte oder Mitarbeiter die die Reisenden sicher vom Ereignisort bringen). Das sollte aber in der Regel nicht lange dauern.

2. Ja, das kann man. Im Zug befinden sich Notsprechstellen oder Personal. Allerdings hat der Kollege da erstmal besseres zu tun und ist oftmals traumatisiert. Das sollte man also lassen, soweit keine Gefahr besteht.

3. Die Zugtüren haben eine Notentriegelung, die auch Laien im Notfall betätigen können. Das verursacht keine erheblichen Kosten. Allerdings muss man abwägen, denn man kann damit mehr Schaden als Nutzen erreichen.

Alleine schon, weil auch andere Reisende diese Tür nutzen werden. Unter diesen hat man oftmals Gaffer und andere Personen, die den Einsatz behindern können. Wenn sich die Reisenden ungeordnet selbst evakuieren oder sogar panisch werden sollten, hat man ein Problem.

Das muss man je nach Situation abwägen, aber normalerweise macht das keinen Sinn.

4. Es wird weiträumig gesperrt, je nach Bahnhof und Stelle fährt also nichts mehr. Die Rettungskräfte müssen die Einsatzstelle sicher betreten können. Solange die nicht eingewiesen und abgesichert sind, sperrt man praktisch alles. Man weiß ja nicht, von wo die zur Hilfe eilen. Und wie weit "Teile" der Person liegen...

Vermutlich wäre es das Beste, wen du dich da möglichst nicht einmischst. Die Besatzung von Zügen ist sicherlich ausreichend ausgebildet und weiss, was zu tun ist.

Das Problem sehe ich vor allem darin, dass du erstens stören könntest, denn weitere Menschen an so einem 'Unfallort', die neben anderen Fahrgästen 'versuchen zu helfen', - vor allem wenn es keine Hilfe mehr gibt, wäre nur eine weitere Störunsgquelle. Sei sicher, dass es die Besatzung eines Zuges ausreichend gut geschult und ausgebildet ist, um bei so etwas selbst alle notwendigen Hilfen geben zu können.

Sollte ein anderer möglicher Unfall, wie eine Kollesion geben sieht es natürlich anders aus. Aber dann ist vor allem Ruhe und ein klarer Verstand eine Voraussetzung, wirkliche und wertvolle Hilfe leisten zu können. Täusche dich nicht- freiwillige Feuerwehr bededeutet nicht, dass man nicht selbst in solchen Sitationen einen Schock bekommen kann oä. Schwere Unfälle, bei denen man selbst betroffen und womöglich gar verletzt ist, können ganz anders sein, als das, was man bisher als Aussenstehender gelernt hat.

Prinzipiell würde ich mich erst einmal zurück halten- sofern es sich nicht wirklich um eine Kollesion oä handelt.

In der Tat hatte ich selbst einmal erlebt, wie eine Frau- in meiner umittlebaren Nähe, unter eine Strasenbahn geriet. Sie lag zur Hälfte mit dem Oberkörper unter dieser. Leider konnte der Lenker nicht mehr reichtzeitg halten,- trotz Notbremsung.

Ich selbst stand unter Schock- was ich selbst jedoch erst nachher gewahr wurde. Ob die Frau überlebt hat, weiss ich nicht. Jedoch konnte - trotz schnellen Rettungsdienstes (noch?) nichts für sie getan werden, da alles von wichtigen Körperstellen unzugänglich waren. Also musste erst auf eine Möglichkeit gewartet werden, um den Teil der Strassenbahn anheben zu können.

Wie schnell sich Schaulustige überall 'dazu gesellt' hatten war fast so schrecklich, wie der Unfall selbst imo. Ich selbst ersuchte, als ich die 'Schockstarre' und einigermassen wieder denken konnte- möglichst umgehend den Unfallort zu verlassen.- Ich weiss nur (da dieser in der Nähe meines damaligen Arbeitsplatzes lag und ich Mittagspause hatte), dass sich dies auch nach ca 15 min später noch nichts getan hatte in Bezug des 'Anhebens'. Soweit an diesem Tag das Gerücht- die Frau war versehentlich darunter geraten.

Als ich selbst einen schweren Verkehrsunfall hatte, war es allerdings anders. Trotz schwerer innerer Verletzungen (Milz und Nierenriss/ Blutungen- offenes Bein) und auch äusserlichen nicht ganz so erheblich- jedoch gravierend, blieb ich nachdem ich wieder zu Bewusstsein kam (noch hatte mich zu diesem Zeitpunkt niemand gefunden)- cool und bedacht.

Zu 1.: Die Fahrgäste bleiben im Zug, bis der Notfallmanager der DBAG oder die Bundespolizei die Freigabe gibt, diesen zu verlassen.

Zu 2.: In den Zügen ohne Zugbegleiter besteht dazu keine Möglichkeit, der Triebfahrzeugführer hat in dem Moment auch andere Sorgen. Ich Stelle mir die Frage, WIE du helfen willst? Was genau hast du vor zu tun? Hast du Schutzkleidung und Ausrüstung dabei? Deine Kenntnisse der Einsatztaktik und deine medizinischen Fähigkeiten scheinen sehr rudimentär zu sein. 1.) Die Strecke ist nicht gesperrt, 2.) du hast keine Ausstattung, Ausrüstung, Schutzkleidung, 3.) du biste alleine. Völlig sinnloses Unterfangen und gefährlich dazu.

Zu 3.: Paragraph 34 StGB, ja. Aber ob du Hilfe leisten kannst und es Sinn macht, ist fragwürdig.

Zu 4.: Darf man nicht. Die Strecke muss gesperrt werden, dann kommt irgendwann die Feuerwehr, die Bundespolizei, der Notfallmanager, dann läuft die Rettung oder Bergung an, meistens bleiben die Fahrgäste im Zug und werden von einem Ersatztriebfahrzeugführer zum nächsten Bahnhof gefahren. So eine Aktion kann durchaus zwei Stunden oder länger dauern. Aus dem Grund bleibt man ja im Zug, bis ein Mitarbeiter der Bahn oder die Bundespolizei einen auffordert, diesen zu verlassen.

Als Fahrgast noch nie, als Einsatzkräfte schon zwei Mal.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Was möchtest Du wissen?