Feuerwehr oder Deutsches Rotes Kreuz?

Das Ergebnis basiert auf 7 Abstimmungen

Erst eins, später das andere dazu. 43%
Nur Freiwillige Feuerwehr 29%
Freiwillige Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz 14%
Irgend etwas anderes. 14%
Nur Deutsches Rotes Kreuz 0%

9 Antworten

Erst eins, später das andere dazu.

Fang erst mal mit einem an. Vielleicht ist die FF zum Anfangen besser geeignet, weil man da auch in Sachen erster Hilfe einiges lernt, was man spätere für den RD brauchen kann.

Es gibt auch einige Feuerwehren, die eine First Responder Einheit betreiben. Das wäre natürlich ideal, wenn man beides machen möchte.

Erst eins, später das andere dazu.

Das Meiste hat der 26Sammy112 schon geschrieben: Guck erstmal, dass es möglichst nicht zu Überschneidungen kommt.

Ich bin in beiden Gruppen tätig. Bei mir ists so, dass der DRK-Ortsverein 10km weg ist, also wenns da mal in den Einsatz geht bin ich ohnehin das zweite Glied. Die Erste-Hilfe-Kurse und Sanitätsdienste sind planbar, die Dienstabende überschneiden sich nicht mit den Übungsabenden bei der Feuerwehr. Feuerwehr ist bei mir direkt am Ort, sodass ich auch definitiv, wenn mal beides gleichzeitig alarmiert werden sollte, zur Feuerwehr gehe. Das sind ~10-15 Einsätze im Jahr, also auch ne überschaubare Größe.

Was auch sehr wichtig ist: Nicht mit jeder Gruppe harmoniert man gut. Es macht relativ wenig Sinn, erst zu Gruppe A zu gehen, dort Ausbildungen zu machen, und dann festzustellen dass es einem bei Gruppe B so gut gefällt, dass man A verlässt. Das heißt, ich würde tatsächlich bei Feuerwehr und DRK jeweils an zwei, drei Übungsabenden teilnehmen und gucken, mit welcher Gruppe ich gut klarkomme.

Bei der Feuerwehr muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass man erstmal wirklich dumm rumsteht und keine Ahnung hat, wer was wo wie macht. Dann kriegst du irgendwann ne Einsatzkleidung, hast dann Grundausbildung... Dann irgendwann Funk- und Atemschutzausbildung... Dann muss man ein Leistungsabzeichen ablegen (das mit nem realen Feuerwehreinsatz nicht viel gemeinsam hat), dann kommt ne Truppführerausbildung... Und diese Ausbildungen finden alle neben der Arbeitszeit statt, meist abends unter der Woche und Samstags ganztags. Nebenher hast du die ersten Einsätze, lernst die Kameraden kennen, musst dir merken was wo in den Fahrzeugen verstaut ist (je nach Größe der FF durchaus ne Herausforderung, wir haben "zum Glück" nur ein Fahrzeug, wo auch noch relativ wenig drin ist), stellst fest dass bei dir in der FF einiges anders abläuft als in der Ausbildung beigebracht wurde.

Und doch... Ich find Feuerwehr irgendwie spannender. ;)

Irgend etwas anderes.

Klar sind beides Hilfsorganisation, aber Struktur und Aufgabenbereich sind sehr verschieden.

Das DRK ist eine private Einrichtung, meist als Verein organisiert; Aufgabe ist die Förderung der ersten Hilfe und meist auch die Sicherstellung eines funktionierenden Rettungsdienstes. Dein Klientel sind in der Regel Menschen die verletzt sind. Das kann von Schürfwunden bei der Sportplatzwache über Knochenbrüche (ebenfalls bei der Sportplatzwache) bis zu lebensgefährlichen Verletzungen bei Unfällen gehen.

Die Feuerwehr ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und meist Teil der Gemeinde; Aufgabe ist die Sicherstellung des Brandschutzes und die Gefahrenabwehr bei Bränden und sonstigen Katastrophen. Menschen bzw. deren Rettung kommen zwar in der Tätigkeit auch vor, sind aber eher die Randerscheinung, sondern die technische Bearbeitung steht im Vordergrund.

Wenn Du Menschen helfen willst, willst Du ihnen direkt helfen, oder willst Du helfen, damit ihnen geholfen werden kann?

Ich hatte auch mal mit der Kombination aus beiden angefangen aber stand schnell vor einem Problem: bei größeren Einsatzlagen oder auch Übungen werden beide Einheiten benötigt - und in beiden bist du als Mitglied geführt. Das heißt natürlich auch das beide mit dir als Helfer rechnen. Ich kenne auch genug Leute die in 2 oder 3 Organisationen tätig sind und das ist für die Führung echt nervig. Ich habe mich mittlerweile für das DRK und gegen die FF entschieden, weil es für mich das interessantere war. Aber was ich letztendlich sagen will, probier alles aus aber gerade in solchen Sachen musst du dich entscheiden. Du kannst schließlich auch nicht bei 2 verschiedenen Vereinen Fußball spielen ohne das einer zu kurz kommt

Woher ich das weiß:Hobby – Seit vielen Jahren aktiv im DRK tätig

Hallo Nimrox,

prinzipiell spricht natürlich nichts gegen eine "Doppelmitgliedschaft" in Feuerwehr und DRK. Ob nun sofort oder später, das hängt von einigen Faktoren ab, die es zu berücksichtigen gibt und die aus der Ferne nur schwer zu beurteilen sind.

Zunächst müsste man einmal gucken, inwiefern sich die Aufgaben bzw. Einsätze von FF und DRK bei euch überschneiden. Wie viele Einsätze fährt die FF pro Jahr? Wie ist das DRK organisiert bzw. welche Einheiten stellt das DRK? Nicht jeder Ortsverein fährt auch Einsätze, einige sind auch "nur" in der Seniorenbetreuung engagiert. Bietet der Ortsverband SAN-Dienste, dann sind die in der Regel lange im Voraus geplant und dürften dem Feuerwehrdienst nicht im Wege stehen. Oder fährt das DRK regelmäßig Notfalleinsätze? Z.B. als First Responder oder im Katastrophenschutz? Wenn ja, überschneiden sich die Einsatzgebiete von FF und DRK? Wird bspw. die FR Einheit des DRK zu jedem Feuerwehreinsatz alarmiert, dann mach eine Doppelmitgliedschaft natürlich eher weniger Sinn. Ist das DRK hingegen in einer überörtlichen KatS-Einheit vertreten, dann steht das nicht unbedingt in "Konkurrenz" zur Feuerwehr...

Dann wäre da natürlich noch das Thema Zeit. Eines ist sicher: Gerade die ersten ca. 5 Jahre bei der FF ist geprägt von Ausbildungen. Der hier erforderliche Zeitaufwand lässt sich u.a. in der FwDV 2 nachlesen.

Beim DRK ist die Ausbildung natürlich sehr davon abhängig, welche Aufgaben es übernimmt bzw. Du im DRK übernimmst. Ein "einfacher" Lehrgang "Sanitätsdienst" ist ja verhältnismäßig schnell absolviert (70 Stunden, in der Regel 4 Wochenenden). Wenn dort aber noch weitere Lehrgänge und Ausbildungen hinzukommen (z.B. Rettungssanitäter, techn. Ausbildungen, Wasserrettung o.ä) dann kann das "parallel" zur Feuerwehrausbildung sicherlich zu einer Herausforderung werden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Zugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr

Vielleicht sollte man auch noch ergänzen:

Wie andere hier ja schon geschrieben haben, ist die Feuerwehr immer eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und gesetzliche Pflichtaufgabe der Stadt oder Gemeinde. Grundlage hierfür bildet das jeweilige Brandschutzgesetz des Bundeslandes. Mit dem Eintritt in die FF geht man daher auch Verpflichtungen ein.

So heißt es z.B. im §9 des BrSchG Schleswig-Holsteins (andere Bundesländer ähnlich formuliert):

(8) Die aktiven Mitglieder sind verpflichtet, am Einsatz- und Ausbildungsdienst teilzunehmen. Die Verpflichtung zur Teilnahme am Einsatzdienst beginnt mit Vollendung des 18. Lebensjahres, die Verpflichtung zur Teilnahme am Ausbildungsdienst beginnt mit Vollendung des 16. Lebensjahres.

Natürlich kann man nicht immer zum Dienst oder Einsatz... es gibt ja auch noch Dinge wie Urlaub, Krankheit usw. und auch der Beruf lässt den Einsatz nicht immer zu (auch wenn der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, seinen Arbeitnehmer hierfür freizustellen). Aber generell gilt eben die Dienstpflicht und ein Fernbleiben sollte schon auch (gut) begründet werden.

Beim DRK, in der Regel als eingetragener Verein (e.V.) organisiert, gibt es diesbezüglich keine gesetzliche Verpflichtung für die Mitglieder zur Dienstteilnahme - Ausnahme bildet hier z.B. eine Mitwirkung bzw. Verpflichtung in Katastrophenschutzeinheiten, welche vom DRK gestellt werden.

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