Fest am Zügel ziehen?

12 Antworten

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dieses verhalten des pferdes nennt man "pullen".

überleg mal, was du im reitunterricht gelernt hast, wie man das pferd langsamer macht und wie man es durchpariert.

du wirst kaum gelernt haben, dass man dazu am zügel zieht.

mach dich also "schwer" im sattel, nimm die beine zurück, lege sie fest eine handbreit hinter dem gurt an. du kannst notfalls die hilfe an der hinterhand leicht mit der gerte unterstützen. die hände nicht zu tief führen, sondern korrekt eine handbreit über dem rist. in der hand leicht nachgeben, damit der kopf des pferdes beim herantreten der hinterhand in die bewegung hineinkann.

unter umständen fängt die stute nun an zu trippeln, aber du kannst sie jetzt über den schenkel regulieren. lass sie notfalls mit dem kopf zum anderen pferd gerichtet seitwärts gehen. da kann sie sich abreagieren und behält trotzdem das gewünschte tempo bei. der zügel kann zeitweise sogar leicht durchhängen. wichtig ist, dass du das pferd allein über gewicht und schenkel regulierst.

wenn pferde es noch nicht kennen, im gelände so reguliert zu werden, kann es passieren, dass sie zunächst zu schwitzen beginnen, die ohren unruhig werden und dass sie sich sehr verspannen. da ist es besonders wichtig, lieber über den seitengang zu reiten und mit der zügelhand "luft nach vorn" zu lassen. das vermindert für das pferd das gefühl, eingeengt zu sein und es wird sich schnell beruhigen.

ganz wichtig: um wirklich einwirkung auf das pferd zu haben, solle die fussspitze beim reiten IMMER nach VORN zeigen. nur so kannst du deine muskulatur einsetzen.

reite zunächst im gelände mit einer steigbügellänge, als wenn du dressur reitest.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Sachgerechter Umgang ist aktiver Tierschutz!

und ich würde so ein Pferd nur im reellen leichten Sitz reiten!! Also kurze Bügel und korrekter leichter Sitz. Gut, das würde ICH so machen.

Leider wird der korrekte leichte Sitz fast nicht mehr gelehrt, da die RL den Unterschied zum Entlastungssitz selbst nicht mehr zu kennen scheinen.

Lange Dressurbügel bei einem pullenden, unrittigen Pferd im Gelände sind zudem gefährlich. Ich war einmal Zeugin eines Beckenbruchs bei einer Reiterin, die vom Pferd geflogen ist.
Die langen Dressurbügel sind wirklich nur für die Reitbahn geeignet, wo normalerweise nicht viel passieren kann.

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@Dahika

man kann auch übergangsweise ganz ohne steigbügel reiten.

es war von "zunächst" die rede. es soll kein dauerzustand sein. korrekten leichten sitz sieht man dort (bitte nicht auf die ausrüstung achten. oder spiel "finde den fehler")

http://www.ponyschule.info/Bilder/Lerninhalte/Liska-reiten.jpg

den kann man aber besser erst mal in der reitbahn üben. 98% aller reiter drücken im leichten sitz den absatz durch und verklemmen sich damit im fussgelenk, verlieren damit den korrekten kniewinkel und "klemmen". damit verlieren sie die einwirkung.

also aufsitzen, bügel überschlagen und mit dem maria hilf riemen sichern.

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Das tut ihr ihm weh sobald das Maul offen ist... Lass Zügel lang einfach loslassen er sie entspannt sich dann..

Versuch mal immer wenn sie schneller wird eine Volte zu reiten.

na ja.... das sind so Ratschläge von Anno dunnemals, als der Offizier oder der Graf noch viiiiel Platz hatte und es egal war, ob rechts oder links vom Weg eingesähte Felder waren. Unsere Bauern würden uns abschießen, wenn wir so was machen würden. Und im Wald sind rechts und links Bäume.
Zudem machen sich Pferde, die unrittig sind und zu schnell werden, so fest im Hals, dass man die kaum herumbekommt. Das klappte vielleicht in Ostpreußen vor 100 Jahren noch, wo man die Pferde auf einen großen Zirkel lenken konnte, den man dann immer kleiner ritt. Aber wie gesagt: mach das bei uns und du bekommt einen Blattschuss in den Rücken oder Prozess am Hals.

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@Dahika

...oder das pferd tritt in irgendeinen losen draht, in glasscherben oder legt sich in der enge des weges schlicht und ergreifend auf die seite. 

ist mir mal passiert, weil mir nichts anderes übrigblieb. zum glück war das pony schön klein und leicht und die 200kg haben mich nicht umgebracht, als sie über mich drübergerollt sind. (die alternative wäre ein sprung in 4m tiefe in einen frisch mit geröll ausgeschütteten fluss gewesen.

recht hast... mangelnde einwirkung lässt sich eben nur durch verbesserte einwirkung richten.

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Ich würde nicht am Zügel ziehen, weil das natürlich schmerzhaft für das Pferd ist. Versuch mal auch beim ausreiten, einfach mal ein paar Schlangenlinien zu reiten oder mal kleine Kreise oder pariere dein Pferd einfach mal zum stehen durch, damit es dir besser zuhört. Und auch wenn ihr trabt, Schlangenlinien und villt zwischendurch auch mal zum schritt durchparieren dann ein paar schritte schritt und wieder los. Das führt dann dazu, dass dein Pferd aufmerksamer wird. Ich habe bei meinem das gleiche Problem früher war das sehr schlimm mittlerweile geht es aber besser :) Aber am Zügel bringt eigentlich nichts 1. tut es dem Pferd weh 2. wird das Pferd dadurch noch stumpfer im Maul sodass es auch nicht mehr auf leichte Hilfen reagiert und 3. macht das ausreiten allen beteiligten auch keinen spaß mehr ;) und wenn sie im Galopp zu schnell wird reite einfach in eine Volte dann muss sie langsamer werden

Du solltest dringend besser reiten lernen bevor du solche Ausflüge machst. Das ist sehr gefährlich. Du solltest dir wesentlich mehr Gedanken machen, dass du dir nicht weh tust.