Fernbeziehung - Zusammenziehen: Wo ist das neue Zuhause?

4 Antworten

Ich glaube, dass spätestens an diesem Punkt der größte Teil der Fernbeziehungen scheitert. Wenn die Beziehung nicht schon vorher an der Entfernung gescheitert ist, dann scheitert sie daran, dass hinsichtlich des gemeinsamen Wohnortes Lösungen für ein in manchen Fällen unlösbares Problem gesucht wird oder wurde.

Je größer die Entfernung ist, desto unlösbarer wird in meinen Augen das Problem. Eine Patentlösung gibt es da nicht, denn bei jeder Fernbeziehung sind die Bedingungen anders.

Am einfachsten wäre es, wenn der eine Partner arbeitslos ist und keine Bindungen bezüglich seines alten Wohnortes hat. Also keine Freunde oder Familie. Dann ist er frei und kann die alte Heimat problemlos hinter sich lassen. Außer er hängt halt doch irgendwie mit seinem Herzen an seiner Heimatstadt oder Heimatregion.

Aber bei allen Anderen wird es schon schwieriger. Der eine Partner hat eine enge Beziehung zur Beziehung. Er fährt mehrmals die Woche zu seinen Eltern und Geschwister, der andere Partner hat eine super Arbeitsstelle mit tollen Kollegen die er nicht aufgeben möchte. Das ist eine Patt-Situation.

Selbst wenn man sagt, dass beide ihre Heimat verlassen und sich beide in der Mitte treffen, wird es schwierig. Das würde auf Dauer auch zur Belastung werden. Der eine Partner würde dann am Wochenende am liebsten seine Familie besuchen und der andere Partner möchte das Wochenende komplett mit seinem Partner verbringen, weil er schon die ganze Woche zur Arbeit in der ehemaligen Heimat gependelt ist und somit schon weniger Zeit für den Partner hatte.

Was viele auch versäumen ist, dass der eine Partner vergisst, den hinzugezogenen Partner voll und ganz in seinen Alltag zu integrieren bzw. seinen Alltag entsprechend anzupassen. Der Partner der hinzugezogen ist, ist fremd in der Stadt und braucht jetzt dementsprechend viel Aufmerksamkeit. Der Partner kann also sein Leben nicht mehr so weiter leben wie vorher.

Im Grunde fängt die Beziehung jetzt erst richtig an, denn wenn man es genau nimmt, dann war die vorherige Fernbeziehung keine richtige Beziehung. Eine Beziehung kann nicht nur an den Wochenenden stattfinden. Es muss auch unter der Woche ein persönlicher Kontakt stattfinden. Telefon, E-Mail, WhatsApp können das nicht ausgleichen. So sehe ich das.

Das Paar hat also anstatt nur an 2 Tagen am Wochenenden nun 24/7 Kontakt. Und dabei erleben manche Paare ein böses Erwachen. Denn nun lernt man den Partner erst richtig kennen.

Das sind die Probleme die so ein Zusammenziehen nach einer Fernbeziehung scheitern. Und diese werden noch viel größer, wenn der Partner aus einem anderen Land kommt. Da kommen dann eventuell noch sprachliche und kulturelle Probleme hinzu.

Und wenn der eine Partner dann denkt, dass er nur für den Anderen in sein Land oder seine Stadt gezogen ist, dann hat das Paar schon verloren! Denn er zieht nicht nur für den Anderen in sein Land oder seine Stadt, sondern auch für sich selbst. Denn er wollte ja auch dem Partner nahe sein.

Man sollte immer schauen, wie es mit dem Beruf vereinbar ist und welche vor und Nachteile es jeweils hätte. Meine Schwester ist mit ihrer Frau in deren Heimat gezogen, da man in Belgien zu dem Zeitpunkt schon gleichgeschlechtlich heiraten konnte und in Deutschland noch nicht und außerdem sind Kinder aus einer gleichgeschlechtlichen Ehe in Belgien als Kinder der beiden Frauen aufgeführt in der Geburtsurkunde, in Deutschland müsste die nicht leibliche Mutter das Kind adoptieren und zählt nicht als normale Mutter. Solche Dinge können zb die Entscheidung beeinflussen. Wenn ich mit meinem Freund zusammen ziehe, werden wir schauen, wo wir beide arbeiten können und wo man dann wohnen könnte. Unsere Familien wohnen allerdings auch in der gleichen Stadt, daher wären wir zu beiden dann gleich weit entfernt.

ganz ehrlich würde ich bei einer Fernbeziehung erstmal ohne Zusammenziehen nur längere Zeit bei dem anderen wohnen da es leider oftmals ausernander geht wenn man sich zu sehr nach so einer fernbeziehung auf die Pelle rückt und da wo man sich dann wohler fühlt da sollte man dann zusammen ziehen also als erstes mal ausprobieren mal ne woche bei ihm dann ne woche bei ihr wohnen wie gesagt wer sich dann wohler fühlt bei dem jeweils anderen der kann ja dort hin ziehen weil job kriegt man eigentlich überall das was man gelernt hat

Das ist eine gute Idee mit dem Leben bei beiden. Die Sache ist nur die, dass die Partner von zwei verschiedenen Kontinenten kommen. Und dann im anderen Land einfach einen ähnlich guten Job zu finden, ist für beide schwer. Auch ist dann zumindest jemand von seiner Familie getrennt und lebt weit weg.

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@K123456789

ja von der Familie weg zum gehen ist immer eine blöde sache aber man kann sie immer besuchen gehen und was arbeitet ihr man kann fast überall den selben job finden

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Und lass mich raten, der flexiblere Partner ist der weibliche? Damit würde das Klischee dann zutreffen, dass meistens die Frauen den Männern hinterherziehen und dafür alle familiären und beruflichen Nachteile in Kauf nehmen.

Ich möchte nur einmal anmerken, und das gilt natürlich unabhängig davon, wer von beiden nun geht, dass gerade jetzt die Corona-Zeit verstärkt gezeigt hat, welche Probleme nicht-materieller Art, die auch nicht mit Geld zu lösen sind, auf einen zukommen können, wenn man in einem anderen Land lebt, insbesondere wenn es außerhalb des europäischen Gebiets ist bzw. das Herkunftsland außerhalb davon liegt. Klar kann es sein, dass man der Partnerschaft zuliebe die Nachteile in Kauf zu nehmen bereit ist, aber man sollte sich dieser im Voraus bewusst sein. Ein Nachteil ist, dass man eben nicht „mal eben schnell“ ins Krankenhaus im Heimatland fahren kann, wenn mit Angehörigen etwas ist. Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht, und zwar wohlgemerkt vor Corona. Ich habe mich trotzdem (auch weiterhin) für das Ausland entschieden (übrigens nicht wegen Partnerschaft), aber ich möchte doch sagen, dass es einem im Falle eines Falles ein großes persönliches Opfer abverlangt.

Nein, der flexiblere Part ist der männliche. Aber der weibliche Part fühlt sich schlecht, dass sie es von ihrem Partner erwartet die Nachteile in Kauf zu nehmen. Und ja, die von dir genannten Dinge sind bewusst. Und genau das macht es ja auch schwieriger. Da fragt man sich, wie man die Probleme am besten lösen soll...

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@K123456789

Ich wüsste nicht, wie das Dilemma restlos zu lösen sein sollte... wie gesagt, in der aktuellen Situation würde in manchen Ländern ja nicht einmal ein eigenes Flugzeug eine Garantie dafür sein, dass man zurück könnte. Flughäfen können für alle gesperrt werden, Länder können für egal wen (!) schlicht keine Einreisegenehmigung erteilen, oder mit Auflagen, die das Besuchen eines Angehörigen unmöglich machen. Länder können auch sagen „du darfst raus, aber dann nicht wieder herein“. Gibt es alles. Hier kommt es eben auch sehr auf das Land an.
Was man tun kann (und sollte), ist auf jeden Fall einen höheren Geldbetrag zur Seite zu legen, um sich im Notfall (ohne Corona-Sonderbedingungen) auch spontane Rückflüge leisten zu können und somit wenigstens finanziell nicht in den Möglichkeiten eingeschränkt zu sein. Theoretisch denkbar, wäre, die Familie des Partners auch ins Land zu holen, aber natürlich ist das praktisch selten umsetzbar und auch nicht unbedingt im Sinne aller Beteiligten.

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@warai87

Ja, Coronazeiten sind auf jeden Fall Sonderzeiten und es geht jetzt auch nicht hauptsächlich um die Corona-Zeit, sondern wenn eine gute Lösung für die Zeit danach gefunden wird, wäre das auch gut. Das Finanzielle sollte lösbar sein. Es steht auch die Debatte im Raum, die Eltern mitzuholen. Allerdings wären die dann die letzten Jahre ihres Lebens in einem fremden Land, wo sie die Sprache nicht sprechen. Aber ja, das könnte eine Möglichkeit sein.

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