Auch wenn du noch nicht weißt, was du langfristig machen möchtest, solltest du trotzdem nicht einfach nichts tun. Du kannst ja etwas anfangen und es bei Bedarf dann wechseln. Dafür halte ich ein FSJ beispielsweise, das eh nur für ein Jahr geht, für perfekt. Man hat etwas zu tun, hat ein minimales Einkommen, sammelt wertvolle Erfahrungen, hat die Möglichkeit, über seine Zukunft nachzudenken und bei alledem bekommt man weiterhin Kindergeld.

Ansonsten könntest du auch einfach jobben. Dann fällt zwar das Kindergeld weg, aber selbst mit einigen Stunden im Monat sollte deine Vergütung schon über dem Wert von Kindergeld liegen.

… und wenn du wirklich gar nichts machen möchtest, dann bist du auch nicht kindergeldberechtigt.

...zur Antwort

Hast du das irgendwo in Deutschland gesehen? Wenn ja, muss man immer auch in Erwägung ziehen, dass jemand die Zeichen eingeritzt hat, der nicht wusste, was er tut (ähnlich wie bei Tattoos). Und da 単 und ネ in der Tat erstmal keinen Sinn ergibt, frage ich mich, ob nicht gemeint war, und derjenige, der es reinritzen wollte, es irgendwie für zwei Zeichen gehalten hat und dachte, dass es ok ist, wenn er sie untereinander schreibt….

Übrigens kann das alles mögliche sein, ein Grab oder ein Ort, wo jemand ums Leben kam und man deshalb ein kleines Mal hinterlassen wollte, vielleicht ist es aber auch nur ein random Baum, dem die Ehre zuteil wurde, mit dem Debut-Werk geschmückt zu werden eines Menschen, der gerade Holzwerken als Hobby entdeckt hat…

...zur Antwort
Schüler-Bafög kann auch nur höchstens 1.000 abdecken

Zuerst meinst du wahrscheinlich Auslands-Bafög und nicht Schüler-Bafög, und mit den 1000 Euro meinst du wahrscheinlich den pauschalen Reisekostenzuschlag, der aber auf die monatliche Rate dazu kommt.

Allerdings, wenn deine Eltern 15000 Euro parat haben, ist die Frage, ob du überhaupt Bafög-berechtigt bist.

Immerhin bekommt ihr während des Jahres ja auch weiterhin Kindergeld.

Ein Stipendium speziell für Kanada kenne ich nicht, und Teilstipendien, wie sie von einigen Organisationen vergeben werden, haben als Kriterium meistens auch finanzielle Bedürftigkeit und mit 15000 Euro spontan entbehrbahrem Vermögen ist man tendenziell eher nicht bedürftig…

Realistisch gesprochen, wenn deine Eltern 15000 Euro erübrigen können, dann scheinen sie genug Einkommen zu haben, dass sie auch einen Kredit über die restlichen 6000 Euro aufnehmen können. So würden sie zum Beispiel auch ein Auto oder eine andere größere Anschaffung im Rahmen von 21000 Euro finanzieren. Das mag jetzt hart und empathielos klingen, aber für ein Schüleraustauschjahr muss man ggf. wirklich auch einfach Opfer bringen. Meine Eltern hatten weitaus weniger als 15000 Euro parat und haben trotzdem auch einen Kredit aufgenommen, und jahrelang für mich auf Urlaub verzichtet. Und ich hatte übrigens auch ein paar Sachen von mir verkauft (Bücher und so etwas). Nicht, dass ich damit einen nennenswerten Betrag abgedeckt hätte, aber jeder Cent zählt…

Wie lange ist dein Austauschjahr eigentlich noch hin? Wenn es noch ein Jahr oder mehr ist, könnten deine Eltern auch die 15000 Euro in der Zeit noch in ein Tages- oder Festgeldkonto anlegen, so etwa 3 % bekommt man dafür aktuell schon, das sind auch immerhin ein paar hundert Euro.

Wie haugen auch schon schrieb, Kanada ist als Austauschland wirklich auch einfach teuer…. Irgendeine Möglichkeit, dass auch ein anderes Land für dich in Frage kommt?

...zur Antwort

Auf jeden Fall solltest du das Internet als Lerngrundlage meiden. Denn wie du ja hier siehst, du bekommst eine Antwort, die nicht richtig ist, merkst das natürlich nicht, denkst dass sie richtig ist, merkst es dir deshalb so (falsch) und hast dann nichts davon. Besser ist es, sich von Anfang an jemanden zu suchen, der einem die Sprache auch wirklich beibringen kann (weil er sie selbst beherrscht) und dem man all die Fragen (wie auch die, die du jetzt gestellt hattest) fragen kann.

...zur Antwort

Das ist dann eine typische Sprachreise. Die buchst du mit einem Veranstalter, hast da meist verschiedene Optionen zur Auswahl (Unterbringung in einer Gastfamilie, einer WG oder einem Hotel; Sprachschulen in unterschiedlichen Städten; Sprachkurs nur wenige Stunden pro Woche oder jeden Tag; Ausflüge in der Freizeit etc). Ich hab das mal kurz für Barcelona gegoogelt, da gibt es zum Beispiel DIALOG Sprachreisen als Veranstalter. Es gibt aber noch diverse mehr, einfach mal googeln.

Das was du meinst was Oberschulschüler machen ist ein Schüleraustausch. Da geht man allerdings nicht auf eine Sprachschule, sondern auf eine normale Oberschule, und dort hat man auch eher keinen speziellen Sprachunterricht, sondern lernt die Sprache nebenbei. Hauptsächlich geht es darum, den typischen Alltag eines Schülers in dem jeweiligen Land kennenzulernen.

...zur Antwort

Das größte Hindernis ist immer die Motivation der Person, die nach Japan will.

Japan ist ein extrem alterndes Land, es fehlt an Arbeitnehmern in so gut wie allen Branchen. Auch als Ausländer kann man sich deshalb heute als Kloputzer, Altenpfleger oder Küchenhilfe bewerben und kann (plakativ gesagt) morgen anfangen. Ich behaupte mal, du wirst schon einen Job finden als Fachinformatiker. …aber wirst du den Job auch annehmen, mit all seinen Bedingungen? Du wirst es ja dann sehen.

Mach jetzt erstmal alles, was du tun musst an Vorbereitung, und wenn es dann soweit ist, wirst du ja sehen, wie es ist.

...zur Antwort

Du wirst es dir vermutlich schwer vorstellen können, aber ich kenne genau den umgekehrten Fall. In der Grundschule hatten wir in Mathe am Anfang der Stunde immer so ein Spiel, wo die Lehrer Aufgaben gestellt haben. Die offiziellen Spielregeln lauteten: Wer sich meldet (!) und die Aufgabe sehr gut (!) löst, ist in dieser Stunde Mathe-König oder -Königin. Wir hatten dafür richtig eine Krone gehabt, die der-/diejenige dann aufsetzen durfte für den Rest der Stunde. In der Realität sah es so aus, dass die Lehrer erstmal einen der schwächsten Schüler aufgerufen haben, um den mit viel viel Nachsicht und Hilfestellungen durch die Aufgabe zu boxen und ihn dann mit viel Halligalli zum Mathe-König zu küren. Da hat sich der jeweilige Schüler dann zwar wie Bolle gefreut, ihn aber nachhaltig besser in Mathe gemacht hat ihn das meiner Meinung nach nicht. Und nur wenn der Schüler sich so dämlich angestellt hat, dass die ganze Stunde herumzugehen drohte, ohne dass er zur richtigen Lösung kommt, wurde einer von den sich ununterbrochen meldenden Schülern drangenommen, und wenn der dann die richtige Lösung gesagt, hieß es nur „Ja ist richtig“, nix Krone.

Ich wollte diese Krone haben, aber egal wieviel ich mich gemeldet habe, egal wie schnell ich auf die richtige Lösung kam, egal wie gut ich war - keine Krone für mich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das ein dauerhaftes Trauma bei mir ausgelöst hat, oder vielleicht erkenne ich das Muster einfach nur sehr häufig wieder: Wer schlecht ist / Ärger macht / jammert, bekommt Hilfe, Unterstützung, Nachsicht, Empathie; wer gut ist, sich an Regeln hält und versucht, seine Probleme selbst zu lösen, bei dem ist es „ja klar“.

...zur Antwort
Kollegen die kein Interesse an sozialen Kontakten haben?

Das wäre mir geradezu willkommen.

Bei einigen anderen der genannten Punkte denke ich, dass das schlicht und ergreifend Erpressung ist: „Entweder du gibst mir einfach so Geld oder ich klaue es dir.“?

...zur Antwort

Du ahnst wahrscheinlich: du musst das selbst entscheiden ;)

Meine Gedanken dazu sind aber folgende:

  • Grundsätzlich sind Auslandsaufenthalte eine gute Sache. Wenn man die Chance hat und es machen möchte, sollte man es tun.
  • Work&Travel ist eine Form von Auslandsaufenthalt, die extrem frei ist. Es gibt die Möglichkeit, aber keine Verpflichtung zu „Work“ oder „Travel“. Wieviel jemand aus so einem Jahr also „mitnimmt“ an Erfahrungen und Reifeprozess, oder umgekehrt gesagt: wie sehr so ein Jahr eine Geldverschwendung ist, hängt stark von der jeweiligen Person ab. Auch eine Organisation, falls man mit dieser irgendetwas bucht, wird einen da nicht „überwachen“ oder irgendwie antreiben. Wenn man arbeiten oder reisen will, muss man sich selbst darum kümmern, und ich versichere dir, dass es Leute gibt, die dieser Selbstverantwortung (noch) nicht gewachsen sind und ihr Work&Travel-Jahr im Zimmer hockend verbringen. Die Tatsache, dass du dich bis jetzt damit auch noch nicht auseinander gesetzt hast, ist jetzt erstmal ein nicht ganz so gutes Zeichen diesbezüglich.
  • Die beiden Hauptprobleme mit Work&Travel zwischen Abitur und Schulabschluss sind (meiner Meinung nach), dass erstens das Kindergeld wegfällt zu einer Zeit, in der viele noch auf jegliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind, und zweitens, dass man sich dann vom Ausland aus auf das Studium bewerben müssen wird oder das Work&Travel-Jahr verkürzen muss, was schade ist.
  • Work&Travel ist auch in späteren Jahren, wenn man möglicherweise auch schon konkretere Vorstellungen bezüglich Studium und Beruf hat, noch eine gute Sache - nicht umsonst liegen die Altersgrenzen bei 30 bzw. 35. Zum Beispiel ist der Übergang von Bachelor zu Master für viele etwas stressig, weil sie zu dem Zeitpunkt, wo man sich für den Master bewerben muss, meist noch nicht die Bachelor-Note haben. Hier kann eine Work&Travel ein praktischer „Füller“ sein, mit dem man sich außerdem dahingehend absichern kann, falls es mit dem Master-Studium aus welchem Grund auch immer doch nichts wird. Und dann ist das Work&Travel-Visum zum Beispiel auch praktisch, falls man beispielsweise ein (studiumbezogenes) Praktikum im Ausland machen möchte, oder sogar in Erwägung zieht, ganz im Ausland zu arbeiten (manche nutzen das W&T-Visum dann nämlich zur Jobsuche vor Ort, was sich ohne W&T-Visum schwierig gestalten würde).
  • Ein Auslandsjahr durch Austauschprogramme der Uni ist zwar etwas anders vom Charakter des Aufenthalts als Work&Travel, es ist aber genau so empfehlenswert, um einen Ersteindruck von einem Land zu bekommen. Man steht hierbei definitiv mehr unter „Druck“, zumindest für die Uni etwas zu tun (weil es meist eine Mindestanzahl an Credits gibt, die man machen muss), und durch die Einbindung in die Community der anderen Austauschstudenten wird man insgesamt mehr „mitgezogen“. Aufgrund von Auslands-BAföG, Erlass der Studiengebühren, Kindergeld, diversen Stipendiumsmöglichkeiten und Vergünstigungen aller Art (Wohnheim etc) ist ein Uni-Austausch insgesamt oftmals günstiger als ein Work&Travel.
...zur Antwort
Es ist ja fakt, dass es eine sperrzone gibt

Ein mir unbekannter Fakt. Im Gegenteil gibt es dort Wanderwege. Dass man diese nicht verlassen soll, gilt grundsätzlich bei allen Wanderwegen. Beim Aokigahara-Meerwald hat es noch den ganz speziellen Hintergrund, dass das Gelände extrem schlecht zum Laufen ist, weil der Wald ja durch den Lava-Fluss vom Fuji entstanden ist und das Gestein halt immer noch so herumliegt.

Dass es eine nennenswerte Bedeutung zum Sterben oder „Für immer verschwinden“ gibt, stimmt zwar, aber das ist ein schlechter Grund, sich für Aokigahara zu interessieren.

...zur Antwort

Wie du selbst ja auch schon sagst, in keinem Land der Welt kann man sich leisten, jegliche Vorsichtsmaßnahmen außer Acht zu lassen, als Mann nicht und als Frau nicht.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört grundsätzlich, Orte dann aufzusuchen, wenn es nichts nachts ist und wenigstens so ein paar andere Leute auch unterwegs sind. Ich persönlich würde nicht abends um 11 Uhr allein und im Flatterröckchen im Kabukicho umherspazieren. Warum auch. Ansonsten kann man aber auch als Frau um 8, 9, 10 Uhr noch ohne Bedenken unterwegs sein.

„Fun“ fact, je auffälliger die Kleidung des potenziellen Opfers ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Opfer wird. In der Täterpsychologie schreckt alles ab, was auffällig ist, woran sich Zeugen eventuell gut erinnern könnten, und ein Opfer, dass keine Scheu hat, sich schrill zu kleiden, hat mutmaßlich auch keine Scheu, schrill zu schreien. Täter suchen sich gerne unauffällige Opfer, bei denen sie vermuten, dass deren Schockreaktion Stummheit ist. Insofern hat man als Ausländerin sowieso auch einen „eingebauten“ Schutz. Aber wie gesagt, verlassen sollte man sich darauf nicht.

...zur Antwort

Es geht darum, dass das höchste Ziel von Schüleraustausch ist, dass der Austauschschüler im Gastland eine zweite Heimat findet. Das geht psychologisch nur, wenn man dafür temporär auf die erste Heimat verzichtet und sich voll und ganz auf das Gastland einlässt. Solange man für bestimmte Anlässe immer wieder „nach Hause“ fährt, wird man im Kopf immer die Hierarchie „Heimatland > Gastland“ haben.

Ich war in einem Land, in dem es eh kein Weihnachten wirklich gibt, deshalb kann ich Weihnachten schlecht vergleichen, aber nehmen wir vielleicht so etwas wie die Hochzeit eines Familienmitglieds. Es ist für mich, in meinem Kopf und meinem Herzen, das absolut gleiche, bei der Hochzeit eines leiblichen deutschen Verwandten nicht dabei sein zu können (weil ich gerade im Ausland bin) wie bei der Hochzeit eines „Verwandten“ meiner Gastfamilie nicht dabei sein zu können, weil ich gerade in Deutschland bin. Das ist dann aber so, weil egal wo ich bin ja „Heimat“, „zu Hause“, „jemand, der mir wichtig ist“ ist.

Allerdings, ich verstehe und respektiere, dass es Menschen gibt, die sich darauf nicht einlassen möchten, die ihre „gottgegebene“ Heimat emotional für immer als die einzig Wahre erhalten möchten. Diese Leute können ja andere Formen von Auslandsaufenthalten machen.

...zur Antwort

In manchen Ländern ist es sogar gesetzlich verboten, dass die Gastfamilien Geld bekommen. Und viele Organisationen geben Gastfamilien auch sonst kein Geld, um sicherzustellen, dass es keinen wirtschaftlichen Anreiz gibt, sondern die Gastfamilien den Schüler aus echtem Interesse aufnehmen. Und selbst wenn sie Geld geben, ist das meist nur eine Art Beihilfe, um ansatzweise die Kosten für den Austauschschüler zu decken.

...zur Antwort

Das heißt ich wäre dann zum Beispiel der Coach für Leute, die nach Japan auswandern möchten, und ich würde die 19,99 Euro kassieren? Joah also ich habe nichts dagegen, wenn mir jemand Geld geben möchte. Wobei… mir ist es hier auf gf schon einmal angeboten worden und ich habe es abgelehnt :D

Grundsätzlich denke ich, egal ob Bezahlung oder nicht, bei vielen Fragen, die hier auf gf gestellt werden, dass sich die Leute es mit 5 Minuten googeln, manchmal auch nur mit einmal logisch darüber nachdenken, selbst beantworten könnten. Und bei solchen Leuten frage ich mich immer, wie die dauerhaft im Ausland überleben wollen. Ich bin jetzt seit 7 Jahren im Ausland und selbst ich habe regelmäßig noch Fragen zu diversen Themen im Zusammenhang „Ich als Ausländer“, und ich beantworte sie mir genau so durch googeln und logisch nachdenken.

...zur Antwort
Anderes

Ich möchte dich jetzt nicht unbedingt zu einem anderen Land drängen, aber zu anregen, zumindest einmal darüber nachzudenken.

Der häufigste Grund zur Sorge diesbezüglich ist ja „aber ich kann die Sprache ja nicht“, aber das können 90% der Leute, die letztendlich in ein nicht englischsprachiges Land fahren, bevor sie fahren ebenfalls nicht. Erstens ist heutzutage in wirklich allen Ländern Englisch mehr oder weniger als Fremdsprache vorhanden. So wie man selbst in einer deutschen kleinen Innenstadt im Notfall schon jemanden finden wird, der irgendwie Englisch versteht, so tut man das auch in allen anderen Ländern der Welt (in die man einen Schüleraustausch machen kann).

Die von dir aufgezählten Länder sind halt sehr beliebt bei Austauschschülern, das heißt die dortigen Gastschulen und mitunter auch Gasteltern sind schon zur Genüge an deutsche Austauschschüler gewöhnt. In Ländern wie zum Beispiel Japan, wo ich war, ist man häufig der/die erste Deutsche, den/die Klassenkameraden, Gastgeschwister, Nachbarn, … dort „live“ treffen und damit eine kleine Sensation. Diese starke Aufmerksamkeit, mit der man das ganze Jahr überschüttet wird, kann sehr helfen, beispielsweise Anschluss zu finden, wenn man zum Beispiel selbst ein kleines bisschen zu schüchtern ist, selbst auf Leute zuzugehen, und mit Leuten ins Gespräch zu kommen.

Ein sehr häufiges Phänomen besonders bei den USA und Kanada ist, das Leute in einer Gegend platziert werden, die keine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz hat, und deshalb vollständig davon abhängig sind, dass ihre Gasteltern sie mit dem Auto irgendwo hin fahren. Auch das ist in anderen Ländern (wie beispielsweise Japan) genau anders herum, selbst „auf dem Land“ hat man meist noch einen regelmäßig fahrenden Zug oder Bus, und außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, im Einzugsbereich einer der größeren Städte platziert zu werden, sehr groß.

Ich empfehle dir deshalb, dir Erfahrungsberichte auch aus anderen Ländern durchzulesen, und dir mal zu überlegen, ob nicht doch auch ein Auatauschjahr zum Beispiel in Finnland, Costa Rica, Dänemark oder Thailand für dich in Frage kommen könnte.

...zur Antwort
Stimmt etwas nicht mit mir?

Weil ich mich schäme muss ich meine Frage anonym stellen. Mir geht es gerade auch nicht gut und ich bitte um ehrliche Antworten.

Mein Problem ist seit der Schule dass ich Probleme mit anderen Leuten habe und diese Probleme sehr intensiv erlebe. Habe Abi und studiert, sogar Master. In der Schule war ich eher Außenseiterin, im Studium auch. Habe meinen Mann an der Uni kennengelernt er ist ruhig und schüchtern. Anders würde es bei uns auch nicht klappen. Meine Eltern und kleine Schwester waren immer mein Ersatz für einen Freundeskreis. Habe jetzt zum dritten Mal die Stelle gewechselt, bin 30. Immer gab es Probleme mit anderen, ich kann keine Konflikte bewältigen, fühle mich total angegriffen. Im vorletzten Job hat mir mein Chef mal ein negatives Feedback wegen meinem Verhalten gegeben und ich habe mich 3 Monate krankgemeldet und was neues gesucht.

Jetzt hatte ich letzte Woche den ersten Tag im neuen Job. Kann jetzt hauptsächlich Homeoffice machen, denke das ist besser für mich wegen den Problemen mit anderen. Die Frau die mich einarbeiten soll fängt um 10 Uhr an und das ist für mich wieder ganz schlimm, weil ich früh anfangen will. Es gibt also schon wieder Probleme.

Ich kann mich mit so was nicht abfinden.

Und ich gebe es auch zu, wenn einer nicht meinen Bildungsstand hat, denke ich im Stillen, dass ich auch besser bin als diese Person und ich möchte mich nicht unterordnen.

Tut mir leid aber es ist so. Ich kann dann auch nur schwer Anweisungen annehmen, wenn ich weiss, mein Chef hat vielleicht nicht so einen Bildungsstand wie ich. Wollte auch deshalb an der Uni bleiben aber auch da klappte es nicht mehr. Es gab Kritik und ich bin gegangen.

Ich nehme mich aber nicht als arrogant wahr weil ich auch sehr unsicher bin und oft Ängste habe. Kann zum Beispiel nicht alleine in der Wohnung übernachten, gehe dann zu meinen Eltern.

Meine Frage an Euch: glaubt ihr ich könnte eine Persönlichkeitsstörung haben? Eine Kollegin im alten Job hat mal zu mir gesagt ich würde die Dinge anders wahrnehmen als sie sind und oft übertreiben. Das hat sie aber anders formuliert.

...zur Frage

Es ist auf jeden Fall sehr gut, dass du dir der Problematik bewusst bist und sie so offen in Worte fassen kannst. Das ist der sehr wichtige erste Schritt. Der nächste Schritt kann meiner Meinung nur der Besuch bei einem Psychologen sein, denn Laien-Diagnosen sind nicht so das Wahre, bei physischen Erkrankungen nicht und bei psychischen auch nicht. Ich denke, du wirst es dir schon selbst denken können: Wenn Sensibilität und Konfliktunfähigkeit soweit gehen, dass man ständig den Job wechseln muss, dann übersteigt das definitiv den Rahmen, in dem man das als bloßes „Persönlichkeitsmerkmal“ abtun und sich nicht weiter drum kümmern könnte. Es beeinflusst dein Leben bereits jetzt stark und du leidest darunter. Und dafür solltest du dir Hilfe holen.

Ich nehme mich aber nicht als arrogant wahr weil ich auch sehr unsicher bin und oft Ängste habe

Ich sehe da keinen Widerspruch, im Gegenteil. Wenn man Komplexe wegen etwas hat, versucht man ja immer, das Gegenteil nach zu außen zu kehren, zu betonen.

Übrigens, als kleinen Trost für dich, ich finde Arroganz nicht automatisch schlimm. Ich unterscheide, ob die Arroganz von Kompetenz gedeckt (und damit gerechtfertigt) ist oder nicht. Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sind meiner Meinung nach im Recht, auch an andere hohe Ansprüche zu stellen. …allerdings, von jemandem keine Anweisungen annehmen zu können, nur weil dieser einen geringeren Bildungsabschluss hat, das geht natürlich zu weit, denn weshalb jemand einen geringeren Abschluss hat kann diverse Gründe haben, die außerhalb von Intelligenz und Kompetenz liegen. Ich vermute aber, dass du das im Grunde weißt, aber im Umgang mit Menschen in Denk- und Verhaltensmuster verfällst. Wer weiß, vielleicht musstest du in deiner Kindheit ständig dafür kämpfen, ernst genommen zu werden, und deshalb haben sich diese Muster etabliert.

Ich habe übrigens auch einen geringeren Abschluss als du. Ich hoffe, meine Antwort ist deshalb jetzt nicht null und nichtig ;)

...zur Antwort
Allerdings ist es normalerweise eher schwieriger, wenn man einen Vertrag unterschreibt und dann erst in der Probezeit ist und geprüft wird, ob man zur Arbeit passt.

Warum ist das für dein Vorhaben ein Problem? Wenn du eh nur wenige Wochen bei dem Unternehmen arbeiten willst, ist Probezeit doch gut, weil du dann ohne Frist kündigen kannst.

Ansonsten sind solche Aushilsjobs dann sowieso häufig entweder mit befristetem Vertrag oder gleich auf freiberuflicher Basis, und gerade in Japan hat man da eh sehr weniger arbeitnehmerfreundliche Bedingungen, sprich unter anderem kürzere Kündigungsfristen. Was ja aber trotzdem für dein Vorhaben eh egal ist, da du ja keine lange Beschäftigung anstrebst.

Oder ist es eher empfehlenswert, mit einer Organisation so etwas anzugehen?

Grundsätzlich gilt erstmal, dass eine Organisation nichts macht, was du als Teilnehmer nicht zumindest theoretisch auch selbst machen könntest. Eine Organisation hilft bei der Bewältigung der Bürokratie (zum Beispiel Krankenversicherung beantragen), bei der Unterkunft und ggf. bei der Suche nach Arbeit, und alles das geht grundsätzlich auch ohne Organisation. Dadurch, dass die Organisation es für dich tut, kostet es dann nur sehr viel mehr, und darüber ärgern sich viele.

Nur, gerade bei Japan ist eben das Problem: Kann der Teilnehmer es denn alleine? Wüsstest du denn, wo du nach Jobs suchen kannst, würdest du dir denn zutrauen, deine japanische Krankenversicherung im Bürgeramt alleine zu klären? Und das ist der Grund, weshalb viele es mit Organisation machen.

...zur Antwort