Könnt ihr mir Feedback zu dem Gedicht "Nur mit Dir" geben?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist ein Gedicht, das deutlich besser ist, als vieles, was von Puberten so produziert wird. Es hat in den nacheinander aufgeführten Verben: "spechen" "lachen" "weinen" und "schweigen" sogar einen strukturellen Rahmen. Arbeite in Zukunft genau an diesem Punkt. In einem guten Gedicht sollten die Gefühle, die zum Ausdruck kommen, immer durch die Form gebändigt und durch eine Struktur geordnet werden.

Außerdem solltest Du Gefühle nicht wie in einem Schlagertext direkt benennen, sondern originelle und treffende Metaphern für sie finden.

Aber Du bist auf dem richtigen Weg. Probiere doch auch mal ein Gedicht über ein neutrales Thema. z.B. über die Farbe der Herbstblätter oder über die Gefühle eines letzten Vogels, der den Zug in den Süden verpasst hat. Wenn man Gedichte macht, sollte man das nicht als Freipass dafür betrachten, nur und ausschließlich seine eigenen Gefühle in den Mittelpunkt zu stellen.Gedichte schreiben sollte nicht als Therapieersatz benutzt werden.

Und dann ist es auch eine gute Übung, sich mal an strengen Formen zu versuchen. z.B. Sonett, Terzinen.

Du bist in der gleichen Situation wie ein Mädchen mit guter Stimme, das zu Voice of Germany kommt. Es kann schön singen, braucht aber trotzdem einen Coach, um ihr Talent zu strukturieren. Such Dir einen Literatur-Coach, der Dir hilft, aus etwas Gutem etwas Tolles zu machen!

Und zum Schluss: Lies Rilke und Benn. Das schult!

Dem kann ich nur zustimmen. Allerdings:

Gedichte schreiben sollte nicht als Therapieersatz benutzt werden.

Warum sollte man das nicht? Es kommt doch drauf an, was man für Ziele mit dem Schreiben verfolgt. Ich habe lange Zeit auch Gedichte geschrieben und das ursprünglich fast ausschließlich aus "therapeutischen Zwecken". Ich fand das sehr hilfreich. Auch wurden sie mit der Übung deutlich besser und anspruchsvoller, später reichte mir eine Emotion, ein Gedanke und ich hab ein Gedicht draus gemacht, den "therapeutischen Hintergrund" konnte man da schon nicht mehr erkennen im fertigen Gedicht. 

Ach ja, und ich glaube, man sollte nicht nur Rilke und Benn lesen, sondern generell sehr viele verschiedene Dichter aller Epochen, denn dann bekommt man ein Gefühl für das, was in der Lyrik alles möglich ist und man läuft nicht so sehr der Gefahr, den Stil eines Autors unbewußt zu kopieren. 

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@Riverside85

Klar kann man Gedichte auch als Therapieersatz benutzen, nur sind sie dann zwar nützlich für die eigene Befindlichkeit, aber selten wirklich gut.

Und natürlich hast Du vollkommen Recht, man sollte auf jeden Fall nicht nur Rilke und Benn lesen, auch Celan, Stefan George, Lasker-Schüler, Ulla Hahn, Erich Fried, Hofmannsthal, Georg Heym, Trakl, Robert Gernhardt, Mörike, Morgenstern, Ringelnatz, Rimbaud, Prévert, Baudelaire, Adam Mickiewicz, Robert Frost, Petrarca, T.S. Eliot, Ezra Pound, Bukowski, Archibald MacLeish, Wystan Hugh Auden und viele, viele andere.

Rilke und Benn standen selbstverständlich nur als Beispiele. Ebenso übrigens wie die Obengenannten, die sind mir eben nur so spontan eingefallen.

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@Riverside85

Noch eine Kommentar, drei Jahre später:

Du hast natürlich Recht, jeder darf selbstverständlich eigene Verse zur "Selbsttherapie" benutzen. Das ist wahrscheinlich sogar zielführender als Kügelchen, Bachblüten oder Voodoo-Tänze.

Das Dumme ist nur, dass sich für diese Heilspaziergänge in die verworrenen Seelenwindungen eines pubertierenden Jugendlichen oder (wie in meinem Fall) eines weißhaarigen Rentners niemand auch nur die Bohne interessiert. Man sollte solche Elaborate also besser weder der Öffentlichkeit überantworten, noch einem Verlag (bzw. dem Papierkorb in dessen Redaktionsbereich) sondern nur einem – dem hintersten Winkel in der eigenen Schreibtischschublade.

Oder in Ausnahmefällen den Usern von GF, die ja durch viele derartige Beiträge bereits eine Art Härtetraining absolviert haben. Es besteht bei denen also vielleicht nicht die unmittelbare Gefahr, dass sie nach der Lektüre ebenfalls eine Heiltherapie benötigen.

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Gedicht kommt von "Verdichten". Ich finde das Gedicht etwas lang geraten, und über die Länge wird im Verhältnis nicht viel Inhalt transportiert. Es fehlt ein wenig an Tiefe. Auch die Form des Gedichts unterstützt den Inhalt nicht offensichtlich. Wenn du am Gedichteschreiben als Kunstform interessiert bist, kannst du das Gedicht auch nochmal auf www.gedichte.com posten, da bekommst du bestimmt einige Tipps wie du das Gedicht verbessern könntest.

Soviel zum stilistischen... davon abgesehen kann sich jederman glücklich schätzen, wenn sich jemand die Zeit nimmt ihm ein schönes und ehrliches Gedicht zu widmen, denn die Emotionen die dahinter stehen sind ja trotzdem real.

ich würde es einschicken. Es ist kein Laiengedicht.

Dieser Stil/Versform hat etwas von Rilkes Gedicht: An den Richter.

Gedichtanalyse bzw. -interpretation

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