Es gibt doch nur 2 Geschlechter?

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Guten Abend,

es gibt für mich nur zwei Geschlechter. Männlich und weiblich. In der Tierwelt ist es nicht anders. Dort gibt es auch nur Männchen und Weibchen.

Es gibt Intersexuelle, ob du das nun wahrhaben willst oder nicht. Kannst so einem das ja gerne mal ins Gesicht sagen.

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Du bist ja auch der Tierwelt-Experte.

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Es gibt mehr als weiblich (XX) und männlich (XY).

Es gibt X0 und körperlich/äußerlich jede Art von Abstufung, auch wenn das eben nicht ganz so häufig auftritt!

Früher hat man den Babys dann einfach das Geschlecht operativ zugewiesen, was 'leichter' organisch/operativ 'herzustellen' war (vermutlich meist weiblich), aber die menschliche Psyche ist zu komplex, als das man sie durch einen Eingriff, Erziehung und einen Namen einfach 'ummodeln' könnte!

Die Realität entsteht erst in unserem Kopf und daher ist es egal, was sich zwischen den Beinen oder in den Genen befindet! Aber anders als von vielen unterstellt, ist das weder eine (heilbare) 'Krankheit', noch Einbildung, oder anerzogen!

Es ist eine Entwicklung, die sich schon im Embryo in der Gehirnstruktur manifestiert. Die 'Erziehung' versucht eher entsprechende Tendenzen zu undrücken, mit teilweise schlimmen Folgen für die Betroffenen!

Auch was man denkt, ändert nichts an der Tatsache, das man sein angeborenes Geschlecht ändern kann!

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@Anonymer255

Tja, aber 'angeboren' ist neben der äußeren Erscheinung auch die Gehirnstruktur! Und DIE ist dafür entscheidender, was jemand fühlt!

Wenn jemand 'fühlt' den falschen Körper zu haben, ist das nicht 'ausgedacht', oder ein Tick!

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@Anonymer255

Nein, das macht auch keiner. Man passt eher seinen Körper dem eigenen Geschlecht an.

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Biologisch gesehen gibt es nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Gelegentlich gibt es auch Zwischenformen zwischen beiden Geschlechtern, früher als Zwitter bezeichnet (was allerdings nicht ganz korrekt ist, als Zwitter werden in der Biologie eigentlich Lebewesen bezeichnet, die sowohl männliche als auch weibliche Gameten produzieren), heute verwendet man dafür meist den Begriff "intersexuell". Es gibt aber sehr viele verschiedene Möglichkeiten, welche Ausprägungsform Intersexualität haben kann und welche Ursachen zur Intersexualität führen.

Die Genetik ist allerdings nur schlecht geeignet, um das biologische Geschlecht zu charakterisieren. Die Geschlechtsbestimmung durch das XY-System, so wie wir es kennen, kommt nur bei Säugetieren einschließlich uns Menschen vor. Bei Vögeln wird das Geschlecht aber beispielsweise durch ein ZW-System festgelegt und im Unterschied zu den Säugern, wo die Männchen hemizygot (also ein X- und ein Y-Chromosom besitzen) und die Weibchen homozygot (zwei X-Chromosomen) sind, ist es bei den Vögeln genau umgekehrt - hier sind die Männchen homozygot (ZZ) und die Weibchen hemizygot (ZW). Bei Drosophila, der Taufliege, bestimmt das Verhältnis von X-Chromosomen zu jedem Satz an Autosomen das Geschlecht. Bei vielen anderen Insekten gibt es ein so genanntes X0-System: Weibchen haben zwei X-Chromosomen (XX) und Männchen nur eines (X0).
Und schließlich wird bei manchen Tierarten das Geschlecht gar nicht genetisch festgelegt. Das ist z. B. bei Schildkröten und Krokodilen der Fall. Bei diesen Tieren bestimmt die Temperatur im Bruthügel das Geschlecht. Bei Krokodilen schlüpfen bei Temperaturen unter 30 °C Weibchen, bei über 34 °C schlüpfen Männchen. Bei Schildkröten ist es meist umgekehrt, hier schlüpfen bei niedrigen Temperaturen eher Männchen und bei hohen Temperaturen eher Weibchen.

Wenn man ganz allgemein definieren möchte, was männlich und was weiblich ist, kommt man mit der Genetik also nicht weiter. Es gibt aber einen fundamentalen Unterschied, der konstant bei allen verschiedenen Gruppen von Lebewesen vorhanden ist: die Gestalt der Gameten. Als männlich werden kleine, wenig energiereiche und meist begeißelte (und daher bewegliche) Gameten bezeichnet, die in großer Menge produziert werden. Beim Menschen (und den meisten Tieren) werden sie als Spermien bezeichnet. Weibliche Gameten dagegen sind groß, energiereich, meist unbeweglich und werden in nur begrenzter Anzahl produziert. Sie werden meist als Eier oder Eizellen bezeichnet. Individuen, welche männliche Gameten hervorbringen, werden als Männchen bezeichnet. Folgerichtig sind solche Individuen weiblich, die weibliche Gameten produzieren und Zwitter produzieren sowohl männliche als auch weibliche Gameten.

Außerdem muss man noch einmal zwischen dem genetischen Geschlecht und dem äußeren Geschlecht unterscheiden. Ein Beispiel dafür ist die so genannte komplette Androgenresistenz, auch hairless woman syndrome genannt.
Wie sieht die normale Geschlechtsentwicklung aus? Der Großteil des Geschlechtsapparats geht aus zwei Gängen hervor: dem Wolff-Gang (auch Urnierengang genannt) und dem Müller-Gang. Bei männlichen Embryonen bewirkt Testosteron, das in den Hoden produziert wird, für gewöhnlich, dass der Wolff-Gang sich zum Samenleiter differenziert, aus dem Genitalhöcker wird der Penis mit Hodensack. Gleichzeitig produzieren die Hoden das Anti-Müller-Hormon, welches die weitere Differenzierung des Müller-Ganges behindert und zu einer Verkümmerung desselben führt. Bei weiblichen Individuen wird dagegen der Wolff-Gang fast vollständig zurückgebildet und da das Anti-Müller-Hormon bei ihnen fehlt, entwickelt sich der Müller-Gang bei ihnen zum distalen Teil der Vagina sowie zum Uterus und den Eileitern. Der Genitalhöcker entwickelt sich zur Klitoris sowie den Schamlippen.
Menschen mit kompletter Androgenresistenz sind genetisch männlich (XY). Durch eine Mutation sprechen die Androgen-Rezeptoren (Testosteron-Rezeptoren) jedoch nicht auf Testosteron an. Das heißt, dass sämtliche Schritte, die vom Testosteron unabhängig sind (z. B. die Differenzierung der Gonaden in Hoden) normal ablaufen. Die Hoden produzieren auch Testosteron sowie das Anti-Müller-Hormon, sodass der Müller-Gang rückgebildet und kein Uterus und keine Eileiter ausgebildet werden. Die Schritte, die aber vom Testosteron abhängig sind, unterbleiben vollständig, weil das Hormon zwar vorhanden ist, die Rezeptoren darauf aber nicht reagieren. Daher entwickelt sich das äußere Geschlecht zum weiblichen Phänotyp. Menschen mit kompletter Androgenresistenz kommen daher mit einem äußerlich weiblichen Erscheinungsbild zur Welt, obwohl sie genetisch männlich sind und auch Hoden haben. Die meisten von ihnen wachsen daher als Mädchen auf und fühlen sich auch dem weiblichen Geschlecht zugehörig. Viele von ihnen erscheinen sogar als besonders weiblich (und daher als besonders attraktiv), denn für gewöhnlich wirkt Testosteron in geringen Mengen auch bei Frauen. Da bei Menschen mit kompletter Androgenresistenz aber auch diese geringe Wirkung unterbleibt, bilden sich oft besonders weibliche Attribute aus.
Erkannt wird diese Besonderheit oftmals erst, wenn während der Pubertät die Menstruation ausbleibt und das Wachsum der Körperbehaarung nicht einsetzt, denn deren Wachstum wird durch Testosteron gesteuert.
Was sind diese Menschen nun aber? Männlich, weil sie XY-Chromosomen haben? Weiblich, weil sie eine Vagina haben und auch sonst als weiblich erscheinen? Keines von beidem? Oder beides gleichzeitig? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, daher kommt es in jedem einzelnen Fall darauf an, was die betroffene Person fühlt. Und damit wären wir schon beim so genannten sozialen Geschlecht.

Unabhängig vom biologischen Geschlecht gibt es beim Menschen auch das so genannte soziale Geschlecht. Im deutschen Sprachgebrauch wird leider zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht nicht in ausreichendem Maß differenziert. Das ist im englischen Sprachgebrauch ganz anders, dort existieren nämlich für die beiden unterschiedlichen Geschlechter unterschiedliche Begriffe. Das biologische Geschlecht wird im Englischen als sex bezeichnet, das soziale Geschlecht als gender.
Vereinfacht gesagt ist das soziale Geschlecht dasjenige Geschlecht, zu welchem ein Mensch sich zugehörig fühlt. Und das kann ganz unterschiedliche Ausprägungsformen haben. Fühlen sich Personen mit ihrem sozialen Geschlecht auch ihrem biologischen Geschlecht zugehörig, spricht man von cis-gendern. Ein Cis-Mann ist folglich biologisch männlich und fühlt sich auch als Mann. Analog ist eine Cis-Frau biologisch weiblich und fühlt sich auch als Frau. Davon unterschieden werden trans-gender, deren soziales und biologisches Geschlecht nicht übereinstimmen. Trans-Frauen sind in ihrem sozialen Geschlecht weiblich, wurden aber biologisch männlich geboren. Als Trans-Mann werden Menschen bezeichnet, die sich als Mann fühlen, aber biologisch in einem weiblichen Körper stecken.
Es gibt aber noch weitere Ausprägungsformen. Manche Menschen bezeichnen sich als agender, d. h. keinem sozialen Geschlecht zugehörig. Andere wiederum sind genderfluid, fühlen sich also mal mehr männlich, mal mehr weiblich. Dabei sind unterschiedliche Gender keineswegs eine Erscheinung der Neuzeit. Bei vielen Indianerstämmen in Amerika gab bzw. gibt es so genannte Two-Spirits, Angehörige eines dritten sozialen Geschlechts. In vielen Religionen der Indianer galten Two-Spirits sogar als mit besonderen Fähigkeiten gesegnet und hatten daher oft hohe Positionen inne und genossen in der Gesellschaft hohes Ansehen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Divers in Deutschland geht um Intersexuelle, und die sind tatsächlich Ausnahmen.

Intersexualität ist ein Sammelbegriff für Krankheitsbilder, bei denen die Einteilung in Männlich und weiblich nicht so einfach ist. Manchmal sind es Chromosomenanomalien (ZB Ulrich-Turner-Syndrom, XXY-Syndrom); manchmal Mutationen der Gene, die Geschlechtshormone produzieren sollen, wodurch sich zb bei einer Person mit XX-Chromosomen die Klitoris so ausbildet, dass sie aussieht wie ein Penis (Viele der Leute werden tatsächlich bei der Geburt und beim Ultraschall davor erst mal als Junge eingestuft), und so weiter. Etwa eine von 1000 Personen hat so eine Anomalie, auch wenn es selten so extrem ist wie die genannten Beispiele.

Früher war es so, das man dann bei diesen Säuglingen OPs durchgeführt hat, einfach, damit sie halbwegs normal aussehen. Das hat dann regelmäßig zu einem Selbstmord im späteren Leben geführt- im Prinzip hat man die Leute damit teilweise Transsexuell/transgender gemacht. Es ist Genitalverstümmelung bei Säuglingen, und das wollte man verhindern. Um das Leben dieser Kinder zu retten. Im Zuge dessen hat man den "Divers" Marker für Geschlechter in Deutschland eingeführt.

Um Non-Binaries geht es hier gar nicht. Das sind eben die Leute, die sich nicht mit Geschlechternormen identifizieren können, und sich deshalb nicht als eines der binären Geschlechter einordnen können. Da bin ich auch skeptisch.

Leben von intersexuellen Kindern retten ist aber wichtig und gut.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich selbst und Freundeskreis fallen unter LGBT

Da in unserer Gesellschaft im allgemeinen die Zuordnung zu einem bestimmten biologischen Geschlecht auch die Zuordnung zu einer bestimmten Rollenfunktion beinhaltet und sich das in Teilen sogar bis in die Sprache und die Wortwahl hineinzieht, haben Menschen die sich selber nicht in dem (sozialen) Geschlecht sehen (oder wiederfinden) das ihrem biologischen Geschlecht entspricht das (verbale) Konstrukt weiterer Geschlechter eingeführt.

Das ist jetzt zwar als Erklärung grob falsch, aber ich denke einen hundertseitige Abhandlung macht es am Ende auch nicht klarer.

Vielleicht siehst du ein wenig klarer, wenn du hier mal reinhörst. Abgesehen von dem ernsten Thema sind die beiden Erzähler Streckenweise schreiend komisch.

http://whats-in-your-pants.de

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