Erster Wurf vs. Folgewurf

4 Antworten

Ich persönlich würde immer erfahrene Züchter bevorzugen, deren Nachzuchten bereits untersucht und ausgewertet wurden.

Finden sich hier überwiegend gesunde Hunde, wäre das meine Wahl vor einem Neueinsteiger.

Der Wurf - ob erster oder zweiter - Wurfgrösse oder Größe des Welpen sagt gar nichts.

Kleine Welpen aus einem großen Wurf können schnell aufholen, Hündinnen haben einen hoffentlich guten Instinkt Welpen sicher zu gebären und aufzuziehen.

Es spielt also eine Rolle welcher Züchter den Welpen samt Mutterhündin die Besten (!) und natürlichsten Umweltbedingungen zur Prägung und Sozialisation bietet und welcher Züchter sich darüber hinaus - neben der Mutterhündin persönlich bemüht, zum Beispiel:

  • Welpen an Halsband & Brustgeschirr, sowie gehen an der Leine gewöhnt
  • Welpen zur Stubenreinheit erzieht (durch Tagesablauf & Möglichkeit Auslauf zu besuchen)
  • Welpen an Kinder, Menschen jeder Form und andere Tiere (auch Hunde) schon sozialisiert
  • Welpen schon das Nein, das Gib Her und eine Spielbeisshemmung an menschl. Haut beibringt

Das sind Deine Kriterien, denn ein wirklich perfekter Züchter ist die große Chance einen sehr umweltsicheren & auch unkomplizierteren Welpen zu bekommen. Dessen Arbeit musst Du dann fortführen, das ist Deine Verantwortung!

Züchter, welche Welpen nur in einem begrenzten Mass sozialisieren, der Hundemama alles überlassen, Hunden nur einen Zimmer- oder Kellerauslauf mit Fliessunterlagen anbieten, die Welpen auch vor der 12. Woche schon abgeben = solchen Züchtern sollte kein Welpen- und Hundeinteressent durch Kaufinteresse eine Unterstützung dieser Tätigkeit gewähren!

Die Offenheit der dort lebenden Hunde, der Mutter und der Welpen - darauf solltest Du ein Auge werfen!

Zudem sollten's sich dort nicht zuuuuu viele Hunde befinden. Auch nicht zwei Würfe gleichzeitig aufgezogen werden = denn dann kommen die Hunde zu kurz, das ist etwas was man durch Nachfrage nicht fördern sollte.

die Welpen auch vor der 12. Woche schon abgeben = solchen Züchtern sollte kein Welpen- und Hundeinteressent durch Kaufinteresse eine Unterstützung dieser Tätigkeit gewähren!

Warum sollte ein Hundebesitzer auf die entscheidende Soziailsationszeit zwischen der 8. und 16. Lebenswoche verzichten? Was lernt der Hund im Geschwisterrudel nach der 8. Woche, was er im Zusammenleben mit dem Menschen braucht?

Wie kann ein Züchter der Umweltsozialisation eines ganzen Wurfes gerecht werden, die in dieser Zeit ansteht?

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@Jule59

Die entscheidende Sozialisationszeit beginnt mit dem Ende der Pränatalen Phase mit dem Erwachen der Sinnesorgane, ca. Ab der 3. Woche und ....Sozialisation erfolgt lebenslänglich.

Sozialisationszeit beginnt nicht, oder ist nicht alles entscheidend mit der 8. bis 16. Woche.

Beim SKG in der Schweiz werden Welpen generell erst mit Erreichen der 12 Lebenswoche abgegeben!

Zudem fällt in den in Deutschland - wohl vom Züchter gewünschten Abgabezeitpunkt mit der 8 Lebenswoche dann gerade die so wichtige Impfphase und letzte Entwurmung beim Züchter, das belastet das Immunsystem und dazu dann der Ortswechsel.

Es genügt vollkommen einen Welpen mit der 12 Woche zu übernehmen!

Was lernt der Hund ab der 8. Woche im Geschwistergruppe?

Er lernt eine vollkommen funktionierende Beisshemmung bei allen sozialen Interaktionen. Sowie Frustrationstoleranz - Massen an frisch gebackenen Hundebesitzern Leiden unter Welpen welche diese intakte Beishemmung mit 8 Wochen noch nicht haben! Aber nicht nur Menschen Leiden darunter = sondern durch leider unausrottbare Ammenmärchen werden massenweise Welpen beim Beibringen der Beisshemmung durch Menschen traumatisiert und erhalten ihre erste Verhaltensstörung!

Nicht alle Welpen sind "robust und stecken alles weg" dazu bitte Dorit Feddersen Petersen im Bezug auf durchgeführte Wesenstests bei Goldies und Labradoren lesen!!!

....der spätere Umgang mit dem Besitzer weit über dieses Welpenalter hinaus entscheidet über Entwicklungen zur Zuchttauglichkeit bei Wesensüberprüfungen.

Ein Züchter welcher der Umweltsozialisation eines (seines) Wurfes in der Zeit von der 8. bis 12. Woche nicht gerecht werden kann der ist nicht in der Lage überhaupt Welpen erfolgreich aufzuziehen, geschweige denn verantwortlich zu züchten!!! Der Züchter wird Sozialisation auch von der 3. bis 8. Woche nicht schaffen - das führt dann zu im Verhalten auffälligen, Schäden verursachenden Hunden!

Was ein Schweizer Züchter kann, das sollte ein jeder Züchter können und nicht einfach nur die Futterkosten betrachten.

Welpen ab der 12. Woche haben nicht mehr den "Wurfhöhlenfluchtinstinkt" und sind im Wesenskostüm schon belastbarer und weniger empfindlich. Fehler von Hundehaltern wirken sich nicht mehr so negativ aus und werden besser verkraftet.

Aber leider ist das Wissen zum Hund in dessen artgerechten Verhalten kein Thema in Hundezuchten, es wird nicht abgefragt und verlangt.

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@YarlungTsangpo

...und dann gibt es Züchter welche gleichzeitig drei bis vier Würfe haben und verkaufen....wie sieht es da aus mit Sozialisation = das würde mit einem gesetzlichen Abgabetermin nicht vor der 12 Woche dann erfolgreich endlich unterbunden.

Denn....jeder Welpenkäufer könnte sofort den Unterschied der Sozialisationsbemühungen des Züchters feststellen - auch Dummies.

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@YarlungTsangpo

Die entscheidende Sozialisationszeit beginnt mit dem Ende der Pränatalen Phase mit dem Erwachen der Sinnesorgane, ca. Ab der 3. Woche

Die Entwicklung des Gehirns wird erst nach der Geburt vollendet. Die Zeit der höchsten Aufnahmebereitschaft liegt hierbei zwischen der 3. und 8. Lebenswoche und fällt danach stark ab. Verhaltensweisen, die in dieser Zeit gelernt werden, versteht man als Prägung, welche im Unterschied zur Sozialisierung in ihrer Ausprägung irreversibel ist und später wie ererbtes Verhalten wirkt. Die Prägung auf Artgenossen findet etwa von Woche 3-5, die Prägung/Sozialisierung auf Menschen von 3-12 statt.

Natürlich ist Sozialisierung insgesamt ein lebenslanger Prozess - die Leistungsfähigkeit des Gehirns in den ersten Lebenswochen ist aber eine sehr einmalige Geschichte. Ich persönlich würde diese Zeit als Besitzer in spe nicht verschenken.

sondern durch leider unausrottbare Ammenmärchen werden massenweise Welpen beim Beibringen der Beisshemmung durch Menschen traumatisiert und erhalten ihre erste Verhaltensstörung!

Die Beißhemmung - welche eigentlich eher eine Kontrolle der Beißintensität ist - wird im Zeitfenster bis etwa zum Zahnwechsel gelernt, welches sich dann zu schließen beginnt. Da ein Mensch andere Schmerzgrenzen hat als ein Hund muss der Hund diese Kontrolle selbstverständlich auch beim Menschen erlernen.

Diese Kontrolle der Beißintensität bedeutet ja nicht, dass der Welpe nicht mehr beißen soll. Das muss er sogar unbedingt, um lernen zu können, welche Intensität bei Hund und Mensch in Ordnung ist.

Und: Auch das sollte bereits ab der 5. Woche beim Züchter passieren.

Beim SKG in der Schweiz werden Welpen generell erst mit Erreichen der 12 Lebenswoche abgegeben!

Die Vorschriften der SKG sehen eine Abgabe der Welpen nicht vor der 9. Lebenswoche vor. Damit unterscheidet sich die Schweizer Vorschrift nicht von der deutschen.

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@Jule59

Hallo Jule, ne Du wir sprechen von denselben Mechanismen der alte Begriff Prägung (bei Nestflüchtern, Vögeln) wird durch Sozialisierung ersetzt und - es gibt Zeitfenster welche aber nicht völlig geschlossen werden.

Der Mensch und Halter verschenkt nichts wenn Welpe bis 12 Woche vorzüglich beim Züchter samt Hundefamilie sozialisiert wird. Solche Hunde kommen mit völlig intakter Beissintensitätshemmung auf menschliche Haut in die neue Familie und sind belastbarer.

In D dürfen Welpen mit der 8 Woche abgegeben werden und werden meist auch so unfertig abgegeben. In der Schweiz kenne ich einige Hundezuchtvereine im S K G welche erst Abgabe mit der 12 Woche in deren Satzung und Zuchtordnung erlauben.

In England werden Welpen schon mit der 6 Woche abgegeben - übrigens mit deinem Argument, das ergibt dann tradierte Unfähigkeit zum Umgang mit Welpen bei Mutterhündinnen!

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@YarlungTsangpo

Etwas besseres kannst du nicht finden als die Antwort von Yarlung Tsangpo .Das solltest du beherzigen. DH

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Nein, es gibt keinen Unterschied, weder Wurfstärke noch Größe hat etwas damit zu tun. Die Wurfstärke z.B. hängt u.a. davon ab, ob der Deckakt zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden hat, d.h. am Höhepunkt und die Größe ist abhängig von der Größe der Eltern, sie ist erblich, auch der Charakter wird von den jeweiligen Eltern auf die Welpen übertragen, der eine hat mehr vom Vater und ein anderer mehr von der Mutter. Mach dir also deswegen keine Gedanken und lasse dein Herz sprechen, wenn ansonsten alles in Ordnung ist. Der erste Wurf einer Hündin kann genausogut sein, wie der zweite oder dritte. Die einzige Ausnahme wäre, wenn die Hündinnen ausgebeutet würden, d.h. bei jeder Hitze gedeckt werden, dann geht es zuerst an die Substanz der Hündin und später dann auch an die Welpen, sie kommen schwächlich zur Welt, aber das scheint ja hier nicht der Fall zu sein. Einen guten Rat noch zum Besuch bei den Züchtern: Nehme dir Zeit und besuche an einem Tag nur einen Züchter und am nächsten Tag ziehe dir andere Kleidung an, so vermeidest du, daß Keime von einem Züchter zum anderen übertragen werden und dadurch möglicherweise Welpen erkranken, denn jeder Züchter und sein Wurf bildet eine in sich geschlossene Welt, in der der Organismus der Welpen an die dort vorhandenen Keime angepasst sind und deshalb geschützt sind, aber bei fremden Keimen ist das nicht so und je kleiner die Welpen sind, desto empfindlicher und anfälliger sind sie. Manche Züchter geben ihren Welpeninteressenten auch ein Desinfektionsmittel zum Hände desinfizieren, ich mache das auch so.

Alles Gute und viel Glück!

Die Mutter ist bei einem Folgewurf halt erfahrener, aber wirklich nennenswerte oder gar "qualitative" Unterschiede an den Welpen gibt es da nicht.

Da mach die Entscheidung, so du denn eine treffen musst, lieber von Sympathie zu Welpen und Züchter abhängig.

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