Engl. Vollblut! Mit 4 körperlich ausgewachsen?

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Manche Pferde wachsen bis 5 oder 6, bei wieder anderen passiert ab 3 kaum noch merkbar etwas. Generell wachsen Stuten etwas länger. Ob sie noch wachsen oder nicht ist für das Reiten auch eher unerheblich, solange man immer ein Auge auf den Entwicklungsstand des jeweiligen Pferdes achtet und darauf ggf Rücksicht nimmt.

Ich habe einen Westfalenwallach, der laut Aussage des Vorbesitzers zwischen 4 und 6 noch 5 cm gewachsen sein soll. Er war währenddessen bereits unterm Sattel unterwegs und hat viele Platzierungen in Springpferdeprüfungen gesammelt. Als ich das Pferd bekommen habe, musste ich leider feststellen, dass er zwar super springen konnte aber leider überhaupt nicht ausbalanciert unterm Sattel war. Also nochmal ein Jahr kosequente Dressurarbeit und dann ging das auch mit dem Geradeauslaufen... ;-)

Jetzt aber zu der Frage mit der geistigen Reife. Ich denke mit 4 kann man einen Blüter langsam an den Ernst des Lebens heranführen.

Ich habe vor zwei Jahren eine Anglo-Araberstute (Mutter engl Vollblut von der Bahn, Vater Shagya-Araber) angeritten, damals 5-jährig und schon eineinhalb Jahre an der Hand gearbeitet, was das Anreiten super unkompliziert gemacht hatte. Für ihre kleine Schwester habe ich vor, im kommenden Jahr mit ihr anzufangen (Bodenarbeit, Longenarbeit, evtl Anreiten und dann nochmal auf die Weide), sie wird im Mai 4. Kenne das Pferdchen bereits seit sie eine Woche alt ist und habe mit ihr Fohlen ABC und alles was sonst noch für ein junges Pferd wichtig ist geübt, deswegen denke ich, dass sie die Aufgabe mit dem Anreiten auch sehr souverän meistern wird.

Im Vergleich zu vielen Warmblütern bist du mit 4 schon "sehr spät" dran (zB Warmblut Hengstanwärter werden mit 2einhalb schon unterm Sattel gearbeitet, andere fangen mit 3 in Reitpferdeprüfungen auf Turnieren an).

Wichtig ist, dass du als ausbildender Mensch immer ein besonders aufmerksames Auge auf dein Pferd hast und Anzeichen von Überforderung erkennst und entsprechend handelst. Auch solltest du darauf achten, dass das Pferd nicht überbaut ist, wenn du anfängst unter dem Sattel zu arbeiten. Wenn du also aufmerksam bist ist es absolut ok, mit der Arbeit anzufangen, auch wenn das Pferdchen noch wachsen sollte...

Generell gilt, je blütiger ein Pferd, desto früher ausgewachsen, je barocker der Pferdetyp, desto später.

Ich persönlich würde kein Pferd unter 3 Jahren jemals in "Erwachsenenarbeit" nehmen. Da vielleicht einen Blüter, weil der doch schon ziemlich weit ist mit 3. Ein Barockpferd eher erst mit 5 oder 6. Das ist aber nur ein grober Richtwert, man muss da auch das einzelne Pferd sehen, ob es sich "rassetypisch" entwickelt.

Was das frühe starten bei Rennen angeht, ich würde es nicht tun, aber was mir schwer zu denken gibt: Viele Rennpferde, die mit 8 ausscheiden, sind gesünder als Freizeit-Warmblüter, die mit 4 ausgeildet wurden und nun mit 8 schon mit schweren, irreversiblen Schäden rumlaufen, weil die Ausbildung nicht gesundheitsfördernd war. Also bin ich auch gegen pauschales Verwerfen. Wie Minski schon geschrieben hat: Lieber individuell entschieden und Kindheit geraubt, als gesundheitlich ruiniert durch Fehler in der Ausbildung.

Also das mit dem je blütiger desto eher stimmt nicht ganz. Vollblutaraber sind zum Beispiel ziemliche Spätentwickler. Manche Hengste sind erst mit 6 oder 7 Jahren richtig fertig.

Ein Englisches Vollblut dagegen wurde über viele Generationen so gezüchtet, dass es mit 2 Jahren geritten werden kann. Gut finde ich das auch nicht. Vor allem weil dies ein Produkt der neueren Zeit.

Früher wurden Vollblüter auch später angeritten und mussten wesentlich weitere Strecken laufen als heute.

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@Hasenbaby123

Der Araber ist auch eine der wenigen ursprünglichen Rassen, daher nicht exakt in dieser Richtung einzustufen. Es wurde ja vom typischen Rennpferd gesprochen. Und hier ist es eben so, dass ich ein Warmblut mit viel Vollblutanteil in seinem Pedigree zumeist früher ausbilden kann wie eines, das keinen Blüter drin hat.

Und Du sagst selbst, wie ich es auch kenne "manche Hengste". Ich habe schon ältere spanische Pferde gesehen, die noch "kindlich" wirkten. Zum einen brauchen Hengste ihre Zeit, zum anderen gibt es immer Ausreißer.

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@Baroque

Natürlich gibt es immer Pferde die sich schneller entwickeln als andere, aber du kannst auch nicht sagen, dass blütigere Pferde sich früher entwickeln als andere. Dies ist eben nicht bei allen der Fall.

Das ist ja jetzt nicht böse gemeint, man muss nur eben unterscheiden. Was das englische Vollblut angeht hast du natürlich recht mit deiner Aussage.

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@Hasenbaby123

Ganz pauschal im statistischen Durchschnitt gesprochen, stimmt es aber über alle Rassen weltweit.

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Bei Vollblütern ist das nicht viel anders, als bei Warmblütern. Es gibt welche, die mit 4 bereits ausgewachsen sind oder nur noch minimal wachsen, dann gibt es welche, die zwischen 4 und 6 Jahren nochmal einen Schub machen.

Mit 2 Jahren sind auch Vollblüter nicht ausgewachsen. Der Unterschied zum Warmblüter ist lediglich, dass die Vollblüter auf Frühreife gezogen wurden seit Jahrhunderten und sie sich Knochenbaumäßig anders entwickeln, als Warmblüter. Bevor ein Vollblüter mit 2 Jahren überhaupt Rennen laufen darf, müssen u.a. die Wachstumsfugen geschlossen sein. Ist der Vollblüter ein Spätzünder, geht auch er wieder aus dem Training und wird ein Jahr drauf wieder antrainiert. Es geht nur ein Bruchteil mit 2 Jahren Rennen.

Es ist immer unterschiedlich, ich habe nen westfahlen, meistens sind Pferde durchsnittlich mit 5-6 ausgewachsen

nein, das is unterschiedlich!! manche pferde sind mit 5-6 schon ausgewachsen , die anderen spätestens mit 7! mit 6 jahren ist zwar der körper schon ausgewachsen, aber die zähne noch nicht!!

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