Dementer Hund - wann über Einschläfern nachdenken?

10 Antworten

Mir hat bei chronisch kranken Tieren, wo eine Verbesserung der Symptome nicht mehr zu erwarten war, sondern nur noch das Gegenteil, folgender Satz geholfen:

"Wenn die schlechten Tage die Guten überwiegen, wird es Zeit, loszulassen."

Bei Deiner Frage kommt es mir aber so vor, als wäre es noch ein längerer Weg dorthin. Zumal Dein Hund ja körperlich noch recht fit zu sein scheint.

Bei den Ratschlägen der Eltern und evtl. Anderer sollte man sich fragen, ob es da nicht nur um die menschliche Bequemlichkeit geht. Es wäre schon ziemlich unfair, den alten Hund einzuschläfern, weil man halt nun mehr Aufwand betreiben, und besser auf ihn aufpassen muß. Laß Dir da mal nicht reinreden!

Du entscheidest. Höre auf Dein Bauchgefühl.

Hallo!
Das mit der Bequemlichkeit ist auch ein Aspekt, der mich so vehement stört. Einerseits ja, ist das eine psychische Belastung, natürlich, aber man kann ja nicht mit einem Lebewesen 14 oder 15 schöne Jahre verbringen und dann plötzlich sagen "ach, ne, jetzt wird es mir zu anstregend", wenn das Tier dann wieder mehr auf einen angewiesen ist.
Dass sie eben wirklich körperlich gesund ist (auch laut den Tierärzten) und fast "nur" psychisch so abbaut, macht die Einschätzung eben so schwierig. Zumal ich ja auch nicht miterlebe, wie es ihr geht, wenn ich das Haus verlasse. Ich muss halt auch arbeiten usw., und wenn es ihr permanent schlecht geht, wenn ich nicht da bin, ist das ja irgendwie auch nicht schön für sie. Aber das kann ich wirklich unfassbar schlecht beurteilen, weswegen mich das Thema auch ziemlich überfordert. Aber jeder Hundebesitzer weiß wahrscheinlich, wie schwierig das ist, sich über sowas ernsthaft Gedanken zu machen.

Ganz vielen Dank für deine Antwort!

2
@Pluvia

Liebe Pluvia!

Allein daß Du Dich so quälst mit der Entscheidung sagt mir schon, daß Du wissen wirst, wann es so weit ist. Der Moment kommt ganz von selbst. So war es bei mir nämlich auch. Es ging zwar um Katzen, aber ich mußte entscheiden, wann es endgültig genug ist, weil das Tier leidet ohne Aussicht auf Besserung. Das fällt bei der Mieze genauso schwer, wenn man viele Jahre in enger Bindung miteinander verbracht hat.

Besonders ein Mal war sehr eindringlich - mein kranker Kater saß draußen, sah dem abfahrenden Auto hinterher, und hat dadurch meine Eltern verabschiedet, die weiter weg wohnten, und unabhängig voneinander dachten meine Mama und ich: "Araun verabschiedet sich endgültig. Wir/Sie werden ihn nicht wiedersehen."

Ich habe noch ein schönes Wochenende mit ihm verbracht, es ihm so wunderbar wie möglich gemacht, und am Montag war es dann so weit.

Du wirst es wissen. Vertrau auf Dein Bauchgefühl!

0

Hallo Pluvia,

das ist eine sehr schwere, aber gute Frage.

Meine Hunde haben mir immer ein Zeichen gegeben, wenn es an der Zeit war, sie gehen zu lassen. Es war stets etwas, was eindeutig war, weil sie zuvor nie getan hatten. Nur Kleinigkeiten, aber als sensibler Mensch spürte ich es einfach.

Meine letzte Hündin z. B. kam eines abends zu mir, setzte sich vor mich in und schaute mich auf eine Art an, wie sie es noch nie getan hatte. Mein spontaner Gedanke dabei war: Ohje, sie verabschiedet sich gerade!

Und kurz zuvor dachte ich eigentlich auch noch, dass es aufgrund der körperlichen und sonstigen Einschränkungen nicht ausreicht zum Einschläfern. Aber diese intensive - ja, wie soll ich es überhaupt nennen? - Begegnung, Erfahrung, Kommunikation, ich weiß kein passendes Wort dafür, war jedenfalls so eindringlich und eindeutig, dass ich es einfach wußte.

Am nächsten Tag ging es ihr dann auch noch deutlich schlechter und ich spürte, wie sie sich quälte. So rief ich den TA an und er sagte, ich solle gleich kommen. Es war für mich unendlich schwer, sie war mein Ein und Alles, aber auch der TA meinte dann, es sei an der Zeit.

Und so habe ich sie auf ihrem letzten Weg begleitet. Ich könnte jetzt schon wieder heulen, wenn ich dran denke, obwohl es schon über ein halbes Jahr her ist. Aber so ist das nunmal. Lieben heißt auch Loslassen.

Vielleicht hilft Dir meine Antwort bei Deiner schweren Entscheidung.

Alles Gute für Dich und Deinen Hund

Hallo!
Das, was du erzählst, klingt auf jeden Fall sinnvoll. Es gab schon öfter Tage, an denen ich dachte "okay, es geht zu Ende" und ganz schrecklich weinen musste, aber ein, zwei Tage später war sie dann doch wieder besser drauf. Aus dem Grund fällt es mir auch so wahnsinnig schwer, wirklich einzuschätzen, ob es langsam zu viel wird.
Ich könnte auch absolut nicht mit dem Gefühl leben, aufgegeben zu haben. Andererseits habe ich wie gesagt auch die Befürchtung, dass ich mir alles vielleicht noch etwas schönrede, weil ich den Gedanken so unerträglich finde, sie zu verlieren. Das versteht wahrscheinlich jeder Hundebesitzer auf diesem Planeten.

Ganz vielen Dank für deine Antwort!

2
@Pluvia

Gerne, auch wenn es mir ein wenig schwerfiel. Aber es wäre auch im Sinne meiner Hündin gewesen.

Ich denke, Du wirst auch spüren, wenn der richtige Zeitpunkt da ist, sie in Liebe loszulassen.

Ich habe mich bei ihr dann für alles bedankt, denn sie war eine wundervolle Begleiterin. Abends habe ich eine Kerze für sie angezündet, Fotos von ihr gerahmt und aufgehängt (sie schaut mich jetzt von überall her an :D ) und auf meinen Nachttisch gestellt. Ich ehre Ihr Andenken heute noch, weil sie es wert ist. Das habe ich nur erzählt, damit Du vielleicht schon ein paar Tipps hast, die Trauer auszuhalten, wenn es denn soweit sein sollte, dass sie über die Regenbogenbrücke geht.

Aber mein Leben geht jetzt auch ohne sie gut weiter. Es ist nicht so, dass ich ständig an sie denke und wenn, überwiegen die schönen oder lustigen Erinnerungen. Ich kann auch seit Monaten von ihr erzählen, ohne zu weinen. Es gibt ein danach ...

LG

2

Hi,

welche Medis und Therapien bekommt sie denn? 

Zunächst ist es ja so wie bei vielen alten Menschen auch, es sind Verwirrtheitszustände die kommen und gehen, wenn es in ein Dauerzustand über geht, wäre es für mich auch ein Zeichen den Hund gehen zu lassen :( 

Aber so lange es nur vorübergehende Zustände sind kann man sich als Mensch recht gut drauf einrichten, 

-Gassi gehen findet zB dann nur noch mit einer Leine statt und ja da finde ich Flexileinen völlig in Ordnung für

- Treppen sollten nicht mehr alleine bestiegen werden, es gibt da Geschirre die Helfen können, grad auch für die Hinterbeine das die nicht wegrutschen können

- wenn der Hund im verwirrten Zustand ist, nutzt eine Ansprache nicht viel, am besten ist es durch Berührungen einen Körperkontakt aufzubauen dadurch kann man sie eher aus diesen Zustand heraus helfen

- akzeptieren das der Hund ein Pflegefall ist 

- geistig fit halten, auch so alte Hunde können noch ein bisschen was leisten, ich würde es da mit Intelligenzbretter versuchen und körperlich fit halten, so weit es geht, da reicht dann auch ein schöner Spaziergang an verschiedenen Orten so das neue Eindrücke und Reize hat. 

Hallo!
Gegen ihre Trennungsangst bekommt sie Clomicalm. Ihr Zustand ist mittlerweile schon seit über einem Jahr so, also vorübergehend ist das leider Gottes nicht; natürlich nicht in der gleichen Intensität, das ist jetzt die letzten zwei, drei Monate merkbar schlimmer geworden. Wenn ich mit ihr gehe, habe ich sie prinzipiell an der Leine, auch weil sie so schlecht hört (also physiologisch, nicht vom Gehorsam her). Unsere Treppen trage ich sie auch teilweise hoch und runter, je nachdem, wie sie drauf ist. Abends gehe ich oft gar nicht aus dem Haus, wenn sie einen schlechten Tag hat, damit sie nicht jault.
Also wir richten uns wirklich recht stark nach ihr und versuchen, es ihr so angenehm wie möglich zu gestalten, aber ihr Zustand verbessert sich absolut nicht mehr, und da ich sie ja auch nicht erlebe, wenn ich nicht da bin, ist das so schwierig für mich einzuschätzen, wie schlecht es ihr wirklich geht.

Danke für die Tipps! :)

4
@Pluvia

Versucht es mal mit einer anderen Therapie gezielt gegen Demenz, das Mittel was ihr da nehmt ist ja nur ein Stimmungsaufheller hilft aber nicht wirklich gegen die Verwirrtheit. Karsivan wäre da vorzuziehen, da haben auch viele schon sehr gute Erfahrungen mit gemacht. Wie fit ist sie denn körperlich noch? Haben die schon mal versucht einfach mir ihr zusammen rauszugehen und Gassi zu gehen? Also mal ein Ablenkungsmanöver versucht?

0

Mutter will Hund einschläfern wegen Inkontinenz?

Hallo ich brauche euren Ratschlag.
Meine Mutter will den Familienhund einschläfern.
Aber nicht weil er tot krank wäre, sondern weil er nicht mehr merkt wann er aufs klo muss. Ich habe ihr schon erklärt, dass es dafür waschbare Hundwindeln gibt und sogar Tabletten und ganz viele Möglichkeiten das zu Behandeln. Aber sie meinte, sie will das alles nicht, der Hund muss sterben wenn er immer reinpieselt.

Ich bin so traurig weil meine Mutter so ein kaltherziger Mensch ist und sie alles ignoriert. Ich glaube sie liebt den Hund gar nicht, das war nämlich der Hund meines Vaters. Das schlimme ist, ich selbst mache gerade einen besseren Schulabschluss nach und nebenbei habe ich ein bisschen gearbeitet. Immer wenn ich Geld hatte bin ich zum Tierarzt mit dem Hund gefahren und wir haben Tabletten bekommen. Dann ging es besser. Aber es war auf dauer zu teuer und ich habe gar kein Geld mehr, ich habe sogar Minus auf dem Konto.

Aber meine Mutter hört natürlich nicht auf mich sie will, dass der Hund stirbt und meint es muss so sein. Klar ist der Hund alt aber er hat jetzt keinen Tumor oder schlimmeres.
Ich weiß, dass man einen alten Hund meistens einschläfern lassen muss aber mein Gefühl sagt mir, es ist noch nicht so weit! Ich weiß nicht wie ihr das ganze seht.
Ich habe mich hier frisch angemeldet, weil ich gerne eine Meinung und vielleicht Lösungsvorschläge bekommen würde. Aber auch weil ich niemanden habe, mit dem ich über diese Sache sprechen kann.

...zur Frage

Hund alleine daheim -> jault, Nachbarn drohen mit Polizei

Hallo allerseits! Ich frage hier im Namen einer Freundin, also kann ich nicht jedes Detail genau erklären. Die Sache ist so: ihre Familie besitzt ein Haus, sie haben auch einen Hund. Dieser ist nicht aggressiv und bekommt ganz viel Liebe und Pflege. Die Tochter ist auch eine gelernte Tierarzthelferin und sieht alle Haustiere als Familienangehörige an. Jedoch arbeiten alle, und der Hund jault nun mal so lange, bis wieder jemand daheim ist. Mit Disziplin hat es wenig zu tun, vor einem halben Jahr ist die Familie umgezogen, davor gab es nie Probleme wenn der Hund alleine daheim war, erst seit dem Umzug ist es nun mal lauter. Es ist auch nur eben dann laut, wenn keiner daheim ist, quasi Werktage bis nachmittags. Heute rief anonym eine Nachbarin um 7 Uhr frühs an und drohte "wenn das Rumgejaule bis Montag nicht aufhört, rufe ich die Polizei". Erstens, was will man am Wochenende überhaupt dagegen unternehmen? Die Familie zieht lieber wieder zurück als den Hund einschläfern zu lassen und eine Aufsichtsperson für die Zeit in unserem Dorf findet sich nun mal eben gar nicht so schnell, wenn überhaupt jemand hier Interesse an sowas hätte. Und so schnell wird kein Mensch einen Umzug organisieren können auf die Entfernung. Zweitens, hat die Nachbarin überhaupt Recht die Polizei anzurufen, wenn es tagsüber laut wird und nicht, beispielsweise, nach 22 Uhr? Sollte die Polizei kommen, was wollen sie dann tun? Tür einbrechen und zwanghaft den Hund einschläfern, nur weil dieser seine Besitzer vermisst? Oder wäre das sogar ein Grund jemand anzuzeigen? Freundin ist verzweifelt, und ich weiß ihr auch nicht groß zu helfen... Die Nachbarin ist uns übrigens nicht bekannt und mit ihr versuchen zu reden würde nichts nutzen, ihr aggressiver Schrei am Telefon hat schon eigentlich alles gesagt.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?