Darf ein katholischer Priester die Absolution verweigern?

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Klar doch. Wenn er den Eindruck hat, das der Sünder nicht wirklich bereut und weiter sündigen will ist er nach der Lehre der katholischen Kirche sogar dazu verpflichtet. Der Priester ist andererseits kein irdischer Richter und unterliegt auch der Schweigepflicht. Er wird einen Mörder nicht der Polizei übergeben.

Die Absolution hängt nicht mit der Schwere des Verbrechens zusammen und sie hängt auch nicht mit dem Beten von Rosenkränzen zusammen.

Das Wichtigste, um die Absolution überhaupt bekommen zu können, ist die Reue für das, was man getan hat. Und wenn man so ein schlimmes Verbrechen bereut, wird der Priester demjenigen sicher nicht nur einen Rosenkranz zu beten raten. Es gibt auch Bußen, die in einer symbolischen Wiedergutmachung bestehen. Einen Mord kann man nicht ungeschehen machen. Aber man kann seine Gesinnung umwandeln und sich stattdessen besonders für benachteiligte Menschen einsetzen und ihnen ein besseres Leben ermöglichen.

Die Absolution kann man also auch bei den schwersten Verbrechen bekommen, wenn es einem ehrlich leidtut und man bereit ist, die Sache nach Kräften wieder gutzumachen. Andererseits kann einem die Absolution auch bei Kleinigkeiten verweigert werden. Nämlich dann, wenn keine Reue da ist und man sich mit seiner Tat sogar noch brüstet oder wenn man nur unaufrichtig irgendwelche Vorzeige-Sünden herunterleiert.

Der Priester darf die Absolution nur verweigern wenn er den Eindruck hat, dass der Beichtende seine Sünden nicht ernsthaft bereut.

Wichtig ist die Reue: wenn du aufrichtig bereust wird dir alles vergeben auch ein Anschlag oder ein Mord.

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