CDU in Thüringen will gendern in Thüringer Behörden verbieten, was haltet ihr davon?

 - (Politik, Frauen, Sprache)

Das Ergebnis basiert auf 615 Abstimmungen

Schlecht 53%
Gut 42%
Andere Antwort 6%

62 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Schlecht

Ich empfinde es generell als schwierig, wenn eine Partei anderen Parteien Sprachpolizeitum vorwirft, dann aber als einzige Partei eben genau das selbst umsetzt.

Außerdem zeigt es erneut sehr schön, dass sich vor allem Leute ohne Ahnung über das Thema aufregen. Gendersensible Sprache besteht nicht nur aus Sonderzeichen, sondern z.B. auch aus der Beidnennung, mit welcher wirklich nur die wenigsten Menschen ein Problem haben. So verkürzt man das Thema erneut um populistisch Stimmung zu machen.

Wundert es mich, beides (Sprachpolizei und Populismus) bei der CDU zu finden? Nein, absolut nicht.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mitglied des Cologne Center for Gender Studies

Wie kann man populistisch sein, wenn man sich gegen etwas wendet,
womit "wirklich nur die wenigsten Menschen ein Problem haben"?

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Was ist am abschaffen des Gendersternchens populistisch?

5
@Reinkanation

Es geht nicht ums Abschaffen, sondern um ein Verbot. Ein sprachliches Verbot ist populistisch, da wir in einem freien Land leben und niemand durchs Gendern gefährdet wird.

5
Andere Antwort

Du kannst das weder verbieten noch verlangen. Es ist in manchem Zusammenhang (Stellenangebot!) sinnvoll, woanders nicht. Es wird manchmal übertrieben und Selbstzweck, oder auch Selbstdarstellungszweck. Aber manchmal muss es auch sein, wenn es auf eine eindeutige Beschreibung ankommt, welches Geschlecht gemeint ist, nur 1 oder alle.

Mädchen, 19.

Es ist auch in Stellenangeboten nicht sinnvoll.

3
@Halbammi

Verein sucht Fußballspieler. Bist du sicher, dass auch Mädchen und diverse kommen können?

2
Andere Antwort

Hallo,

mit dem Verbieten und dem "Aufspielen als Sprachpolizei" ist das immer so eine Sache.

Ich finde, es kommt auf die Form des Genderns an und finde es gut, wenn das auf den (Gender)Stern oder sonstige Zeichen reduzierte Gendern sowie das Gendern durch substantivierte Partizipien (Studierende, Mitarbeitende, Lehrende usw.) sowie andere "Wortungetüme" - gibt es doch (nicht nur) in der deutschen Amtssprache, selbst nach der Abschaffung des Wortes Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz noch mehr als genug davon - nicht verpflichtend eingeführt wird.

Ich finde, man sollte das Gendern - wie es schon lange vor dem Gender-Stern-Wahn üblich war - in Form von Bürgerinnen und Bürger, Studentinnen und Studenten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer usw. beibehalten, hätte persönlich aber auch kein Problem mit dem generischen Maskulin.

Daneben sollte man m. E. auch in der Anrede bei den Pronomen du, dein, dir, dich oder Sie, Ihr, Ihnen, Sie und ansonsten bei den Personalpronomen ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie und den entsprechenden Possessiv- und Objektpronomen bleiben.

Das ist meiner Meinung nach völlig ausreichend; für manche Leute sogar schon viel zu viel.

AstridDerPu

Schlecht

ich finde das Gendern absolut richtig und effektiv, aber es jemanden aufzuzwingen finde ich auch nicht korrekt. Ich glaube die Debatte ist - wenngleich nötig - zu früh als dass sie wirksam werden könnte.
Ich denke wenn wir in 10 Jahren einen erneuten Vorstoß wagen wird die Stimmung ganz anders sein, aber irgendwo muss man das einfach akzeptieren dass offensichtlich der Großteil der Menschen es derzeit nicht einsieht sich genug darüber zu informieren um zumindest mal eine Debatte zu führen, die auf Argumenten basiert die tatsächlich nachvollziehbar sind.

Um nun aber auf die Frage zu kommen: genauso wenig wie das Erzwingen von gendersensibler Sprache erstrebenswert wäre darf auch das Verbot derselben niemals ein Weg sein, den man tatsächlich geht. Das ist nicht nur aus demokratischer Sicht höchst fragwürdig. Zumal sich die Sprache andauernd ändert, das ist keine Neuerung unserer Zeit. Vor 60 Jahren hat man anders gesprochen als heute und heute spricht man anders als in 20 Jahren. Am witzigsten ist es immer, wenn Leute sich dann allen ernstes auf die so überaus tolle deutsche Sprache berufen, die ja auch Goethe und Schiller schon nutzten. Werke der beiden haben viele dieser Leute niemals in der Hand gehalten - sonst wüssten sie, dass die Sprache beider ganz anders war als unsere heutige die ja angeblich durch das Gendern so gefährdet sei - und einen fehlerfreien deutschen Satz bekommen sie auch nicht raus.
Unsere Sprache ist schon längst tot, allein in meinem Text wird man eine Handvoll Schreibfehler finden und meiner Erfahrung nach bin ich was Rechtsschreibung angeht doch noch eher überdurchschnittlich unterwegs verglichen mit Altersgenossen. Die Schreib- und Sprechkompetenz nimmt immer weiter ab und CDU und ihre Anhängerschaft hat nichts anderes zu melden als dass die gendergerechte Sprache so schlimm für unsere Sprache sei... da fällt mir nichts mehr ein.

Verbot? Definitiv nicht, das ist kein Deut besser als der Zwang.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Teilgebiet meines Studiums
Andere Antwort

Das behördliche Schreiben einheitlich gestaltet sein sollten ist natürlich logisch. Ergo müssen dafür Vorgaben gemacht werden. Am besten meiner Ansicht nach sollte diese bundesweit einheitlich sein. Natürlich kann die jeweilige Regierung hier diese Vorgaben machen.

Ansonsten kann man der CDU Thüringen hier offensichtlich den Vorwurf machen, dass sie sich mit dieser plakativen Zurschaustellung einer eigentlich stink normalen Handlung, die im Normalfall völlig Nebensächlich stattfindet an sinnlosen Kulturkampfspirzenchen beteiligt um man demnach die Frage stellen kann, wieso man den nicht mit praktischen Forderungen punkten möchte.

Und dies ist natürlich auch recht leicht zu beantworten. Man kann mit Kulturkampf oft besser Punkten als praktische Veränderungen, Veränderungen die ggf. tatsächlichen nutzen haben.

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