BIN VERZWEIFELT... Pferd verkaufen oder behalten?

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Das Pferd in Gute Hände verkaufen 100%
Das Pferd behalten (kein Juniorenpferd) 0%

14 Antworten

Traumapferde sind ein komplettes Kapitel für sich und Mitleid ist der schlechteste Ratgeber beim Pferdekauf. Hab da auch meine Erfahrungen gemacht:

Mein Hengstle (Barockpinto) war damals auch noch ziemlich jung, 5 Jahre und kam von einem "professionellen" Hof. Alles musste in seiner Ausbildung schnell schnell gehen, keiner hat sich die Arbeit gemacht Details vernünftig einzuarbeiten und ihn in Ruhe alles erkunden zu lassen. Dazu kam noch, dass er zu Einzelhaft verdonnert war und niemand sich mit ihm abgeben wollte.

Eigentlich sollte er damals zum Abdecker, denn er galt als bösartig (war er auch teilweise), hinterlistig  und hat auch mich teilweise schwer verletzt, da waren die 3 gebrochenen Finger beim Einladen noch das geringste....

Als er dann bei mir auf dem Hof war, hab ich ihn erst mal ankommen lassen und 3 Wochen zu den anderen Hengsten gestellt, was ihn komplett verändert hat. Das war glaub ich Balsam für seine geschundene Seele und langsam konnte Vertrauen und auch Zuneigung wachsen in Verbindung mit immer dem selben Tagesablauf. Darauf baue ich nun seither stetig auf. Ein Verlasspferd für "Anfänger" wird er nicht mehr, dafür hat er zu viel mitmachen müssen, was sich nicht mehr gutmachen lässt, damit kann ich leben denn wenn Leistung gefordert wird, bekomme ich sie auch (mit paar Ausnahmen).

Geduld (auch wenn´s manchmal wirklich schwer fällt), rechtzeitiges Lob und Konsequenz sind die Grundfesten einer solchen Beziehung. Anders wird´s nix. Den "Draht" zu deinem Pferd musst du selber finden und auch beurteilen, ob du dir das alles wirklich zutraust, denn das ist ein harter und vor allem steiniger Weg. Ansonsten stell ihn auf einen Gnadenhof, wo er einfach Pferd sein kann, seine Kumpels um sich hat und nicht mehr geritten wird, das ist nix für einen Freizeitreiter, denn auch da gibt´s gute die ebenfalls Leistung fordern von ihren Pferden.

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Das Pferd in Gute Hände verkaufen

Dein Bericht ist ausführlich und nachvollziehbar. Du musst dich nicht rechtfertigen, du hast alles unternommen, um dem Pferd zu helfen. Jetzt musst du auch an dich denken, um - wie du sagst - dich weiterentwicklen kannst. Suche eine Freizeitreiterin, die mit ihm gut zurecht kommt, dann hat auch das Pferd die Möglichkeit auf ein Leben ohne Forderungen, die man natürlich an ihn stellen muss, wenn er auf Turnieren reiten soll.

Alles Gute!

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Armes Pferd. Auf Dauer dürftest Du mit dem Tier nicht zufrieden bleiben, weil du mehr willst. Der Hinweis, dass du "keine von denen bist, die nur auf Erfolg aus sind und wo sich nur die Trainer/Eltern hauptsächlich ums Pferd kümmern" sagt zwar, dass du dich zwar um dein Pferd kümmerst, aber der restliche Text lässt doch erkennen, dass du auf "mehr" aus bist, als nur mit dem Pferd durch die Gegend zu schippern....

Du hast das Tier aus schlechter Haltung übernommen, allerdings fehlt dir selber die Erfahrung, wie tatsächlich mit dem Tier umzugehen ist. Die Unterstützung des Profi-Trainers ist zwar gut, geht aber dennoch in die falsche Richtung, weil sie dazu dienen soll, das Pferd wieder in Richtung "Erfolg" bzw. "Funktion" zu bringen.

Meiner Meinung nach gehörte aber das Augenmerk bei solchen Pferden darauf, dass sie tatsächlich wieder Spaß an der Arbeit mit dem Menschen haben und über diesen Weg wieder Leistung bringen WOLLEN (und nicht, weil sie müssen). Die Überlegung, das Pferd zu verkaufen, dient ja deinem weiteren Fortkommen und birgt die Gefahr, das Pferd zu einem Wanderpokal verkommen zu lassen.

Als "Privatperson" Pferde zu kaufen, ist meiner Meinung nach fast ähnlich schwierig, wie ein gutes Pferd zu kaufen.

Die potentiellen Käufer erzählen dem oft gutherzigen Verkäufer, der einen möglichst guten Platz für das Tier haben will, ja oft genauso viele "Storys", wie umgekehrt der Pferdehändler einem Kaufinteressenten, was künftige Haltung etc. angeht. Oft überschätzen solche Käufer dann auch ihre eigenen Erfahrungen/Können. Wie oft trifft man auch auf die Denkweise, dass die Schwierigkeiten, die der Verkäufer mit dem Pferd hat, bei einem selber nicht zutreffen oder man sie beheben kann, weil man ja selber ein viel besserer Pferdemensch ist und mehr Erfahrung hat oder besser reiten kann.

Zudem ist das Pferd nicht ungefährlich. Einem unerfahrenen Freizeitreiter kann das Pferd zu gefährlich werden, bei einem "ambitionierten" Freizeitreiter kann es dazu kommen, dass das Pferd wieder falsch behandelt und zu viel gefordert wird.

Natürlich kannst du auch ganz viel Glück mit dem Käufer haben und da passt die Chemie. Aber da steckst du halt nicht drin....

Ich persönlich sähe meine Verantwortung für ein Tier darin, es zu behalten und so zu "nutzen", was mit ihm möglich ist, unter der Berücksichtigung, dass offenbar seine Vergangenheit noch nicht gänzlich verarbeitet ist und man hier noch ein bißchen "Arbeit" vor sich hat bzw. dem Pferd Zeit geben muss....

Wenn es meine finanziellen Verhältnisse irgendwann zulassen würden, würde ich mir dann ein zweites Pferd für meine Ambitionen zulegen.

Verbessern kann ich mich in der Zwischenzeit über guten Reitunterricht oder eine RB, mit der ich vielleicht auch Turniere gehen kann.

Da kauft man ein Pferd aus lauter Mitleid und wenn man dann feststellt, dass es die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllt, will man es wieder verkaufen. Das ist meiner Meinung nach auch nicht richtig und ich persönlich würde mit den "Folgen" davon leben....

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Kommentar von Elena1914
01.08.2016, 16:54

"Da kauft man ein Pferd aus lauter Mitleid und wenn man dann feststellt, dass es die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllt, will man es wieder verkaufen."

- Verkaufen will ich ihn, weil ich denke im würde es auf einer Koppel oder bei einer anderen Person einfach besser gehen. Ich stelle keinerlei Erwartungen an ihn, aber was er macht ist für mich echt zuviel, weil es A) Keinen Spaß macht und B) Es gefährlich wird. Zum anderen möchte ich ihm einfach auch eine möglichkeit geben, sein Pferdeleben auf der Koppel zu geniessen. Wir verkaufen ihn ja nicht an wild fremde Leute sondern an Bekannt. 

Dazu kommt auch noch, dass wir das Pferd aus Freizeit Gründen gekauft haben und nicht mit Turnierambitionen. Leider Gottes haben wir beide uns verändert und streben nun anderen Dingen hinterher. 

"Das ist meiner Meinung nach auch nicht richtig und ich persönlich würde mit den "Folgen" davon leben...."

- Ich kann locker damit leben, aber er fühlt sich dabei nicht wohl und das ist für mich ausschlaggebend. Ich bin mir sicher, dass es Leute gibt die mit ihm super zufrieden sind und wo auch er sich pudelwohl fühlt. 

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Ich würde ihn mal ins Internet stellen, alles schildern und dazu sagen dass du ihn für den Freizeitsport abgibst. Und dann warten bis du jemanden findest mit dem es passt, wenn du das Geld nicht dringend brauchst. Gleichzeitig würde ich mich mit deinem Trainer zusammen nach einem geeigneten Pferd für dich umsehen.

Für dein Pferd wird es besser sein, wenn er ein Freizeitpferd ist und auch du kannst dann mit dem richtigen Pferd deinen Weg einschlagen. So sind alle glücklich und niemand muss zurück stecken. :)

Ich wünsche euch beiden alles Gute!

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Kommentar von Elena1914
31.07.2016, 20:01

Auch Vielen Dank an deine Antwort!  

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Deine Argumentation ist ausführlich, sachlich und nachvollziehbar.

Ich finde Du solltest Dein Pferd in gute Hände abgeben und Dich mit einem neuen Pferd zusammen weiter entwickeln.

Damit tust Du euch beiden einen Gefallen.

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Ich würde mir das genau überlegen . Bei einem neuen Besitzer , der auch keine Geduld hat , würde er wieder weiter verkauft werden.
Was willst du im Sport erreichen ? Willst du zu Olympia ? Reiter gibt es wie Sand am Meer und so weit kommt fast keiner .
Du musst deinem Pferd Zeit geben und mit ihm arbeiten . Beginn ihn zu verstehen und wenn du auf Turnier fährst , geh es langsam an und gehe nicht gleich auf L Niveau und vielleicht beim nächsten mal auf E Niveau . Wenn es genug Vertrauen hat , wird es bestimmt klappen .
Dein Pferd bockt vielleicht , weil es Rückenschmerzen hat .
Und Menschen , die oft als ,, Profis '' bezeichnet werden , haben die schlimmsten Methoden und brechen den Willen des Pferdes .

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Kommentar von Elena1914
01.08.2016, 17:44

Wir sind ein E springen gegangen -_- und sonst noch weitere A springen. 

Der Osteo war gestern da- alles super in Ordnung

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Kommentar von HasiAmelie21
01.08.2016, 17:47

Willst du denn unbedingt Turniere reiten ? Manche mögen das nicht ( meins auch ) .
Passe vielleicht der Sattel nicht ?

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Kommentar von HasiAmelie21
01.08.2016, 18:52

Ich habe ein Pferd , das auch so war.
Es hat lange gedauert , aber jetzt ist sie brav wie ein Lamm und sie hat wieder richtig Spaß .
Hast du es vielleicht mal mit ohne Sattel reiten probiert ?ist es da genausö ?

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Kommentar von HasiAmelie21
02.08.2016, 01:24

Oh ja . Das ist ja sehr schwierig . Deine Verzweiflung kann ich echt verstehen .

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ein solches pferd gehört nicht in die hand eines "netten freizeitreiter". es sei denn, du hasst jemanden so sehr, dass du ihm gönnst, dass das pferd ihn umbringt.

ein solches pferd gehört in die hand eines geduldigen pferdetrainers oder auf den gnadenhof.

das pferd ist nicht "turrniersauer", sondern es ist insgesamt sauer - und es fehlt ihm das vertrauen. um sich das zu verdienen braucht es geduld und den passenden "draht" und jemand, bei dem das pferd einfach mal eine weile nichts "muss" und danach mit motivation dazu gebracht wird, dass es "will".

das kann ein normaler freizeitreiter nicht leisten.

es wäre dem pferd gegenüber unfair.

jedenfalls wirst du wohl nie wieder aus mitleid ein pferd kaufen...

ich kann bei der umfrage leider keine meinung ankreuzen. such dir den passenden pferdemenschen für das tier.

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Kommentar von Elena1914
31.07.2016, 20:10

Ja das stimmt wohl - nie wieder kaufe ich ein Pferd aus Mitleid! Ich habe ungelogen von Dezember bis April nichts von dem Pferd erwartet- also ich habe viel Bodenarbeit und Vertrauensübungen gemacht und bin Freizeit mäßig geritten. Jetzt mache ich eigentlich auch nichts anders.... ich war nur auf den 4 Turnieren :/ 

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Kommentar von Viowow
31.07.2016, 22:11

👍Tolle Antwort!

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Es gibt keine schwierigen Pferde. Jedes Pferd hat einen anderen Charakter. Warum tritt ein Pferd? Warum buckelt ein Pferd? Wird es richtig verstanden? Hat es nicht doch Schmerzen? Passt der Sattel? Ist das Zaumzeug in Ordnung. Es dauert Jahre bis man eingespielt ist. Lass dein Pferd nicht zum Wanderpokal werden, weil es schwierig erscheint. Vielleicht ist es zum Springen nicht geeignet, vielleicht macht es ihm kein Spass. Vielleicht ist er mehr für Dressur oder Western geeignet. Versetz dich in dein Pferd, es ist ein Lebewesen, kein Sportgerät für die eigenen Interessen. Manchmal muss man das einsehen.
"Pferde lügen nicht", hat mal Mark Rashid gesagt. Vielleicht fängst du mit Bodenarbeit (Horsemanship) an und arbeitest dich so zum reiten hin. Mache kleine Schritte, wie bei Kindern, die laufen lernen. Das Pferd sieht keinen Sinn darin über Stangen zu springen. Ein Pferd sieht keinen Sinn darin einen Reiter zu tragen. Es liegt nicht in seiner Natur. Also müssen wir es so hinbekommen, dass das Pferd dies für uns tut, indem es uns vertraut. Lg

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Kommentar von Yulia123456
01.08.2016, 23:18

oder das Pferd ist verunsichert, weil es den Druck spürt. Passe deine Interessen dem Pferd an und nicht das Pferd an deine Interessen. Und jeder Trainer sagt das: Ein Trainer der die sagt, dass du ne nulpe bist, würde ja auch nicht bezahlt werden ;)

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Dein Pferd vermisst einfach nur Pferd sein zu dürfen. Du schreibst, daß es abgemagert war als es zu Dir kam. Dazu gibt es sicher eine unschöne Geschichte. Mir scheint, es ist an der Zeit ihm ein schönes Leben auf einer Koppel zu bieten ohne Training und Reitzwang.Gönn es ihm und behalte es nach Möglichkeit. Das ist natütlich eine finanzielle Frage. Gib es aber wenn es sein muß nur in wirklich gute Hände!

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Kommentar von Elena1914
31.07.2016, 19:59

Danke für die Antwort. Darüber habe ich noch gar nicht so nachgedacht... auf die Koppel. Naja... er ist erst 11 Jahre aber war schon ziemlich früh auf Turnieren :/ 

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Das Pferd in Gute Hände verkaufen

Gib ihn in artgerechte Haltung ab und er wird deutlich entspannter sein.

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Kommentar von Elena1914
01.08.2016, 09:08

'artgerechte Haltung' hat er auch bei mir. Aber ich weiss was du meinst. 

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Dein Pferd ist doch auch nicht glücklich, was er klar mit seinem Verhalten zeigt. Du schreibst selbst, wird er nur freizeitgeritten, macht er mit.
Also, dann suche ihm ein neues Zuhause mit einem neuen verständnisvollen Besitzer.

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Kommentar von Elena1914
31.07.2016, 20:05

Da stimme ich dir zu das er nicht glücklich ist- zumindestens halbwegs. Er hat eine riesige Box die bis zu den Knien eingesträut ist, darf fast jeden Tag auf die Koppel und wird reitehrlich nicht sonderlich überfordert. Er hat halt nur bestimmte Dinge die er nicht mag :/ Wenn ich mit ihm draussen auf der Wiese bin, dann macht er auch mal ein paar Versammlungen und Gallopwechsel. Aber in der Halle tut er dann so als kenne er die nicht :/

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Kommentar von huldave
31.07.2016, 20:14

Es ist völlig in Ordnung wenn du ihn verkaufst, suche ihn einen guten Platz. Für deine weitere reiterliche Ausbildung alles Gute und auch ein geeignetes Pferd

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Würde ihn auf eine schöne große Wiese mit anderen Pferden/Ponys stellen und ihn wenn es möglich ist ein paar mal besuchen und dann kannst du ja auch mal während den Besuchen Freizeit reiten und ausreiten.:)

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Das Pferd in Gute Hände verkaufen

Das wird das beste für euch beide sein!

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Das Pferd in Gute Hände verkaufen

Du kannst es aber auch mit einem Pferdepsychologen versuchen. Wenns aber nicht hilft, wirst du in den sauren Apfel beissen müssen. Ich glaube nicht, dass du das Tier nur einfach abschieben willst. Du willst dich weiter entwickeln, was auch dein gutes Recht ist.

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Kommentar von Elena1914
31.07.2016, 19:58

sorry, der Pfeil nach unten wurde ausersehen gedrückt (bin noch ziemlich neu hier)

Pferdepsychogen haben wir drauf schauen lassen. Er meinte nur das ihn sehr wenig glücklich machen kann aber auch sehr wenig unglûcklich. Und er sagte noch, das er nicht ganz klar denken kann... was auch immer das heisst? 

Wenn ich ihn verkaufen würde, würde ich ihn unglaublich gerne ab und zu besuchen kommen. 

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