Bibel - Wie sollte man sie verstehen?

33 Antworten

Versuch einer kurzen Antwort auf eine schwierige Frage: In der Bibel sind überwiegend die Erfahrungen von Menschen aus verschiedenen Kulturen über einen Zeitraum von über 2000 Jahren mit Gott zusammengestellt. So vielfältig wie Menschen sind, so sind es auch die Erfahrungen. Wenn man/frau verstehen will was jene Menschen mit ihren Erzählungen und Aussagen vermitteln wollten sollte man die Umstände der Entstehung kennen+ nach dem "Sitz im Leben" Fragen. Das ist oft recht kompliziert, da viele andere Wissenschaften miteinbezogen werden müssen. Deswegen ist das Studium (z.B. Theologie, Bibelwissenschaften) sehr komplex, lange aber hochinteressant. Vieles in der Bibel kann man aber auch mit dem Herzen + sogar mit dem Verstand + nachdenken verstehen, z.B. Jesus + die Frau am Brunnen, Gleichnisse, Psalmen (=Lieder), das Buch Kohelet (Prediger) + "liebe deinen nächsten wie sich selbst"

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Die Bibel ist ein von Menschen gemachtes Buch, das die jeweiligen Auffassungen der vielen unterschiedlichen Autoren über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten abbildet.

Die Bibel ist nicht Geschichte, sie besteht aus Geschichten.

Wenn man so will, kann man die Bibel als ein buntes Sammelsurium betrachten, als einen Selbstbedienungsladen, aus dem sich jeder bedient, wie er mag.

So kann der intolerante Fundamentalist wunderbar mit der Bibel auf die bösen Homosexuellen schimpfen und es schade finden, dass sie heute nicht mehr gesteinigt werden. So kann aber auch der Menschenfreund auf das von den Evangelien berichtete Leben Jesu hinweisen und sein Leben an menschenfreundlichen Zielen orientieren.

Es ist wie mit dem Beton: Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Gruß, earnest

Wie soll man sie verstehen? Gar nicht. Warum soll ich auf das hören, was welche vor 2000 Jahren geschrieben haben, die Welt hat sich verändert, aber die Bibel nicht (oder eigentlich schon, ich glaube nicht das das noch alles original ist.) Die Werte, die es zu vermitteln sucht sind teilweise gut, aber es gibt Stellen die einige zu wörtlich nehmen und dass ist einfach traurig, dass Verbrechen, die man begeht auf ein 2000 Jahres altes Buch schiebt und dann sagt man tut den Willen Gottes.

Das ist ein wirkliches Verbrechen, da muss ich dir zustimmen. Auch ich merke immer wieder das ich Bibelstellen finde die mir völlig zuwider sind. ABER die Bibel gibt auch einen Weg an, und wenn man versucht das gute zu suchen, in dem Buch aller Bücher, kann es einem im Leben helfen.

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Für mich ist die Bibel nichts weiter als ein Roman mit jeder Menge Logiklücken.

Ich habe rein gar nichts dagegen, wenn jemand sie wertschätzt, aber ich selbst kann mit dem Ding nichts anfangen.

Klar, sie vermittelt ein paar Grundsätze (Mord ist schlecht), die man allerdings auch ohne Bibel als selbstverständlich ansehen sollte. Es steht aber mindestens genau so viel Mist drin: Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib. Das ist Unsinn: Begehren ist vollkommen in Ordnung. Wenn man anfängt, das Mädel auszuspannen, dann wird es grenzwertig.

Also, ich würde die Bibel definitiv nicht beim Wort nehmen!

Die Bibel enthält wertvolle Regeln und Anweisungen, die das Zusammenleben der Menschen besser, friedlicher und lebenswerter machen. Das kleidet sie in Gleichnisse und Geschichten, weil die Menschen dieser Zeit es dann besser verstanden und behielten.

Diese Gleichnisse wörtlich zu nehmen, ist etwa das Gleiche, wie wenn Du zu einem Insektizid greifst, wenn jemand zu Dir sagt, ihm sei "eine Laus über die Leber" gelaufen.

Zugleich ist die Bibel aber auch – wie übrigens jede Heilslehre auf dieser Welt – ein ideales und immer wieder genutztes Instrument, um Menschen zu versklaven und zu diskriminieren. Das Böse und das Gute janusartig vereint – wie bei der Kernenergie. Mir schaudert! Zum Glück schützt und beglückt mich mein Atheismus.

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