Beerdigung; Offener Sarg, Leichnahm anschauen oder nicht?

16 Antworten

Wenn du noch keine Leiche gesehen hast, weiß ich nicht wie du darauf reagierest. Es kommt auch darauf an, wie du mit dem Thema Tod umgehst. Wenn du Angst hast, würde ich dir abraten an den offenen Sarg zu gehen. De Körper eines Toten verändert sich und es kann sein, dass sein/ihr Gesicht nicht mehr ganz so aussieht wie du es kennst. Ich habe meine Großeltern im offenen Sarg gesehen und bin zusammengebrochen. Also mir macht dieser Anblick zu viel Angst, dass ich es nicht mehr will. Ich Wünsche dir viel Kraft für morgen. Lg Noraline

Wenn du die Person noch einmal sehen möchtest, dann kannst du das tun, ich habe meine Opa auch vor kurzem erst noch in seinem Sarg gesehen und habe trotzdem gute Erinnerungen an ihn ... ich finde es nicht schlimm, die Toten sind ja auch immer noch ein bisschen hergerichtet und so.

Es kommt darauf an WIE ein Mensch starb.

Einen Menschen, welcher von einem Zug erfasst wurde wird man meistens nicht mehr ansehen dürfen

In den USA gibt es eher Menschen, welche die Verstorbenen auch bei extremsten Verletzungen noch herrichten können.(Thalassiker glaube ich heißen die) In Deutschland recht selten

Ich kenne die Situation vom Tod der Oma meines ExMannes. Sie stand mir nicht soooo nah, aber ich hatte sie doch sehr lieb gewonnen.

Ich dachte, es wäre weit schlimmer, aber man erwartet auch das typische Bild eines toten Körpers, aber es liegt ein Mensch... so, wie man ihn in Erinnerung behalten möchte und wird (weil der Leichnam hergerichtet wurde)... einfach nur ganz still da... es beruhigt einen sehr! Auch wenn man weiß, dass dieser Mensch unumkehrbar "gehen wird".

Im Januar letzten Jahres starb meine älteste Schwester. Ich habe sie gesehen, wie sie hergerichtet auf ihrem Sterbebett lag ... und ich war dankbar dafür. Man hatte sie hübsch zurechtgemacht, und ich saß weit über eine Stunde da, um mich von ihr zu verabschieden.

Leichen sehen nicht so "schlimm" aus, wie man sich das heute so vorstellt und wie man das im Fernsehen häufig zu sehen bekommt; der Anblick ist meist alles andere als "grausam". Die befürchteten seelischen Folgen kommen wohl eher daher, dass unsere heutige Gesellschaft den Tod (auch den eigenen Tod!) beiseite geschoben wird, dass sich fast niemand mehr mit dem (eigenen) Tod ins Auge sehen möchte. Man hat Angst vor dem engültigen "Ende", weil man sich mit vielen unangenehmen Themen beschäftigen muss. Und darum möchte auch keinen Toten "in natura" sehen. Noch vor wenigen Jahrzehnten führte man selbt Kleinstkinder an die Toten heran; in vielen Gegenenden war es sogar Brauch, dass selbst Kinder die Hand des Toten als letzte Ehre küssten. Auch meinen toten Vater (ich war damals noch nicht mal vierzehn) habe ich sowohl auf dem Totenbett als auch im offenen Sarg gesehen ... und war auch schon damals dankbar, mich nochmals in aller Ruhe von ihm verabschieden zu dürfen!

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