Babyblindschleiche gefunden, Nahrung?

5 Antworten

Alle unsere einheimischen Reptilien - also auch die Blindschleiche - steht unter Artenschutz. Wenn das Tier ernsthaft verletzt ist dann ist es ok sich um das Tier so lange zu kümmern - aber eben nur dann.

Sei dir aber bewusst was für einen enormen Aufwand du in den kommenden Wochen / Monaten betreiben musst. Das Ganze wird dich auch einiges Kosten. Rechne mal mit so 100 Euro. Schliesslich kannst du das Tier nicht mehr im November oder Dezember einfach raussetzen. Du wirst das Tier also bis ins Frühjahr hinein - also so Mitte April - Anfang Mai an der Backe haben.

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Als Futter eignen sich alle Insekten, Spinnen, Würmer etc. die das Tier überwältigen kann. Es dürfte aber wesentlich einfacher sein in einer Zoohandlung Heimchen, Grillen, Heuschrecken etc. in passender Größe zu kaufen. Beachte bitte, dass die gekauften Futtertiere mit geeigneten Mitteln (z.b. mit Korvimin ZVT) bestäubt werden müssen damit sie die richtigen Nährstoffe haben. Mehlwürmer sind ungeeignet da sie sehr viel Protein enthalten. Das Tier verfettet. Das ist wie Fast-Fodd für uns. 1x im Monat ok, aber nicht dauerhaft.

Sei dir bewusst, dass das Tier zur Verdauung Wärme braucht. Wenn du das Tier also fütterst musst du das Becken in dem du das Tier hälst mit einem Wärmespot beleuchten.

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Das Tier bereitet sich bereits auf den kommenden Winter und die Winterstarre vor. Dazu muss der Verdauungstrakt des Tieres leer sein. Das ist überlebenswichtig da es sonst während der Winterstarre stirbt. Das Tier stellt deshalb rund 2 Wochen vorher das Fressen ein. Damit das Tier weiss wann es soweit ist ist es wichtig dass es die kalten Temperaturen draussen mitbekommt. Vor allem die Absenkung in der Nacht. Wenn du das Tier also in der Wohnung hälst wird es sich nicht auf die Winterstarre vorbereiten können.

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Mein Rat:

Ist das Tier ernsthaft verletzt suche dir fachkundige Hilfe - ponyfliege hat dir dazu was geschrieben. Wie ich schon erwähnt habe ist die Pflege unserer einheimischen Reptilien arbeitsaufwändig, erfordert Fachwissen und ist teuer (Ausstattung, Beleuchtung, Strom und Futterkosten). Du wirst das tier sonst bis in den Frühling bei dir haben müssen.

Ist das Tier nicht ernsthaft verletzt dann setze es bitte heute noch raus. Jeder Tag zählt. Heute ist es noch richtig angenehm warm. Ab Morgen soll es kalt werden - evtl zu kalt um da ein Reptil auszusetzen. Die Tiere leben seit hunderttausenden von Jahren in unserer Region und sind perfekt zum Überleben angepasst. Der einzige Grund warum die Tiere in ihrem Bestand gefährend sind sind wir Menschen. Wir zerstören ihren Lebensraum und halten zig Millionen von Katzen die sehr gerne unsere einheimischen Reptilien fressen.

hi,

wo ist das tier verletzt? wenn es am hinteren drittel des körpers ist, wird sie vermutlich versucht haben, ihren schwanz abzuwerfen.

nichtsdestotrotz hast du gesetzeswidrig gehandelt und das tier wird in deiner unwissenden hand zu 99% eingehen. daher möchte ich dir empfehlen, sie umgehend dort wieder auszusetzen, wo du sie gefunden hast. sie wird sich ein passendes überwinterungsplätzchen suchen. bei dir zuhause ist es viel zu warm und sie kann den stoffwechsel nicht herunterfahren. das wird ihrem immunsystem schaden und sie wird leiden.

lg jana

gib sie bei einer auffangstation für wildtiere ab. kontakt erfährst du über das nächste tierheim, den tierschutz oder den zoo.

es ist verboten, der natur wildtiere zu entnehmen.

ich finde, wenn man von einer sorte tiere keine ahnung hat, sollte man es jemandem überlassen, der es fachgerecht versorgen kann, bis es zur wiederauswilderung bereit ist.

übrigens verfallen reptilien über den winter in kältestarre. sie verlangsamen ihren stoffwechsel und brauchen annähernd keine nahrung.

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