Ausrufen der Republik?

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Ausrufen heißt so viel wie 'bekannt machen' oder 'offiziell verkünden'.

In diesem Fall wird also die Deutsche Republik bzw. deren Gründung offiziell verkündet.

Allerdings hieß der Kerl damals bestimmt nicht Schneidermann

Scheidemann = Vaginamann, so dachte evtl. der/die FS und fing an sich zu schämen, wollte so offensichtlich vermeindliche Peinlichkeiten vermeiden.

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@voayager

Na und jetzt? Der Kerl hieß trotzdem nicht Schneidermann und dementsprechend kein Grund seinen Namen zu verunstalten.

Ich kenne historische Persönlichkeiten mit viel dämlicheren Namen als Scheidemann und wenn ich über die Schreibe werden die auch nicht geändert

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@BeviBaby

Es sollte ein Spott des/der FS sein, solch eine Unbildung gepachtet zu haben.

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Bekanntlich hatte Wilhelm II. das Weite gesucht.
Die SPD wähnte gar eine Revolution, die sie verhindern wollte.
Die SPD koalierte mit den Rechtskonservativen und war gar bereit eine konstitutionelle Monarchie zu akzeptieren.
Zu diesem Zweck kungelte sie mit Max von Baden, einem Hohenzollernprinzen.
Dieser zeigte jedoch keine Lust die Kastanien aus dem Feuer zu ziehen und überließ es Ebert (SPD).

So kam es dazu, dass Scheidemann (SPD) aus dem Fenster brüllte eben die bürgerliche Republik ausrufend. Und Liebknecht zur gleichen Zeit den Massen die Räte Republik verkündete.

Einmal auf dem Weg, instrumentalisierte Noske (SPD) die Reichswehr und es hieß: "lasst euch nicht verdrießen, der Noske lässt schießen", auf eben die Arbeiter.
Die Reichswehr fakelte nicht lange und brachte Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht um die Ecke, im Auftrag Noskes.
Von nun an machte unter den Arbeitern der Slogan die Runde "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten".

Der weitere Verlauf ist bekannt.
Im Wald von Compiegne unterschrieb Enzenberger (Konservative) den Waffenstillstand, einschließlich der Reparationszahlungen, mit dem Segen Eberts (SPD).
Kurz darauf akzeptierte das SPD Kabinett den Dikatfrieden von Versaille, einschließlich Schuldanerkenntnis für den Ersten Weltkrieg.
Old Hitler trabte an, offen erklärend, die Republik zu beseitigen, mit sattsam bekanntem Ausgang.

Seither hat es in Deutschland eine Maßeinheit für den Abstand zwischen zwei historischen Desastern, eine SPD.
Heute hat es Ähnlichkeiten mit der Weimarer Republik, siehe Agenda 2010 der SPD und die Austerität der CDU (siehe Brüning (Zentrumspartei), am Ende der Weimarer Republik).

Altkanzler Kohl (CDU): "Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen sie zu wiederholen".

Die SPD koalierte nicht mit den Rechtskonservativen, sondern ab dem 10. November 1918 gab es als eine vorläufige Regierung den „Rat der Volksbeauftragten“, in dem neben der SPD bis zum 29. Dezember 1918 auch die USPD vertreten war. Am 13. Februar 1919 bildete die SPD eine Koalitionsregierung (Kabinett Scheidemann; Philipp Scheidemann war Reichsministerpräsident) mit der DDP (Deutsche Demokratische Partei) und der Deutschen Zentrumspartei (Zentrum).

Max von Baden war ein Prinz des Hauses Baden, kein Hohenzollernprinz.

Zum Waffenstillstandsabkommen gehörten keine Reparationszahlungen. Das Waffenstillstandsabkommen hat Matthias Erzberger (Deutsche Zentrumspartei, kurz: Zentrum) unterzeichnet. Den Friedensvertrag von Versailles hat die Deutsche Nationalversammlung mit Mehrheit (eher ungern unter Druck eines Ultimatums der Siegermächte und einem drohenden Einmarsch) akzeptiert (auch Erzberger), nachdem keine Abänderung der Bedingungen mehr erreicht werden konnte. Als Vertreter der deutschen Regierung (inzwischen Kabinett Bauer; Gustav Bauer [SPD] war Reichsministerpräsident bzw. ab dem 14. August 1919 Reichskanzler, nachdem die neue Verfassung in Kraft getreten war, die den Posten des Regierungschefs Reichskanzler nannte) haben Hermann Müller (SPD) und Johannes Bell (Zentrum) den Vertrag unterzeichnet.

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aber was hatte das jetzt genau zu bedeuten?

Was Scheidemann getan hat, war ein symbolischer und zugleich revolutionärer Akt, der allerdings verfassungsrechtlich bedeutungslos war. Denn in einem demokratischen Staatswesen - und das war das Deutsche Reich seit seiner Parlamentarisierung im Oktober 1918 - kann ein Einzelner, auch wenn er der Regierung angehört, nicht eigenmächtig über die Staatsform bzw. ihre Veränderung entscheiden.

Entsprechend verärgert war Kanzler Friedrich Ebert, weil Scheidemann sein Vorgehen mit ihm nicht abgesprochen hatte. Ebert wollte eine demokratische Entscheidung über die zukünftige Staatsform des Deutschen Reiches, die eine demokratisch gewählte Nationalversammlung treffen sollte. Und so ist es dann auch geschehen.

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Das Deutsch Reich wurde danach zur Republik. Nach der Ausrufung hat dann der Reichskanzler Max von Baden verkündet, dass der Kaiser Willhelm 2 abgedankt hat (hatte er aber nicht). Als der Kaiser das erfuhr floh er und unterschrieb später die Abdankungsurkunde.

Dadurch wurde die Monarchie abgeschafft.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ist mein Lieblingsfach in der Schule nach Kunst 🙃

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