Aufladen eines Kondensators ohne Strom?

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5 Antworten

Ein Kondensator lädt sich auf, indem die Ladung von einer Platte auf die Andere verschoben wird.

Das geht nur, wenn es eine Möglichkeit gibt, dass sich die Ladungsträger von einer Platte auf die Andere Seite bewegen. Und es braucht eine Potentialdifferenz (Elektrisches Feld im Kondensator), damit die Elektronen sich bewegen.

Aber wenn ich den neutralen (-) Bereich des C an den negativen Pol der Batterie anstecke, dann müsste ja die Batterie die Elektronen auf den Kondensator raufdrücken, oder ist das anders?

Wenn du eine der Platten an den (-) Pol anschließt passiert gar nichts.

Eine Spannungsquelle besteht aus räumlich getrennten Ladungsträgern (+ und -).

Das heißt, wenn du eine Platte an den (-) Pol anschließt, dann gibt es da nichts, was die Ladungsträger "raufdrücken" könnte. Erst, wenn der Pluspol dazu kommt, entsteht ein Elektrisches Feld im Kondensator und die Elektronen wechseln die Platten.

Ich glaube, du bist der erste, der mir das logisch erklären konnte.

Bedeutet das, wenn man ein 10km langes Kabel - als Vergleich - an den Minuspol anschließt, dass dieses Kabel sich NICHT negativ auflädt, obwohl sich die Elektronen auf Grund der elektromagnetischen Abstoßung ausdehnen, weil da kein Platz wäre?


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@Usedefault

Es ist eher so. Betrachten wir eine Analogie:

Du hast ein Rohr mit diesem Rohr willst du Wasser pumpen. Das geht nur dann wenn oben ein anderer Druck herrscht als Unten..

Man sorgt oben für Unterdruck und dadurch wird das Wasser hochgedrückt. Das heißt je größer der Unterdruck, desto Schneller wird das Wasser hochgepumpt.

So ähnlich verhält es sich mit einer Spannungsquelle:

Das Minuspol ist ein Ort "niedrigen Drucks" und das Pluspol ist ein Ort "hohen Drucks".

Ich Zusammenhang mit Elektrizität spricht man natürlich nicht von Druck, sondern von Potential.

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@Usedefault

Vom Ansatz her richtig.

Nur ist der Grund nicht Platzmangel, sondern die elektrische Abstoßung.
Wenn eine bestimmte Anzahl Elektronen in den Draht geflossen sind, ist der so stark negativ geladen, dass er weitere Elektronen schlicht und einfach elektrostatisch abstößt.

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Weil zur elektrischen Aufladung eine elektrische Spannung, also eine Potentialdifferenz benötigt wird. Dazu gehören immer zwei Pole.  Anders ist gar kein Stromkreis zu schließen. 

Der Kondensator ist wie jedes andere Bauelement in gewisser Weise ein Widerstand, dieser nimmt zum Ende der "Ladezeit" zu bis er im Prinzip unendlich wird. Solange an einem Pol keine Verbindung zur Spannungsquelle besteht, ist quasi der Widerstand so groß, dass kein Ladestrom fließen kann.

Aber wenn ich den neutralen (-) Bereich des C an den negativen Pol der Batterie anstecke, dann müsste ja die Batterie die Elektronen auf den Kondensator raufdrücken, oder ist das anders?

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Weil keine Elektronen (ohne Spannungsdifferenz) fließen.

Weil dann kein Strom fließt

Warum muss Strom fließen, um den Kondensator aufzuladen? Der Kondensator ist ja bloß 2 Platten mit unterschiedlicher Ladung und warum kann man diese Platten nicht einzeln positiv und negativ aufladen?

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@Usedefault

Ladungsverschiebungen können nicht ohne Stromfluss stattfinden. Und die Kondensatorplatten werden gegenpolig aufgeladen. Da kann sich keine Platte ohne die gegenpolige Platte aufladen, das geht nur gleichzeitig. Siehe Wiki "Influenz".

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