An welcher Stelle ertränkt Gretchen ihr Kind?

4 Antworten

Eine derartige Textstelle gibt es nicht, nur Sätze in der Kerker-Szene.

Ob sie die Mörderin ihres Kindes ist, bleibt rätselhaft; denn:

Zeilen 4443-4446

> Laß mich nur erst das Kind noch tränken. ...

Sie nahmen mir´s, um mich zu kränken,

Und sagen nun, ich hätt es umgebracht. <

Haben irgendwelche Leute tatsächlich das uneheliche Kind mitgenommen?! Oder entspringt diese Meinung der geistigen Verwirrung Gretchens? Tötete sie ihr Kind aus Angst, man würde es ihr wegnehmen? Tötete sie ihr Kind, weil es unehelich, also christlich sündhaft geboren war?

Zeile 4508 > Mein Kind hab ich ertränkt. <

Sie erklärt auch den Ort des Mordes, denn Faust soll sein Kind schnell retten. Aber ist das ein realer Ort?

Zeilen 4553-4562

> Fort! immer den Weg/am Bach hinauf,/Links, wo die Planke steht, /Im Teich./Faß es nur gleich!/Es will sich heben,/Es zappelt noch!/Rette! rette! <

Gretchen soll in der Tragödie eine versehentliche Muttermörderin und absichtliche Kindsmörderin sein, damit sie zur Todesstrafe verurteilt wird, damit sie dadurch, weil diese Todesstrafe als göttlich gerechte Strafe bewertet wurde, von Gott aus den bösen Fängen des mephistophelischen Faust ins jenseitige Paradies gerettet wird.

Das reale Vorbild Gretchens, die Kindsmörderin Susann M. Brandt erstach ihr uneheliches Kind mit einer Schere, die man im Kriminalmuseum in Frankfurt besichtigen kann; Susann wurde 1772 auf dem Frankfurter Römer als Todesstrafe enthauptet. Goethe interessierte sich für den ganzen Prozess und verknüpfte die Tragödie seiner Mutter- und Kindsmörderin Gretchen mit dem traditionellen Faust-Stoff.

Das kommt nicht direkt vor. Nach der Tat zeigt Gretchen, dass sie es getan hat:

Kerkerszene:

Ich bin nun ganz in deiner Macht.

Laß mich nur erst das Kind noch tränken.

Ich herzt es diese ganze Nacht;

Sie nahmen mir's, um mich zu kränken,

Und sagen nun, ich hätt es umgebracht.

Und niemals werd ich wieder froh..

Sie singen Lieder auf mich! Es ist bös von den Leuten!

...

Meine Mutter hab ich umgebracht,

Mein Kind hab ich ertränkt.

War es nicht dir und mir geschenkt?

Dir auch. –

IMHO sagt sie: "Die Leute sagen, ich hätte meine Mutter umgebracht und mein Kind ertränkt."
So ist der Text darüber zu interpretieren. Da steht nämlich als Realität ganz was anderes!

Und der Konjunktiv von "hab" heißt auch "hab".

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Das Schwein heißt ja letztlich Dr. Faust.

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@Volens

Nein, Indikativ. Sie hat es ertränkt. Sie ist die Mörderin. Klar, er ist der Verführer. Deshalb heißt es ja ganz am Ende: "Ist gerichtet. - Ist gerettet."

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Soweit ich mich erinnere, wird das gar nicht beschrieben. Gretchen erzählt im Kerker, dass sie es getan hat, aber nicht wann.

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