abtreibung mit 17 ohne Eltern?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Du hast dank armeskaenguru und CalicoSkies schon richtige Antworten erhalten. Damit die zum "in die Tonne drücken" - Antworten nicht überwiegen, gebe ich auch noch eine.

Ist die Schwangerschaft durch einen Frauenarzt bestätigt oder zunächst eine panische Vermutung?

In einer Schwangerschaftkonfliktsituation ist in jedem Alter keine Option leicht und jede Entscheidung schwer zu treffen. Vielleicht wäre moralische Unterstützung gut für dich und es sogar besser, auch deine Eltern mit ins Boot zu holen. Meist ist die Reaktion gar nicht so "schrecklich" wie befürchtet.

Viele Jugendliche haben Angst davor, ihrer Mutter oder ihren Eltern zu erzählen, dass sie schwanger sind. Die meisten jungen Frauen, die sich ihrer Mutter oder ihrem Vater anvertrauen, erfahren Unterstützung – oft viel mehr, als sie zunächst gedacht haben.

Aber für einen Schwangerschaftsabbruch brauchst du nicht die Erlaubnis deiner Eltern.

Bei über 16 Jahren alten Mädchen geht man meistens davon aus, dass sie selbst entscheiden können, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen möchten oder nicht, auch ohne die Eltern zu fragen.

In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch nach der Fristenregelung in den ersten drei Monaten (bis zur 14. Schwangerschaftswoche gerechnet nach dem ersten Tag der letzten Regel) straffrei.

Am besten vereinbarst du einen Termin z.B. bei der

http://www.profamilia.de/fachpersonal/beraterinnen/schwangerschaftsberatung.html

für eine Schwangerschaftskonfliktberatung. Dieses Gespräch kannst und solltest du selbstverständlich auch ohne den erklärten Wunsch um einen Schwangerschaftsabbruch nutzen. Zudem benötigst du den Beratungsschein für einen etwaigen Schwangerschaftsabbruch. Dort erhälst du nützlichen, individuellen und unparteiischen Rat und Hilfe bei deiner Entscheidung, wie es denn nun weiter gehen soll.

Eine Schwangerschaftskonfliktberatung umfasst die Konfliktklärung hinsichtlich der emotionalen, seelischen, partnerschaftlichen und lebensplanerischen Aspekten von Elternschaft bzw. eines Schwangerschaftsabbruchs. Sie gibt Informationen über staatliche und andere Sozialleistungen und Unterstützungen – Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt, Wohngeld, existenzielle Leistungen.

Du erhälst dort eine medizinische Aufklärung hinsichtlich eines operativen oder medikamentösen Eingriffs, eine Erläuterung der Rechtsgrundlage und bekommst die Kosten und Finanzierung eines Schwangerschaftsabbruchs erklärt.

Da du wahrscheinlich über kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen (derzeit 1.075 € netto) beziehst, kannst du einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Die Kosten werden von dem Bundesland, in dem du lebst, übernommen, den Antrag musst du jedoch bei deiner Krankenkasse stellen. Davon bekommen deine Eltern nichts mit.

In der Beratung kann auch der potentiell werdende Vater oder eine andere Vertrauensperson oder deine Eltern anwesend sein, wenn du das möchtest. Wenn du dich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidest, hast du das Recht auf umfassende Beratung, angemessene ärztliche Versorgung und respektvolle Behandlung.

Ich wünsche dir die Kraft, deine Entscheidung zu treffen, die für deine jetzige Lebenslage und Lebensplanung richtig ist und von Herzen alles Gute!


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isebise50
24.06.2016, 16:53

Vielen Dank für deine Auszeichnung larraa998 und nochmal alles, alles Gute für dich!

1

Hallo

Du musst bei der Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dieser muss vor der Abtreibung gestellt werden.

Ist die Schwangerschaft durch einen Frauenarzt bestätigt? Warst Du bei einem Beratungsgespräch, z. B. Pro Familia? Mit diesen kannst Du auch alles besprechen über das Vorgehen, dass die Eltern nichts mitbekommen.

Eine Abtreibung ist mit einer Bedenkfrist von 3 Tagen nach dem Beratungsgespräch möglich.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Servus,

Ja, das ist möglich.

Bei Patienten zwischen 16 und 18 gehen Ärzte normalerweise von der Einwilligungsfähigkeit der Patientin in den Schwangerschaftsabbruch aus, das heißt deine Eltern werden nicht informiert.

Wenn du ein geringeres EInkommen hast als 1000€ netto, dann kostet dich ein Schwangerschaftsabbruch überhaupt nichts - die Kosten werden vom Land über eine öffentliche Krankenkasse (die nicht zwangsläufig deine eigene ist) völlig übernommen.

Ich würde dir einen Termin bei Pro Familia empfehlen - dort kannst du dich beraten lassen (sog. Schwangerschaftskonfliktberatung) und die können dir konkret sagen, wie du weiter vorgehen musst (auch was die Kostenübernahme angeht)

Deine Eltern merken normalerweise gar nichts davon - ein Schwangerschaftsabbruch in der Frühphase ist rein medikamentös, ohne jeglichen Klinikaufenthalt; psychische oder physische Komplikationen sind äußerst selten (seltener wie bei einer Geburt)

Lass dich nicht verrückt machen - ein Schwangerschaftsabbruch ist deine Entscheidung und du solltest dir da nicht reinreden lassen von Menschen, die dir Schuldgefühle o.Ä. einreden möchten.

Suche eine Pro Familia Stelle auf, dann geht der Rest seinen Lauf :)

Lg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Abtreibung unter 18: Gesetzeslage

Abtreibung ohne Wissen der Eltern

Eine minderjährige Schwangere kann nicht ohne weiteres ohne Wissen der Eltern abtreiben. Grund: es muss sichergestellt sein, dass der Schwangeren die Tragweite einer Entscheidung für oder gegen ein Kind bewusst ist. Eine Ausnahme darf derArzt nur dann machen, wenn er bei der minderjährigen Schwangeren den nötigen „Reifegrad“ voraussetzt, damit sie überblickt, was für unwiderrufliche Konsequenzen eine Abtreibung hat. Einige Ärzte lehnen es allerdings ab, solche Ausnahmen zu machen.


Wenn die eigenen Eltern gegen das Kind sind

Junge Schwangere fürchten vielleicht, dass die eigenen Eltern gegen das Kind sind und eine Abtreibung befürworten könnten. Das kann für die eigene Entscheidung Ja oder Nein verunsichernd wirken. Auch in diesem Fall sollte sich die Schwangere an eine Beratungsstelle wenden. Eine gute Beraterin kann auch dabei helfen,den Eltern die Nachricht beizubringen und mit ihnen gemeinsam einen Plan für die junge Mutter mit ihrem Kind zu entwickeln.

In keinem Fall können die Eltern ihre minderjährige Tochter zu einer Abtreibung zwingen. Sie haben kein Recht,ihre Tochter unter Druck zu setzen, z.B. indem sie ihr mit dem Rauswurf drohen, falls sie sich für das Kind entscheiden sollte.

https://www.profemina.org/info-abtreibung/straffreie-abtreibung/abtreibung-unter-18-gesetzeslage/



Du solltest auch bedenken, das eine Abtreibung sowohl osychisch als auch physisch Porbleme aufwerfen kann. Deine Eltern sollten Bescheid wissen, stell dir mal vor es gibt Komplikationen und du hast eine GM-Entzündung oder ähnliches...wenn du da Nachsorge bruachts und die nicht bekommst, weil deine Eltern es nicht wissen und du dich nicht traust es ihnen zu sagen...das kann böse ausgehen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isebise50
24.06.2016, 16:31


Natürlich ist kein medizinischer Eingriff ohne Risiko.

Jedoch geht aus zahlreichen Studien eindeutig hervor, dass die
Komplikationen des fachlich einwandfrei durchgeführten frühzeitigen Schwangerschaftsabbruchs gering sind, deutlich geringer als jene einer Geburt.

Die meisten seriösen Studien (z.B der WHO) kommen zu dem Schluss, dass Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch kein erhöhtes Risiko für oft von Abtreibungsgegnern angstmachend aufgeführte Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit, Probleme bei späteren Schwangerschaften und Geburten (Eileiterschwangerschaft, Fehlgeburt, Frühgeburt, Geburtskomplikationen, niedriges Geburtsgewicht, Missbildung oder Totgeburt des Kindes) haben als Frauen, die nie eine Abtreibung hatten.

Frauen leiden nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht häufiger
unter psychischen Problemen als Frauen im allgemeinen.

Frauen, die gegen ihren Willen ein Kind zur Welt bringen mussten,
und ungewollte Kinder haben häufiger psychische und psychosomatische Probleme als Frauen, die abgetrieben haben bzw. als erwünschte Kinder.

1

Erst ab 18 Jahren ist man volljährig und kann über eine OP oder invasiven Eingriff selber entscheiden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isebise50
24.06.2016, 16:50

Grundsätzlich ist ein Minderjähriger selbst befugt, in ärztliche Behandlungen einzuwilligen oder diesen zu widersprechen. Er muss allerdings aufgrund seiner geistigen Reife, die im Wesentlichen von seinem Alter und seiner intellektuellen Entwicklung abhängt, in der Lage sein, die Konsequenzen für die Einwilligung in eine konkrete Behandlung selbst zu überblicken (BGH, NJW 1959, 811).

In der Regel wird diese Fähigkeit erst ab Vollendung des 14. Lebensjahrs eines Kindes angenommen werden können.
1

Was ist denn dabei es den Eltern zu sagen? Mano, was sind das für Verhältnisse? Wir reden über alles bei uns. Da gibt es keine Geheimnisse. Wie sonst sollte man sich gegenseitig helfen? 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von BellaBoo
22.06.2016, 16:37

Ich verstehe es auch nicht. Meine Kinder haben Vertrauen zu mir, sie wissen, das ich sie bei jeder Entscheidung unterstützen würde, egal ob für oder gegen das Kind.

Aber ich kenne aus meinem Bekanntenkreis auch Fälle, wo ich es nachvollziehen kann, das sie nicht mit den Eltern darüber reden. Wenn die Eltern sehr streng sind, sehr rigide Moralvorstellungen haben...Es gibt halt auch sehr intolerante Eltern, die das Leben der Kinder unter Kontrolle haben wollen und ihnen keine eigenen Entscheidungen zugestehen.

1

Das kommt darauf an ob  Deine Eltern privat oder pflichtversichert sind. Denn als Privat-Patient bekommt man alle Rechnungen nach Hause geschickt.

Ich persönlich kann Dir eine Abtreibung ohne Wissen der Eltern nicht empfehlen, denn dann stehtst Du nacher auch alleine da mit Deinen wahren Gedanken und Gefühlen. Und dazu kommt noch die Angst, dass es doch irgendwann, irgendwie auffliegt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isebise50
24.06.2016, 16:41

Auch Frauen, die nicht bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können im Falle eines Schwangerschaftsabbruchs Leistungen der Krankenkasse entsprechend § 24b Abs. 4 in Anspruch nehmen.

Übersteigen die persönlich verfügbaren Einkünfte der Frau die
Einkommensgrenze von derzeit 1.075 € netto nicht, so sind die Krankenkassen auf Antrag verpflichtet, die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch vollständig zu übernehmen.

Die Kosten werden von dem Bundesland, in dem die Frau lebt, übernommen.

Davon bekommen auch privat versicherte Eltern nichts mit.

1

Nur wenn du reif genug bist aber bedenke das du ein Kind tötest, dein Kind und das viele Mädchen nach sowas psychisch leiden, wenn du es nicht willst kannst du es auch zur Adoption freigeben lassen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?