4 cm riss im Huf was tuhn!?

Huf Riss - (Pferde, Pony, Hufe)

4 Antworten

Diesem Huf sieht man deutlich an, daß er komplett falsch bearbeitet wurde !

Der Tragrand biegt sich nach außen weg. Somit entstehen beim abfußen Spannungen, die sich in der geometrischen Mitte treffen. Das ist nicht exakt die Hufmitte, da es am Vorderhuf einen "großen Onkel" gibt ( Die Vorderhufe sind leicht unsymmetrisch). An dieser Stelle reißt dann die Hufwand zuerst.

Bei weiterer Biegung des Tragrandes nach außen können dann weitere Risse an den Seiten entlang der Hornröhren (senkrecht) entstehen, so wie es hier ja auch passiert ist.

Desweiteren sieht man, daß das Hufwachstum (erkennbar an den horizontalen Ringen) unruhig ist. Das bedeutet, daß die auftretenden Kräfte nicht gleichmäßig in den Huf geleitet werden und damit Zonen unterschiedlichen Hufwachstums entstehen (Belastungsabhängiges Hufwachstum).

Keinesfalls beschlagen lassen! Das macht den falschen Kräfteeintrag auch nicht besser. Es gibt auch Pferde, die durch den Beschlag Längsrisse bekommen haben.

Verabschiede Dich von Deinem Hufschmied und suche Dir jemanden, der Barhufer richtig bearbeiten kann. Das könnte zum Beispiel jemand von der DIFHO sein. Dort wird die äußere Hufwand nach dem Reeddachprinzip geraspelt, so daß das nachwachsende Horn angeregt wird in die richtige Richtung zu wachsen. Der mittlere Längsriss sollte dann in 6-8 Monaten herausgewachsen sein (Hufwachstum ca. 1cm je Monat). Der Seitenriss sollte dann in etwa 2 Monaten verschwunden sein.

Diese Risse sind nicht ganz so dramatisch, wie sie aussehen, sollten aber unbedingt richtig behandelt werden ! Solche Risse könne übrigens auch nach einer Umstellung auf einen anderen Boden entstehen (unterschiedlicher Lasteintrag bei weichen und harten Böden).

LG Calimero

Super Antwort :-) ich hätte noch ne frage an dich...weißt ob das dem Pferd weh tut wenn der so einen langen riss im Huf hat? Und darf man dann noch reiten?

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@Mandy1210

Es gibt Pferde mit Rissen von 2,5 cm (!) am Tragrand gemessen. Diese Pferde gehen ohne Einschränkung und zeigen auch keine Entlastungsmerkmale. Damit darf man davon ausgehen, daß es keine Schmerzen verursacht. Das kann sich aber ändern, wenn weiterhin der falsche Lasteintrag erfolgt. Dann können die Gelenke geschädigt werden, die versuchen den Lasteintrag zu korrigieren.

LG Calimero

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@WesternCalimero

Klasse Antwort! Pflichte in allen Punkten bei.

Meine Huforthopädin hat sich ein Pferd mit solchem Spalt gekauft und stellte es unter anderem deswegen um in einen anderen Stall, wo man ihr Böden anbieten konnte, die hart genug waren, weil die Stunde ausreiten, die sie bieten kann, reicht nicht an Gegendruck. Das heißt, das Pferd MUSS bei guter Bearbeitung auch gehen auf harten Böden, damit die Bearbeitung Erfolg haben kann. Sie bearbeitete vorher schon länger und es wurde nicht schnell genug besser, immer wieder ging der Spalt auf. Seit das Pferd auf festeren Böden lebt, ist der Riss mit weniger Aufwand durch ihre Bearbeitung mit einmal durchwachsen weg.

Dass die Gelenke Ärger machen, wenn da nicht irgendwann gegengesteuert wird, würde ich auch eher vermuten als dass der Spalt Ärger macht, was das Gefühl für's Pferd betrifft.

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Wechsle den Hufschmidt das hatte ein Pony bei uns es durfte nicht laufen guck mal ob ihm/ihr weh tut wenn ja beeil dich mit dem neuen hufschmidt. Frage den am besten was zutun ist.

Auf keinen Fall beschlagen lassen! Der Hufschmied hat den Huf falsch bearbeitet. Dadurch kam es wohl zu Spannungen in der Hufwand, die zu stark waren.

Dein Pferd ist Barhufer, wieso lässt du einen Hufschmied kommen? Wende dich mit deinem Problem am besten an einen Huforthopäden der difho.

www.difho.de

da findest du auch ein Register mit Huforthopäden in deiner Nähe. Pro Besuch fallen um die 40 Euro an, die Erstberatung ist kostenlos. Da kannst du dir dann anhören, wie der Huf behandelt werden könnte.

Dankeschön !!:-)

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