Wieso ekelt man sich vor dem anderen Geschlecht als Kind
Wieso ekelt man sich vor dem anderen Geschlecht als Kind ?
so bis 8-10 jahre alt ? man hört ja dann auch oft das die mädchen
sagen ihhh mit dem spiele ich nicht das ist eine junge!
woran liegt das ?
39 Stimmen
6 Antworten
"Ekeln" würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen, aber ich erinnere mich noch, es muß so in der 2. oder 3. Klasse gewesen sein, da meinte der Vater meiner besten Freundin zu mir: "Bald kommt ja auch die Zeit, in der Du Mädchen doof findest." Und ich dachte mir: "Nee, wieso? So ein Quatsch!"
Ein Jahr später war es genau so.
Das ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder fangen an, sich auch über ihr Geschlecht zu definieren und damit entsprechend auch, sich vom jeweils anderen Geschlecht abzugrenzen. Und solche Entwicklungen sind am Anfang immer radikal.
Das ist aber nichts schlechtes. Man hat sogar festgestellt, daß Kinder, die in dieser Entwicklungsphase besonders stark auf "Jungen/Mädchen sind doof!" bestehen, eine stabilere Geschlechtsidentität aufbauen und damit später weniger(!) Probleme haben, auch Dinge zu tun, die stereotyp eher dem anderen Geschlecht zugeschrieben werden.
Im Allgemeinen ist das nicht so. Ganz im Gegenteil. Es weckt die Neugierde, wenn Kinder merken, dass sie unterschiedlich „bestückt“ sind.
Nur wenn Kinder verklemmt erzogen werden, finden sie es komisch oder sogar abstoßend.
Ich weiß noch, wie meine Tochter mit ca. 3 Jahren aus dem Kindergarten kam und an den Fingern aufzählte: „Hannes hat einen Pullermatz, Hannes ist ein Junge, Peter hat auch einen Pullermatz, Peter ist ein Junge, Christian..." und zum Schluss kam: „...aber Susi hat keinen, die hat nur einen Hintern!"
Erst wenn sie dann etwas älter werden, fangen sie an, Scham zu entwickeln.
Weil der Sexualtrieb noch nicht "erwacht" ist, ist ein Mädchen für einen Jungen eben anders als man selbst. Natürlich kommt es häufig vor dass auch männliche Kleinkinder mit Mädchen spielen aber meistens sind es eben andere Jungs. (Und umgekehrt)
Das kann man eigentlich gut an den Interessen beobachten. Jungs spielen gerne mit Autos und Action Figuren. Mädchen hingegen oft mit Puppen oder Plüschtieren.
Nach und nach kommt erst die Neugier oder die Akzeptanz seine Zeit auch mal mit Mädchen zu verbringen.
Später dann, als Jugendlicher beginnt die absichtliche Annäherung an ein Mädchen um in ihrer Nähe zu sein.
Ich war schon im Kindergarten mit einem Jungen befreundet. Im Kindesalter hatte ich auch noch keine Gründe, mich vor Jungs zu ekeln.
Ich glaube das hat was mit Erziehung und Umfeld zu tun.