Zusammenhang zwischen Butterfly Effect und Christentum?

6 Antworten

Lange religionsphilosophische und theologische Debatte.

Also wenn man davon ausgeht, dass Gott alles lenkt, dann ist die Sache klar. Das ist nicht konsistent mit einem Butterfly-Effekt. Weil dann gibt es genau eine mögliche Art und Weise, auf die die Realität hat ablaufen können.

Etwas kniffliger ist es da schon, wenn man sagt, Gott weiß zwar alles im Voraus, aber nimmt keinen Einfluss auf die Entscheidungen von Menschen.

Da geht dann der Streit los. Die einen sagen, dass impliziert, dass alles prädestiniert ist, dass also im Voraus alles feststeht und keine Handlungsfreiheit existiert.

Andere sind der Ansicht, dass die Kategorien von "vorher" und "nachher" in Bezug auf eine Entität wie Gott überhaupt keinen Sinn machen, da Gott unbeeinflusst von Zeit ist und gewissermaßen außerhalb von Zeit existiert. Wenn man so argumentiert, kann man gegebenenfalls den Butterfly Effect und die Existenz Gottes unter einen Hut bringen.

Wie überzeugend das ist, ist eine andere Frage.

Als Schmetterlingseffekt bezeichnet man den Effekt, dass in manchen Systemen kleine Ursachen große, meist unvorhersehbare Wirkungen haben können. Die Bezeichnung Schmetterlingseffekt stammt von einer bildhaften Veranschaulichung dieses Effekts am Beispiel des Wetters. Es ist ein Teilbereich der sogenannten Chaosforschung also der langfristigen Unvorhersehbarkeit der Dinge. In einer 1952 erschienenen Kurzgeschichte tritt ein Zeitreisender versehentlich auf einen Schmetterling und sorgt dadurch für Veränderungen in der Gegenwart. Ich denke das ist kein angenehmer Gedanke wenn man in voller Absicht oder aus Gedankenlosigkeit und Fahrlässigkeit heraus manche Dinge ungewollt verändert und nicht weiß wie einem geschieht.

Nun gibt es Wissenschaftler, die erklären einfach, daß man manche Dinge eben nicht vorhersehen kann, die passieren einfach (wie etwa die Entstehung von Leben auf Erden). Man kann wohl als Mensch tatsächlich nicht alles hinterfragen und plausibel erklären. Aber anstatt nach Gott zu fragen, wird das Chaosprinzip erfunden und daran geglaubt (Psalm 14,1-2). Ich widerspreche nicht wenn man behauptet die Welt ist ein Chaos, aber daraus eine Wissenschaft zu machen geht mir dann doch zu weit. Wer Gott aus allem ausklammert ist ein Dummkopf. Auch wenn er weltlich gesehen noch so gebildet sein mag. Und wenn jemand den ''Schmetterlingseffekt'' in Vollkommenheit beherrscht, dann allein Gott, der die Welt gegründet hat und von Ewigkeit zu Ewigkeit besteht. Gott ist in seinem Tun und Handeln eifrig und hat seine Ziele fest im Blick. ER wird mit uns und der Welt zum Ziel kommen (Jesaja 9,5-6). Eine ''langfristige Unvorhersehbarkeit'' gibt es für Gott nicht. Für uns Menschen schon.

Darum werden wir aufgefordert Glauben zu haben und Gott zu fürchten (Psalm 147,11), also Respekt zu haben. Unser Leben ist nicht auf Zufall aufgebaut und Gott würfelt auch nicht! Der Glaube ist auch keine Wissenschaft oder ein chaotisches Festhalten an der Leichtlebigkeit des Seins. Der Glaube ist eine feste Zuversicht die ihren Ursprung und ihr Ziel im lebendigen, ewigen Gott gefunden hat. Und daran ändert auch das größte Chaos nichts. Gott schenkt Frieden im größten Durcheinander und als Kinder Gottes ist es uns gegeben dort zu staunen und Gott zu loben, wo Chaosforscher (jeder Ungläubige) mal wieder nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen können.

also ich bin gläubig.

ich glaube aber das gott KEINEN plan hat und uns wie schachfiguren lenkt. was hätte es davon? es würde ja zu nix führen was es nicht aus eigener Kraft schafen würde^^

deswegen gibt es auch leid, krieg usw. weil wir menschen einen freien willen bekommen haben. auch ein grund warum es nicht "gottes Plan" geben kann.

Und deswegen gibt es auch die Tugend. die Moral. deswegen lehrt uns die Kirche was gut sein bedeutet. damit wir mit unseren taten ein positiven effekt auf die Welt haben.

Gib einen hungrigen Mann einen Fisch und er hat ein Tag zu essen. lehre ihn zu fischen und er hat sein leben lang was zu essen.

und selbst wenn es keinen Himmel gibt, so schwingen unsere Taten eben nach dem Tod weiter und lassen uns auf eine bestimmte weise eben auch weiter leben.

Wir hinterlassen immer einen Fußabdruck. wie dieser aussieht liegt in unseren Händen.

Grundsätzlich kannst Du diese Frage ja bei jedem Naturgesetz stellen: Das Gesetz der Schwerkraft sagt, dass Dinge runterfallen - kann es das überhaupt geben, wenn Gott doch eingreifen könnte, um ein Fallen zu verhindern?

Mal von einer anderen Seite betrachtet: Was bedeutet: "Gott hat für alles einen Plan"? Gibt es dann trotzdem einen freien Willen?

Es gibt da eine - einigermaßen - einleuchtende Interpretation, die ich zum ersten Mal bei den Zeugen Jehovas gehört habe. (keine Ahnung, was andere Konfessionen dazu sagen). Demnach hat der Mensch (und andere Kreaturen) den freien Willen und kann erstmal frei entscheiden, was er tut oder lässt. Gott allerdings kennt die Menschen, kennt die inneren Zwänge etc und kann daher vorhersagen, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Die ZJ vergleichen das mit einem Mathelehrer, der schon vorher weiß, dass ein Schüler mit seinem Ansatz in eine Sackgasse rechnen wird, ihn es aber aus pädagogischen Gründen erstmal ausprobieren lassen.

Insofern wäre das, was wir als "Butterfly Effect" oder auch nur als "Zufall" bezeichnen nur unserer mangelhaften Information geschuldet.

Aber dann ist mir auf einmal bewusst geworden, dass Gott für uns alle einen Plan hat

Ja, Gott hat einen Plan, aber der geht nicht so tief runter, das er unser aller Leben lenkt. Sonst gebe es nicht so viel schlimmes auf der Welt.

Der einzige "Gott" der unser Leben direkt lenkt, ist Satan der Teufel. Der allgemein schlechte Zustand hier auf unserer Erde, beweist das. Von Menschen verursachtes Leid.

Der Butterfly Effect ist sicher eine Untersuchung wert. Das Menschen spuren hinterlassen, ist aber inzwischen eine bekannte Tatsache.

Oder auch  nicht. Unter Jugendlichen scheint es "IN" zu sein, Facebook alles mitzuteilen, und wundern sich dann, wenn das alles im Netzt für jeden zu sehen ist (zB Bilder). Heutzutage hinterlassen alle Menschen noch mehr Spuren als früher.

Butterfly Effect eben. Kleine Ursache große Wirkung.

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