Wozu braucht man eine Hysterese?

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5 Antworten

Die Hysterese ist der Unterschied zwischen Einschalt- und Ausschaltkurve. Sie wird genutzt damit im Schaltpunkt nicht ständig die Schaltzustände wechseln und ein eindeutiger entsteht. Bei Trasformatoren ist das der Unterschied, zwischen Einschaltkurve und Ausschaltkurve, ist der Verlust.

Hysterese bedeutet soviel wie Geschichte. Eine Spule mit perfektem Eisenkern würde bei jedem fließendem Strom I ein dazu proportionales Magnetfeld H erzeugen. Echte Metalle sind jedoch ein Stück weit in Permanentmagnete verwandelbar. Das heißt, das aktuelle Magnetfeld hängt nicht nur vom aktuellen Strom ab, sondern auch davon wie Stark das Metall in der Vergangenheit von anderen Stromstärken in einen Permanentmagneten verwandelt wurde.

Wie bereits erwähnt, ist das meist ein ungewollter Effekt, von "brauchen" kann da insbesondere bei Transformatoren keine Rede sein.

Naja, weil bei manchen bauelementen (Lampen als einfache Beispiel) ohne Hysterese sich bemerkbar flackern KÖNNTE, weil die Spannung unterumstände NICHT 100%ig konstant ist sondern bei 50 Hz immernoch etwas toleranz nach oben und unten ergeben könnte. Durch sollche Hysteresen kann man dafür sorgen das das Flackern stark unterdrückt werden könnte. Zwar kann man das mit Dioden lösen aber Hysteresen kann man zusätzlich nutzen.

Das ist NUR ein Beispiel mit der Lampe und wird eher seltener genutzt. Allerdings wo man sie benötigt bzw. Häufiger vorkommen könnte kann ich dir leider nicht sagen. Hoffentlich verstehst du es jetzt besser.

Ich finde das Wort "brauchen" im Zusammenhang mit Hysterese etwas befremdlich, weil sich Hysterese meist aus technischen Eigenschaften ergibt und nicht besonders angestrebt wird. Relais für 12 Volt Nennspannung mögen bereits bei 10,2 Volt anziehen, sie öffnen aber vielleicht erst beim Unterschreiten von 6 Volt, dann hätte ich eine Hysterese von 4,2 Volt. Das liegt einfach daran, dass sich die Form des Eisenkreises beim Schalten ändert. Beim Transformator ist das Problem., dass das Transformatorblech beim Nulldurchgang des Stromes nicht vollständig entmagnetisiert wird, diese sogenannte Remanenz muss beim Anstieg des Wechselstromes in der Gegenrichtung erst "überwunden" werden, bevor sich auch ein Feld in der Gegenrichtung aufbaut!

Zugegeben, für eine Antwort ist es etwas spät ... aber wenn ich die bisherigen Antworten hier so durchlese, bin ich mir nicht ganz sicher, ob die anderen Antwortgeber verstanden haben, was eine Hysterie, äh Historie, äh Hysterese genau ist!

Ich stelle mir nämlich gerade eine Temperatursteuerung ohne Hysterese vor! Die schaltet dann also völlig sinnlos im Sekunden- oder Minutentakt die Heizung ein und aus. Eine richtig berechnete Hysterese sorgte hingegen dafür, dass z. B. bei Unterschreiten der Temperatur von 21,8 °C die Heizung ein- und erst bei Überschreiten von 22,2 °C wieder ausgeschaltet wird (Hysterese beträgt so gesehen hier also 0,4 °C).

Natürlich ist es technisch gesehen eleganter, eine Lösung zu finden, die ähnlich einer Spannungsstabilisierung ständig auch feinste Schwankungen nachregelt und somit die Temperatur exakt auf den gewünschten 22 °C hält - im Fall einer Stromheizung würde man auch tatsächlich zu einer derartigen Lösung greifen, aber manch bereits existierender Heizungsbrenner wird eben besser ein- und ausgeschaltet, statt mit halber Kraft betrieben. Das ist eine Frage der jeweiligen Technologie.

Auch bei einem klassischen Kühlschrank wäre das Ein- und Ausschalten im Sekundentakt eher nervig, also bauten die Entwickler ihn so, dass er auf eine bestimmte Temperatur herunterkühlt, dann den Kompressor abschaltet und erst beim Erreichen einer (höheren) Temperatur wieder einschaltet. Dann schwankt zwar die Temperatur im Kühlschrank um einige Zehntelgrade, das ist aber wurscht ... ob man seinen Sauerkrautsaft bei 9,2 oder 9,4 °C trinkt ... zumal man ihn zum Trinken eh aus dem Kühlschrank nehmen muss und er dann - wenige Minuten später - je nach Jahreszeit und Zimmertemperatur eine praktisch nicht vorhersehbare Temperatur hat ...

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