Wo ist der Sinn dieser Aussage?

12 Antworten

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Mit anderen Worten: ein Mensch, der ohne die Gesellschaft anderer Menschen leben kann, oder behauptet es zu können (also ein Einzelgänger), der kann kein Mensch sein. Ergo kann er (nach Aristoteles) nur ein Tier, oder ein Gott sein. Ist doch ganz einfach ;-)

Und Argumente liefere ich dir nicht, Hausaufgaben musst du schon selbst erledigen...

Danke, aber schon schade das ich doch noch selbst denken muss :-D

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@Dustinio

Tja, so ist das im Leben...man bekommt nichts geschenkt, aber hin und wieder eine kleine Starthilfe ;-)

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Diese Aussage ist heute interessanterweise nicht mehr so deutlich nachvollziehbar. Denn auch ein einsamer Stadtindianer kann sich ja prächtig in einem Kaufhaus versorgen, zur Unterhaltung Fernsehen schauen oder zu einer Popveranstaltung gehen. Zur Dauerberieselung reicht der Knopf im Ohr und wenns dunkel wir, macht auch der einsame Stadtindianer das Licht an und lässt zum Spülen Wasser aus dem Wasserhahn laufen.

Unsere Welt ist heute so arbeitsteilig, dass es vielen gar nicht mehr auffällt. Das war früher nicht so und ist es heute noch nicht in allen Kulturen. Wenn Goethe Musik hören wollte, musste er sich eine Kapelle bestellen oder auf dem Kamm blasen. Fast so schlimm wie die Todesstrafe war früher die Verbannung, das heißt das aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden. Das bedeutete ein elendes Leben oder den Tod. Menschenrechte, wie wir sie heute für alle Menschen definieren, gabe es damals nur für den Stamm, für die Stadt und deren Mitglieder. Für Fremde gab es ein Gastrecht und das war sehr beschränkt.

Aus diesem Kontrastbild wird deutlich, dass wir uns heute großenteils unseres Miteinander nicht mehr bewusst sind. Deutschland im Winter 1764: Gegen 16.00 Uhr wird es dunkel. Es ist saukalt. Ab 17.00 Uhr sieht man die Hand nicht mehr vor den Augen. Kleine Funzeln bläst meist gleich der Wind aus. Da waren die matt erleuchteten Fenster einer Siedlung ein Lebensversprechen. Da hatte das Wort "Nestwärme" noch eine existentiellere Bedeutung als nur das psychische Geborgensein. Doch auch das ist wichtig. Der Mensch ist auf Kommunikation angelegt. Ohne Kommunikation keine Sprache, kein Denken, kein Selbstbewusstsein. Selbst der einsame Stadtindianer ist erst mal in einer Gemeinschaft - wie schlecht sie evtl. auch immer war - groß geworden.

Der Trugschluss des Satzes oben ist, dass auch Tiere nicht ohne Gemeinschaft auskommen. Und früher gab es Götter und Göttinnen. Und der einsame Judengott hat sich schnell die Menschen geschaffen, nach seinem Ebenbild, damit er sich wenigstens über irgendjemanden ärgern konnte. Denn auch ärgern, strafen und erlösen ist Kommunikation. Ohne das kommt nicht mal ein Gott aus.

Das bedeutet, dass menschen grundsätzlich auf Menschen angewiesen sind, während einige tiere Einzelgänger sind und Götter nicht auf fremde hilfe angewiesen.

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