Wird "Kyrie" wirklich "Kirie" ausgesprochen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst die italienische Aussprache von "Kyrie" transkribiert nach der internationalen Lautschrift der I.P.A.:

[ˈkirje]

So sieht man es auch im italienischen Aussprachewörterbuch "Nr. 1" des Phonetik-Professors Luciano Canepari (Universität Venedig):

http://www.dipionline.it/dizionario/ricerca?lemma=Kyrie

Wenn in einer Sprache ein bestimmter Laut nicht existiert, dann ist es nicht verwunderlich, sondern das Typischste, dass die Sprecher den entsprechenden Laut so sprechen, wie sie ihn vom fremdsprachlichen Sprecher zu hören GLAUBEN (= "phonologisches Hören"), und das bedeutet: sie glauben, denjenigen Laut der eigenen Sprache gehört zu haben, der artikulatorisch und akustisch der fremden Lauterscheinung am nächsten kommt. Das ist ein ganz automatischer und unbewusster Prozess. Mit kleinen Kindern kann man ihn schön "testen": Wenn man einen 6-jährigen, der eine Sprache ohne "ü" spricht (und natürlich auch kein Französisch kann...) bittet, mal alles nachzusprechen, und ihm dann sagt: "dü!", dann wird er "di!" wiederholen und sich ganz sicher sein - auch wenn man es noch fünf Mal wiederholt. Wenn es in seiner Sprache kein "ö" gibt und man "böck" sagt, dann wird er es als "beck" nachsprechen (solche "Spielchen" mit Kindern (und Erwachsenen) habe ich schon oft gemacht).

Griechisch:

Die Aussprache des griechischen Y hatte vom ältesten Griechisch zum Neugriechischen hin folgenden Verlauf:

[u] >> [y] >> [i]

bzw. in deutscher Orthografie: u >> ü >> i

Im klassischen Altgriechisch war der Aussprachestand "ü" (die Aussprache "u" ist ganz besonders alt). Die Aussprache "ü" hielt im Griechischen noch in etwa bis 1000 n. Chr. an und wurde später zu "i".

Die Aussprache des "k" vor vorderen Vokalen ([i], [e]) veränderte sich mit der Zeit, und zwar sowohl im Griechischen als auch Lateinischen, Italienischen, Spanischen, Französischen und anderen Sprachen.

Im Italienischen z.B. (orthografisch "ce-" bzw. "ci-") wurde in solchen Positionen aus [k] > [ʧ] (wie im deutschen Wort "klaTSCHen").

Im Griechischen aus [k] ein Laut, der nach I.P.A. so transkribiert wird: [c]. Wegen dem oben erwähnten Effekt des "phonologischen Hörens" glauben die einen, "tsch" zu hören, die anderen "kj" o.ä. In Wirklichkeit ist es ein (palataler) Konsonant, der exakt an der gleichen Stelle wie das deutsche "ch" in "ich" artikuliert wird, jedoch nicht als Reibelaut ("ichchchchch"), sondern als Verschlusslaut.

Im Tschechischen und Slowakischen gibt es den Laut auch. Er wird dort ortografisch u.a. so dargestellt: ť

Und Isländisch scheint den Laut auch zu haben:
gjóla [couːla] „leichter Wind“ versus góla [kouːla] „Schrei“

Die Schreibweise legt eine Herkunft von "gj" (oder "kj") nahe.

Man sehe z.B.
Schwedisch "kjol" (/ɕuːl/) ("Rock"), aber
Dänisch "kjole" (/kjoːlə/) ("Rock")

 

0

Ursprünglich wurde das griechische Ypsilon (Υυ) als "u" ausgesprochen. (Sieht man heute noch am kyrillischen U (Уу) - also noch wenigstens bis ins 9. Jhd.)

Im heutigen Griechisch wird es als reines "i" ausgesprochen. Ebenso im Italienischen, weil es dort den "ü"-Laut gar nicht gibt. (Wegen der vergleichsweise engen kulturellen Verbindungen zwischen Italien und Griechenland ist es naheliegend, dass die Lautverschiebung des fremden Buchstabens y mitgemacht worden ist.) (Nachtrag: nach dem u. g. Wikipedia-Artikel scheinen Italiener tatsächlich die "ü"-Aussprache zu bevorzugen, was den Schülern nicht unerhebliche Probleme bereiten dürfte, etwa wie das englische th bei uns)

Anekdote: Mein Onkel hat von einer griechischen Insel erzählt, wo "kyrie" als "tßírië" ausgesprochen wurde - er geht davon aus, dass die Insulaner das von den Italienern übernommen haben. 

Zur "ü"-Lautung siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Schulaussprache_des_Altgriechischen

Zur Anekdote: Dein Onkel irrt. Vgl. meine Antwort weiter oben/unten.

0

hörte ich zu meinem Erstaunen, Kyrie würde in Italien "Kirie" ausgesprochen werden.

Ja, wird es.

Es gibt im Italienischen keinen ü-Laut. (Und auch kein y, davon ab.)

mythicus ---> mitico

gymnasium ---> ginnasio

Was bedeutet ministrieren?

...zur Frage

Darf ich als nicht-Christin in der katholischen Kirche ministrieren?

Hallo. .. Ich bin 14 und "Buddhistin" Bin aber eine sehr gläubige Christin. .. Also, darf man als nicht Getaufte ministrieren? :)

...zur Frage

evangelische Kirche - Martin Luther

Ich schreibe derzeit eine Facharbeit über Martin Luther. Jedoch finge ich weder hilfreiche Bücher noch Internetseiten.

Ich bin echt schon verzweifelt ich brauche Informationen über:

  • Unterschiede der evangelischen Messe zur katholischen
  • Gemeinsame und unterschiedliche Feste
  • Was Priester Pfarrer etc. dürfen wie z.B. kein Zölibat
  • Gibt es ein Oberhaupt in der evangelischen Kirche bzw. wie ist das ganze
  • Was dürfen Frauen also z.B. können sie ja auch Priesterinnen werden
  • Warum ist Beichte usw. kein Sakrament
  • Richtungen der Kirche

Es wäre hilfreich wenn auch Begründungen thematisiert werden, da ich das wahrscheinlich auch begründen muss.

Über Unterstützung würde ich mich sehr freuen.

...zur Frage

Frage an Gläubige: Werden orthodoxe Christen, welche nicht in die Kirche gehen aufgrund dessen von Gott bestraft?

Hallo,

Meine frage ist, ob orthodoxe Christen aufgrund ständig mangelnder Beteiligung am Gottesdienst von Gott oder ihrem Schutzengel bestraft werden können.

Beispielsweise bin ich orthodox, bin dennoch schon zum 3. oder 4. Mal an einem Sonntag nicht in die Kirche gegangen. Allerdings gab es auch eine Zeit, in welcher ich dort so gut wie gar nicht war. Jedenfalls ist innerhalb und genau in dieser Phase meine Beziehung in Brüche gegangen (die allerdings auch davor nicht schön war), wobei die Ausbildung dagegen erstaulicherweise ganz gut lief. .. Viele Strenggläubige meinen ja, man könne häufig dafür mit was auch immer gestraft werden. Die Strafe wäre allerdings bei jedem sehr individuell

Eigentlich habe ich mir gestern Abend noch vorgenommen, dies zu tun, verspüre jedoch gerade irgendwie nicht die Lust dazu...
Ich weiß, das ist kein Argument, um nicht dahin zu gehen, aber ich möchte einfach nur eure Meinung dazu sowie das Denken über diese Sache erfahren.

Danke im Vorraus :-)

...zur Frage

katholische kirche: Leib Christi --> muss man da noch irgendwas sagen?

wenn man am ende von einer messe den leib christi bekommt, also

wenn der pastor dir den dann so gezeigt hat und sagt: "Der Leib Christi" und er dir den in die Hand gibt, muss man dann was sagen, "amen" oder so, oder ist es normal, einfach wegzugehen und ihn dann zu essen?

ich will mich nicht völlig blamieren deshalb frag ich ;)

Danke.

LilyLisa

...zur Frage

Frage zu den Kirchengeboten?

In der Auseinandersetzung mit den Geboten meiner Kirche (katholisch), habe ich mich gefragt, wie denn die Rangordnung von Gebote-Gebern ist.

Gebote bekomme ich von so vielen: erstmal vom Leben selbst, dann vom Staat, dann von den Eltern, schließlich von der Kirche, und durch die Gründung einer Familie sowie die Übernahme einer bestimmten Berufsaufgabe, aber auch durch spezielle Begabungen, durch Freundschaften und Nachbarschaft etc.

Manche Gebote davon werden rechtlich durchgesetzt, andere bringen zwischenmenschliche Konsequenzen, dritte liegen (nur) auf moralischer Ebene.

Ich denke, dass dort, wo es eine Pflicht gibt, ebenso das Recht dazu da sein muss, diese Pflicht auch erfüllen zu dürfen. Wenn die Kirche mich z.B. verpflichtet, jeden Sonntag in eine (katholische oder unierte) Kirche zu gehen, sollte die Kirche auch hinter mir stehen, wenn ich diese Pflicht erfüllen will.

Und wenn es bei der Sonntagspflicht zu einer Pflichtenkollision kommen sollte, sollte die Kirche auch öffentlich für mich Partei ergreifen und z.B. mit meinem potentiellen Arbeitgeber reden, dass er mich nicht verpflichten darf, sonntagvormittags Geld zu verdienen.

Oder wie soll man sonst die Kirchengebote verstehen, wenn ich mich selber zwar dran halten soll, ein anderer mir das Recht auf den Gottesdienst aber wegnehmen kann?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?