Wieso war Napoleon um 1804 so beliebt?

5 Antworten

Weil endlich die französische Reolution Früchte getragen hat. Vorher wurde nur eine Schreckensherrschaft durch eine andere abgelöst. Aber im Nachhinein gesehen war er auch nicht besser. Die Soldaten starben wie die Fliegen. Aber zumindest nicht in Frankreich sondern auf Eroberungsfeldzug.

Er hat nach dem verrückten Robespierre und dem gegenseitigen Köpfen in der französischen Revolution wieder für Ruhe in Frankreich gesorgt und dieses zur europäischen Großmacht gemacht.

Das kommt darauf an bei wem. Bei der bevölkerung der westlichen deutschssprachigen territorien, in weiten teilen Italiens und in den Niederlandern, war er beim Volk in etwa so beliebt wie Fußpilz, da dieses dauernd für die Einquartierungen seiner Truppen und deren Versorgen für irgendwelche Feldzüge aufkommen, teilweise Soldaten stellen musst.

Die Oberschichtler, sofern sie nicht dem Adel anehörten fanden es insofern gut, dass mit Napoleon in auch die französische Gesetzgebung kam, die die Vorrechte des Adels zu großen Teilen beseitigte, was die rechtslage derjenigen Bevölkerungen, die sich rechtliche Auseinandersetzungen leisten konnte deutlich verbesserte und Türen zum sozialen Aufstieg aufstieß, die zuvor fest verschlossen waren.

Diejenigen Bevölkerungen, die kein direktes Durchzugsgebiet für Frankreich waren (Norddeutsche Kleinstaaten), oder aber zuvor unter anderen Potenaten zu leiden hatten (das geteilte Polen), mochten ihn ganz gut leiden, weil sie von ihrer Herrschaft praktische Vorteile hatten ohne selbst allzuviel dafür hergeben zu müssen.

Entsprechend schlecht war er dann eben auch bei der alten Aristokratie gelitten.

  1. Welche Vorrechte des Adels hat Napoleon beseitigt?
  2. Durch welche norddeutschen Kleinstaaten ist er nicht gezogen, bzw. hat seine Truppen einquartiert?
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@Henryettex
  1. Wir sprechen ja hier nicht nur vom deutschen Raum, sondern von ganz Zentraleuropa. In Preußen und Österreich war ein guter Teil der althergebrachten Feudalrechte zwar unter Friedrich II. und Maria Theresia gefallen, das galt aber noch lange nicht für alle deutschen Kleinstaaten, es galt nicht für alle italienischen Kleinstaaten etc. Das der Adel nicht durch das Bürgertum vor Gericht gezogen werden konnte, Teilweise noch von den Steuern ausgenommen war und gegenüber seinen Untertanen in seinen Feudalrechten nach wie vor unangetastet war, war in Teilen Europas nach wie vor politische Realität.
  2. Die Frage war explizit nach 1804 gestellt. Das war vor dem 4. Koalitionskrieg. Preußen und mit ihm Norddeutschland waren aus dem ersten koalitionskrieg ausgeschieden, bzw. hatten sich in die Neutralität davonngemacht und beteiligten sich bis zur vierten Koalition nicht an direkte Aktionen gegen Frankreich, so dass bis zu diesem Datum hin die Süddeutschen Staaten die Hauptlast der napoleonischen Auseinandersetzungen mit Österreich zu tragen hatten, neben den Noritalienischen Territorien. Norddeutschland wurde erst ab 1806 verstärkt in die militärischen Aktionen Napoleons miteinbezogen, namentlich dem kurzen Feldzug gegen Preußen, bei dem das preußische Heer bei Auerstedt und Jena krachend unterging und die anschließenden Aktionen gegen Russland, später noch in Form der Neuauflage der Auseinandersetzunge mit Russland 1812 und durch die Spätere Erweiterung Frankreichs nach Norddeutschland hinein, so wie die Expansion der napoleonischen Satelitenstaaten (Kgr. Westphalen).

Das passierte aber alles erst ab 1806, 1804 sah die Welt im Norden noch anders aus. Auch nach dieser Phase, hatte der Norden noch verhältnismäßig Glück, weil er zwar in die Auseinandersetzungen Napoleons mit russland eingebunden wurden, diese aber am ende zewi eher kürzere Episoden blieben. Der Norden hatte von 1806-1813/14 unter den Auseinandersetzungen mit Napoleon zu leiden, der Süden hatte das indes fast 15 Jahre länger ertragen müssen.

Insofern war der Norden und Nordosten dem Franzosen (jedenfalls bis 1812, dann hatte an auch da die Schnauze voll) weit geneiter als der Süden, da man mehr oder weniger nur zwei mal ernsthaften Krach deswegen hatte. im Zuge der Auseinandersetzung nach 1806 und nach 1812, die Jahre dazwischen waren aber verhältnismäßig ruhig.

Der Süden und der Westen hingegen waren seit den revolutionskriegen, wenn man diese Friedensphase außen vor lässt mehr oder weniger 20 Jahre dauerhafter Kriegsschauplatz.

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Napoleon hatte nur bei den Intellektuellen dieser Zeit ein positives Image. Sie waren ja bei den Schlachten ja nicht dabei.

Selbst der Herr Geheimrat, Johann Wolfgang von Goethe war von Napoleon einfach begeistert und schrieb Lobeshymnen über den "großen" Feldherrn.

Die Hundertausende von Soldaten die der Mann auf den Schlachtfeldern sinnlos verheizte, hat man ja nicht fragen können, sonst wäre ein diverenziertes Bild entstanden.

Weil er erfolgreich und siegreich war. Was erstaunlicher ist, dass er nach seiner 1. entscheidenden Niederlage und Absetzung noch immer Beliebt war. Er konnte ohne Probleme ja nach seiner Flucht von Elba sofort eine Armee mobilisieren. Auch noch nach seinem Tot war er bliebt. Ohne diese Beliebtheit hätte es Napoleon III nicht gegeben. Noch heute in Fr beliebt.

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