Wieso ist es leicht von Religion zu Philosophie zu wechseln, aber schwerer von Philo nach Reli?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du hast das Recht, in deiner Religion unterrichtet zu werden oder ersatzweise in Philosophie. Ein evangelischer Schüler kann auch nicht einfach am katholischen Religionsunterricht teilnehmen. Frei ist es nur, wenn die eigene Religion nicht angeboten wird. Oder wenn die Lehrer es nicht so eng sehen.

Ich könnte mir aber vorstellen, der Lehrer meint mit "überleg dir das gut", dass im muslimischen Glauben ja die verfolgt werden, die zu einer anderen Religion übertreten. Oder zumindest auch, dass du dein Gewissen schon sehr strapazieren musst. Es ist eben nicht nur Sachwissen. Die christlichen Werte werden mitvermittelt. Und auch mal in der Bibel gelesen (nicht ständig, aber ganz ohne kommt kein Religionsunterricht aus). Und dann hängst du in dem Kurs fest und kannst nicht wechseln wann und wie du willst. Dann bleibste da. Schließlich kann ja nirgends mal ne Abiprüfung gemacht werden, wenn die Schüler immer nur kurze Zeit in dem Kurs sind.

Wenn du gläubig bist (ich kenne nur die christliche Perspektive), dann hältst du und deine Glaubensgeschwister deinen Glauben für die einzige Wahrheit. Erstens würdest du von dir aus nicht wechseln wollen, weil du zugeschüttet wurdest mit religösen Geschwätz und dein Bild somit stark vorgeprägt ist und zweitens wird deine Gemeinde dich um jeden Preis versuchen davon abzuhalten, indem sie dir sagt, wie schlecht es ist, ungläubig zu sein.

Wenn du Philosoph bist, stehst du den einzelnen Glaubensrichtungen offen gegenüber. Niemand ist da, der dich aufhalten würde, wenn du deinen Frottieschlafanzug anbeten möchtest. Du hast alle Möglichkeiten, dich zu orientieren.

Deswegen ist der Wechsel von Philosophie zu Religion unkritischer als der Weg von der Religion zur Philosophie.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Kulturwissenschaften

Ich sehe gerade, dass ich das ganz genau andersherum sehe wie du, aber dir ging es glaube ich mehr darum, dass der Wechsel in der Schule dir schwerer gemacht wird.

Ich kann dir aber eines aus meiner Erfahrung mit Religionsunterricht mitteilen: Die Bibel wirst du nicht lesen. Ich glaube, in der 5. Klasse habe ich das erste oder einzige Mal für den Unterricht Teile der Bibel gelesen. Danach ging es im Religionsunterricht immer eher um ethische Fragen. Euthanasie, Todesstrafe, Drogen, usw. Das hat mich aber selbst auch immer gewundert, was das mit christlichen Religionsunterricht zu tun habe, denn diese Themen treten in vielen Religionen auf. Ich hatte mal aus Spaß vorgeschlagen, wir könnten im Unterricht die Bibel studieren. Das gab nur böse Blicke von meinen Mitschülern...

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Warum sollst du es dir denn überlegen? Die können doch nicht ernsthaft behauptet haben, Reli sei schwerer als Philosophie. Das ist doch totaler Quatsch.

Ps. Warum sollte Aristoteles denn fehlerfrei gewesen sein, Menschen, die immer Recht haben, gibt es nicht, auch nicht unter Genies.

Nene, mit Schwierigkeit hat es nichts zutun. Aber anstatt "ja" zu sagen, meinten die, ich solle es mir überlegen. Ganz ehrlich, wenn ich mit Philo klarkomme, dann schaffe ich Reli locker.

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Was genau erwartest Du denn vom dem Fach Religion? Ich frage nicht, weil ich es Dir ausreden möchte, sondern weil es mich wirklich interessiert. Auch, was der arme Aristoteles Dir getan hat.^^

Wieviel weißt Du schon über das Christentum? Vielleicht befürchten deine Lehrer, dass Du zu viel Arbeit da rein stecken müsstest, weil Dir vieles unbekannt sein wird. Oder die rechnen mit Schwierigkeiten mit deiner Familie, wie guinan auch schon andeutete.

Unter Umständen trauen sie einem Muslim den Wechsel nicht so recht zu. Dabei scheinst du, deiner Schreibweise und Ausbildung nach, doch wohl absolut das Zeug dazu haben. Demzugrunde liegt vermutlich die Vermutung, das in muslimisch geprägten Haushalten das Grundgerüst fehlt, welches die meisten Deutschen von der Familie her mitbringen...

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