Wieso denken viel Dressur= Tierquälerei & Rollkur, und gymnastizieren ihre Pferde daher nicht weil sie ihnen nicht "weh tuen" wollen?

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3 Antworten

ähm...

...ich kenne mich da auch nicht aus, aber ich weiss, was notwendig ist...

wenn du dich nicht auskennst, weisst du nicht, was notwendig ist.

die frage, die sich mir stellt ist, was du hier erwartest, indem du einen streit von instagram auf gf herüberholst. ich mag mich jedenfalls in deinen streit nicht einmischen. aber dennoch gibt es eine menge zu deinem thema zu sagen.

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du hast in sofern recht, das gymnastizieren des pferdes unumgänglich ist.

der ganze rest ist absolut korrekturwürdig - man kann es einfach nicht so stehen lassen, wie du es in der frage schreibst. weil es einfach, WIE du es schreibst, nicht richtig ist.

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erstens: 

ohne sattel reiten ist nur dann okay, wenn man ein pferd hat, das dafür anatomisch geeignet ist - und wenn man das reiten ohne sattel wirklich gelernt hat. das bedeutet unterricht. reiten ohne sattel ist eine eigene reitart mit eigenen hilfen und einem besonderen sitz. falsches reiten ohne sattel kann schon beim ersten mal dem pferd schäden zufügen. also ist einmal pro woche eben NICHT okay, wenn man es nicht gelernt hat, wie es geht.

zweitens:

die sporen muss ein reiter sich VERDIENEN. er darf sie als echter reiter nur benutzen, wenn er es ohne sporen KANN. das reiten mit sporen dient der verfeinerung der hilfen und der verdeutlichung  bestimmter impulse. die sporen erweitern das repertoire der hilfengebung, die über das reiterbein möglich sind um etwa ein drittel. sporen am fuss des fachmanns oder der fachfrau haben berechtigung und notwendigkeit.

drittens:

man spricht von "kandarenreife", wenn ein reiter oder ein pferd so gut ausgebildet sind, dass das repertoire der zügelhilfen verfeinert und erweitert werden sollte, um die höheren lektionen zu erarbeiten. wieder gilt: kandarenzügel in der hand des fachmanns oder der fachfrau ermöglichen eine verfeinerte, nahezu unsichtbare hilfengebung.

viertens: 

sporen, kandare, gerte sind KEINE gewaltinstrumente - sie werden es nur dann, wenn ein dilettant sie verwendet. leider gibt es von denen reichlich.

fünftens: 

hier nicht angesprochen aber unbedingt zu erwähnen: hilfszügel aller art (mit ausnahme des korrekt verschnallten martingals) haben keinerlei berechtigung, sie in irgend einer weise am pferd zu verwenden. hilfszügel sind die wahren folterinstrumente und werden immer noch sogar in reitschulen und bei der ausbildung junger pferde ohne sinn und verstand eingesetzt. sie sind NIEMALS notwendig und machen JEDES pferd krank oder führen zu verletzungen. unfähige reitlehrer überdecken damit ihre inkompetenz, den reitschülern das richtige reiten zu vermitteln. mit schuld sind da aber auch die reitschüler, die zu schnell zu viel wollen und nicht einsehen, dass eben ein bestimmtes lerntempo nicht überschritten werden kann und dass gute grundlagen zeit brauchen. junge pferde werden mit hilfszügeln gedrillt, um einen höheren ausbildungsstand vorzutäuschen oder von leuten verwendet, denen es wichtig ist, dass das pferd "die schnauze runtermacht" und vergessen, dass da hinten noch eine menge mehr pferd dranhängt, das gymnastiziert werden muss.

sechstens:

es wäre schön, wenn jeder reiter die ambition hätte, sich soweit ausbilden zu lassen, dass er in der lage ist, versammelnde lektionen bis hin zur piaffe oder passage zu lernen. denn wer in der lage ist, eine korrekte piaffe zu reiten, ist auch in der lage, sein pferd bis dorthin gesund zu gymnastizieren.

siebtens:

ohne sattel durchs gelände zu gehen kann für reiter und pferd, wenn sie entsprechend ausgebildet sind, ein riesenspass sein. allerdings muss das pferd bestimmte anatomische points aufweisen, um dauerhaft gesund zu bleiben,wenn es häufiger ohne sattel geritten wird.

achtens:

solche leute haben ein pony oder pferd, weil die eltern eins gekauft haben.

neuntes:

ich gehe mit solchen reitern gar nicht um. es ist einfach die sorte leute, mit denen ich nichts zu tun haben will. hin und wieder bekomme ich mal ein pferd an die hand, das längere zeit bei solchen leuten war und probiere das eine oder andere wieder zu richten. meist landen diese pferde aber irgendwann in einer reitschule - der "bock" taugt nichts mehr, hat gesundheitliche probleme, ist verritten, töchterchen kommt nicht mehr damit klar - dann muss der unnütze fresser schnell weg. reitschulen suchen gezielt nach solchen pferden, weil sie billig sind und man sie noch ein paar jahre einsetzen kann.

zehntens:

dein clinch auf instragram interessiert mich nicht die bohne. allerdings gab es hier so viel richtigzustellen, dass eine ausführliche antwort absolut notwendig war.

ich setze hier noch mal einen wirklich guten link, damit du dich umfassend informieren kannst, wie und warum pferde gymnastiziert werden sollten, wie die ausrüstung aussehen sollte - und überhaupt, wie man mit pferden umgehen sollte.

www.wege-zum-pferd.de

dort gibt es eine menge zu lesen, was sich wirklich lohnt.

man verbessert die welt nur, indem man selbst zum vorbild wird.

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Kommentar von Heklamari
07.08.2016, 19:22

Ausführlich und fachkundig

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Kommentar von Baroque
08.08.2016, 13:50

Ja, da unterschreib ich mit, dann kann ich mir meine Schreibmühe sparen.

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Kommentar von DeaNoctis
08.08.2016, 16:58

Schön das mal jemand anmerkt, dass ohne Sattel reiten nicht "draufsetzen und rumdallern" heißt :)

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Das arme Pony... Natürlich muss ein Pferd gymnastiziert werden, an Dressur ist ja im Grunde genommen nichts falsch, man kann es wie jede andere Reitweise  falsch machen. Ohne Sattel reiten schädigt den Rücken und am langen Zügel reiten ist auch nicht unbedingt von Vorteil. 

Ein Sattel wurde dazu gemacht, den Pferderücken zu schonen! Wenn man ihn einfach wieder weg nimmt, ist man selbst daran schuld, wenn das Pferd Rückenprobleme bekommt.

Meiner Meinung nach ist Rennpferde reiten und Reinging mit Spinnig Stops und Spins am schlimmsten. 

Dressurpferde sind of gut bemuskelt weil Dressur auch z.B. viel im versammelten Tempo geritten wird. 

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Kurz: Die Haltung des Pferdes im Dressurreiten ist unnatürlich und führt zu Haltungsschäden.

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Kommentar von Baroque
08.08.2016, 13:54

Falsch: Reiten ist unnatürlich (die Evolution des Pferdes geht schon so lange, der Mensch kam später hinzu) und würde zu Schäden führen, würden wir nicht den Pferden per dressurmäßiger Gymnastizierung beibringen, wie sie diese vermeiden können.

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Kommentar von Michel2015
11.08.2016, 22:21

Damit ist die Frage oben vollumfänglich beantworet, es kommt aus dem Umstand der Unwissenheit.

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