Wie steht ihr zu dem Thema Abtreibung?

Das Ergebnis basiert auf 29 Abstimmungen

Dafür 65%
Dagegen 34%

30 Antworten

Dafür

Jede Frau kann in die Situation kommen, ungeplant schwanger zu werden, ob nun durch Leichtsinn, Naivität, Unkenntnis, Geldmangel, unterschwelligen Druck des Partners oder einfach Pech.

Schön, wenn dann dem ungeplant ein nun doch gewollt folgt und man nie in eine Schwangerschaftskonfliktsituation kommt. Aber gut, dass die Indikationsregelung in Teilen durch die Fristenregelung ersetzt worden ist, denn bei einer ungewollten Schwangerschaft zählen einzig die Gründe der Frau, sich gegebenenfalls für einen Abbruch zu entscheiden, denn es ist ihr Leben, ihr Körper und ihre Zukunft.

Warum jedoch gelegentlich in "richtige" und "falsche" Gründe einer Abtreibung unterteilt wird, ist mir ein Rätsel. Wer vermag die Notlage einer Frau objektiv zu beurteilen, ohne seine eigenen Werte mit einfließen zu lassen - außer die Frau selbst?

Es ist eine Doppelmoral, bei einem Vergewaltigungsopfer oder bei einem schwerstbehinderten Kind eine Abtreibung als gerechtfertigt anzusehen, aber eine "ich-will-zum-jetzigen-Zeitpunkt-kein-Kind" - Einstellung einer Frau, die sich vielleicht einen anderen Partner als Vater ihres Kindes wünscht oder mitten in Schule, Ausbildung oder Studium steckt oder noch ihren Doktor machen will oder ein Jahr um die Welt reisen möchte oder sich erst eine gesicherte Existenz aufbauen will oder erstmal für die Rente ranklotzen möchte oder einfach Party machen will oder ihre Eltern pflegt oder, oder..., moralisch zu verurteilen.

Der erhobene Zeigefinger "dann-darfst-du-nur-Sex-zum-Zwecke-der-Fortpflanzung-haben" ist wider die Natur und ein Kind sollte auch keine "eingebrockte Suppe, die man zur Strafe auslöffeln muss" sein.

Jeder Mensch sollte für sich selbst im Rahmen des geltenden Rechts ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben. Oft stellt man dann doch irgendwann fest, dass dies nicht immer so einfach ist.

Aber niemandem, der nicht selbst in einer bestimmten Situation steckt, steht eine Be- geschweige denn Verurteilung einer Handlungsweise anderer zu.

Es ist leicht, theoretische "auf jeden Fall/auf keinen Fall..." und "ich würde immer/nie..." Grundsätze zu äußern, bis man eben selbst in eine Konfliktsituation gerät.

Meiner Meinung nach hat jede Frau (auch moralisch) das Recht, eine Schwangerschaft nicht auszutragen, ob nun wegen des falschen Zeitpunkts, des falschen Partners oder wegen anderer Umstände, derer sie sich nicht gewachsen fühlt.

Ich habe mich als junge Frau mitten in der Ausbildung und in einer sterbenden Beziehung für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden.

Ich habe mich später trotz "Altersindikation" (37 und 39 Jahre) bei meinen weiteren, geplanten Schwangerschaften bewusst gegen jegliche Pränataldiagnostik entschieden, wohl in dem Wissen, auch ein behindertes Kind physisch, psychisch, finanziell, partnerschaftlich und lebensplanerisch "stemmen" zu können.

Aber ich habe auch jedes Verständnis dafür, wenn sich eine Frau das eben nicht zutraut.

Ich wünsche niemandem, je eine so qualvolle Entscheidung treffen zu müssen, sich gegebenenfalls für oder gegen ein behindertes Wunschkind zu entscheiden.

Wenn es denn aber so ist, kann ich nur hoffen, dass die Frau Unterstützung, Respekt und Verständnis erfährt.

Alles Gute für dich!

"Der erhobene Zeigefinger "dann-darfst-du-nur-Sex-zum-Zwecke-der-Fortpflanzung-haben" ist wider die Natur"

Also von der Natur her ist schon vorgesehen, dass Sex regelmäßig zu Schwangerschaften führt. Folglich hat die Natur vielleicht Einwände gegen deine Behauptung.

Wider die Natur im Sinne von wie bei normaler Funktion ohne künstliche Beeinflussung ist schon eher, wenn man jahrezehntlang Sex hat, aber keine Kinder.

"Jeder Mensch sollte für sich selbst im Rahmen des geltenden Rechts ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben."

Den Satz schreibst du so oft, obwohl du eigentlich genau weist, dass geltendes Recht gerade vorsieht, dass Abtreibungen außer bei Vergewaltigung oder med. Indikation rechtswidrig sind.

"Es ist eine Doppelmoral, bei einem Vergewaltigungsopfer oder bei einem schwerstbehinderten Kind eine Abtreibung als gerechtfertigt anzusehen, aber eine "ich-will-zum-jetzigen-Zeitpunkt-kein-Kind" - Einstellung einer Frau, die sich vielleicht einen anderen Partner als Vater ihres Kindes wünscht oder mitten in Schule, Ausbildung oder Studium steckt oder noch ihren Doktor machen will oder ein Jahr um die Welt reisen möchte oder sich erst eine gesicherte Existenz aufbauen will oder erstmal für die Rente ranklotzen möchte oder einfach Party machen will oder ihre Eltern pflegt oder, oder..., moralisch zu verurteilen."

Du rufst also dazu auf, sich im Rahmen eines geltenden Rechts zu bewegen, das du gerade ablehnst und verwerflich findest. Finde ich merkwürdig.

1
@carn122004

 obwohl du eigentlich genau weist, dass geltendes Recht gerade vorsieht, dass Abtreibungen außer bei Vergewaltigung oder med. Indikation rechtswidrig sind.




§ 218a Abs. 1 (Fristenlösung mit Beratungspflicht): Die Schwangere verlangt den Abbruch und kann nachweisen, dass sie an einer Schwangerschaftskonfliktberatungteilgenommen und danach eine dreitägige Bedenkfrist eingehalten hat. Hier ist der Schwangerschaftsabbruch nur innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Befruchtung (d. h. 14 Wochen gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung) straffrei

Und Straffreiheit ist das worauf es ankommt 




1
Dafür

Der Körper gehört in erster Linie der Frau und diese soll auch weiterhin das Recht haben bis zu einem bestimmten Monat abtreiben zu können, über den Zeitpunkt lässt sich eventuell streiten, aber nicht um Abtreibung an sich.

Wenn es kein Arzt machen würde, würden die verzweifelten Frauen sich wie früher andere Mittel und Wege suchen, wenn auch teilweise unter Lebensgefahr und mit weit schwereren Folgen als vernünftig unter ärztlicher Aufsicht.

Davon abgesehen würden nur die unzähligen auf die Welt gezwungenen Kinder darunter leiden, wenn sie die eigenen Eltern nicht annehmen können oder wollen und dann woanders hin abgeschoben oder getötet/misshandelt/vernachlässigt werden.

Keine Verhütung ist zu 100% sicher und kein Sex ist keine Verhütung. Sexualität gehört für die allermeisten zum Leben dazu. Und Menschen die es nicht schaffen zuverlässig zu verhüten (Pille regelmäßig vergessen, Kondom vergessen, rausziehen-Methode etc.) sollte man erst Recht kein Kind anvertrauen.

Ja, der Körper der Frau. Aber nicht der des Kindes.

0
Dafür

Jeder Frau sollte selbst entscheiden können, ob sie ein Kind austrägt oder nicht. Keine sollte gegen ihren Willen zwangsweise zur Mutter gemacht werden.

Natürlich ist es immer besser, schon im Vorfeld dafür zu sorgen, eben NICHT ungewollt schwanger zu werden. Aber Pannen passieren eben. Egal ob "Unfall" oder reine Naivität zur Schwangerschaft geführt haben.

Außerdem finde ich, wer nicht 100% hinter der Entscheidung für ein Kind stehen kann, der kann auch keine gute Mutter werden. Und daher ist es auch zur Wohle des Kindes, wenn es vielleicht gar nicht geboren wird.

Dann ist es auch zum Wohl derer, die durch Gewalt umkommen, wo ist da der Unterschied? nur weil das ungeborene Leben sich noch nicht wehren kann, ist es zu seinem Wohl. Bist du Gott?

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@KaeteK

Du kannst eine Abtreibung doch nicht mit einem Gewaltverbrechen vergleichen!

Der Unterschied liegt darin, dass bei einem Gewaltverbrechen ein Mensch das Opfer ist, und bei einer Abtreibung ein Zellhaufen der vielleicht irgendwann mal überlebensfähig wäre.

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@KaeteK

Nein, ich bin Gott.

Aber mal davon abgesehen. Wenn es behindert wird, aus einer Vergewaltigung kommt oder einfach nur ungewollt ist, sollte man es abtreiben können, bevor man dem Kind ein schweres Leben bereitet. Es weiß doch noch nicht mal das es gelebt hat, also warum der Ärger?

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@MaryLynn87

Es handelt sich auch bei ungeborenen und nciht selbstständig überlebensfähigen Menschen um Menschen.

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@C0nfr0nt

Weil das Töten von Menschen ohne deren Einverständnis und zwecks derem "Wohlergehen" einer gesellschaftlichen Ächtung unterliegt.

Wenn man das ändern will, muss man im Kleinen anfangen; also z.b. dass du selbst erklärst, dass wenn irgendwer meint, es sei für dich besser getötet zu werden, dass dann derjenige dich auch ohne Einverständnis töten darf; wenn genug andere deinem Beispiel folgen, hast du dann die bessere Welt, die du so sehr willst.

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@KaeteK

Es ist ein Unterschied, ob ein voll entwickelter Mensch umkommt, der merkt und fühlt was da passiert, oder ein gefühlloser Fötus, ohne funktionierendes Gehirn (vor der 24 Woche) der gar keine Gedanken, Angst, oder gar Schmerz haben kann. 

4
@carn122004

Ach carn, du kannst es einfach nicht lassen hier rum zu trollen, und Sachen absichtlich falsch zu interpretieren, um Stimmung zu machen, nicht wahr?

2
@MaryLynn87

Was immer nur alle gegen Vergleiche von Äpfel mit Birnen haben, die kann man super vergleichen.

Abgesehen davon, ging es nicht um Äpfel und Birnen sondern um den Vergleich des Tötens ohne Einwilligung von ungeborenen Menschen zwecks deren Wohlergehen mit dem Töten ohne Einwilligun von geborenen Menschen zwecks deren Wohlergehen.

Unterschiede also kleiner als bei Äpfel und Birnen.

0
@carn122004

Ein Fötus ist aber eben (noch) kein alleine lebensfähiger Mensch. Von daher kannst du dieser Dinge nicht vergleichen.

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@Deamonia

Was war das rumtrollen?

C0nfr0nt hat eine Frage gestellt:
"Es weiß doch noch nicht mal das es gelebt hat, also warum der Ärger?"

Und ich habe sie ihm beantwortet.

Uund einen Vorschlag gemacht, wie der von mir beschriebene gesellschaftlich Zustand meiner Ansicht nach änderbar wäre; andere Methoden gibt es natürlich auch noch, aber das würde vielleicht klappen, wenn genug mitmachen.

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@MaryLynn87

Doch, da hinsichtlich der gesellschaftlichen Ächtung von Tötung von Menschen die Eigenschaft "alleine nicht lebensfähig" meist egal ist.

Ob man nun durch ein Krankenhaus läuft und jeden abknallt oder nur die, die alleine nicht lebensfähig sind, interessiert z.b. das Gericht so gut wie gar nicht hinsichtlich des Strafmaßes.

Du musst schon einen Unterschied zwischen geborenen und ungeborenen Menschen nennen, der hinsichtlich der Ächtung von Tötung als relevant angesehen wird, wenn du den die nicht Vergleichbarkeit begründen willst.

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Das ist ja grausam, was du da sagst. Bitte denke nochmal über diese Behauptung noch, ja?

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@ElizabethHawke

Gut. Hab nochmal darüber nachgedacht - habe meine Meinung aber trotzdem nicht geändert weil es eine durchaus vernünftige Lebenseinstellung ist.

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