Wie steht ihr zu dem Thema Abtreibung?

Das Ergebnis basiert auf 26 Abstimmungen

Dafür 65%
Dagegen 34%

30 Antworten

Dafür

Jede Frau kann in die Situation kommen, ungeplant schwanger zu werden, ob nun durch Leichtsinn, Naivität, Unkenntnis, Geldmangel, unterschwelligen Druck des Partners oder einfach Pech.

Schön, wenn dann dem ungeplant ein nun doch gewollt folgt und man nie in eine Schwangerschaftskonfliktsituation kommt. Aber gut, dass die Indikationsregelung in Teilen durch die Fristenregelung ersetzt worden ist, denn bei einer ungewollten Schwangerschaft zählen einzig die Gründe der Frau, sich gegebenenfalls für einen Abbruch zu entscheiden, denn es ist ihr Leben, ihr Körper und ihre Zukunft.

Warum jedoch gelegentlich in "richtige" und "falsche" Gründe einer Abtreibung unterteilt wird, ist mir ein Rätsel. Wer vermag die Notlage einer Frau objektiv zu beurteilen, ohne seine eigenen Werte mit einfließen zu lassen - außer die Frau selbst?

Es ist eine Doppelmoral, bei einem Vergewaltigungsopfer oder bei einem schwerstbehinderten Kind eine Abtreibung als gerechtfertigt anzusehen, aber eine "ich-will-zum-jetzigen-Zeitpunkt-kein-Kind" - Einstellung einer Frau, die sich vielleicht einen anderen Partner als Vater ihres Kindes wünscht oder mitten in Schule, Ausbildung oder Studium steckt oder noch ihren Doktor machen will oder ein Jahr um die Welt reisen möchte oder sich erst eine gesicherte Existenz aufbauen will oder erstmal für die Rente ranklotzen möchte oder einfach Party machen will oder ihre Eltern pflegt oder, oder..., moralisch zu verurteilen.

Der erhobene Zeigefinger "dann-darfst-du-nur-Sex-zum-Zwecke-der-Fortpflanzung-haben" ist wider die Natur und ein Kind sollte auch keine "eingebrockte Suppe, die man zur Strafe auslöffeln muss" sein.

Jeder Mensch sollte für sich selbst im Rahmen des geltenden Rechts ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben. Oft stellt man dann doch irgendwann fest, dass dies nicht immer so einfach ist.

Aber niemandem, der nicht selbst in einer bestimmten Situation steckt, steht eine Be- geschweige denn Verurteilung einer Handlungsweise anderer zu.

Es ist leicht, theoretische "auf jeden Fall/auf keinen Fall..." und "ich würde immer/nie..." Grundsätze zu äußern, bis man eben selbst in eine Konfliktsituation gerät.

Meiner Meinung nach hat jede Frau (auch moralisch) das Recht, eine Schwangerschaft nicht auszutragen, ob nun wegen des falschen Zeitpunkts, des falschen Partners oder wegen anderer Umstände, derer sie sich nicht gewachsen fühlt.

Ich habe mich als junge Frau mitten in der Ausbildung und in einer sterbenden Beziehung für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden.

Ich habe mich später trotz "Altersindikation" (37 und 39 Jahre) bei meinen weiteren, geplanten Schwangerschaften bewusst gegen jegliche Pränataldiagnostik entschieden, wohl in dem Wissen, auch ein behindertes Kind physisch, psychisch, finanziell, partnerschaftlich und lebensplanerisch "stemmen" zu können.

Aber ich habe auch jedes Verständnis dafür, wenn sich eine Frau das eben nicht zutraut.

Ich wünsche niemandem, je eine so qualvolle Entscheidung treffen zu müssen, sich gegebenenfalls für oder gegen ein behindertes Wunschkind zu entscheiden.

Wenn es denn aber so ist, kann ich nur hoffen, dass die Frau Unterstützung, Respekt und Verständnis erfährt.

Alles Gute für dich!

"Der erhobene Zeigefinger "dann-darfst-du-nur-Sex-zum-Zwecke-der-Fortpflanzung-haben" ist wider die Natur"

Also von der Natur her ist schon vorgesehen, dass Sex regelmäßig zu Schwangerschaften führt. Folglich hat die Natur vielleicht Einwände gegen deine Behauptung.

Wider die Natur im Sinne von wie bei normaler Funktion ohne künstliche Beeinflussung ist schon eher, wenn man jahrezehntlang Sex hat, aber keine Kinder.

"Jeder Mensch sollte für sich selbst im Rahmen des geltenden Rechts ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben."

Den Satz schreibst du so oft, obwohl du eigentlich genau weist, dass geltendes Recht gerade vorsieht, dass Abtreibungen außer bei Vergewaltigung oder med. Indikation rechtswidrig sind.

"Es ist eine Doppelmoral, bei einem Vergewaltigungsopfer oder bei einem schwerstbehinderten Kind eine Abtreibung als gerechtfertigt anzusehen, aber eine "ich-will-zum-jetzigen-Zeitpunkt-kein-Kind" - Einstellung einer Frau, die sich vielleicht einen anderen Partner als Vater ihres Kindes wünscht oder mitten in Schule, Ausbildung oder Studium steckt oder noch ihren Doktor machen will oder ein Jahr um die Welt reisen möchte oder sich erst eine gesicherte Existenz aufbauen will oder erstmal für die Rente ranklotzen möchte oder einfach Party machen will oder ihre Eltern pflegt oder, oder..., moralisch zu verurteilen."

Du rufst also dazu auf, sich im Rahmen eines geltenden Rechts zu bewegen, das du gerade ablehnst und verwerflich findest. Finde ich merkwürdig.

1
@carn122004

 obwohl du eigentlich genau weist, dass geltendes Recht gerade vorsieht, dass Abtreibungen außer bei Vergewaltigung oder med. Indikation rechtswidrig sind.




§ 218a Abs. 1 (Fristenlösung mit Beratungspflicht): Die Schwangere verlangt den Abbruch und kann nachweisen, dass sie an einer Schwangerschaftskonfliktberatungteilgenommen und danach eine dreitägige Bedenkfrist eingehalten hat. Hier ist der Schwangerschaftsabbruch nur innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Befruchtung (d. h. 14 Wochen gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung) straffrei

Und Straffreiheit ist das worauf es ankommt 




1
Dafür

Der Körper gehört in erster Linie der Frau und diese soll auch weiterhin das Recht haben bis zu einem bestimmten Monat abtreiben zu können, über den Zeitpunkt lässt sich eventuell streiten, aber nicht um Abtreibung an sich.

Wenn es kein Arzt machen würde, würden die verzweifelten Frauen sich wie früher andere Mittel und Wege suchen, wenn auch teilweise unter Lebensgefahr und mit weit schwereren Folgen als vernünftig unter ärztlicher Aufsicht.

Davon abgesehen würden nur die unzähligen auf die Welt gezwungenen Kinder darunter leiden, wenn sie die eigenen Eltern nicht annehmen können oder wollen und dann woanders hin abgeschoben oder getötet/misshandelt/vernachlässigt werden.

Keine Verhütung ist zu 100% sicher und kein Sex ist keine Verhütung. Sexualität gehört für die allermeisten zum Leben dazu. Und Menschen die es nicht schaffen zuverlässig zu verhüten (Pille regelmäßig vergessen, Kondom vergessen, rausziehen-Methode etc.) sollte man erst Recht kein Kind anvertrauen.

Ja, der Körper der Frau. Aber nicht der des Kindes.

0

Ich bin weder dafür, noch dagegen. Ich denke es handelt sich hier um ein Thema, dass nicht einfach mit "schwarz / weiß" beantwortet werden kann.

Hier ist ein gewisser Maßstab anzusetzen. Wird eine Frau aufgrund von offensichtlicher Verantwortungslosigkeit schwanger, so bin ich gegen die Abtreibung. Das hat dann auch nichts damit zu tun, dass sie über ihren Körper entscheiden darf. Sie hat ja quasi die Entscheidung getroffen.

Entsteht die Schwangerschaft aufgrund eines Verbrechens (Vergewaltigung), so bin ich dafür, dass jeder Frau die Option der Abtreibung zur Verfügung steht. 

Eine Grauzone ist es für mich dann, wenn Mädchen mit 14/15 schwanger werden. Wissen die überhaupt schon, was Verantwortung ist? Haben sie es absichtlich gemacht, um nicht arbeiten gehen zu müssen oder war es ein Versehen, weil noch gar nicht die "Bedeutung" einer solchen Entscheidung (Geschlechtsverkehr bzw. Schwangerschaft) klar war?

Grundsätzlich bin ich aber dagegen, dass man hier ein einfaches Dafür / Dagegen-Spiel betreibt.

Dieses Argument höre ich immer wieder, aber noch niemand konnte mir bisher die Frage beantworten, wie jemand der schon "offensichtlich Verantwortungslos" mit seinem eigenen Leben umgeht, sich um ein Baby kümmern soll.

Außerdem sollten Kinder immer Wunschkinder sein, oder zumindest willkommen, aber ganz sicher kein Zwang.

Was hast du denn gegen Abtreibungen? Was ist schlimm daran?

4
@Deamonia

LOL, wenn alle Kinder Wuschkinder waeren gaebe es die menschliche Rasse laengst nicht mehr.

3
@Steffile

Ich schrieb:

Wunschkinder, oder zumindest willkommen

Richtig lesen würde helfen...

2
@Deamonia

"Dieses Argument höre ich immer wieder, aber noch niemand konnte mir bisher die Frage beantworten, wie jemand der schon "offensichtlich Verantwortungslos" mit seinem eigenen Leben umgeht, sich um ein Baby kümmern soll."

Dann die Antwort von mir, solche Leute können das Kind zur Adoption freigeben.

Wundert mich, dass noch nie jemand dir diese Antwort geben konnte.

1
@carn122004

Ein Baby zur Adoption freigeben ist zum einen nicht so einfach (im Gegensatz zu einer Abtreibung) und zum anderen ist zur Adoption freigeben nicht "Drum Kümmern", sondern genau das Gegenteil: Weggeben weil man sich nicht kümmern kann/will.

Daher ist meine Frage wieder einmal unbeantwortet geblieben.

3
@Deamonia

"sondern genau das Gegenteil: Weggeben weil man sich nicht kümmern kann/will.

Daher ist meine Frage wieder einmal unbeantwortet geblieben."

Deine Frage ist dann aber irrelevant, denn es ist ja vermeidbar, dass jemand der zu verantwortlungslos ist, sich um ein Kind kümmern muss. Warum stellst du eine Frage, deren Antwort irrelevant ist, da sich jemand anders um das Kind kümmern kann?

1

Nur mal als Anmerkung.

Eine offensichtlich verantwortungslose Frau (wie immer das festgestellt wird) soll also nicht abtreiben dürfen. Und damit wird dann in kauf genommen, daß sie dann auch mit dem zwangsweise geborenen Kind verantwortungslos umgeht.

No comment.

6
@Dackodil

Ich habe "verantwortungslos" nicht auf die Kindererziehung bezogen, sonder auf den Geschlechtsverkehr.

Wenn man unverhütet Sex hat mit dem Hintergedanken "ich kann ja eh abtreiben", so ist das verantwortungslos. Wenn die Abtreibung für einen solchen Fall jetzt nicht mehr gestattet wäre (rein hypothetisch), würde das die Frau oder den Mann durchaus zum Nachdenken anregen. Oder nicht?

0
@morrinson

Nö würde es nicht, weil niemand der keine Kinder will, mit dem Gedanken "Kann ja abtreiben" Sex ohne Verhütung hat, sondern mit dem Gedanken "Wird schon gut gehen", oder "mir passiert das nicht". Niemand sieht Abtreibung als Verhütung an, allein schon weil es viel zu teuer und aufwändig wäre.

Daran würde ein Abtreibungsverbot NICHTS ändern, außer das es dann halt wieder tote und verletzte bei illegalen Abtreibungen gäbe.

4
@morrinson

Eben nicht - denn:

beim Sex hat das rationale Denken Pause.

Ich liebe die Neigung der Deutschen zur Pädagogik. Und natürlich müssen immer nur die anderen was lernen und zwar auf die möglichst harte Tour.

4
@Dackodil

"Niemand sieht Abtreibung als Verhütung an,"

"beim Sex hat das rationale Denken Pause."

Jeweils unbewiesene Behauptung. Ferner reicht es völlig, wenn vorm Sex das rationale Denken hinreichend von statten geht.

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