Wie läuft das mit der Reinkarnation?

11 Antworten

Als Christ glaube ich nicht an Reinkarnation sondern an: "Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht" (Hebräer 9,27-28).

Das ist auch ein großer Trost, nicht immer wieder ein Erdenleben durchlaufen zu müssen. Wenn man sich mit dem Hinduismus und Buddhismus beschäftigt, die an Reinkarnation glauben, stellt man fest, dass dieses Konzept dort auch recht negativ gesehen wird, da das Ziel ist, dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entfliehen und ins Nirwana einzugehen.

Als Christ freue ich mich sehr darauf, nach dem Tod ein Leben in Herrlichkeit bei Gott haben zu dürfen und kann nur jeden in aller Freiheit dazu einladen, auch dabei sein zu wollen. Dazu muss man nur an Gott glauben und ihm vertrauen...

Wie läuft das mit der Reinkarnation?

Warte es ab. Nichts ist genauer als das persönliche Erleben, wenn es darum geht, wie man diese erlebt, sofern es sie gibt. Ich glaube, durch recht umfangreiche als solche geglaubte Erinnerungen, wie es in früheren Leben und auch in einem ewigen Dasein zwischen den mit meinem jetzigen vergleichbaren Leben gewesen sein könnte, aber wie es schließlich mit der Reinkarnation, also dass man wieder in ein neues Leben kommt, das kann ich nur erahnen. Oder kannst Du Dich am nächsten Morgen ganz genau erinnern, wann Du an einem Abend einschläfst und wann und wie Du in der gerade vergangenen Nacht zu träumen angefangen hast? In gewisser Hinsicht ist es damit meinen Erinnerungen nach vergleichbar.

Und ist die in jeder Religion gleich?

Da nicht in jeder Religion an Reinkarnation geglaubt wird, ist diese Frage eindeutig mit einem "Nein" zu beantworten. Obwohl beispielsweise die Antwort der Jünger auf die Frage Jesu, für wen die Menschen den Menschensohn halten, sich auf verschiedene Propheten des Alten Testaments und auf Johannes den Täufer bezog, wird im Christentum die Vorstellung von Reinkarnation eher abgelehnt - soll heißen, dass sie nicht Teil der entsprechenden Glaubenslehre ist. Gleiches gilt aber auch für einiges andere mehr, was noch beispielsweise in den Evangelien steht. Grundsätzlich scheint es aber auch so zu sein, dass das, was klar in den Evangelien steht, nur über Interpretationen und/oder Einschränkungen mit den Lehren verschiedener Kirchen vereinbar ist, was besonders bei den Landeskirchen auffällt.

Darauf willst du wohl keine fundierte Antwort, oder? Ein großes Manko bei allen Glaubensdingen ist die fehlende Überprüfbarkeit. Eine Triebfeder ist immer der Wunsch dahinter, es möge wahr sein, oder die Angst, es könnte wie befürchtet sein.

Desweiteren ist eine Reinkarnation nichts anderes, als eine Wiedergeburt. Weder im Christentum, noch im Buddhismus, noch in sonstigen Religionen wird näher darauf eingegangen, obwohl natürlich jeder Anhänger "seiner" Religion das anders sieht.

Alle diese Ideen, Vorstellungen oder Theorien sind sehr fein im Denkapparat gesponnen, sie sind aber nicht wirklich von bewusst "versponnenen" Gedankeninhalten getrennt. Der Mensch hat die geistige Gabe, etwas zu glauben oder etwas zu verifizieren.

Die Gründe für den Glauben an Reinkarnation/Wiedergeburt ist in allen Religionen einerseits der Wunsch ewig zu leben, andererseits auf der Unfähigkeit in der Gegenwart bezogen, sein Leben zu verbessern bzw. zufrieden zu leben; deshalb träumt man vom nächsten, das erfolgreicher sein möge. :-)

Der letzte Absatz ist nicht ganz korrekt. Mit dem Wunsch nach ewigem Leben hat die Reinkarnation eher wenig zu tun, denn sie wird sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus überwiegend als negativ dargestellt.

Tatsächlich ist es in beiden Religionen das ultimative Ziel des Gläubigen, den Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt zu durchbrechen und eben nicht mehr wiedergeboren zu werden.

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@Indecisive

Da hast du natürlich recht. Ich schrieb ja im ersten Absatz oben, dass auch geglaubt wird, eine Reinkarnation könnte wie befürchtet sein, also ein Kreislauf, der das leidvolle Leben wiederholt.

Im letzten Abschnitt beziehe ich mich nochmal darauf: Der Glaube, das nächste Leben wäre erfolgreicher hinsichtlich einer finalen "Erlösung" von der Wiedergeburt! Ein "ewiges" Nirwana zu erreichen ist auch ein Ziel!

Wie so viele Dinge in Glaubenssachen scheinen sie aber auch hier nicht verbindlich zu sein. Buddha war nie wirklich an solchen Ideen wie Jenseits und Kreislauf von Tod und Wiedergeburt interessiert, er legte auch keine Theorien/Thesen darüber vor. Seine "Lehre" bezieht sich nur auf das gegenwärtige, "diesseitige" Leben! Er legte kein Glaubenskonstrukt vor, wie es der Buddhismus mit seinen Mysterien danach tat. Hier liegt der kleine aber feine Unterschied! :-)

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Nein, da gibt es durchaus Unterschiede. Besonders der Buddhismus sticht da heraus, weil er einerseits "Anatta" ( keine ewige Seele ) und dennoch "Reinkarnation" ( eben ohne unveränderliche Seele ) lehrt.

Hör mal hier: "'Wiedergeburt': Die Unterschiede zwischen Hinduismus und Buddhismus":

https://www.youtube.com/watch?v=wyEg1CCkwrI

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 45 Jahren praktizierender Buddhist ( Theravada )...

Ist mit dem Zyklus im Indischen Hinduismus gemeint: Auf Frühling kommt der Sommer, Herbst und Winter, wie die Lebensabschnitte genauso. Auf eine Nacht folgt der Morgen, Mittag, Abend?

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Vor allem im Buddhismus glaubt man an Reinkarnation.

Ich finde den Gedanken schön, bin mir aber unsicher, ob das stimmt...

Der Buddhismus hat den Reinkarnationsglauben von seiner "Mutterreligion", dem Hinduismus, übernommen. Die beiden Konzepte von Reinkarnation unterscheiden sich auch sehr deutlich voneinander.

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