Wie kann man sich die Seele bildlich vorstellen und wo unterscheidet sie sich vom Geist?

10 Antworten

Da die Seele eine religiöse Vorstellung ist, kannst du sie dir praktisch in allen Formen vorstellen - als inneres Licht, weißer Nebel, was auch immer.

Der Unterschied zum "Geist" ist, dass dieser Begriff nicht nur für Spukerscheinungen steht, sondern auch den Intellekt, oder das Bewusstsein des Menschen bezeichnet.

Während also der Geist in Form von Intellekt, oder Bewusstsein zumindest durch Gehirnaktivität nachweisbar ist, gilt dies für die Seele nicht.

Stelle sie dir also vor, wie immer du magst.

Als Seele bezeichnen wir in unserem kulturellen Umfeld das primär identitätsstiftende Konstrukt eines Menschen. Damit sind all die Anteile einer Persönlichkeit gemeint, die seine Einzigartigkeit ausmachen - besonders in seinen psychischen Eigenheiten. Beispielhaft wäre da zu nennen, wie ein Mensch seine Freundschaften lebt, wie er eine Liebesbeziehung gestaltet, wie sensibel er auf die Gefühle eines anderen reagieren und eingehen kann, wie er mit Enttäuschungen, Liebesverlust oder Trauer umgehen kann. 

Wenn er auf diesen Feldern eine reiche Palette von emotionalen Qualitäten besitzt, sprechen wir von seiner Seele mit Respekt und Wertschätzung. Wenn er jedoch aus dumpfen rücksichtslosen Instinkten seine Handlungsmuster gestaltet, neigen wir dazu ihm Seelenqualitäten abzusprechen. 

Da Menschen nun gern für so ein Gesamt von spezifischen Weisen mitmenschlichen Umgangs eine Metapher bevorzugen, haben sie sich auf den Seelenbegriff geeinigt. Die Seele ist also beim Menschen nicht ein Ding neben anderen, sondern eine phänomenologische Gesamtheit von Verhaltenseigentümlichkeiten, über die wir unseren Mitmenschen in seiner Tiefendimension erleben. 

Es ist naheliegend, dass in der Malerei und der Literatur - und hier speziell in der Poesie - dieses "Seelenkonstrukt" gern wie eine eigenständige, den Körper des Menschen begleitende Entität dargestellt wurde. Dazu wurden auraartige Phänomene beschrieben. Auch Symbolwesen wie z.B. die weiße Taube wurde als Versinnbildlichung der Seele angeboten. 

Interessant ist, dass der "Geist" dagegen meist als eine Zusammenfassung der mehr intellektuellen Qualitäten des Menschen gesehen wird. Aber auch er stellt einen metaphorischen Ausdruck dar, der den kommunikativen Prozess unter Menschen vereinfacht. Keineswegs haben wir auch beim Geist ein eigenständiges neben dem Körper wirkendes System vorliegen, selbst wenn wir immer wieder der vorwissenschaftlichen Einteilung des Menschen in "Körper, Geist und Seele" begegnen. 

Wenn man es modern abkürzen könnte, wäre der Geist die Software, die Seele die Festplatte und der Körper die Hardware? oder

Geist der Prozessor, die Seele die Software und der Körper die Hardware?

Geist die Software, die Seele die Energie und der Körper die Hardware?

Geist die Energie, die Seele die Software und der Körper die Hardware?

Was würdest du sagen?

0
@francodigi

Wir neigen dazu, die Komplexität des Lebens eben doch irgendwie so zu strukturieren, so dass ein Umgang mit ihr und damit eine Kommunizierbarkeit möglich wird. Das sehe ich auch in Deinem Anliegen. Leider, leider ist jedoch diese Komplexität des Lebens nicht wirklich mit technischen Systemelementen zu parallelisieren.

denkbar wäre noch Hardware = neuronale Strukturen von Gehirn Nervensystem und Sinnesorganen.

Software = vorgegebene Informationsverarbeitungssysteme auf neuronalem Niveau (Fähigkeit zum Speichern, Vergleichen und anderen Verarbeitungsweisen der neuronalen Daten)

Prozessor: Da ein technisches Produkt wie die CPU mit allen Transistoren irreversibel fest verdrahtet ist, haben wir kein Äquivalent beim Menschen.

Gehirnstrukturen wandeln sich ständig durch die millionenfache Ausbildung oder den Schwund von Synapsen, die sich obendrein verdicken oder verdünnen können, was bestimmte Denkabläufe erleichtert oder erschwert. 

Festplatte:  Auch hier ist kein Äquivalent im Gehirn auszumachen, weil jedes Speichern und wieder Abrufen von Daten diese verändert (eine bemerkenswerte Erscheinung, die von den meisten Menschen nur sehr ungern akzeptiert wird). Zudem werden Erinnerungen in vielfältigen Hirnarealen abgelegt und außerdem mit emotionalen Komponenten "kontaminiert", d.h. wir haben nie die reinen Daten, sondern immer  komplexe Mischtypen von abstrakten Informationen mit verschiedenen sinnlichen Qualitäten, die obendrein permanenten leichten Abwandlungen unterworfen sind (für einen Informatiker wäre das ein Albtraum).

1

Der menschliche Körper, Verstand und dessen Gedanken existieren bzw. agieren sogenannt "vordergründig" in unserer "bekannten" 4-dimensionalen Welt.                     Die Essenz der SEELE existiert dagegen "hintergründig" auf raumzeitloser, übergeordneter höherdimensionaler Bewusstseinsebene (bzw. Ebenen).                               Von daher kann man sich die SEELE definitiv NICHT bildlich vorstellen. Die SEELE kann über das "hintergründige" (Un)-Bewusstsein direkt auf den menschlichen Körper sowie auch den Verstand "intuitiv" einwirken. Das betrifft einerseits das GUTE Einwirken der SEELE auf den Verstand und dessen Gedanken durch Intuition. Man handelt intuitiv im GUTEN bzw. "richtig".       Es sind aber auch sogen. "Hilferufe der Seele" möglich, wodurch auch psychosomatische Störungen in dessen URSACHEN je nach Einzelfall durchaus erklärbar bzw. aber auch nur teilweise erklärbar sein können.               Das ist je nach Expertenmeinung immer noch umstritten. Die allermeisten solcher "Experten" urteilen nur aus ihrer Theorie heraus.                                                               Ich persönlich spreche da vor allem aus diesbezüglicher langjähriger, krankheitsbedingter Erfahrung und bin mir mittlerweile absolut sicher -  Es gibt "Hilferufe der Seele", welche den menschlichen Körper durch erhebliche psychosomatische Störungen negativ beeinflussen können.


Nachtrag:                                                                                 Der Unterschied zum "Geist" ist, dass dieser Geist sogenannt "feinstofflich" in einer Art Zwischenwelt "zwischen" der für uns "realen" Welt und den höherdimensionalen Ebenen weilt.

Dieser Geist ist "dort" (noch) nicht bereit, den stofflichen Körper nach dessen Tod loszulassen und er verweilt daher "dort" bis er sich bereitwillig auf übergeordneter Ebene mit der folglich dann endlich erlösten SEELE vereint zum weiteren Eintritt in die höherdimensionalen Lichtwelten (auch der "Himmel" genannt).

1

Was möchtest Du wissen?