Wie kann Gott (Jahwe) etwas bereuen?

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13 Antworten

Im AT wird über die Offenbarung Gottes in der Geschichte des Volkes Israel berichtet. Damals ging es den Schreibern  darum, sich den Menschen einer Zeit verständlich zu machen, die unfähig waren, eine andere Sprache als die der Bilder zu begreifen. Auch sollte vermittelt werden, dass Gott kein abstraktes, sondern ein lebendes Wesen ist, dem man dann auch menschliche Eigenschaften zugewiesen hat. Natürlich gehören die menschlichen Gefühle nicht zu Gottes Wesen, Er ist ja der vollkommene, absolute und unveränderliche Gott. Wenn die Schrift ihm diese menschlichen  Eigenschaften zuschreibt, hängt das mit der Vorstellung der damaligen Menschen zusammen. Man konnte sich Gott nicht denken, wenn man ihm nicht etwas von sich selbst zuschrieb und so kleidete man Gott in Worte für Eigenschaften,  die nur für Geschöpfe gültig sind.

Genauso kann man auch gewisse Grausamkeiten und Fluchpsalmen erklären, die für das Empfinden heutiger Menschen hart formuliert sind, aber in der altorientalischen Welt in einem anderen Horizont des Verstehens gesehen werden. Letztlich stand dahinter der Ausdruck, dass das Böse bestraft werden muss und das Gute siegen muss.Keineswegs ist alles, was im AT aufgeschrieben ist, wirklich das, was Gott vom Menschen wollte und will. Auch wenn das Gesetz des Mose z.B. als Gesetz Gottes verstanden wird, wird es später von Jesus relativiert, wenn er an vielen Stellen sagt „Ihr habt gehört, dass…… Ich aber sage euch …  Und das kann man auch von Sünden und Verbrechen sagen, die im AT mit grausamen Todesstrafen geahnet werden.

Man kann sagen, dass Gott sich nach und nach den Boden
bereiten wollte für die Ankunft seines Sohnes, der erst die volle Offenbarung des Vaters bringen würde. Dazu hat er zunächst noch zugelassen, dass das Volk Israel gemäß natürlichen Umständen und Denkweisen und entsprechend den geschichtlichen Zusammenhängen handelt.

Die Bibel ist nicht in dem Sinne Gottes Wort, als uns da Zeile für Zeile Anweisungen und Richtlinien gegeben werden, sondern dass Gottes Geist dafür gesorgt hat, dass sich die Wirklichkeit Gottes und die eigentlichen Aussagen des Glaubens daraus erschließen. Deshalb kann die Bibel nur dann
richtig verstanden werden, wenn man sie im Glauben und im Hl. Geist liest.

Du schreibst: "...Deshalb kann die Bibel nur dann richtig verstanden werden, wenn man sie im Glauben und im Hl. Geist liest. " Dann wäre die Kette Unglaube/Skepsis > Bibelstudium > Glaube gar nicht möglich.

Nach Deiner Feststellung musst Du schon glauben, bevor Du in der Bibel gelesen hast, woran Du glauben sollst (z.B. an den Hl. Geist).

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Ich bin der Auffassung, dass GOTT vermutlich nie Allmächtigkeit für sich beansprucht hat. Ich kann aber auch nicht das Gegenteil davon beweisen.

Diese angebliche Allmächtigkeit ist eher nur eine ihm angedichtete sehr "praktische" illusionäre Eigenschaft, um ihn so einfacher für das im Prinzip fast nur von uns Menschen selbst erschaffene negative Leid in dieser unserer Welt hauptverantwortlich machen zu können mit so anprangernden Sätzen wie "Ein allmächtiger GOTT würde so etwas doch niemals zulassen !... etc.

Von daher könnte ich GOTT schon sehr gut verstehen, wenn er das bewusste Erschaffen der Menschheit (wie er das auch immer schöpfend initiiert haben kann) im Nachhinein sogar - zumindest evtl. teilweise bzw. evtl. manchmal bereuen könnte. Der Mensch an sich mit seinem unberechenbaren komplexen Gehirn kann eine egoistische, sehr gefährliche Bestie sein !

ALLMÄCHTIGKEIT ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgrund der unendlichen multiversellen unterschiedlichen Vielfalt und Komplexität aller Geschehnisse nicht und niemals möglich. Man könnte eine solche daher auch als eine nicht und niemals berechenbare Komponente bezeichnen.


Etwas zulassen wird durch Allmacht nicht ausgeschlossen- ganz im Gegenteil!

Cheerio

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Demnach ist er nicht allmächtig, sondern einfach nur mächtiger als wir? Er ist also nur ein relativ mächtiges Wesen, welches von uns angebetet werden will?

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So, wie jeder Mensch bereut, jemandem etwas Gutes getan zu haben, wenn der dann den Schwer enttäuscht, der ihm Gutes getan hat.

Ich bin sicher, dieses Gefühl kennt fast jeder! Ich meine, diese Art des Bereuens......

Cheerio!

Der Unterschied zwischen Deinem Beispiel und dem Bibeltext ist, dass der Gutes tuende Mensch zum Zeitpunkt seiner guten Tat noch nicht weiß, dass der andere ihn später enttäuschen wird. Gott aber wird unterstellt, ALLES schon im Voraus gewusst zu haben, also auch die Auflehnung Luzifers, das Übriglassen der Familie Noahs bei der Sintflut, den Tod Jesu, den Holocaust usw., aber ER lässt das alles einfach laufen, wie es läuft.

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@akesipalisa

@akesipalisa:

....man unterstellt das weil nicht logisch durchdacht: WENN der Mensch einen freien Willen hat - hat er ja wohl zweifelsfrei - dann weiß Gott erst , was passiert, wenn es durch den/die Verursacher entschieden und ausgeführt wird.

Die Annahme, Gott sei allwissend, kann demnach nicht stimmen, denn die Entscheidung des Einzelnen kennt AUCH GOTT erst dann, wenn der Einzelne final entschieden HAT.

Es bliebt trotzdem die Frage, warum GOTT AUCH DANN, wenn eine Entscheidung und deren Konsequenzen sichtbar wird, nicht Schlimmes verhindert. Dafür muß er einen Grund haben, denn er ist zweifelsfrei ALLMÄCHTIG und könnte verhindern....

Ill

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In der MacArthur-Studienbibel findet sich dazu: "Die Sünde betrübte Gott, der heilig und makellos ist."
            
           
Der Bibelkommentar Dr. John F. Walvoord kommentiert diese Bibelstelle: "Die Wortspiele in den Versen 5-8 sind auffallend. Gott »reute« es, dass er den Menschen gemacht hatte, weil die Sünde der Menschheit ihn
mit Schmerzen erfüllte. Die Worte »reuen«, »Schmerzen« und »machen« gehen auf Kapitel 3,5 zurück. Lamech sehnte sich nach Trost  für die
schmerzliche Arbeit unter dem Fluch (1Mo 5,29). Nun »reute« es Gott (wörlt. er wurde bekümmert), dass er Menschen gemacht hatte, weil die Sünde des Menschen ihm Schmerzen bereitete (1Mo 6,6). Dies ist der Grund, warum der Schmerz in die Welt kam. Gott war durch die Sünde bekümmert."

Wie soll Gott denn zu 100% wissen für was sich ein Mensch in der Zukunft entscheiden wird?

Wäre das möglich hätte der Mensch doch keinen freien Willen mehr.

Hätte Gott Lebewesen gewollt die zu 100% nicht sündigen können, dann hätte er Roboter erschaffen.

Gott will jedoch Menschen die ihm von sich aus gehorchen und nicht, weil sie es müssen.


Gott kann übrigens auch NICHT sterben und dann wieder auferstehen:

Denn die Lebenden sind sich bewußt, das sie sterben werden; was aber die toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen. ( Prediger 9:5)



Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder WIRKEN noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheol, dem Ort, wohin du gehst. (Prediger 9:10)

(falls du an die Dreifaltigkeit glaubst)



Trotzdem würde ich Gott allmächtig nennen, denn freier Wille und 100% tige Voraussagungen schließen sich einfach aus.

Ebenso wie sich der Tod und Wirken ausschließen.

Wie soll Gott denn zu 100% wissen für was sich ein Mensch in der Zukunft entscheiden wird?

Naja, eben durch seine Allmacht, oder?

Wäre das möglich hätte der Mensch doch keinen freien Willen mehr.

Warum?

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@xtheovidx

Wenn Gott jetzt wüsste für was ich mich in 200 Jahren entscheiden würde, hätte ich doch nicht mehr die Freiheit mich umzuentscheiden oder ? 

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göttliches bereuen ist etwas ganz anderes als menschliche reue

Jes 55,8-9

---8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,

---9 sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Das ist kein Bereuen wie wir Menschen es kennen. Das ist ein Göttliches bereuen was wir in einer Art von enttäuschen verstehen. Gott kann nicht bereuen wie wir Menschen. Man muss immer im Hinterkopf haben das Gott nicht wie ein Mensch denkt.

Am Anfang gab  Gott  den Menschen  die Möglichkeit im Paradis zu bleiben und niemlas das Böse zu erfahren oder es zu erfahren und den Unterscheid kennen und dadurch nicht mehr im Paradis zu leben.Dass tat er da er den Menschen eine Entscheidung geben wollte und sie nicht Willlenlos zu machen sondern selber über ihr Leben zu entscheiden.Dadurch begangen die Menschen Sünden und es kam wie es kommen musste. Und danach gab er dass Versprechen dessen Beweis ein Regebogen war so etwas nie wieder zu tun.Im Endeffekt war es also der Mensch selbst der  entschieden  hat und dadurch die Welt überflutet wurde weil durch den Apfel Sünde dem Mensch bekannt gegeben wurde!!!

War kein Apfel......

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Also wenn im Winter das Auto nicht anspringt, dann sage ich auch: "Der will heute wieder nicht", obwohl mein Auto gar nicht wollen kann. Vielleicht ist das bei der genannten Bibelstelle ähnlich. Da hat möglicherweise einer so geschrieben, wie ihm die Schnauze gewachsen war.

Vermutlich soll dem Leser/Hörer nur klar werden, dass irgend etwas dumm gelaufen war bei der Erschaffung des Menschen, da er soviel Bosheit in sich trägt.

Anscheinend wird es Zeit, alte deutsche Wörter in Erinnerung zu rufen, bevor sie ganz vergessen sind.

Das, worüber Ihr hier diskutiert, heißt nicht Allmächtigkeit, sondern Allmacht.

nun im ersten Versuch machte er den Menschen ihm sehr identisch.
Dies war ihm dann doch zu perfekt und er machte Abstriche.
Leider hat er da zu viel weggebastelt

Wenn er das als allwissend doch vorher schon wusste, warum hat er es dann gemacht?

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@xtheovidx

nun zitieren wir mal einen neuzeitlichen Propheten Neale Adam Walsch.
Gott wusste zwar schon fast alles aber da er lange Zeit alleine im Himmel war wusste er eines noch nicht. Das was ein Paar also Mann und Frau bzw das Zusammenleben mehrerer Personen aus macht.
Da ihn dies immer mehr interessierte schuf er zu diesem Zweck Mann und Frau und stattete sie nicht perfekt aus denn wenn sie so wie er selbst wären würde er keine neuen Erfahrungen machen.
Damit hat er die Sünde also menschliche Entscheidungen gegen seinen Willen in Kauf genommen.
Bei einigen groben Fehlern der Menschen hat er doch überlegt ob das richtig war.
Letzendlich bestraften sich die Menschen gegenseitig aber so oft selbst dass ihm dies zuwieder war.
Die Menschen dachten dass alles was sie falsch machten eine schwere Sünde gegen Gott war und mussten darunter leiden da sie damit laut ihrer eigenen Ansicht von Gott verdammt werden würden.

Gott sah das dies schlecht war.

nun schickte er seinen eigenen Sohn auf Erden der das wieder zurecht rücken sollte. Jesus predigte dass zwar solche Vergehen gegen Gott eine Sünde sind aber durch Beichte Bussswerk usw wieder getilgt werden.
Dies war nun eine gemilderte Religion die sich Christenheit nennt und die gefällt ihm perfekt

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Da er Menschen mit einem freien Willen erschaffen hat, ist er nicht ALLWISSEND:

Schließlich weiß auch Gott erst dann, wie ein Mensch sich entschieden hat, wenn dieser Mensch dies durch seine Handlungen zeigt.

Wir sind weder Lemminge noch Roboter....

.....was machst Du mit Deinen Kindern, wenn Du die besten Grundlagen für eine glückliche Zukunft gelegt hast, die Kinder das aber mit Füßen treten????

Noch Fragen?

Cheerio

Wenn man davon ausgeht, dass Gott erst weiß wie man sich entscheidet, wenn man es tut, dann hast du wohl recht und es schließt die Allmacht aus, aber wie kommst du zu dieser Annahme?

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Wieso Annahme?

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