Wie kann Gott (Jahwe) etwas bereuen?

18 Antworten

In der MacArthur-Studienbibel findet sich dazu: "Die Sünde betrübte Gott, der heilig und makellos ist."
            
           
Der Bibelkommentar Dr. John F. Walvoord kommentiert diese Bibelstelle: "Die Wortspiele in den Versen 5-8 sind auffallend. Gott »reute« es, dass er den Menschen gemacht hatte, weil die Sünde der Menschheit ihn
mit Schmerzen erfüllte. Die Worte »reuen«, »Schmerzen« und »machen« gehen auf Kapitel 3,5 zurück. Lamech sehnte sich nach Trost  für die
schmerzliche Arbeit unter dem Fluch (1Mo 5,29). Nun »reute« es Gott (wörlt. er wurde bekümmert), dass er Menschen gemacht hatte, weil die Sünde des Menschen ihm Schmerzen bereitete (1Mo 6,6). Dies ist der Grund, warum der Schmerz in die Welt kam. Gott war durch die Sünde bekümmert."

Im AT wird über die Offenbarung Gottes in der Geschichte des Volkes Israel berichtet. Damals ging es den Schreibern  darum, sich den Menschen einer Zeit verständlich zu machen, die unfähig waren, eine andere Sprache als die der Bilder zu begreifen. Auch sollte vermittelt werden, dass Gott kein abstraktes, sondern ein lebendes Wesen ist, dem man dann auch menschliche Eigenschaften zugewiesen hat. Natürlich gehören die menschlichen Gefühle nicht zu Gottes Wesen, Er ist ja der vollkommene, absolute und unveränderliche Gott. Wenn die Schrift ihm diese menschlichen  Eigenschaften zuschreibt, hängt das mit der Vorstellung der damaligen Menschen zusammen. Man konnte sich Gott nicht denken, wenn man ihm nicht etwas von sich selbst zuschrieb und so kleidete man Gott in Worte für Eigenschaften,  die nur für Geschöpfe gültig sind.

Genauso kann man auch gewisse Grausamkeiten und Fluchpsalmen erklären, die für das Empfinden heutiger Menschen hart formuliert sind, aber in der altorientalischen Welt in einem anderen Horizont des Verstehens gesehen werden. Letztlich stand dahinter der Ausdruck, dass das Böse bestraft werden muss und das Gute siegen muss.Keineswegs ist alles, was im AT aufgeschrieben ist, wirklich das, was Gott vom Menschen wollte und will. Auch wenn das Gesetz des Mose z.B. als Gesetz Gottes verstanden wird, wird es später von Jesus relativiert, wenn er an vielen Stellen sagt „Ihr habt gehört, dass…… Ich aber sage euch …  Und das kann man auch von Sünden und Verbrechen sagen, die im AT mit grausamen Todesstrafen geahnet werden.

Man kann sagen, dass Gott sich nach und nach den Boden
bereiten wollte für die Ankunft seines Sohnes, der erst die volle Offenbarung des Vaters bringen würde. Dazu hat er zunächst noch zugelassen, dass das Volk Israel gemäß natürlichen Umständen und Denkweisen und entsprechend den geschichtlichen Zusammenhängen handelt.

Die Bibel ist nicht in dem Sinne Gottes Wort, als uns da Zeile für Zeile Anweisungen und Richtlinien gegeben werden, sondern dass Gottes Geist dafür gesorgt hat, dass sich die Wirklichkeit Gottes und die eigentlichen Aussagen des Glaubens daraus erschließen. Deshalb kann die Bibel nur dann
richtig verstanden werden, wenn man sie im Glauben und im Hl. Geist liest.

Du schreibst: "...Deshalb kann die Bibel nur dann richtig verstanden werden, wenn man sie im Glauben und im Hl. Geist liest. " Dann wäre die Kette Unglaube/Skepsis > Bibelstudium > Glaube gar nicht möglich.

Nach Deiner Feststellung musst Du schon glauben, bevor Du in der Bibel gelesen hast, woran Du glauben sollst (z.B. an den Hl. Geist).

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Ich bin der Auffassung, dass GOTT vermutlich nie Allmächtigkeit für sich beansprucht hat. Ich kann aber auch nicht das Gegenteil davon beweisen.

Diese angebliche Allmächtigkeit ist eher nur eine ihm angedichtete sehr "praktische" illusionäre Eigenschaft, um ihn so einfacher für das im Prinzip fast nur von uns Menschen selbst erschaffene negative Leid in dieser unserer Welt hauptverantwortlich machen zu können mit so anprangernden Sätzen wie "Ein allmächtiger GOTT würde so etwas doch niemals zulassen !... etc.

Von daher könnte ich GOTT schon sehr gut verstehen, wenn er das bewusste Erschaffen der Menschheit (wie er das auch immer schöpfend initiiert haben kann) im Nachhinein sogar - zumindest evtl. teilweise bzw. evtl. manchmal bereuen könnte. Der Mensch an sich mit seinem unberechenbaren komplexen Gehirn kann eine egoistische, sehr gefährliche Bestie sein !

ALLMÄCHTIGKEIT ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgrund der unendlichen multiversellen unterschiedlichen Vielfalt und Komplexität aller Geschehnisse nicht und niemals möglich. Man könnte eine solche daher auch als eine nicht und niemals berechenbare Komponente bezeichnen.


Etwas zulassen wird durch Allmacht nicht ausgeschlossen- ganz im Gegenteil!

Cheerio

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Demnach ist er nicht allmächtig, sondern einfach nur mächtiger als wir? Er ist also nur ein relativ mächtiges Wesen, welches von uns angebetet werden will?

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