Wie hochkommende Sachen aus der Vergangenheit bewältigen?

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Nach meiner Erfahrung ist der beste Weg, nicht zu verdrängen. Wenn etwas hochkommt, lass es zu - auch wenn es schmerzhaft ist. Oft hilft es, sich ein persönliches Ritual zu schaffen. Immer wenn du merkst, dass etwas an die Oberfläche kommen will, stelle sicher, dass du gerade die Zeit und den Raum dafür hast.

Dann such dir einen guten Platz, richte ihn gemütlich her und sag' dir selbst: "Damit ich das Vergangene hinter mir lassen kann, bin ich jetzt bereit, es anzuschauen". Dann lass die Erinnerung kommen und wenn es schmerzhaft wird, sag' dir: "Es ist nur eine Erinnerung und längst vorbei. Es kann mir nichts mehr tun, es will sich nur verabschieden."

Du kannst dir aufschreiben, was es an Gefühlen und Gedanken auslöst. Wenn die Erinnerung sich später wieder meldet, kannst du diese Aufzeichnungen hernehmen und vergleichen, ob alles noch genauso ist oder ob sich deine Gefühle und Gedanken verändert haben.

Wenn du gerade keine Zeit hast, kannst du die Erinnerung für den Moment zurückdrängen. Dann solltest du dir später am Tag aber die Möglichkeit geben, sie bewusst wieder herzuholen.

Der Prozess ist manchmal schmerzhaft, aber nach meiner Erfahrung heilsam. Trotzdem solltest du auf die Unterstützung eines Profis nicht verzichten.

Nun, wenn man wirklich Interesse daran hat, seine Vergangenheit zu bewältigen, dann nimmt man sich, sofern notwendig auch die Zeit für einen Psychologen...sorry...aber das ist eine Ausrede, keine Zeit zu haben! Und wenn du schon sagst, du bist die meiste Zeit alleine zu Hause...hm...das ist ein Widerspruch zu deiner Aussage weiter oben.

Davon abgsehen...man muss sich dem stellen, auch wenn es schmerzhaft wird. Man sollte bewusst damit umgehen, es ist passiert und es hat einen zu dem Menschen gemacht, der man heute ist. Es hatte, egal, wie schmerzhaft es sein mag, alles seinen Sinn (das fiel mir manchmal auch schwer nachzuvollziehen, aber es ist so). Wir können dir hier kaum Tipps geben, denn jeder geht anders damit um. Nur Verdrängen wird dir nicht helfen, sondern die Situation jetzt oder später verschlimmern.

Wenn du neutrale Freunde hast, rede mit ihnen darüber...oder auch in neutralen Internetforen mit (fundierter) psychologischer Beratung kann man viel helfen, dort kann man auch die Anonymität nutzen.

Bei mir kommt immer mal wieder etwas aus der Vergangenheit hoch, und es sind oft wirklich elendige Dinge, die ich hoffte, schon "vergessen" zu haben, aber die anscheinend noch nicht aufgearbeitet sind. Ich habe gute Freunde, mit denen ich darüber reden kann, oder auch mit meinen Geschwistern, die einen Teil meiner Vergangenheit mit mir erlebt haben. Aber ich schreibe auch vieles auf, lege es dann mal für eine Weile zur Seite, lese es später nochmal und überlebe, was mich diese Situation damals gelehrt hat. Aber das ist meine Art...

Zu "Keine Zeit für Psychologen" eine kleine Geschichte:

Da ist ein Holzfäller im Wald. Der hat eine Axt. Und hackt und hackt und hackt. Schwitzt und kann nicht mehr. Kommt einer vorbei, der hat ne Motorsäge für ihn. Sagt, ej, ich hab da n super Gerät für dich, mach mal kurz Pause, ich erklär dir wie das funktioniert. Sagt der Holzfäller "Sry, keine Zeit, ich hab so viel Arbeit, ich kann keine Pause machen"....

hmm...

Naja, bei den Besuch beim Psychologen stelle ich mir folgendes vor:

Man liegt auf ner Couch, erzählt was und der Psychologe stellt Fragen.

Das Prinzip kann ich mit meiner besten Freundin auch machen und da kommt sicher bessere Sachen raus, als mit nem Psychologen, weil ich dem alles von vorne erklären muss und DAZU hab ich null Bock...weil gewisse Dinge weh tun und die sollen einfach ruhen und nicht ständig wieder aufgewühlt werden und das will aber ein Psychologe unbedingt!!!

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@CarolaA

Wenn ich dir widersprechen darf: 1. Freunde mögen dich normalerweise so wie du bist. Deshalb sind sie gerade keine guten Berater, wenn es um wirklich tiefgreifende Änderungen geht. Da ist jemand von außen meist besser. Außerdem braucht man für manches etwas mehr Fachwissen, als der Alltag so hergibt. Mit nem gebrochenen Bein gehst du ja auch nicht zu ner Freundin, die das auch schon mal hatte, sondern fragst nen Arzt. 2. Deine Vor-Urteile entsprechen nicht dem, was Psychologen machen. Die helfen dir, deine Ziele zu erreichen. Die Vergangenheit "aufzuwühlen" ist einer von mehreren Wegen, aber wenn du das nicht willst, wird das auch kein Psychologe machen. Ist auch eher "aus der Mode" gekommen... musst ja zu keinem Therapeuten gehen, des der "psychoanalytischen Gesellschaft Wien" angehört... Psachoanalyse ist nur EINE von vielen Methoden der Psychologie. 3. Ein Psychologe ist Profi darin, dir zu helfen, falls du das willst. Er "will" gar nichts, was du nicht willst.

Um bei der Geschichte zu bleiben: Der mit der Motorsäge sagt: ok, aber schau mal, meine Maschine kann das viel besser. Sagt der andere: nee, aber die ist mir gerade zu schwer, ich mach lieber weiter wie bisher. Ist ja auch ok... aber selber schuld, wenn der immer weiter am schwitzen und hacken ist und keine neuen Ergebnisse erreicht...

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"Lass die Kindheit hinter dir" von Ursula Nuber soll dafür sehr gut geeignet sein. Erschienen im Campus Verlag.

ISBN 978-3-593-38816-8

Ist ne gute Idee, aber leider zur Zeit nicht wirklich Zeit zum Lesen!

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@CarolaA

Aber, wenn du schreibst, du bist die meiste Zeit alleine daheim...arbeitest du von zu Hause aus? Wenn ja, bitte diese Information gleich oben ins Posting mit rein, sonst führt das zu Unstimmigkeiten...

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@Iosepha

Ich bin meist von 7.00 bis ca. 18.00 in der Arbeit...und Psychologen arbeiten leider nicht am Wochenende!

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@CarolaA

Das stimmt so nicht! Mit Psychologen kann man auch Wochenendtermine ausmachen, genauso wie Termine abends nach der Arbeit... Und sorry, das weiß ich (leider) aus Erfahrung, denn ich habe, als ich mein Kind verloren habe, das auch mit psychologischer Hilfe "aufgearbeitet". Und ich musste auch arbeiten gehen...

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... du hast zuviel heiße Luft im Kopf.

Ziehe die Turnschuhe an, und gehe laufen, fertig !

Bei der Kälte kriegt mich niemand in Turnschuhe!

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@CarolaA

Bist du dir sicher, dass du deine Vergangenheit bewältigen willst?

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@Iosepha

Ja, aber sicher nicht damit, dass ich Laufen gehe, was ich bis zur Pest hasse!

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@CarolaA

Das war ein "Vorschlag", keine Anweisung! Ich hasse Joggen auch, zudem kann ich gar nicht, selbst wenn ich wollte. Aber es gibt andere Sportarten und Aktivitäten, die die Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken. Was natürlich nicht auf Dauer hilft, aber eben mal für einen Nachmittag, den man wirklich mal mit freiem Kopf verbringen will...

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@Iosepha

Da kann ich auch in den Schützenverein fahren und mit meinem Luftgewehr schießen... =) Ich liebe es, da ich da wirklich abschalten kann, da man sich total auf das konzentrieren muss, was man macht, damit man immer eine 10 schießt.. (Das nimmt auch ziemlich viel Zeit in Anspruch...2 Abende die Woche!!)

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@CarolaA

Ich denke, egal, was wir hier schreiben werden...es ist eigentlich sinnlos. Wenn ich mich täusche, tut es mir leid, aber bei mir kommt es so an: Du möchtest zwar deine Vergangenheit bewältigen, aber dafür keinerlei Zeit aufwenden. WIR können es nicht lösen...das musst du selbst machen, und NUR DU kannst es. Aber es scheint dir nicht sonderlich wichtig zu sein, denn sonst hättest du die Zeit dafür oder würdest sie dir nehmen.

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@CarolaA

versuchs doch mal,das hilft wirklich,aber nicht abends in ner einsamen gegend!!

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@gansh

@losepha:

Ich weiß, dass es nur ich kann, aber ich möchte einfach nicht dafür zu einem Psychologen gehen, dem ich alles von vorne erzählen muss, denn der würde sich nie im Leben auskennen.

Ich möchte es alleine schaffen oder mit Hilfe von Freunden.

Ich habe leider nun mal, viele Hobbys, die ich gerne nachgehen möchte, die mir Spaß machen und somit den Kopf freimachen, damit ich ordentlich nachdenken kann...sie sind ein Teil von mir, da ich bevor ich ausgezogen bin, nichts anders hatte...keine Zuneigung, etc. und die kann ich nicht aufgeben, da ich sonst einen Teil von mir aufgebe...

Es wären zick A4-Seiten, wenn ich alles erklären müsste...

@gansh: Ich lebe mittlerweile leider in einer etwas einsamen Gegend, da ich einfach meine Ruhe gesucht habe, als ich von zu Hause auszog...daher kann ich auch so gut nachdenken, wenn ich allein bin und dadurch kommen auch die Sachen aus der Vergangenheit hoch, die ich aber nicht weiter verdrängen möchte, denn ansonsten zerbreche ich daran! Und das wäre nicht gut.

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