Wie denkt Ihr über "Prinzipienreiter" im Gegensatz zu "charakterfesten Menschen mit Grundsätzen"?

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26 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Leider ist es mir nicht möglich, OHNE eine gewisse Portion Arroganz und Selbstgerechtigkeit zu antworten, aber ich werde versuchen, es damit nicht allzu arg zu übertreiben:

Personen mit festen Grundsätzen und eisernen Prinzipien pauschal als kleinkariert und rechthaberisch zu verurteilen, hat selber was von einer verkappten Form der Kleinkariertheit. Antworten die Inhalte in dieser Richtung beinhalten waren daher auf Deine Frage regelrecht zu erwarten. Diesen Antworten kann ich immerhin zugute halten, daß sie nicht komplett daneben liegen. Allerdings treffen sie ebenso keinen Nagel auf den Kopf, wie man so schön sagt.

Der feste Grundsatz und das eiserne Prinzip sind, soweit ich das in meinen Horizont hineinzwingen kann, zwei in die gleiche Richtung stoßende abstrakte Bezeichnungen, die unbedingt ambivalent gewertet werden müssen.

Mit Sicherheit kann man sagen, daß allzuviele Prinzipien dem Klischee des Zwangsneurotikers entsprechen (wobei der immerhin an einer bösen Krankheit LEIDET), und nicht selten ergeben sie eine Affinität zu allzu eng geschnürten Regelwerken, abgeschlossenen und engstirnigen Weltbildern und anderen übermäßig konventionellen Allüren. Allerdings ist es denn nicht exakt der von Immanuel Kant beschriebene "kategorische Imperativ", die Integrität des Individuums, die lutherische Haltung "Hier stehe ich und kann nicht anders!", oder ist es nicht das Stauffenberg-Zitat, in dem vom "Verräter an seinem eigenen Gewissen" die Rede ist, was eine enge Verbundenheit zu eigenen Prinzipien ja geradezu vorraussetzt? Ich finde schon! Daher haben Prinzipien und Grundsätze durchaus ihre Daseinsberechtigung. Es liegt am jeweiligen Ethos des einzelnen Menschen, ihnen zu entsrpechen oder es nicht zu tun. Solange ein Mensch sich selber diesen scharfen Selbstregulierung unterwirft, mag es (abgesehen von bestimmten Fällen) seine freiwillige Entscheidung sein. Gefährlich KANN es mit der "Prinzipienreiterei" werden, wenn andere die Last dafür zu tragen haben.

Ich bin wie Du und diejenigen, die Du mit Deiner Frage hervorgekitzelt hast, auch kein Freund absoluter Sichtweisen, und fange auch gerne hier und da mal an, zu relativieren. Allerdings kenne ich die schmerzhaften Grenzen des vergeblichen Bemühens um einen vagen Ausgleich, der in etwa den schemenhaft erkennbaren Relationen entspricht.

Absolutheitsansprüche genehmige ich mir daher auf der anderen Seite auch. Es liegt an mir, sie in einem ausgewogenen Verhältnis anzuwenden. Und ja: das wiederum ist relativ... ;o)

Tolle Antwort! DH.

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Das Leben ist schnell und man muss mithalten können oder Eremit werden. ich selbst bin recht flexibel und änder auch sehr heufig meine Meinung oder Ansichten. Eben weil es so viele Seiten und Facetten des lebens gibt. Dennoch bleibe ich einer Prinzipie bedingungslos treu-und das ist der Tierschutz!! Reine Prinzipienreiter langweilen mich und ich umgebe mich auch nicht mit solchen. Reine "Flattermänner" find ich zu Oberflächlich und kann ich auch nicht ab. Ich sehe mich als das gesunde ;Mittelmass.

Das Beispiel ist sehr schlecht gewählt, weil hier eine Toleranz verlangt wird, die mit Prinzipien rein gar nichts zu tun hat! Ich würde es als unannehmbar empfinden, nur weil etwas empfohlen wird, was als Ausschließlichkeits-Charakter gemeint ist, dem quasi zu gehorchen! Der Fragesteller selber will Macht ausüben und ist dadurch ein ultimativer Nichts-Anderes-Zulasser. Das nimmt einem die Luft! Wenn dem nicht so ist, dann ist hier wahrscheinlich so, das 2 Betonköpfe aufeinander getroffen sind. Hier will jemand -vermute ich- seine negative Dominanz mit Grundsätzen verschleiern und sein Verhalten als das einzig richtiges hinstellen. Nach der Regel, ich bin keine Geisterfahrer, die anderen sind die Geisterfahrer, man sieht es hier ja eindeutig, alle fahren verkehrt, außer mir! Flexible Menschen sind da dann -immer- Opportunisten, weil sie nicht mein Verhalten haben. Das ist ekelhaft, hochgradig intolerant und das man mit so einem Menschen nichts zu tun haben will, ist glasklar! Tut mir leid, wenn ich was falsches schreibe, aber die Fragestellung ist eindeutig intolerant und nur danach kann ich meine Antwort geben.

Wohl wahr, das Beispiel ist nicht das beste, aber genau bei diesem Beispiel käme es auf den Tonfall des Redners an. Ist es empört, also gleichzeitig belehrend für die anderen (wie kann man sowas bloss machen?), oder ist es der sachliche Ton der Überzeugung (macht was ihr wollt, aber für mich kommt das nicht in Frage)?

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"Beispiel: Vor kurzem unterhielt ich mich mit guten Bekannten darüber, dass wochentags um 18.00 h eine TV-Sendung ausgestrahlt wird, die Interessantes vermittelt. Daraufhin meinte eine Person mit festgefahrenen Grundsätzen: "Um diese Zeit sehe ich NIE fern (Punkt!)!" "

Es werden auch zu anderen Zeiten interessante TV-Sendungen ausgestrahlt - er strukturiert seine Zeit eben anders - was soll das mit festgefahrenen Grundsätzen zu tun haben?

Alles Gute!

Ich müßte hier direkt eine Gegenfrage stellen.Deine Frage und die Antworten interessieren mich sehr, da ich nach dem Lesen nun nicht mehr weiß, wer oder was ich bin.... Ich habe Grundsätze widerum aber auch nicht. Ich bin weit davon entfernt ein Fähnchen im Wind zu sein und schon garnicht berechenbar. Menschen mit festen Grundsätzen sind berechenbar und für mich schon fast langweilig dadurch. Ich mag schillernde Persönlichkeiten mit Facettenreichtum. Ich lasse mich gern überraschen und immer freue ich mich, wenn mein Gegenüber mir so nah und dann doch wieder völlig "fremd" erscheint. Das belebt und das finde ich auch ansprechend. Ich möchte nicht in eine der Schubladen wandern, sei es mit oder ohne Grundsätzen. Ich bin sicherlich auch nicht einfach im Wesen und habe viele Bekannte und wenige Freunde, wirkliche Freunde. Da ich äußerst vorsichtig bin, mich jemandem zu öffnen. Sicherlich auch nicht immer förderlich, tut mir aber gut. Wer aber den Weg zu mir gefunden hat, den verliere ich kaum aus den Augen, geschweige denn aus dem Herzen. In diesem Sinne: Feuer frei!

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