Wenn es die Wiedergeburt wirklich geben sollte, wie kann es dann sein, dass aus vielleicht 10.000 Menschen Milliarden geworden sind? (Rest steht unten)?

9 Antworten

Ich bin Buddhist und äußere mich mal dazu.

Wie Balurot schon absolut richtig sagte, unterliegst du hier dem weit verbreiteten Irrtum, das Konzept der Wiedergeburt im Buddhismus wäre so etwas wie eine Art von "Seelenwanderung".

Tatsächlich lehrt der Buddhismus jedoch, dass es gar kein ewiges Selbst ("Seele") gibt und das Bewusstsein mit dem Tod verlöscht.

Daher ist die Vorstellung einer Seele, die praktisch von einem Leben ins nächste Leben hüpft und dabei in immer neue Körper schlüpft, nicht Teil der ursprünglichen Buddhalehre.

Was sich dort fortsetzt ist kein fest definiertes Selbst, sondern lediglich einen Impuls, der durch Anhaftungen im Kreislauf der Wiedergeburten immer wieder neue Form annimmt.

Abweichende Interpretation

Es gibt Buddhisten, für die das Konzept der Wiedergeburt gar nicht auf die körperliche Wiedergeburt bezogen ist, sondern sich konkret auf das eigene Leben bezieht. Die verschiedenen Daseinsformen sind dieser Auslegung zufolge lediglich Symbole für unsere geistige Verfassung.

Höllenwesen: Als Hölllenwesen fügen wir anderen Höllenwesen Schmerzen zu. Das ist wie der Kampf zwischen Engelchen und Teufelchen auf der Schulter. Eine ewige innere Auseinandersetzung und Innere Konflikte.

Hungergeister: Als Hungergeister leiden wir an ungestillter Gier. Wir haben ständig das Gefühl, etwas fehle noch zu unserem Glück. Wir konsumieren ständig, doch wir sind nie gesättigt und zufrieden

Tierwesen: Ein Tier ist zufrieden, wenn es zu fressen hat. Ansonsten ist es eigentlich ständig am arbeiten - Jagd, Jungtiere aufziehen, Revier verteidigen, Nachtquartier finden - viele Menschen zeigen solch ein Verhalten - einfache Befriedigung der Grundbedürfnisse und viel Arbeit erfüllen ihr Leben.

Asuras: Asuras sind kämpfende Wesen und sie sollen auf einen altindischen Gott der Gerechtigkeit zurückgehen. Asuras wollen immer ihre eigene Vorstellung von Recht durchsetzen, und Abweichler auslöschen. Sie benötigen den Konflikt mit anderen, um glücklich zu sein.

Menschen: Diese Wesen sind auf Anerkennung und Profit aus. Außerdem haben sie starke Zukunftsängste. Während ein Tier bereits mit einfacher Befriedigung der Grundbedürfnisse zufrieden ist, will der Mensch immer mehr - mehr Wissen, mehr Berühmtheit, mehr Gewinn.

Außerdem macht er sich ständig Sorgen. Selbst wenn es ihm jetzt gut geht, denkt er ständig über die Zukunft nach, macht Pläne, denkt an künftige Generationen, Rente, Vorsorge...an Dinge, die vielleicht nie geschehen, oder notwenig werden.

Götter: Die Götter im Buddhismus sind keine allmächtigen Schöpfer, sondern unterliegen ebenfalls dem Leiden. Sie sind langlebig, gesund und haben alles an Wohlstand und Luxus was sie wollen.

Dadurch sind sie faul und lethargisch. Außerdem haben sie kaum echte Freunde, da sie immer fürchten, ihre göttliche Macht und Privilegien würden von anderen ausgenutzt. Sie entwickeln sich nicht weiter. Die kosmische Luxus-Couchpotato.

Im Laufe unseres Lebens erleben wir vielfach die "Wiedergeburt" in diesen Bereichen unserer geistigen Verfassung.

Ausatmen...Einatmen...ein neues Leben, das ganz anders verlaufen kann, als bislang, wenn wir unsere Erkenntnis über uns selbst vertiefen und erkennen, welchen festgefügten Mustern wir bislang folgten.

Mit genug Achtsamkeit erkennen wir, auf welcher Stufe der "Wiedergeburt" wir uns gerade befinden und können uns von den Anhaftungen dieser Ebene befreien.

Außerdem kann man Mitgefühl, selbst für unangenehme Menschen und Umstände entwickeln. Wenn uns jemand in aller Eile anrempelt, reagieren wir oft zorning und rufen etwas Verletzendes hinter diesem Menschen her.

Mit genug Weitsicht können wir aber nachvollziehen, in welcher Existenzform sich dieser Mensch geistig gerade befindet und verstehen dann, dass er nicht unbedingt streitsüchtig handelt (Asura), sondern vielleicht einfach von Arbeit getrieben (Tier) oder auf der Suche nach Anerkennung (Mensch) ist.

Er steckt in einem geistigen Tran, einem Sumpf der Unbewusstheit fest, den wir selbst aus eigener Erfahrung kennen. Hat man Achtsamkeit und Mitgefühl entwickelt, erkennt man dies und  empfindet Mitgefühl, statt Abneigung.

Was tatsächlich möglicherweise nach dem Tod geschieht, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, das bleibt eine Frage des Glaubens.

Buddha selbst soll zu solch metaphysischen Fragen geschwiegen haben, da er sie als "unbeantwortbar" ansah und irgendwelche Spekulationen und Hypothesen einen nicht praktisch auf dem Weg von Achtsamkeit und Mitgefühl voranbringen - sie sind unproduktiv und führen nur zu grauen Haaren.

Warum sollte es nur 10'000 Seelen geben, die immer wieder geboren wurden? Vielleicht waren diese 10'000 Seelen, welche ich eher als eine symbolische Zahl sehe, eben nur die ersten, die in ein irdisches Dasein eintreten wollten und die anderen folgten den ersten, bis es schließlich mehrere Milliarden wurden? Vielleicht schließt dies auch andere bewohnte Planeten des Universums mit ein und dort sind die Bevölkerungszahlen rückläufig? Woher soll man das wissen? Und warum sollte es überhaupt eine Wiedergeburt geben?

Nun ja, ich glaube in gewisser Hinsicht sowohl an das ewige Dasein als auch an die Wiedergeburt, wenn auch wohl nicht in dem Sinne, wie es wohl im Buddhismus verstanden wird, aber das steht hier nicht zur Debatte.

Ich sehe an Deiner Frage, dass es ein Missverständnis gibt, das einer Aufklärung bedarf:

Es gibt im Buddhismus nicht die Vorstellung einer Seele. Damit wird Deine Frage schon hinfällig. Ich empfehle Dir den Artikel über "Anatta" bei WIKIPEDIA, der gratis online Enzyklopädie, (der ich spende) anzusehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Anatta

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