Ich kann ja christ und gleichzeitig auch buddhist sein. Oder?

22 Antworten

Ich bin Buddhist und da du diese Frage noch einmal stellst, kriegst du auch noch einmal eine Antwort von mir.

Allerdings frage ich mich, was du dir davon versprichst?

Willst du genug "Ja"-Stimmen sammeln, um dein Gewissen beruhigen, um deine vorgefasste Meinung bestätigt zu bekommen?

Buddhismus und Gott

Im Buddhismus ist es zwar nicht "verboten" an Gott zu glauben, allerdings empfiehlt Buddha, sich nicht mit metaphysischen Fragen (avyakrita) zu befassen.

Diese könne man ohnehin nicht beantworten und zu viel Grübelei über solche Fragen könne sogar in den Wahnsinn führen.

Daher empfiehlt der Buddha, lieber den Weg zu üben, anstatt Zeit mit unbeantwortbaren Fragen zu verschwenden.

Keine äußere Einwirkung

Außerdem wird man laut der Lehre des Buddha nirgendwohin "geschickt" - alles was geschieht ist eine Folge der eigenen Handlungen (Karma) und wird durch vergangene Handlungen beeinflußt.

Man ist für sein Schicksal also selbst verantwortlich. Ein strafender Gott passt da nicht ins Konzept.

Alle Wesen leiden

Außerdem sind laut der buddhistischen alle Wesen dem Leiden unterworfen. Von den Hungergeistern, den Tieren, bis hinauf zu den Menschen.

Sogar die Gottheiten (Devas) leiden, da sie einander die Macht neiden und deshalb fürchten müssen, wieder in niedrigeren Bereichen wiedergeboren zu werden.

Ein allmächtiger Schöpfer als Wesen, das nicht dem Leiden unterliegt, kann es laut dem Buddhismus nicht geben.

Fazit

Du siehst also, ein Glaube an die Lehre beider Religionen ist eigentlich nicht möglich, da es einfach massive Unterschiede in den Konzepten gibt.

Da aber heute "Patchwork-Religiosität", bei der sich jeder seine persönliche Lebensphilosophie zimmert, ohnehin weit verbreitet ist, spricht nichts dagegen, dir dein eigenes Weltbild zu schaffen.

Nur bist du dann eben weder Christ noch Buddhist.

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nein ..Budhismus und Christentum wiedersprechen sich nicht ..es sind nur andere Weg die zusammmen ein Ziel haben.

Dalei Lahma

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@ischdem

Wenn das die Aussage des Dalai Lama sein sollte, dann widerspreche ich ihm.

Es gibt extreme theologisch-philosophische Differenzen, die man ausklammern müsste, wenn man beide Religionen verbinden wollen würde.

Schon allein die Heilslehre "Die Errettung kommt nur durch Jesus Christus", schließt ja bereits eine Selbsterlösung nach buddhistischem Vorbild aus.

Dass aber andere Konzepte, wie etwa die fünf buddhistischen Sittlichkeitsregeln und die zehn Gebote leichter in Übereinstimmung zu bringen sind, ist durchaus nachvollziehbar.

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In deiner gottgegebenen Freiheit kannst du alles - auch eine eigene Religion zurecht basteln. Die Frage ist nur, ob es dir genügt, denn deine Wunschreligion und deine Vorstellung von Gott muss ja nicht unbedingt auch die Wahrheit sein. Die wäre aber entscheidend für deine Ewigkeit.

Als Christ glauben wir an die Offenbarung Gottes und nicht an Buddhas Lehren. Das bedeutet unter anderem auch, dass jeder Mensch ein einmaliger und unwiederholbarer Gedanke Gottes ist, dazu bestimmt, in der Gemeinschaft mit Gott ewig glücklich zu werden. Eine Wiedergeburt ist im Plane Gottes nicht vorgesehen, Gott hat uns ein Leben gegeben und danach werden wir für dieses Leben Rechenschaft ablegen müssen. Mit dem Tod ist die Stunde gekommen, wo niemand mehr wirken kann. Deshalb wirkt unser Tun und Lassen immer auch in die Ewigkeit hinein.

 Christus allein ist der Weg,die Wahrheit und das Leben. Er fordert von jedem eine klare Entscheidung und wer die getroffen hat, der weiß: Man kann Christus nur ganz haben oder gar nicht. Er selbst sagt "Man kann nicht zwei Herren dienen".

Die Sehnsucht deines Herzens nach Kraft und Frieden, nach der Atmosphäre in buddhistischen (aber heidnischen) Tempeln kann auch in christlichen Kirchen und Gottesdiensten, in christlichen Meditationen Erfüllung finden.

hi saku99 - kommt wirklich drauf an, was du für n Buddhismus im Auge hast. Wir zuhause sind Altbuddhisten, heisst wir praktizieren Die Buddhalehre nicht als Religion, und schon gar nicht 'glauben' wir an irgendwas, im Gegenteil.

Wir sollen auch nicht quatschen über Seele und andere philosophische Sachen, sondern üben. Die meisten von unseren geistigen Übungen gefallen katholischen Orden (Benediktiner, Jesuiten) so gut, dass sie sie manchmal selber machen.

Nur die katholische Kirche, offiziell, die will das nicht. Also ist das einseitig: kein altbuddhistischer Orden würde verlangen, dass du aus der Kirche austrittst und deinen Glauben aufgibst; die Zuflucht zum Buddha nehmen heisst einfach: du nimmst die Buddhalehre als Werkzeug oder Methode.

Altbuddhismus ist keine Religion, sondern eher ne Psychologie. Und kein Psychologe würde zu dir sagen, jetzt tritt erst mal aus der Kirche aus, nicht wahr?

Vom Atheisten zum Buddhisten

Hallo, Ich bin zimlich unreligiös erzogen worden und hatte daher die freie Entscheidung was ich glauben will und was nicht. Nun habe ich viele Bücher über den Buddhismus gelesen und bin schließlich zu dem Schluss gekommen, dass diese Lehre mich überzeugt. Ich habe nun das Problem, dass ich keinerlei Ahnung habe, was einen zum Buddhist "macht". Ich denke die Überzeugung reicht, oder? Die pure Überzeugung und Stärke. Ich glaube jedoch nicht an einen Gott, aber bis jetzt hat mich die Lehre trotzdem überzeugt. Glauben Buddhisten an einen immer präsenten Gott wie die Christen? Ich möchte nicht zu einem schwülstiegen Redenschwinger mit Om-Kette werden. Ich möchte aus Überzeugung handeln. Gibt es hier Buddhisten, die mir irgendwelche Tipps geben können, ich habe nämlich noch en paar grundlegende Fragen, habt ihr vielleicht irgendwelche Literatur zum Thema?

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