Welche Bibelpassagen beschäftigen sich mit Vorurteilen (gegenüber Ausländern)?

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In den hebräischen Schriften, dem sogenannten alten Testament, wird ein deutlicher Unterschied gemacht, zwischen Fremdlingen und Feinden. Das Volk der Juden war bis zur Einnahme des verheißenen Landes ausschließlich selbst eine Nation von Ausländern, wo auch immer sie sich aufhielten. Sie waren auf Gunst anderer Völker angewiesen, unter denen sie lebten. Und obwohl sie im Vergleich zu diesen sehr wenige waren, gelang ihnen die Entwicklung von einer großen Gruppe nomadisierender ehemaliger Sklaven zu einer Nation, die unter ihrem 3. König Salomo eine wahrhaft sprichwörtliche Wohlfahrt erlebte.

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Wie war das möglich?

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Die Bibel macht deutlich:- nur durch den Segen und Beistand Gottes -!

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Dieser Gott forderte sie in seinen Gesetzen, nach denen sie leben sollten, immer wieder auf, an die Zeiten zu denken, in denen sie fremdländische Ansässige waren und dies auch nie zu vergessen. Daraus folgten seine Gebote:

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  • „ . . .du sollst einen ansässigen Fremdling nicht schlecht behandeln oder ihn bedrücken. . .“ (2. Mose 22:21)

  • „E i n Gesetz soll für den Einheimischen und für den ansässigen Fremdling bestehen,. . .“ (2. Mose 12:49)

  • „E i n e richterliche Entscheidung sollte für euch gelten. Es sollte sich erweisen, dass der ansässige Fremdling so wie der Einheimische ist. . .“ (3. Mose 24:22)

  • „Es sollte e i n e Satzung für euch bestehen, sowohl für den ansässigen Fremdling als auch für den Einheimischen des Landes. . .“ (4. Mose 9:14)

  • „. . .sollt ihr mit Gerechtigkeit zwischen einem Mann und seinem Bruder oder seinem ansässigen Fremdling richten. Ihr sollt beim Rechtsprechen nicht parteiisch sein. . . . „ (5. Mose 1:16-17)

  • „Sechs Tage wirst du deine Arbeit tun; aber am siebten Tag wirst du [davon] ablassen, . . . erholen können.“ „. . . und ihr sollt keinerlei Arbeit tun, weder der Einheimische noch der ansässige Fremdling,. . .“ (2. Mose 23:12) (3. Mose 16:29)

  • „Und falls ein ansässiger Fremdling bei dir in eurem Land als Fremdling weilt, sollt ihr ihn nicht schlecht behandeln. Der ansässige Fremdling, der als Fremdling bei euch weilt, sollte euch wie einer eurer Einheimischen werden; und du sollst ihn lieben wie dich selbst, . . .“ (3. Mose 19:33-34)

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Diese Gebote wurden immer wieder dem Volk eingeprägt, so dass sie danach lebten, solange sie Gott gehorchten. Sie durften Fremde nicht verabscheuen und mussten zu Reisenden gastfreundlich sein. Eine Missachtung dessen würde eine Strafe nach sich ziehen.

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Und genau das geschah, als das Volk nach und nach verrohte und die Gesetze Gottes nach ihrem eigenen Gutdünken anwandte. Der Segen Gottes versiegte und das Volk Israel muss seitdem ohne ihn zurechtkommen – wohin das geführt hat, sieht man deutlich.


Was ist nun aber über Christen zu sagen?

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Jesus machte deutlich, dass Gott nach wie vor die Einhaltung seiner Grundsätze erwartet.

Auf die Frage nach dem größten Gebot antwortete er:

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  • „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“ (Matthäus 22:37-40)

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Und diese zwei begründen sich auf das mosaische Gesetz:

    1. Mose 6:5 +10:12
    1. Mose 19:18, wo es heißt: „du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst.“ – was gemäß o.a. Vers 34 den Fremdling mit einschließt.

Sogar mehr noch, denn in den Jahrhunderten zuvor war es legitim, die Feinde Gottes und seines Volkes auf seinen Befehl hin zu bekriegen und zu töten, um mit ihnen die Abscheulichkeiten auszurotten, die diese trieben. (u.a. Kinderopfer)

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Nun aber sollten Nachfolger Christi die Liebe Gottes in noch viel vollerem Maße zum Ausdruck bringen:

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  • „Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen, damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt.“ (Matthäus 5:44-46)

  • „Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, für die zu beten, die euch beleidigen.“ (Lukas 6:27,28)

  • „ . . . fahrt fort, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun und [ohne Zins] zu leihen, ohne etwas zurück zu erhoffen:. . .“ (Lukas 6:35)


Ich denke, dass diese Argumente mehr als deutlich machen, wie Gott und Jesus Christus denken und was sie von wahren Christen erwarten. Hoffentlich ist dir damit geholfen.

Danke für diese ausführlichen, sehr aufschlußreichen Ausführungen. Mit großem Interesse habe ich sie zur Kenntnis genommen. Jetzt ist klar, wie liebevoll unser Schöpfer an Menschen generell interessiert ist und daß er nicht will, daß man Fremden mit Haß und Ablehnung begegnet. Dies so deutlich vor Augen geführt zu bekommen war richtig erfrischend.

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Hallo anonimosa

"Ausländer" so wie heute gab es in der antinek Welt nicht. Jedenfalls nicht mehr im Römischen Reich. Da war sowas wie "Freizügigkeit": jeder konnte innerhalb des Reichs hingehen, wo er wollte. Denn Herrschenden war auch egal, wo der Pöbel hauste und welche Sprache das Vieh sprach, das ihnen die Steuern zahlte. Ob die Sesterzen vom Juden oder Germanen kamen - was zählte das?

Ich glaube, Du zäumst das Pferd falsch rum auf, wenn Du nach den Begriffen von heute suchst.

Du kannst was Ähnliches finden, was schon passen könnte. Aber die ist nicht ein erschlagendes Zitat in einem Satz dabei. Schon gar nicht mit dem Wort Ausländer.

Die ganze Apostelgeschichte handelt von der ersten "christlichen" Gemeinde. Eher noch Juden eigentlich.

Dabei waren gebürtige Juden und Neumissionierte. Meist Griechen oder Griechisch-Sprechende.

Die hatten oft Streit miteinander. Wegen unterschiedlicher Kulturen und Bräuche, aber auch wegen so "banaler" Sachen wie dem Essen (sie lebten wie eine kommunistische WG zusammen, waren ein Herz und eine Seele und teilten alles miteinander, das sie hatten!).

Da kannst Du sehen, wie die christliche Gemeinde als etwas über den Völkern Stehende ein Herz und eine Seele sein sollte.

Wer Menschen nach seiner Herkunft unterscheiden und sich für etwas Besseres halten wollte, hatte keinen Platz in dieser Gemeinde der Gleichen und Gleichteiler!

Es waren echte Kommunisten.

Aber lies einfach mal die ganzen Seiten. Es lohnt sich.

Zwei Ansätze:

In der Bibel gibt es gleich mehrere Passagen, in denen "fremde" Völker nur aufgrund der Tatsache, dass sie "fremde" Völker sind mit Stumpf und Stiel ausgerottet, und zwar auf Gottes ausdrücklichen Befehl hin. Ausländerfreundliche Bemerkungen sind mir nicht bekannt.

Deswegen würde ich behaupten wollen, dass sich deine Schwiegermutter durchaus bibelkonform verhält.

Dann ist jede Religion darauf bedacht, zu betonen, dass sie die Richtige ist, und dass Menschen, die was anderes glauben, es irgendwie nicht geschnallt haben.

Auch das sind beste Voraussetzungen für Intoleranz und Fremden/Andersgläubigenfeindlichkeit.

Wenn du was ereichen willst, musst du an den Kern der Sache herankommen, und das heißt, dass du die Bibel, den Glauben und die Vorurteile allesamt auf den Prüfstand stellst. Diskutier mit ihr: Du hast sicher die besseren Argumente! Aber wenn du wirklich was erreichen willst, dann darfst du die Autorität eines alten Buches nicht anerkennen, und musst zeigen, dass du selber denken und urteilen kannst. Nur das ist auf Dauer überzeugend.

Zitat frank1968 Ausländerfreundliche Bemerkungen sind mir nicht bekannt.

2Mo 23,9 Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid. .

3Mo 24,22 Es soll ein und dasselbe Recht unter euch sein für den Fremdling wie für den Einheimischen; ich bin der HERR, euer Gott

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@Befra1980

Danke für die Zitate, Befra!

Allerdings hängt es dann wieder, wie immer, vom Einzelnen ab, ob er sich eher für die fremdenfeindlichen oder die fremdenfreundlichen Passagen entscheidet. Es gibt halt in der Bibel Beides.

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lieber Frank, schau dich mal um, wieviele Menschen heute "selber denken" und urteilen. Und schau dir auch das Ergebnis an. Überall Haß und Zwietracht weil sie ihre eigenen Ideen eben nicht unter einen Hut mit den Mitmenschen bringen, die wiederum ihre eigenen Gedanken propagieren. Was bin ich persönlich glücklich, das von dir als veraltet abgewertete Buch, die Bibel, gründlich zu kennen. Es gibt nichts aktuelleres als das lebendige Wort des wahren Gottes, des Schöpfers des gesamten Universums. Würde jeder einzelnen danach leben, gäbe es weder Haß noch Zwietracht,noch Kriege noch Verbrechen auf der ganzen Erde. Und unser Schöpfer hat in diesem alten Buch niederschreiben lassen, daß die Zeit, in der seine Widersacher an der Macht sind, bald abläuft. Und dort steht auch, warum er deren Herrschaft überhaupt so lange zugelassen hat. Und wahre WEisheit und Erkenntnis ist nur in diesem alten Buch zu finden. Aber nur für die, die sie unvoreingenommen und sorgfältig suchen, das steht auch drin. Mußte ich einfach loswerden, deinen KOmmentar konnte ich nicht unwidersprochen hinnehmen, sorry.

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@Cello2000

Nun Cello2000, ich finde es hochproblematisch, dass du das "selber denken" und "urteilen" derart verachtest. Ich dachte, die Deutschen hätten aus der Geschichte gelernt, und würden einem Gott oder Führer oder Wasauchimmer nicht mehr blindlings folgen wollen.....

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@Cello2000

Deinen Kommentar kann ich auch nicht unwidersprochen hinnehmen, Bratsche, sorry.

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Dieses Buch ist nach dem Koran so ziemlich das menschenverachtendste was die Antike so an Literatur zu bieten hat. Wer daraus seine Moral bezieht hat ein recht ordentliches Problem mit sich selbst.

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Die Aufnahme von Fremden zählt zu den 7 Werken der Barmherzigkeit: Matthäus 25,38;43; Exodus 22,20: Die Fremdlinge sollt ihr nicht bedrängen, denn ihr seid auch Fremdlinge im Ägyptenland gewesen.

Ganz einfach: Im Neuen Testament wird auch verlangt: Liebet Eure Feinde, betet für die, die Euch verfluchen! Frage: Wie alt ist die Oma? Ein Opa, den ich gut kannte, hat am Schluss im Kopf alles durcheinandergebracht: Honig, Hitler, Jesus, Bibel - einfach alles. Darüber hat er Gedichte geschrieben und sie vervielfältigt und verschickt. Der hat einfach nichts mehr richtig geblickt. Die Kirche hat sich seiner geschämt und ihn ausgeschlossen. Dabei war der echt nur richtig krank im Kopf. Der neue Pfarrer kam, nahm seine Hand und sagte: "Wir werden Dein Werk fortführen!" Den liebte er dann, denn er hat ihn verstanden! Man muss manchen alten Leuten manchmal einfach nur recht geben - und sich seinen Teil denken!

Meine Schwiegermutter ist alles andere als verwirrt, sie meint das - schon immer - sehr ernst, was sie sagt. Was den alten mann betrifft, von dem Du schreibst, hast Du sicher recht, allerdings sollte es dann doch Menschen geben, die einer Veröffentlichung entgegenwirken, wenn möglich zumindest.

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