Welche Ansicht haben Ignostiker?

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7 Antworten

Gott ist ein Wort, mit dem man etwas umschreibt, das man äusserst wichtig findet. Es soll über 300 verschiedene Gottesdefinitionen geben, sinnvollere und weniger sinnvolle, brauchbare und weniger brauchbare.

Der Ignostiker sagt nun, dass man nur über seine Existenz diskutieren kann, wenn man zuerst klarstellt, von welcher Definition man ausgeht.

Wenn Du beispielsweise Gott definierst als die Gesamtheit dessen, was ist, dann existiert er per Definition! Wenn Du ihn aber als agierender und urteilender Macher oder Schöpfer dieser Welt definierst, dann wird er zur Glaubensangelegenheit. Wissen kann man das dann nicht, weil sich die Existenz eines solch personifizierten Gottes nicht beweisen lässt.

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Ignostiker haben dazu keine besondere Ansicht, und würden wahrscheinlich von Fall zu Fall anders antworten - je nachdem, welche Gottesdefinition Du anbietest und wen Du fragst.

Insgesamt ist es aus der Position eines Gläubigen allerdings schwer, eine Definition von Gott zu geben. Ich persönlich würde sagen, dass etwas, das man definieren kann, damit irgendetwas in der Welt wäre und nicht mehr Gott.

"Gott" könnte man allenfalls vage beschreiben - etwa als "Urgrund des Seins" oder ähnlich - und dann hoffen, dass das Gegenüber ungefähr versteht, was man meint.

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Isengrind 21.09.2015, 06:21

Bei Deiner Behauptung, dass etwas, dass man definieren kann, nicht mehr Gott wäre, gehst Du von diesem weitverbreiteten nebulösen Gottesbegriff aus: "Da ist doch etwas, ich weiss nur nicht, was es ist!" Da wird der Ignostiker zum Agnostiker und sagt: "Ich weiss nicht, ob da tatsächlich etwas ist!"

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Gronkor 21.09.2015, 12:12
@Isengrind

Wie sollte da nichts sein?

Nichts Unergründliches in der Welt?

Kein gähnender Abgrund von Dingen, über die ich nichts weiß?

Kein Geheimnis in der Existenz?

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Ein Ignostiker findet es sinnlos, über Gott zu diskutieren, wenn man nicht zuerst definiert, was unter diesem Wort verstanden wird. Es soll 311 verschiedenen Gottesdefinitionen. Einige davon sind rein philosophischer Natur, andere eher mystisch und deshalb glaub- oder unglaubwürdig, also Glaubenssache.

Der alte Mann auf der Wolke, der alles leitet, der belohnt und straft, gehört zu letzteren, Die Definition: "Gott ist das Sein" zu den ersten.

Wenn man unter dem Wort Gott definiert als die Gesamtheit dessen, was ist, gesehen als eine Einheit, also als das All-Eine, dann kann man schwerlich behaupten, dass er nicht ist. Gott ist dann nicht Glaubens-, sondern per Definition Wissenssache.

So sinnlos wie diese Definition aussieht, ist sie gar nicht, denn alles was ist, ist nur jetzt, denn was nicht mehr ist oder noch nicht ist, das ist nicht. Gott ist also allgegenwärtig. Weiter kann man aus dieser Definition ableiten, dass Gott lebt, weil doch alles, was ist, in ständiger Bewegung ist, und man könnte sogar die Allmacht Gottes ableiten, weil all unser Tun ja zu dem gehört, was ist, auch wenn wir uns einbilden, gegen das, was ist, etwas zu tun. Man kann daraus auch sehr viele nützliche Schlüsse ableiten für unser Alltagsleben, Illusionen abbauen, insbesondere solche über Religionen, man kann Vergangenheit und Zukunft mal in ein anderes Licht rücken, was sehr hilfreich sein kann, z.B. bei der inneren Einkehr, oder zum demütiger werden, und vieles mehr.

Bei Schauspielern, Musikern und Künstlern, aber auch herausragenden Persönlichkeiten spricht man oft von ihrer grossen Präsenz, weil sie offen sind im Hier und Jetzt, nicht durch Vergangenes, also Gedanken getrennt.

Es gibt also durchaus Gottes-Definitionen, die Sinn machen. Ohne zuerst zu klären, was man unter dem Wort Gott versteht, ist jegliches Reden über Gott sinnlos. .

Agnostiker sagen zum Vorneherein: Ich weiss nicht, ob es Gott gibt. Ignostiker hingegen machen es von der Definition abhängig.

So verstehe ich es jedenfalls.

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  • Agnostiker: Ich weiss nicht, ob es ein übergeordnetes Wesen gibt.
  • Ignostilker: Ich weiss nicht, ob es ein übergeordnetes Wesen gibt, aber es spielt auch keine Rolle!
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Nach einem Ignostiker ist der Begriff Gott zu schlecht definiert, um irgendetwas über das auszusagen, was er beschreibt.

Ein gutes Beispiel für Ignostizismus ist höchstwahrscheinlich deine Reaktion auf den Satz "Heute esse ich Mriknes." du wirst dich fragen, was mich mit "Mriknes" meine, richtig? Und so geht es Ignostikern mit "Gott".

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Sie sind der Meinung, man könne die Gottesfrage(=Frage, ob Gott existiert) nicht beantworten, da der Begriff nicht klar definiert ist, d.h. da es so viele verschiedene Definitionen gibt.

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Alexa0126 24.03.2013, 16:32

Die zugrunde liegende Frage ist ja eigentlich, ob mit menschlichen Begriffen eine Definition von etwas Göttlichem überhaupt möglich ist.

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Niemand weiß, wer oder was Gott ist und niemand kann es definieren, deswegen ist die Frage, ob es Gott gibt oder nicht gibt auch belanglos.

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shukaku 23.03.2013, 20:59

Aber da steht, solange man 'Gott' nicht definiert. Wie will man ihn denn definieren? Man KANN es ja schließlich, oder?

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earnest 24.03.2013, 09:47
@shukaku

Wenn man den Begriff definiert hat, kann der Ignostiker zum Beispiel zum Agnostiker werden. Oder zu was auch immer.

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earnest 24.03.2013, 14:12
@earnest

... das ganze Wortgeklingel mit all den Schubladen und den "-ismen" bringt nichts, finde ich.

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