Was sind die Nachteile einer Weltsprache?

11 Antworten

In Australien, den USA und Kanada sind etliche Sprachen vom Aussterben bedroht, also viele Sprachen der Aborigines, und der "first nations" ("Indianer") in Nordamerika. Das hat damit zu tun, dass die jungen Leute lieber Englisch sprechen als ihre ursprünglichen Sprachen. Man kann es ihnen auch nicht verdenken, denn die Schulausbildung findet überwiegend (mit wenigen Ausnahmen) in Englisch statt. Wer beruflich weiterkommen will, kann dies nicht (oder sehr selten) mit Yolngu (Australien), Cree oder Navajo, er hat die besten Chancen mit Englisch.

Das ist aber kein spezifisches Problem des Englischen, auch Russisch "bedroht" indirekt viele Sprachen. So z.B. die Sprachen der Khanty und Mansi in Westsibirien. Die jenissejischen Sprachen sind schon so gut wie ausgestorben, usw.

Die kleinen Sprachgemeinschaften kämpfen schon für den Erhalt ihrer Sprachen (mal mehr, mal weniger), in Australien gibt es z.B. einen Musiker, der in Yolngu (eine der vielen Aborigine-Sprachen) singt, und auch CDs verkauft. Ein paar Schulen in Arizona unterrichten auf Navajo, aber das sind eher punktuelle Dinge, allgemein gilt das oben Gesagte.

Deutsch ist eine große Sprache ("groß" von der Anzahl der Sprecher her gesehen), und nicht in Gefahr. Aber kleine Sprachgemeinschaften in Australien (1000 und weniger Leute) haben gegen Englisch auf Dauer keine Chance.

Die starke Verbreitung von Englisch bedeutet damit auch eine Übernahme von Songs vor allem aus den USA und die Verbreitung von Hollywood-Filmen, womit dann auch ein Interesse an den "Prominenten" von dort besteht. Das wiederum fördert das Ansehen der USA, was die eigentlich gar nicht verdient hat.

Mich stört nicht eine Weltsprache an sich und auch nicht Englisch, das mir sogar sehr gut gefällt. Mich stört, dass die USA daraus Profit schlägt.

Hätte die Sowjetunion den Kalten Krieg gewonnen, dann wäre bestimmt Russisch vorne und damit auch Kultur aus Russland mit derselben Folge, wie das in der Realtität heute für die USA gilt.

Auch Großbritannien, Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland (etc. etc.) könnten doch daraus "Profit schlagen" ...

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@earnest

In einem kleineren Ausmaß tun sie das vielleicht auch, aber das meiste fällt an das mächtigste Land mit den meisten Einwohnern ab.

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@Doshd

Gut, das Argument mit dem mächtigsten Land ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.

Was aber die Bevölkerungszahl betrifft: Zähl doch einfach mal die Bewohner ALLER Länder zusammen, in denen Englisch als Muttersprache oder als Zweit- und Amtssprache gesprochen wird.

Überraschung ...?

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@earnest

Gemeint natürlich: die Bevölkerung aller dieser Länder mit Ausnahme der USA. Und danach der Vergleich der beiden Summen.

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Ich sehe darin Nachteile. Stell dir vor du reist in andere Länder überall egal in welchem Land, die gleiche Sprache, die gleiche Schrift, die gleiche Musik, die gleichen Musiksounds und natürlich zerstört dies andere Kulturen. Es wäre langweilig, normalerweise wenn man in einem anderen Land reist freut man sich neues zu sehen, etwas was ganz anders ist als das was man kennt. Und ich finde es schön das es andere Sprachen gibt es hat eine Vielfalt, andere Wörter, Akzente, Dialekte, Grammatik,Schriften. Die Welt wäre extrem langweilig wenn überall nur englisch gesprochen werden würde und nur englische Musik gehört wird. In der Schule lernt man sowieso Englisch, das reicht aus um sich zu verständigen.

Gegen eine "Weltsprache" im Sinne einer lingua franca ist meiner Meinung nach kaum etwas einzuwenden - außer vielleicht Befürchtungen von Bewohnern von Ländern mit einer anderen Muttersprache, einem übermächtigen "Kulturimperialismus" zum Opfer zu fallen.

Hierbei geht es nicht um das Sterben von "kleinen Sprachen", denn das findet anderswo statt: überall dort, wo sich eine "Großsprache" auf Kosten einer "Kleinsprache" durchsetzt (dazu habe ich in einem Kommentar Näheres geschrieben). Diese Großsprache kann zum Beispiel Mandarin sein, Russisch, Spanisch, Hocharabisch oder Hochdeutsch.

Das ist aber ein anderes Thema, denn es sind zwei unterschiedliche Vorgänge. Ich habe den Eindruck, dass manche Antwort diesen Unterschied nicht berücksichtigt.

Gruß, earnest

Eine einheitliche Sprache würde sich wahrscheinlich nicht halten, von Region zu Region würden sich über die Zeit Dialekte entwickeln und irgendwann wären das auch wieder eigene Sprachen. 

Es geht nicht um nur eine Sprache die alle Sprechen. Es geht eher darum, dass es eine zweite Sprache gibt, wie Englisch, mit der man sich kulturübergreifend verständigen kann. Meine Lehrerin hat darauf angespiel, dass Kultur dadurch verloren geht. Das kann ich aber nicht wirklich begründen. Ich danke dir aber dennoch schon für die Antwort!:)

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