Was sagt die Bibel/Gott zu Notlügen?

14 Antworten

Wurde ja schon viel gesagt dazu - ich möchte kurz ein paar Aspekte aus der Bibel einbringen.

In den 10 Geboten heisst es im Wortlaut: "Du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten". Also nichts allgemein von man solle nicht lügen oder so, wie das Gebot oft zitiert wird. Da geht es z.B. darum, vor Gericht ein Verbrechen zu "bezeugen", was man gar nicht wirklich gesehen hat, dass man auf diese Art also dem Angeklagten Schaden zufügt (Ex 20.16).

Soweit ich sehe, fallen deine beiden Beispiele nicht darunter.

Die Bibel ist übrigens voll von Geschichten, in denen Menschen lügen - was manchmal auch gutgeheissen wird, z.B. als die Prostituierte Rahab die Israeliten rettet, indem sie ihre eigenen Landsleute anlügt (Jos 2,1-7).

Im neuen Testament behält das Wort "Wahrheit" das Gewicht, das es z.B. in den Psalmen im Zusammenhang mit Gott immer schon hatte. "Wahrheit" im Sinne von Echtheit, Authentizität ist wichtig; "in der Wahrheit" zu sein eine Form, Gott zu ehren.

Wobei Jesus immer auf das Leben, Leben können der Menschen geachtet hat.

Eine berühmte Notlüge ist sicher die von Petrus, z.B. Mk 14,66-72: Petrus rettet sein eigenes Leben, indem er behauptet, den eben gefangengesetzten Jesus nicht zu kennen. Nachher bereut er es und weint bitterlich. Der Verfasser des Textes gibt dazu keine Stellungnahme ab, ob er das gutheisst oder nicht. Die weiteren Geschichten berichten von Petrus als von einem, der wesentlich dazu beigetragen hat, die Lehren von Jesus weiterzuverbreiten.

Ich denke, wir sind tatsächlich immer selbst aufgerufen, zu entscheiden, ob eine Notlüge Sinn macht oder nicht.

Vielleicht kurz zu deinen Beispielen:

Fall 1: Ein Unschuldiger wird gerettet. Allerdings muss der, der ihn rettet, sich ja darauf verlassen, dass er betr. "Unschuld" nicht angelogen worden ist vom Ausreisser - auch er muss seine Lüge also in der betreffenden Situation vor seinem Gewissen verantworten, weil er nicht 100% sicher sein kann, dass der andere tatsächlich unschuldig ist.

Fall 2: Die ganze Situation ist vertrackt. Eine Notlüge vereinfacht das Leben im Moment, allerdings verbessert sie nicht das Grundproblem im Verhältnis des jungen Mannes zu seinen Eltern - dass diese es ihm nicht zutrauen, sein Leben selber sinnvoll zu gestalten, auch wenn es nicht ihren Vorstellungen entspricht. Dieses Grundproblem zu lösen, würde das Leben aller bestimmt vereinfachen - aber auch viel Arbeit und Achtsamkeit von beiden Seiten bedeuten - die Frage ist, ob die geleistet werden kann und will.

Also ja, letztlich kannst Du nur selber entscheiden, ob die jeweiligen Lügen für dich Sinn machen.

Hallo,

Was sagt die "Bibel" (Gott) zu Notlügen.

nichts, weder noch.

Wenn du Christ sein solltest (ich gehe mal nicht davon aus ) dann orientiert sich dein Handeln an dem "Liebesgebot" (nicht an der Bibel) wie auch bei allen "kritischen" Situationen deines Lebens.
Also - wen du niemandem schadest aber gute Gründe hast anderen nicht "alles auf die Nase zu binden" dann mach das, egal ob dies "verbal" als Notlüge bezeichnet wird oder nicht.

Wenn du nur "Bibelgläubiger" bist, dann hast du es schwerer, weil du erst in der Bibel nachschauen mußt (oder andere fragen, wie du dies hier tust) was recht ist. Du bist also "unfrei", abhängig. Du Armer.

Gruß Viktor

Notlüge

“Der Erfinder der Notlüge liebte den Frieden mehr als die Wahrheit”,

 sagte einmal ein irischer Schriftsteller. Ist es nicht auch so, dass wir uns 

leicht zu einer sogenannten “Notlüge” hinreißen lassen? Oder einer 

Halbwahrheit, die scheinbar stimmig ist (wie Abraham von Sara als von seiner 

Schwester sprach, was sie war, aber eben auch seine Frau). “Deshalb, da ihr 

die Lüge abglegt habt, redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten” (Epheser 

4,25). Notlügen haben da keinen Platz.

http://www.bibel-blog.de/?p=5327

Lügen tut jeder mal, schlimm ist es, wenn dadurch andere zu Schaden kommen. Aber wie ist das, wenn ein Mensch eine Notlüge gebraucht, um Schaden abzuhalten, um Menschenleben zu retten (Beispiel 1), um den sanfteren Weg zu gehen, wie in Beispiel 2?

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