Was ist ein Gefühlsmensch?

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Ich verstehe das so, dass diese Person von ihren Gefühlen bestimmt, geleitet oder auch dominiert wird - also tendenziell defizitär, da hier ein Ungleichgewicht besteht aus "Verstand / Logik" und "Gefühl / Impuls".

Eine Ausgeglichenheit beider Extreme ist der Idealzustand - bei wenigen Menschen liegt das vor, die meisten Menschen entsprechen einem der beiden Seiten mehr und dem anderen weniger.

Aber wenn diese Menschen, von ihren Gefühlen beherrscht werden, besitzen sie überhaupt einen "festen" Charakter?

Wenn jemand z.b gerade noch gut gelaunt, fröhlich, offen und nett ist, und dann provoziert wird, und sich dadurch nun energisch und wüten verhält.

Wenn solche Menschen Gefühle sehr stark empfinden, wie können diese sich dann immer gleich verhalten?

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Ich empfinde es als diskriminierend, Menschen als "defizitär" zu bezeichnen, die den Gefühlen einen wichtigen Raum in ihrem Leben geben.

Der inneres Sensus, der oft von den Gefühlen her geprägt wird, hat vielen Menschen schon in ausweglosen Situatinen das Leben gerettet.

Eine emotionsarme Welt ist eine unmenschliche Welt, weil die Vernunft keine Empathie und keine echte altruistische Solidarität kennt.

Der Vernunftmensch ist meist zweckorientiert.

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@gerwitt

Nein das sollte man nicht diskriminierend empfinden nur ist es so, das ich mich selbst nicht wirklich beschreiben kann.

Manchmal bin ich ruhig, zurückhaltend, und schüchtern.

Mal offen, naiv, und freundlich.

Und mal energisch, stur, und abweisend.

Und ich merke selbst, das ich mich immer anders verhalte, und dann auch anders denke, als wäre ich ein anderer Mensch, deswegen auch diese Fragen.

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@gerwitt

Dass beide Pole ihren berechtigten und vollwertig gleichberechtigten Platz in der Persönlichkeit erhalten, ist für einen "in sich ruhenden" Menschen dringend nötig.

Emotionalität und Empathie sollten in keinster Weise durch meine Aussage diskreditiert oder gar verunglimpft werden.

Natürlich haben Menschen Defizite - ich z.B. habe sie und jeder Mensch, den ich kenne - aber das macht Menschen nicht defizitär - da besteht ein feiner, aber entscheidender Unterschied.

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@HektorPedo

@gerwitt

"... weil die Vernunft keine Empathie und keine echte altruistische Solidarität kennt."

Das ist nur teilweise und vor allem keineswegs allgültig zwingend der Fall - gerade in der Hilfeleistung und Zugewandtheit sind Ratio und "gesunder Menschenverstand" essentiell nötig. "Mit Herz und Verstand" ist hier eine griffige Formel.

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@HektorPedo

Oscar Wilde

Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.

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Ein "Gefühlsmensch" ist ein "emotionaler Mensch", wie hier schon richtig beschrieben wurde.

Dabei sagt dieser Begriff erst einmal aus, dass dieser Mensch einen intensiven Zugang zu seinen Gefühlen (Emotionen) hat. Das Gegenstück ist wohl eher der sogenannte "Kopfmensch", der alles versucht, rational (also mit dem Verstand) anzugehen.

Es gibt Gefühlsmenschen, die halt sehr stark ihre emotionale Seite erleben, aber die auch zugleich rational handeln. Sie versuchen einen Ausgleich zwischen Emotionen und Ratio. Dann gibt es aber auch Gefühlsmenschen, die in ihrem Handeln sehr stark von ihren Gefühlen her geleitet und geprägt werden. Bei denen sagt man dann manchmal, dass sie "den Kopf ausgeschaltet" haben.

Dabei fälle ich kein Urteil darüber, welcher Weg der bessere ist. Es gibt Gefühlsmenschen, die sehr stark nach ihrem Gefühl gehen und handeln und damit sehr gut fahren und es gibt "Kopfmenschen", die mit ihrer Weise sehr gut fahren.

"Gefühle" und "Emotionen" werden aber immer noch in unserer sehr maskulin geprägten Gesellschaft eher negativ beurteilt. Sie gelten vielen als "feminin" - was ich persönlich aber sehr bestreite.

Gefühle können ein sehr guter Gradmesser sein, gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich. Aber sie können uns manchmal genauso gut daran hindern, nötige ratinelle Entscheidungen zu treffen.

Einen Mittelweg zu finden: darauf kommt es wohl an, will man glücklich werden.

"Einen Mittelweg zu finden: darauf kommt es wohl an, will man glücklich werden."

Und eben das habe ich auch bilanzierend formuliert - wo genau liegt dann die Uneinigkeit?

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Jemand, der sich von seinen Gefühlen (Bauchgefühl) leiten lässt und nicht rationell handelt.

Erst handeln und später über die Folgen nachdenken.

Kann in einer Partnerschaft spannend sein, aber nicht immer sind Gefühle ein guter Ratgeber.

Auch ein Gefühlsmensch denkt! Nur bezieht er in sein Nachdenken seine Gefühle mit ein. Man sagt auch, er "befragt seinen Bauch" nicht nur seinen Kopf!

Beide Arten von Menschen denken. Doch die einen verlassen sich nur auf den Verstand (ratio), während die anderen auch dem Gefühl ein Recht zusprechen.

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Bei dem Daumen für diese Antwort habe ich mich verklickt - erst gehandelt und dann mein Bauchgefühl eingeschaltet ;).

Mein Bauchgefühl sagt mir bei dieser Antwort, dass es diskreditiert werden soll, da es nach deiner Ansicht den Verstand ausschaltet, daher zu Fehlern führt und eher durch Launenhaftigkeit bestimmt ist. Das kann in einer Partnerschaft nur dann für einen Mann "spannend" sein wenn er die Gefühle der Frau nicht ernst nimmt.

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Auch der Verstand wird von Gefühlen geleitet und ich kenne Leute, die von einer Misere in die andere geraten, weil sie sich nur von Gefühlen leiten lassen. Sind übrigens alle weiblich.

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Folgendes fand ich noch zu dem Thema:

„Der Gefühlsmensch ist emotional, reagiert spontan und neigt zur Selbstbetrachtung.

Er liebt Menschen, das Abenteuer, und er setzt sich stets voll ein.

Was dieser Typ gar nicht verträgt, ist Langeweile; er ist immer bereit, zu neuen Ufern aufzubrechen, stets dabei, Neues zu probieren.

Seine Entschlüsse werden von Gefühlen bestimmt, ob er sich für den Kauf eines Autos oder eine Ferienreise entscheidet.

Diese Menschen neigen dazu, sich treiben zu lassen. Im persönlichen und schriftlichen Umgang sind sie herzlich; was Geschmack und Farben anbelangt, bevorzugen sie das Helle, Sonnige, Überschwengliche.

Für Menschen eines anderen Typs jedoch kann der Gefühlsmensch zur Belastung werden: impulsiv, unberechenbar, eigenmächtig.

Gefühlsmenschen findet man häufig unter Schauspielern, Geschäftsleuten, Schriftstellern und in Sozial- und Pflegeberufen.“

http://www.mythen-post.ch/datei_mp_3_92/menschenkenntnis_mp_3_92.htm

Nach meinen Erfahrungen ist der Mensch in der Jugend eher ein Gefühlsmensch. Er handelt spontaner, gefühlsabhängiger. Im laufe des Lebens wird der Mensch aufgrund seiner Lebenserfahrung eher zum Kopfmenschen. Er entscheidet nicht mehr so spontan, sondern überlegter, also schaltet den Kopf bei den Entscheidungen stärker ein als in der Jugend. Aber es sind nicht alle Menschen gleich.

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