Was ist der Unterschied zwischen Antifa und Rechtsextrem?

10 Antworten

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Die Gemeinsamkeiten sind, daß beide Gruppierungen mit Gewalt gegen Menschen und gegen Sachen versuchen, ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Ziele durchzusetzen. Wobei ich noch nicht davon gehört habe, daß Rechtsextreme Gastwirte bedrohen oder deren Lokale beschädigen, weil die der Partei Die Linke ihre Räumlichkeiten vermieten. Der Umgekehrte Fall ist hingegen längst Normalität. Mir ist auch nicht bekannt, daß man als Mitglied der Partei Die Linke bei Abschluß eines Wohnungsmietvertrages dies dem Vermieter angeben muß, da mit Sachbeschädigen zu rechnen ist. In Bezug auf AfD-Mitgliedschaft gibt's dazu hingegen sogar inzwischen ein Gerichtsurteil.

Der Unterschied liegt in den vermeintlichen oder tatsächlichen Zielen. Wobei diese nicht selten einfach nur ein Vorwand sind, um sich in Gewaltorgien austoben zu können - ganz ähnlich wie bei den Hooligans - denen geht's ja eigentlich auch nicht wirklich um Fußball.

Auch hübsch: http://www.danisch.de/blog/2017/10/22/linke-verpruegeln-aus-versehen-linke/

Der Songtext erscheint also angesichts der realen Verhältnisse einigermassen naiv bzw. verblendet.


Ich wurde mal von Neonazis bzw. Klar erkennbaren Klischeenszis bedroht. Und das trotz meines eher "nordischen" aussehen. Natürlich stimme ich dir in einigen Punkten zu. Aber es gibt sie wirklich: den Pöbel, die Klischeenazis, die mit jedem Stunk anfangen nur weil der jenige etwas unsicher wirkt. 

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@witchfynde

Ja natürlich gibt es sie. In der Kleinstadt, in der ich lange gelebt habe, gab es eine ausgeprägte rechte Szene samt Körperverletzungen bis hin zu einem Mord.

Das macht aber die Gewalt von der anderen Seite keinen Deut besser.

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Schön wenn man seine alten Antworten einfach recyceln kann:

1. Sowas wie "die Antifa" gibt es schlechterdings nicht. Unter dem Label Antifa gibt es unglaublich viele Gruppen, die sich um den losen Konsens bewegen, man müsse etwas gegen den Faschismus und mit ihm zusammenhängende Ungleichheitsideologien (z.B. Sexismus, Antisemitmus, Kapitalismus etc.) unternehmen. Daher haben Antifagruppen grundsätzlich ein tendezell progressives und emanzipatorisches Potenzial. Wie dieses Potenzial allerdings genutzt wird, ist eine andere Frage.

 2. Größter Diskussionspunkt bei (aber auch in den Antifagruppen - und in der Linken allgemein) ist das Verhältnis zur Gewalt. "Die Antifa", so die landläufige Meinung, sei eine Bande arbeitsloser, vom Staat bezahlter Schläger, die sich um Inhalte nicht scheren würden. Das ist eine sehr grobe Fehleinschätzung. Ja, es gibt unter dem Banner des Antifaschismus viel zu viele Leute, die ihre Gewaltlust ausleben wollen - und das ist auch absolut zu verurteilen. Aber die Mehrheit der Antifagruppen macht extrem wichtige Arbeit. Und da geht es nicht mal nur darum, Demonstrationen zu organisieren (auch solche, die z.B. Neonazis blockieren), sondern vor allem auch Theoriearbeit, die für den politischen Diskurs ungemein wichtig ist.

3. Man kann an Antifa-Gruppen zurecht sehr viel kritisieren - besonders im Bezug auf Gewalt. Sie aber mit (Neo)Nazis gleich zu setzen - besonders im Bezug auf Gewalt, ist einfach extrem kurzsichtig. Denn wenn man sich neonazistische Ideologie anschaut, dann wird man schnell feststellen, dass Gewalt dort eines der Kernelemente ist: angefangen beim Zuschaustellen der eigenen Gewaltbereitschaft v.a. auf Demos, die Androhung von Gewalt gegen politische Gegner (und da geht es nicht nur um Menschen von der Antifa, sondern auch "normale" Menschen, die sich gegen Nazis einsetzen: Politiker, Gewerkschaftler, Menschen aus der Kirche usw.), die Verherrlichung von Gewalt - und besonders die nationalsozialistische Gewalt, bis hin zur Anwendung von Gewalt - wobei die Mordserie des sog. NSU nur ein trauriger Höhepunkt ist: den seit 1990 wurden um die 180 Menschen von Neonazis und ihre Gesinnungsgenossen ermordet. Das auf eine Stufe zu stellen, ist schleichtweg falsch.

Ich glaube, dass vor allem der 3. Punkt klarmachen sollte, wo der große Unterschied im Bedrohungspotenzial liegt. Einfach weil Gewalt beherrschende Grundideologie der (extremen) Rechten ist, ist die Bereitschaft zur Gewaltanwendung deutlich größer - und gefährlicher.

Dass die Texte irgendwelcher Dinosaurier-Deutschpunk-Bands nicht nicht unbedingt das Maß der Dinge bei der Beschreibung der Wirklichkeit sind, sol

Antifaschismus per definitionem ist erst einmal eine positive Grundhaltung und eine Selbstverständlichkeit.

Was die heutige Antifaschistische Aktion daraus macht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Pubertäre Revoluzzer, die nur Alerta! über die Lippen bekommen, denen jegliche Diskussionskultur fehlt, denen es an Differenzierung und Distinktion mangelt und die keinen Blick für Faschismus im religiösen Gewand haben, sondern diesen auch noch vehement verteidigen, haben den Begriff des Antifaschismus praktisch sinnentleert. Sie teilen das Niveau der Stammtischproleten vom äußersten rechten Rand.

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