Natürlich kann man das. Das hängt lediglich davon ab, wie man beides für sich definieren will. Ich halte den Grundkonsens dessen, worum es in den christlichen Religionen geht, für durchaus anschlussfähig ein ein antifaschistisches Engagement.

Wenn ich bereit bin, mich für Nächstenliebe einzusetzen und für eine grundsätzliche Gleichberechtigung und Unterstützung aller Menschen, dann sollte es meine Pflicht sein, mich auch denen entgegenzustellen, die gegenteilige Ziele verfolgen. Nämlich die, die glauben, es gäbe rassische Unterschiede zwischen Menschen, die die einen wertvoller machen als die anderen, die Gewalt für ein legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele halten und deren Weltbild tendenziell auf die gewaltsame Vertreibung oder Vernichtung von Menschengruppen hinausläuft.

Dennoch bestehen durchaus auch Widersprüche zwischen den (christlichen) Kirchen und einem progressiven, antifaschistischen Anliegen - solche Widersprüche sind aber angesichts der gesellschaftlichen Umstände in denen wir leben unvermeidbar und deswegen mit Sicherheit kein Grund zu glauben, dass Antifaschismus und kirchliches Engagement unvereinbar sind.

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Ich stelle mir die Durchführung eines solchen Verbots durchaus schwierig vor. Klar kann man bestimmte Sorten von Messern verbieten (und viele sind ja auch schon verboten), aber der Kern der Problematik ist ja, dass jedes Küchenmesser (und die zu verbieten halte ich für unmöglich) in den Händen der entsprechenden Person zu einer potenziell tödlichen Waffe wird.

Das Kernproblem sind ja nicht die Messer, sondern in der Regel die, die sie mit sich führen. Dass sich alle möglichen Alltagsgegenstände in Mordinstrumente verwandeln lassen, ist ja keine Neuigkeit, ist aber in den letzten Jahren zunehmend "populär" geworden. Das mag zum Teil mit der Sozialisation von Menschen zu tun haben - lässt sich ja schwer leugnen, dass das in Teilen der Welt als "Problemlösungsmittel" gilt - aber ist darauf eben auch nicht zu beschränken (Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, nicht zuletzt die Attacke auf Henriette Reker 2015).

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Ich verstehe nicht genau, warum sich die Frage nur auf Polen bezieht. Die regressiven Politiken in Polen sind doch nur ein Teil einer weltweiten regressiven Wende, die sich als Reflex gegen die Moderne anschickt, ihre Errungenschaften wieder rückgängig zu machen. Das passiert nicht nur in Polen, sondern überall. Staatschefs wie Putin, Erdogan und Trump sind dafür genauso ein Beispiel wie das internationale Erstarken des Islamismus, des Antisemitismus oder des Rechtsextremismus.

Auch in Polen ist man augenscheinlich nicht so glücklich mit den Entwicklungen des Post-Sozialismus, die man sich (wie anderswo auch) anders vorgestellt hat. Noch dazu kommen Eigenheiten des polnischen Nationalbewusstseins, die mit seiner Geschichte und der Erfahrung der Zerschlagung ihres Staates (der ja immerhin mal einer der einflussreichsten Europas war), zu tun haben und gerade was reale oder herbeifantasierte Existenzbedrohungen zu einer regelrechten Kollektiven Paranoia geführt haben.

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Die Frage weist doch schon auf den eklatanten Widerspruch hin, der sich in den Frage nach dem "Deutschsein" verbirgt:

Die einzige vernünftige Frage, an der man bemessen kann ob jemand "deutsch" ist, kann ja nur die deutsche Staatsbürgerschaft sein. Alle anderen Fragen sind so strittig, dass man darauf unmöglich eine Antwort geben kann - und eigentlich sind sie völkische Kategorien, die jeder logischen Grundlage entbehren.

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Wie bereits erwähnt, haben unterschiedliche Fachbereiche, Professuren etc. unterschiedliche Vorgaben und wenn man sich sicher sein will, spricht man sich mit den Gutachter*innen bzw. Dozent*innen ab, bei denen man die Arbeit abgeben muss.

Meine persönliche Meinung ist aber auch, dass man das mit dem Formalia nicht übertreiben sollte. Die Regel fürs wissenschaftliche Arbeiten haben zunächst vor allem einen Grund - nämlich den, die wissenschaftliche Arbeit nachvollziehbar zu machen. Es ist das wichtigste, solche Regeln einzuhalten, die sich beispielsweise auf die Kennzeichnung fremden geistigen Eigentums etc. beziehen. Was andere Formalia betrifft, genügt es in der Regel, sie nachvollziehbar und vor allem durchgängig einzuhalten.

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Ja, weil

Auch wenn die Frage grundsätzlich falsch gestellt ist, um darauf mit "ja" zu antworten. Kommunismus ist keine Regierungsform, sondern eine Gesellschaftsform, dies sich in der Konzeption eben genau durch die Abwesenheit von Regierung im heutigen Sinne auszeichnet.

Marx und Engels bezeichnen die organisierte politische Gewalt (und eine Regierung ist nichts anderes) in ihrer Schrift Manifest der Kommunistischen Partei als Mittel der herrschenden Klasse zur Unterdrückung anderer Klassen. Dieser Klassengegensatz soll jedoch im Kommunismus durch die Aufhebung der bürgerlich-kapitalistischen Produktionsverhältnisse beendet werden - damit erübrigt sich die Notwendigkeit von politischer Herrschaftsausübung und "an die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist" (nachzulesen am Ende von Kapitel II: Proletarier und Kommunisten).

Die wesentliche Frage, ob das jemals klappen kann, steht auf einem anderen Blatt. Ihre Beantwortung ist vor allem dann schwierig, wenn man versucht, den Kommunismus mit den Maßstäben der aktuellen Welt zu messen (wie es beispielsweise die Frage impliziert). Natürlich kann man nicht einfach einen Staat wie das heutige Deutschland nehmen und eine "kommunistische Regierung" einsetzen - dass das scheitern muss und wird, haben alle bisherigen Versuche gezeigt. Für eine kommunistische Gesellschaft ist die Aufhebung der bürgerlich-kapitalistischen Besitz- und Produktionsverhältnisse wesentlich - und diese Verhältnisse sind bereits so tief die Menschen eingedrungen, dass sie diese nahezu für natürlich halten - was aber nicht bedeuten muss, dass das für immer so bleiben muss. Schließlich ist es menschheitsgeschichtlich noch garnicht lange her, dass es für völlig selbstverständlich und normal galt, dass ein Mensch einen anderen Menschen besitzen könne (und in einigen Teilen der Welt ist diese Vorstellung ja durchaus noch vorhanden - siehe z.B. beim IS oder in Libyen).

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Ich bin mir immer wieder unsicher, ob ich deine Frage(n) wirklich verstehe, aber ich will mal versuchen, zur Klärung dessen beizutragen, worum es bei dem Transparent auf dem Foto geht:

Im weitesten Sinne handelt es sich bei dem Slogan "We love Volkstod" um Polemik - also um eine bewusste Überspitzung - hinter der meiner Meinung nach aber durchaus sinnvolle antifaschistische Überlegungen stehen.

Wenn man das Transparent nämlich weiterliest (bei den Antworten hier, bin ich mir nicht sicher, ob das irgendjemand getan hat), dürfte einem auffallen, dass es sich hierbei um Protest gegen völkischen Nationalismus handelt. Dieser völkische Nationalismus bildet eines der Kernstücke (neo)nationalsozialistischer Ideologie: er stellt "das Volk" als ein homogenes, gleichförmiges Kollektiv vor, das unumstrittener positiver Bezugspunkt der eigenen Vorstellungswelt ist und zu dessen Wohl sich jede*r Einzelne unterordnen muss (die entsprechende NS-Parole "Du bist nichts, dein Volk ist alles" dürfte hier den meisten geläufig sein). Dazu gehört auch die Vorstellung, dass man Deutsche*r nur durch Geburt werden kann, also wenn man "deutsches Blut" hat, aber nicht - wie im modernen Sinn - mit dem Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft.

Ein Aussterben dieser Vorstellung vom "deutschen Volk" ist durchaus wünschenswert. Das bedeutet mitnichten, dass man jedem Individuum, das als Deutsche*r geboren ist, den Tod wünscht, sondern den durchaus nachvollziehbaren Wunsch, dass man sich hierzulande endlich von diesem veralteten und durchaus rassistischen Volksbegriff löst - zumal im Namen des "deutsches Volkes" die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden.

Was das aber mit dem Unterschied zwischen Rechten und Linken oder der Arbeiterklasse zu tun hat, das verstehe ich nicht.

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Kommt immer darauf an, wen man fragt. Besiegt wurden die Deutschen, die zur überwiegenden Mehrheit bis zum Ende vom Nationalsozialismus überzeugt waren, oder zumindest davon soweit profitiert haben, dass es bis zum Ende keinen nennenswerten Widerstand gegeben hat (und die Clique um Stauffenberg sind bestimmt keine Antifaschisten gewesen), sowie ihre faschistischen Verbündeten in Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich und anderswo.

Befreit wurde die Mehrheit Europas von der Herrschaft des nationalsozialistischen Deutschlands und besonders die, die das Glück hatten, seine Gefängnisse, Arbeits- und Konzentrationslager zu überleben.

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Warum werden ,,Verschwörungstheorien“ als irre bezeichnet? (Chemtrails, Irak-Krieg, usw.)?

Für alle die immernoch behaupten, man könne das Wetter nicht mit Chemikalien beeinflussen: https://youtu.be/U0t6tRq6H3M
Und das ist nur ein ganz kleiner Teil, von dem, was man macht um das Wetter zu beeinflussen. Es gibt viele andere Methoden, das Wetter zu manipulieren, das ist noch ,,unbedenklich“.
Silberjodid ist umweltschädlich und gesundheitsschädlich und dazu wird auch das entzündliche und reizende Aceton eingesetzt. Und weshalb sollte es nicht möglich sein, Erdbeben durch Anlagen zu verursachen? Was früher als unmöglich galt ist heute ein Teil unseres Lebens. Vorallem das Millitär ist weit voraus, was Technik angeht, es gibt viele Waffen und Anlagen von deren Existenz wir nichtmal wissen. Es wurde z.B. ebenso belegt, dass Irak keine Massenvernichtungswaffen besaß und die Babymorde erfunden waren, nur um einen Krieg (Bodenschätze) anzufangen. Woher sollen wir wissen, dass es in Syrien anders ist, schließlich gab es erst die Behauptungen, dass Assad Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt und nach einer Zeit später entstand die IS, fast aus dem Nichts? Oder Libyen war damals wirtschaftlich sehr stark und seitdem Gaddafi gestürzt wurde, hat sich die Situation stark zum Negativen verändert. Es gab zwar eine Diktatur aber dabei stellt sich natürlich die Frage, ob Demokratie in arabischen Ländern überhaupt funktionieren würde oder ob sich die Menschen dort auf Grund ihrer Glaubensrichtungen bekämpfen würden. Es wurden viele ,,Verschwörungstheorien“ belegt und trotzdem halten viele Menschen sowas für irre. Wieso eigentlich? Können sich Menschen nicht selber über alles informieren und selber eine eigene Meinung bilden, anstatt alles zu glauben, was Politiker und die Medien berichten?

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"Es wurden viele ,,Verschwörungstheorien“ belegt"

Die theoretische Möglichkeit etwas zu tun, ist doch kein Beleg dafür, dass es wirklich passiert.

Davon abgesehen: Ich würde solchen Behauptungen keinen Theoriecharakter beimessen. Es sind viel mehr Verschwörungsphantasien, die versuchen, sich eine komplexe Realität immer dadurch zu erklären, dass dahinter eine als allmächtig imaginierte Kraft steckt, die alles steuern und planen kann.

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Der Investiturstreit war die Auseinandersetzung zwischen dem Papsttum und den römisch-deutschen Königen um die Frage der Einsetzung in kirchliche Ämter.

Lange Zeit war es Brauch gewesen, dass die Könige hohe Geistliche (wie z.B. Bischöfe) in ihr Amt einsetzten (Investitur). Diese Posten besetzten sie meist mit Verwandten oder Vertrauten, da die Reiskirche mangels königlicher Zentralgewalt ein wichtiger Bestandteil der Regierung war.

Im Zuge der kirchlichen Reformbewegung wurde diese Praxis immer wieder verurteilt und der Anspruch erhoben, nur der Papst als geistliches Oberhaupt der Christenheit, könne diese Würde vergeben.

Eskaliert ist die Auseinandersetzung zum ersten Mal zwischen Heinrich IV und dem Papst Gregor VII. Dessen Ansicht nach sei der Papst die höchste Gewalt und stünde auch über dem Kaiser (Diese Forderungen erhob er im sog. Dictatus Papae). Dies führte schließlich zum Bruch Heinrichs mit dem Papst, worauf hin dieser Heinrich exkommunizieren (also aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließen) ließ, was Heinrich nur durch einen Bußgang (Gang nach Carnossa) aufheben konnte.

Mehr oder weniger beigelegt wurde der Konflikt erst unter den Nachfolgern der beiden. Im Wormser Konkordat (1122) einigten sich Papst und König auf das Vorrecht des Papstes, Bischöfe einzusetzen, womit dem Königtum entscheidender Einfluss über die Reichskirche endgültig verloren ging.

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"Als ich ein Kind war, so bekamen wir regelmäßig körperliche Züchtigungen und sowohl meine Brüder, als auch ich sind, aus meiner Sicht, anständige und auch obrigkeitshörige Mitglieder der Gesellschaft geworden."

Ja, autoritäre und gewalttäige Erziehung funktioniert ganz super. Sie bringt autoritätsgläubige, gewalttätige Menschen hervor. Wozu diese Sorte Mensch fähig ist, haben die Deutschen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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Wo sind die glaubwürdigen Männerrechtler?

Wir leben in Deutschland in einer Zeit in der Männer:

  • sich 3mal häufiger das Leben nehmen
  • ca. 5 Jahre früher als Frauen sterben
  • häufiger perspektivlos und arbeitslos sind
  • an Schulen für gleiche Leistung schlechtere Noten erhalten
  • leichter in ein kriminelles Milleu abrutschen
  • mehr Drogen konsumieren
  • bei Häuslicher Gewalt im Stichgelassen werden (400 Frauenhäuser auf 2 Männerhäuser)
  • als Kinder legal ihre körperliche Selbstbestimmung verlieren
  • die meiste Gewalt richtet sich gegen Männer.

Das zeigt doch eindeutig dass wir in einer Zeit leben in der es ein Mann auf jeden Fall nicht leichter hat als eine Frau. In manchen Bereichen, z.B. wenn es um die körperliche Gesundheit geht sind Männer auch deutlich schlechter aufgestellt als Frauen.

Aber trotzdem gibt es kein "Männerministerium" (sondern das Ministerium für Familie, Frauen, ...), fast keine Finanzierung des Bunds (für Männerrechtsverbände, Aktionen und Organisationen die sich damit befassen) oder Verbände, die zahlenmäßig den Pendants für Frauen gleich kommen.

Die Minderheit, der Männerrechtler, befasst sich mit den wirklichen Problemen der Männer und setzt Anstöße um diese zu beheben oder ihnen zumindest die verdiente Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Als postive Beispiele fallen mir spontan nur die Giordano Bruno Stiftung, MANNdat, intaktiv ein. Und davon haben 2 nicht mal den Schwerpunkt Männerrecht...

Die Mehrheit kennt die Probleme der Männer nicht mal sondern fühlt sich nur vom Feminismus und seinen Extremen auf den Schlips getreten. So wird dann der ganze Femismus pauschal als Männerhass degradiert und abgefertigt. Das ist weder zielführend noch logisch begründbar.

Wo sind die Menschen die sich auch in der Politik und im Journalismus für die Aufklärung von "Männerproblemen" einsetzen bzw. warum sind diese Menschen so irrwitzig in der Minderheit und verschwinden hinter lauten Frauenrechtlern.

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Sonstiges, weil...

Jede Männerrechtsbewegung ist unglaubwürdig und von vorne herein dazu verdammt, jenen sexistischen Unfug zu (re)produzieren, der eine Frauenbewegung überhaupt erst notwendig macht.

Wenn man wirklich was ändern will an den o.g. Punkten (die z.T. durchaus zutreffend, aber mitnichten im Zusammenhang mit der Frage von "Männerrechten stehen), muss man sich eigentlich zentralen Kernforderungen des Feminismus anschließen. Was die Situation von Männern hinreichend unerträglich machen kann, ist fest verknüpft mit dem gesellschaftlich vermitteltend Männerbild, dass den Mann mit den entsprechend positiv besetzten Attributen auszeichnet, auf denen patriarchale Herrschaft beruht (hat). Der Knackpunkt liegt nun eben darin, dass Gesellschaft die Erfüllung ihrer Erwartungen eben auch einfordert - und das trifft vor allem diejenigen hart, die es aus unterschiedlichsten Gründen nicht schaffen, sich der stärkste, beste und erfolgreichste Platzhirsch zu sein.

Männer sind keine Opfer eine überfeminisierten Gesellschaft. Aber sie werden in dem Glauben erzogen, dass sie ein Recht darauf haben, alles zu bekommen was sie wollen (besonders von Frauen) und daher wirkt in ihren Augen jeder Verlust von Privilegien als Beschneidung der eigenen Rechte. Im Grunde genommen fehlt ihnen nur die Fähigkeit, die Krise patriarchaler Herrschaft zu erkennen und zu reflektieren.

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Ich glaube der Anteil von Neonazis an der Gesammtgesellschaft ist verschwindend gering (und doch - wie der NSU gezeigt hat, als Gefahr nicht zu unterschätzen). Die eigentliche Gefahr besteht aber nicht in deren Existenz, sondern in der Tatsache, dass die wesentlichen Einstellungsmerkmale, die zu einem neonazistischen Weltbild gehören, (selbstverständlich in unterschiedlicher Stärke), von einem großen Teil der deutschen Gesellschaft durchaus geteilt werden. Die (messbare) Zustimmung zu Rassismus, Antisemitismus, autoritären Strukturen etc ist erschreckend hoch - und wenn man von einer Praxis "sozial erwünschten Antwortens" ausgeht, unter Umständen noch höher. Aus dieser Zustimmungshaltung fühlen sich im Übrigen dann viele der Neonazis als "Vollstrecker des Volkswillens", wenn sie Menschen angreifen und ermorden.

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Ohne jetzt den Anspruch erheben zu wollen, der größte Marx-Kenner zu sein, würde ich doch den einen oder anderen Einwurf machen wollen. Zunächst einmal: Man muss sich alleine die Antworten hier anschauen, um erkennen zu können, warum „der Kommunismus“ in Deutschland nicht beliebt ist. Ganz einfach: die überwiegende Mehrheit der Menschen – man möchte fast sagen der Menschheit – hat den Kommunismus nicht verstanden (bzw. die wesentlichen Grundvoraussetzungen, unter denen man am Kommunismus festhalten kann).

Zu allererst möchte ich vorausschicken, da ich das ohnehin für das wesentliche Missverständnis halte, das den meisten hier eine klare Sicht auf die Dinge verbaut: Es hat den Kommunismus bisher nicht gegeben. Was sich der geneigte Deutsche vorstellt, wenn ihr „Kommunismus“ hört, sind autokratische halb-sozialistische Regime, von denen die überwiegende Mehrheit die wesentlichen, von Marx determinierten Grundvoraussetzungen für den Sozialismus/Kommunismus (nämlich eine umfassende Industrialisierung) nicht erfüllt hat.

Der Kommunismus aber ist eine Utopie (und sein utopischer Charakter sollten einem mitnichten davon abhalten, anerkennen zu können, dass er ein erstrebenswertes Ziel darstellt), der aus deutlich mehr besteht, als aus 5-Jahres-Plänen und Arbeiterparteien. Zentral dafür ist aber die Aufhebung der bürgerlich-kapitalistischen Produktionsverhältnisse, die nunmal das Grundübel der Welt so wie sie ist, darstellen. Der Kommunismus soll einlösen, was die bürgerliche Gesellschaft immer versprochen, aber niemals voll hat halten können: ein gutes Leben für alle. Dass es dazu andere Menschen braucht, als solche, wie sie gerade existieren, ist selbstverständlich. Die Aussage „Der Kommunismus ist gut, aber die Menschen sind dafür zu schlecht“, bringt auf den Punkt, woran es mangelt: Die Zurichtung des Menschen durch die kapitalistischen Verhältnisse geht so weit, dass er sich diese als natürlich imaginiert. Dass Menschen mitunter unfähig sind, sich eine bessere Welt vorzustellen, darf mitnichten heißen, dass diese nicht möglich ist – und ohne in unkritische Fortschrittsgläubigkeit zu verfallen: wir leben heute in Verhältnissen, von denen wohl vorangegangene Generationen niemals zu träumen gewagt hätten.

Die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft als etwas zu Überwindendes zu betrachten, soll aber in keiner Weise ihre enormen Errungenschaften aberkennen. Auch Marx tut das nicht. Bei allem, was daran zu kritisieren ist, muss man doch festhalten, dass sie die Lebensbedingungen und nicht zuletzt auch die Freiheit vieler Menschen enorm verbessert hat. Daher ist sie auch gegen alle Angriffe regressiver Ideologien (die nicht nur von rechts, sondern genauso auch von links und natürlich von genuin antimodernen Strömungen wie dem Islamismus kommen) zu verteidigen.

Ob man irgendwie auf den Kommunismus stolz sein sollte, nur weil Marx Deutscher war, finde ich in sich schon eine merkwürdige Frage – ganz davon abgesehen, dass Marx seine Werke mehrheitlich im französischen und britischen Exil verfasst hat, weil er eben mit der deutschen Ideologie so gar nicht zusammen geht.

Und noch zur scheinbar beliebten Aussage: „Deutschland hat auch den NS erfunden und der ist trotzdem nicht beliebt.“ Ich zweifele grundsätzlich an dieser Behauptung. Natürlich wird man nur die wenigsten Deutschen dazu bekommen sich (öffentlich) zum Nationalsozialismus zu bekennen. Das bedeutet aber mitnichten, dass nicht die wesentlichen Einstellungen, die den NS zeitigten, sich in Deutschland nicht weiterhin großer Beliebtheit erfreuen: Die Sehnsucht nach dem volksgemeinschaftlichen Kollektiv (siehe Fußball-WM und „wir schaffen das“), ein mindestens strukturell antisemitischer Antikapitalismus, Ressentiment gegen die Moderne an sich (Parlamentarische Demokratie, Rechtsstaat usw.) und natürlich gegen die USA als deren Repräsentanten, eine ausgeprägte Faszination für die Autokraten dieser Welt (von Putin und Orban über Hugo Chavez bis hin zu Arafat und Chomeini) und die allgemeine Unfähigkeit zur Erfahrung – das alles scheint mir zu einem großen Teil die „deutsche Volksseele“ auszumachen.

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Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anzuerkennen ist schlicht und einfach eine Verkennung der Tatsachen.

Zunächst einmal ist (West-)Jerusalem, das Israel 1948 im von den Arabern begonnenen Krieg erobert hat, seitdem Hauptstadt - also schon so lange es Israel als Staat gibt und Tel Aviv ist es nie gewesen. Der Ostteil wurde von Jordanien annektiert.

Darüber hinaus obliegt es nicht der UN, den USA oder sonst wem, zu entscheiden, welche Stadt die Hauptstadt eines Staates wird, sondern dem Staat selbst. Israel hat sich dazu entschieden, Jerusalem zu seiner Hauptstadt zu machen und zumindest den Anspruch auf den Westteil der Stadt kann Israel niemand streitig machen. Ganz davon abgesehen, dass zahlreiche Staaten diplomatische Vertretungen mit den Palästinensern in Ostjerusalem und nicht etwa in Ramallah unterhalten.

Was Friedenslösungen angeht: Trotz des Jerusalem-Gesetzes von 1980, das Jerusalem als unteilbare Hauptstadt Israels festschreibt, haben die Israelis immer wieder gezeigt, dass sie bereit sind, den Ostteil der Stadt an einen zukünftigen Palästinenserstaat abzutreten (so zum Beispiel in Camp David II 2000, Taba 2001 usw.).

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Wie soll globaler Kapitalismus ohne Wirtschaftsmigration deiner Meinung nach denn funktionieren?

Dir ist schon klar, dass Deutschlands wirtschaftliche Stärke vor allem auf extremem Lohndumping beruht. Und diese mies bezahlten Jobs werden halt in der Regel nicht von wütenden Kartoffeln wie dir erledigt - die haben ja nicht mal Dresden selbst aufgeräumt.

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Schön wenn man seine alten Antworten einfach recyceln kann:

1. Sowas wie "die Antifa" gibt es schlechterdings nicht. Unter dem Label Antifa gibt es unglaublich viele Gruppen, die sich um den losen Konsens bewegen, man müsse etwas gegen den Faschismus und mit ihm zusammenhängende Ungleichheitsideologien (z.B. Sexismus, Antisemitmus, Kapitalismus etc.) unternehmen. Daher haben Antifagruppen grundsätzlich ein tendezell progressives und emanzipatorisches Potenzial. Wie dieses Potenzial allerdings genutzt wird, ist eine andere Frage.

 2. Größter Diskussionspunkt bei (aber auch in den Antifagruppen - und in der Linken allgemein) ist das Verhältnis zur Gewalt. "Die Antifa", so die landläufige Meinung, sei eine Bande arbeitsloser, vom Staat bezahlter Schläger, die sich um Inhalte nicht scheren würden. Das ist eine sehr grobe Fehleinschätzung. Ja, es gibt unter dem Banner des Antifaschismus viel zu viele Leute, die ihre Gewaltlust ausleben wollen - und das ist auch absolut zu verurteilen. Aber die Mehrheit der Antifagruppen macht extrem wichtige Arbeit. Und da geht es nicht mal nur darum, Demonstrationen zu organisieren (auch solche, die z.B. Neonazis blockieren), sondern vor allem auch Theoriearbeit, die für den politischen Diskurs ungemein wichtig ist.

3. Man kann an Antifa-Gruppen zurecht sehr viel kritisieren - besonders im Bezug auf Gewalt. Sie aber mit (Neo)Nazis gleich zu setzen - besonders im Bezug auf Gewalt, ist einfach extrem kurzsichtig. Denn wenn man sich neonazistische Ideologie anschaut, dann wird man schnell feststellen, dass Gewalt dort eines der Kernelemente ist: angefangen beim Zuschaustellen der eigenen Gewaltbereitschaft v.a. auf Demos, die Androhung von Gewalt gegen politische Gegner (und da geht es nicht nur um Menschen von der Antifa, sondern auch "normale" Menschen, die sich gegen Nazis einsetzen: Politiker, Gewerkschaftler, Menschen aus der Kirche usw.), die Verherrlichung von Gewalt - und besonders die nationalsozialistische Gewalt, bis hin zur Anwendung von Gewalt - wobei die Mordserie des sog. NSU nur ein trauriger Höhepunkt ist: den seit 1990 wurden um die 180 Menschen von Neonazis und ihre Gesinnungsgenossen ermordet. Das auf eine Stufe zu stellen, ist schleichtweg falsch.

Ich glaube, dass vor allem der 3. Punkt klarmachen sollte, wo der große Unterschied im Bedrohungspotenzial liegt. Einfach weil Gewalt beherrschende Grundideologie der (extremen) Rechten ist, ist die Bereitschaft zur Gewaltanwendung deutlich größer - und gefährlicher.

Dass die Texte irgendwelcher Dinosaurier-Deutschpunk-Bands nicht nicht unbedingt das Maß der Dinge bei der Beschreibung der Wirklichkeit sind, sol

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Die beiden sind sich auf jeden Fall ähnlicher, als ihnen lieb ist. Sie teilen sich eine ganze Menge an Ideologieelementen wie Sexismus und Homophobie, Antisemitismus, Autoritätsgläubligkeit und regressiver Kapitalismuskritik/Antimodernismus.

Trotzdem muss man auf jeden Fall darauf hinweisen, dass diese in zum Teil sehr unterschiedlichen Ausprägungen vorhanden sind. Nirgendwo bei der AfD wird man beispielsweise ein so grauenhaften Frauenbild finden, wie es im orthodoxen Mainstream-Islam gepredigt wird.

Darüber hinaus gibt es eine lange Tradition der Bewunderung des Islam innerhalb der politischen Rechten. Auch in der AfD gibt es Leute, die den politischen Islam an sich (auch ideologisch) garnicht schlecht finden, aber sich nach dem "ethnopluralistischen Prinzip" den Islam eben dort hin wünscht, "wo er herkommt" ("Ich will das Deutschland deutsch bleibt und der Islam islamisch"). Grundsätzlich sind beide Strömungen wohl hauptsächlich als Konkurrenten um autoritäre und regressive Potenziale zu betrachen, als als wirkliche Feinde.

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