Was haltet ihr von der "Dire wolf" wiederbelebung?
Es wurden ja durch genetische Manipulation ein paar Schatten wolf Welpen geboren, obwohl der schatten wolf seit 13.000 Jahren ausgestorben ist.
Hier noch ein Video:
https://www.youtube.com/watch?v=q6ta3TX2Zgw
Also was haltet ihr davon?
Ich persönlich finde das extrem interessant.
7 Antworten
Es wurden ja durch genetische Manipulation ein paar Schatten wolf Welpen geboren,
Ne-hein. Es wurden keine Schattenwolfwelpen geboren. Es wurden gentechnisch veränderte "normale" Wölfe (Canis lupus) geboren, die ein paar Gene des Schattenwolfs (Aenocyon dirus) enthalten. Mit einem echten Schattenwolf hat das in etwa so viel zu tun wie eine industriell hergestellte Sauce Hollandaise mit einer echten, selbstgemachten - also so gut wie nichts. Was den Forschenden con Colossal Biosciences gelungen ist, ist lediglich das, was man eine Abbildzüchtung nennt, also etwas, das aussieht wie ein Schattenwolf, in Wirklichkeit aber keiner ist. Diese Idee ist auch nicht unbedingt neu. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts züchteten die Heck-Brüder das Heckrind, eine erste Abbildzucht des Ur (Bos primigenius). In Südafrika existiert seit den 1990ern ein Zuchtprojekt mit Burchell-Steppenzebras (Equus quagga burchelli), um eine Abbildzucht des ausgestorbenen Quaggas (Equus quagga quagga) zu erreichen. Neu ist jetzt nur, dass die Methode der konventionellen Zucht durch die Möglichkeit der gezielten DNA-Editierung mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas9 erweitert wurde.
Um eine ausgestorbene Tierart wirklich genetisch wieder aufleben lassen zu können, ist es notwendig, dieses Tier zu klonen - mit der Einschränkung, dass dieses Klontier auch nur im Kerngenom ein Klon wäre. Denn zum Erzeugen eines Klons brnötigt man eine lebensfähige Eizelle und deren Mitochondrien enthalten die DNA des Spenderorganismus. Nach über 13 000 Jahren ist die DNA im fossilen Material aber viel zu schlecht erhalten, um damit klonen zu können. Solche längst ausgestorbenen Arten werden wir daher wohl nie wirklich zurückholen können.
Anders sieht es bei Arten aus, die erst in historischer Zeit ausstarben durch menschliches Zutun und von denen wir fürs Klonen geeignete tiefgekühlt gelagerte Gewebeproben haben. Was mit Klonschaf Dolly gelang, ist prinzipiell auch möglich mit solchen ausgestorbenen Arten. Am erfolgreichsten war hier bislang ein Versuch, den Pyrenäensteinbock (Capra pyrenaica pyrenaica) wiederzubeleben, eine ausgestorbene Unterart des Iberischen Steinbocks. Den Forschenden gelang es tatsächlich, einen lebensfähigen Embryo zu erzeugen und erfolgreich in eine Hausziege als Leihmutter eintupflanzen. Das Jungtier kam lebend auf die Welt, starb aber schon kurz nach der Geburt. Auch ein Projekt zur Wiederbelebung des ausgestorbenen Südlichen Magenbrüterfroschs (Rheobatrachus silus) war bishernicht erfolgreich, die Embryonen starben alle ab.
Also was haltet ihr davon?
Ehrlich gesagt nicht viel. Diese Forschung ist nicht nur aufwändig, sondern auch extrem teuer und ihr Ausgang ist ungewiss. Ob solche oder ähnliche Wiederbelebungsversuche jemals erfolgreich sein werden, ist höchst fraglich. Und selbst wenn es gelingt, ist eine Art damit noch lange nicht gerettet. Damit eine Spezies langfristig überlebt, muss sie in der Lage sein, eine sich selbst erhaltende Population aufzubauen, die auch genetisch vielfältig genug ist. Das ist mit zwei, drei geklonten Tieren nicht möglich, es bräuchte wohl (abhängig z. B. auch von der Generationszeit) einige hundert. Wenn überhaupt, dann finde ich, dass der Einsatz solcher und ähnlicher Technologien nur gerechtfertigt ist bei Arten, die erst vor Kurzem ausstarben oder kurz vor dem Aussterben stehen, wie etwa beim Nördlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum cottoni) oder dem Schwarzfußiltis (Mustela nigripes).
Ansonsten muss man sich fragen, ob das Geld für solche Projekte nicht besser angelegt wäre, wenn man es für den Schutz derjenigen Artenvielfalt einsetzt, die wir noch nicht verloren haben, z. B. um damit Land zu kaufen und unter Schutz zu stellen und Nationalparks und ihre Ranger mit vernünftiger Ausrüstung zur Überwachung und zum Schutz auszustatten. Denn erfolgreich werden alle ex-situ-Schutzprojekte letztendlich nur dann sein, wenn sie mit dem in-situ-Schutz Hand in Hand arbeiten und die eigentlichen Ursachen dafür, dass Arten überhaupt vom Aussterben bedroht sind, beseitigt werden.
Naja," Jurassic Park" halt, mit Spezies die wir leichter "nachbauen" können.
Und genau wie im Buch und im ursprünglichen Film sollte man sich die Frage stellen, ob so etwas überhaupt Sinn macht (es gibt ja Gründe warum die Spezies damals ausgestorben ist) und ob man etwas machen sollte nur weil man es kann. -- Aber danach hat die Wissenschaft ja noch nie gefragt.
Für mich ist da aber eine Grenze erreicht, wo es nicht nur um das Machbare geht sondern wo auch die Ethik mit hinen spielt.
Ich weiß nicht so ganz was ich davon halten soll. Einerseits hat man eine "Mutation" eines ausgestorbenen Tieres geschafft. Andererseits ist es irgendwo auch ein heftiger Eingriff in die Natur
Es handelt sich um genmanipulierte Grauwölfe, nicht um Schattenwölfe. Es wurde auch kein Genmaterial von Schattenwölfen integriert, sondern nur die Grauwolf-DNA so modifiziert, dass Tiere entstehen, die phänotypisch einer ganz bestimmten Rekonstruktion des wahrscheinlichen Erscheinungsbilds des Schattenwolfs entsprechen sollen.
Naja, schön, dass es gelungen ist, aber so exotisch ist er nicht. Spannend wäre Mammut oder Beutelwolf.
Diese Organisation/firma was auch immer das ist planen Mammuts bis 2028 zurück zu bringen